Weltenbauartikel: Mittelalterliche Städte und Dörfer

Wo zwei oder drei beisammen sind, ist nicht nur Jesus unter ihnen, sondern es stehen auch die Chancen gut, dass es noch mehr werden – sofern das Land fruchtbar, strategisch günstig gelegen, reichhaltig an Bodenschätzen, recht anschaulich oder vom Klima her milde ist. Oder was auch immer es für Gründe gibt, irgendwo zu siedeln.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Menschheit tendiert dazu, sich in Städten und Dörfern zusammenzurotten und gute und schlechte Nachbarschaft zu pflegen.

Entstehung der Siedlungen

Im mittelalterlichen Europa herrschte auf den Landgütern ein geschlossenes und autarkes System vor, das eine größere Gemeinschaft als die des Dorfes unnötig machte – was einem fehlte, wurde selbst hergestellt und nur in höchster Not vom Nachbarn getauscht. Anders sah es jedoch aus, wenn ein Landgut nicht mehr alle ernähren konnte, die darauf lebten. Für den siebten Sohn eines hörigen Bauern fehlte es fast immer an Land – und so zogen mit der Zeit immer größere Banden herrenloser Bauernsöhne durch die Gegend: Räuber, Söldner, Abenteurer, vor allem aber Wanderhändler.
Sammelten Letztere ein ausreichend großes Kapital an, siedelten sie meist in der Nähe von Burgen und Festungen – wo sie vorwiegend damit beschäftigt waren, die Bedürfnisse der Adligen nach Luxusgütern zu wecken und zu decken.
Ursprünglich außerhalb der Stadtmauern, umwuchsen die Händlerviertel oftmals die kleinen mittelalterlichen Städte und ringelten sich um die teils noch aus römischer Zeit stammenden Mauern alter Munikipien, bis sie selbst mit einer Stadtmauer umgeben und in die Stadt integriert wurden – schließlich waren die reichen Händlerviertel eine fette Beute für ebenjene Banden herrenloser Bauernsöhne, mit denen ihre Entwicklung erst begonnen hatte.
Allgemein gesprochen enstehen Städte meist dort, wo schon mal eine Stadt gewesen ist, überwiegend auf den Trümmern antiker Hochkulturen. Außerdem sind gute Transportwege wie Straßen und Wasserwege, aber auch Landgüter in der Nähe, die die Stadt versorgen können, maßgeblich. Dörfer dagegen können überall dort aus dem Boden sprießen, wo die Voraussetzungen günstig sind.
Aber eine Stadt kann nicht nur aus Wohnhäusern und Händlern bestehen, nein, da braucht es mehr.

Handwerker

Wo wären wir ohne das Handwerk? Bei unseren Füßen? Wie auch immer, Handwerker sind der Kern der Industrie einer Stadt, in den Schmieden hämmern die Hämmer, in den Schreinereien sägen die Sägen….
Schmiede – arbeiten mit allerlei Metall und stellen eiserne Werke her. In Dörfern und kleinen Städten sind Schmiede meist „Allrounder“, die vom Sargnagel bis zum Pflug alles fertigen, aber je nach Art der Stadt gibt es auch Spezialisten: Hufschmiede finden sich überall, wo es Pferde zu beschlagen gibt. Solche Orte sind neben dem landwirtschaftlichen Sektor vor allem oft passierte Handelsknoten (Furten, Pässe) und Poststationen. Waffenschmiede hingegen finden sich oft in Heeresdiensten, halten auf Festungen die Ausrüstungen in Schuss oder reparieren im Feldlager die in der Schlacht beschädigten Mordwerkzeuge. Goldschmiede und Juweliere fertigen Schmuck und finden sich überall dort, wo es Leute gibt, die ihn bezahlen können – in der Regel also in den wohlhabenderen Vierteln der großen Städte und in den Burgen der Adeligen.
Schreiner fertigen Möbel und für den Hausbau benötigte Bretter an. Ihre Arbeit beginnt dort, wo das handwerkliche Geschick des durchschnittlichen Anwohners endet – denn besonders in abgelegenen Siedlungen lernen die Dorfbewohner früher oder später, wie man einen Stuhl oder eine Eckbank zimmert. Sollen dagegen Holzhäuser geplant und gebaut werden oder steht der Bau einer Kirche an, wird eher nach dem Zimmermann gefragt.
Lein- und Tuchweber sorgen dafür, dass Kleider Leute machen – ob sie nun die Magd mit dem Stoff, aus dem die erdfarbenen Kittel sind, versorgen oder Purpurtuch für die feinen Ratsherren erzeugen. Je nach Anbindung und Umweltbedingungen sind an verschiedenen Standorten verschiedene Rohstoffe verfügbar – schließlich sind Purpurschnecken teuer, das regionale Flachs hingegen kann von besonderer Qualität sein. Die fertigen Tücher werden an die Färber weitergereicht, die diese in verschiedenen Farben leuchten lassen können. Schneider verarbeiten die Tücher jedoch erst zu Kleidern, Röcken und Untergewändern. Sie waren eher in Städten zu finden, während die mittelalterliche Bäuerin angehalten war, die einfache Kleidung für ihre Familie selbst zu weben und zu nähen. Die Klöpplerin sorgte dabei dafür, dass die Gewänder zu ihren Spitzenkragen kommen und Spitzengardinen vor den Fenstern hängen. Diese wurden in der Renaissance üblich, um Fremden den Blick durch die neuen Glasfenster zu verwehren. Schließlich kümmerte sich ein Schuster um das zur Garderobe passende Schuhwerk. Das Leder liefert ihm der Gerber – Gerberviertel befanden sich oft außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes oder bildeten ein eigenes Viertel, da die Ausdünstungen der Gärbereien selbst für mittelalterliche Verhältnisse abscheulich stanken und nicht die ganze Stadt verpesten sollten. Weitaus angenehmere Düfte stellten die Parfümeure in ihren nahezu magisch anmutenden Laboratorien her. Da sich viele Menschen nur unregelmäßig wuschen, war Parfum auch beim Adel hoch im Kurs, um unangenehme Gerüche zu überdecken. Außerdem stellten Parfümeure Kosmetik her.
Gemmenschleifer und Goldschmiede schließlich sorgten dafür, dass die reichen Bürger und adeligen Damen und Herren Schmuck anlegen konnten.
Damit Gebäude errichtet werden können, sodass die Stadt wächst und gedeiht, brauchte einen Stadt einen oder mehrere Baumeister. Diese arbeiten in der Regel eng mit Glasern und Steinmetzen zusammen – besonders wenn eine Kirche oder eine Burg gebaut werden sollte. Auch Seile werden auf der Baustelle benötigt, die vom Seiler hergestellt werden müssen. Beim teuren Transport des Baumaterials kommen oftmals Boote zum Einsatz – die widerum von Bootsbauern erst gebaut und eventuell vom Segelmacher mit einem Segel versehen werden müssen.
Ein Korbflechter sorgt mit seinen Erzeugnissen schließlich dafür, dass die Hausfrauen und Dienstmägde ihre Einkäufe vom Markt nach Hause tragen und zu Hause sicher aufbewahren können.
Braucht ihr Hilfe beim Konzipieren eures Handwerksbetriebs? Dann schaut euch diesen Steckbrief an!

Speiß und Trank

Natürlich wollten die Menschen im Mittelalter auch etwas zu essen haben. Wer es sich leisten konnte, aß nicht zu Hause, sondern nahm seine Mahlzeiten im Wirtshaus zu sich. Das allerdings hatte einige Zulieferer: Der Braumeister brachte das Bier, das damals auch von den Kindern zu nahezu jeder Mahlzeit und als Durstlöscher getrunken wurde. Das lag daran, dass Bier in der Regel sauberer und keimfreier war, als Wasser – denn der Gärungsprozess sorgte dafür, dass keine Keime und Bakterien mehr im Getränk herumschwammen. Wasser aus dem Stadtbrunnen zu trinken hatte dagegen eher unangenehme Folgen.
Damit der Bäcker Brot, Brötchen und in reicheren Städten auch Gebäck ans Wirtshaus ausliefern oder verkaufen konnte, muss der Müller erst Mehl aus dem ihm gebrachten Getreide herstellen. Während es noch durchaus erlaubt war, Brot zu Hause selbst zu backen, wenn die Siedlung keinen eigenen Bäcker hatte, waren die Mühlen meist streng reglementiert. In der Regel gehörten sie einem Lehnsherren oder der Stadt und die Bauern mussten ihr Korn dorthin bringen. Wer selber mahlte, beging eine Straftat.
Nicht zuletzt wollten die Menschen schon damals im Wirtshaus auch einen Braten auf den Tisch – eine kostspielige Sache, denn beileibe nicht jeder konnte es sich leisten, Fleisch zu kaufen. Hier diente der Metzger als Zulieferer des Wirtshauses.
Nicht zuletzt benötigte jedes Wirtshaus einen Wirt, der sich um alles kümmerte und oftmals auch Zimmer vermietete.

Im Namen der Religion

Zu einer wirklichen mittelalterlichen Siedlung gehörte auf jeden Fall immer eine Kirche oder Kapelle. In dieser arbeitete in jedem Fall ein Priester oder Pfarrer, je nach Konfession. Dem Priester war oftmals eine Haushälterin zur Seite gestellt, der Pfarrer hatte eine Familie, die unter Umständen beim Gottesdienst oder der Seelsorge assistieren konnte.
Ein gutgeführtes Kloster in der Nähe oder innerhalb einer Siedlung war in der Regel eine Stadt innerhalb der Stadt – denn dort mussten die Mönche neben vielfältigen spirituellen Aufgaben auch selbst sämtliche Handwerkskünste beherrschen und sich weitestgehend selbst mit Nahrung versorgen.

Gesundheit

Entgegen der weitverbreiten Annahme, es hätte im Mittelalter kein oder kein nennenswertes Gesundheitswesen gegeben, gab es durchaus Heilkundige in einer Siedlung.
Jede größere Stadt beherbergte eine Apotheke samt Apotheker, der in der Regel auch als Arzt und Diagnostiker fungierte und nicht nur dafür zuständig war, Pillen und Pülverchen zu verkaufen. Er stellte die Arzneien in der Regel selbst her und konnte bei vielen Krankheiten mit Rat zur Seite stehen.
Aber auch Bader und Barbiere hatten oftmals die Funktion, die Gesundheit der Bevölkerung zu erhalten. Beide waren überwiegend in Badehäusern tätig – wo die Bevölkerung sich nicht nur wusch, sondern wo die Männer sich auch rasieren ließen. Und wo zahlreiche Schwitzkuren und andere Behandlungen zu Gesundheit und Wohlbefinden beitragen sollten.
Frauen durften sich aus sittlichen Gründen oftmals nur heilkundigen Frauen anvertrauen – in der Regel handelte es sich dabei um Hebammen. Diese begleiteten nicht nur die Schwangeren und halfen ihnen dabei, Kinder zu gebären – sie waren auch für alle anderen Fragen der Frauengesundheit zuständig.
Doktoren in unserem heutigen Sinn kamen dagegen erst viel später auf.

“Idrija”, von Franz Kurz zum Thurn und Goldenstein, um 1850 Quelle: Wikimedia.org Lizenz: Public Domain

Andere Berufe

Besonders die Klasse der Zöllner war vor allem in großen Städten vertreten – im Mittelalter wurde oftmals an jeder Brücke, die man überquerte, Brückenzoll fällig. Entsprechend hatten die Zöllner besonders an Markttagen oder hohen kirchlichen Festen hohe Einnahmen.
Da den Christen verboten war, Geld für Zinsen zu nehmen, waren die meisten im Finanzwesen tätigen Bewohner mittelalterlicher Städte Juden. Diese fungierten nicht nur als Bankiers, deren Dienste sogar der König in Anspruch nehmen konnte, sondern auch als Geldwechsler und Fernkaufleute.
Vereinzelt gab es schon im Frühmittelalter ein Schulwesen. Während anfangs die Kinder von Geistlichen unterrichtet wurden, erfolgte mit dem Aufschwung der Städte eine zunehmende Säkularisierung der Bildung – und demzufolge kamen auch „zivile“ Lehrer auf. Gab es in der Stadt darüber hinaus eine Universität, beherbergte sie auch die Professoren.

Unreine Berufe

Last but not least gab es in jeder Stadt als „unrein“ geltende Berufsgruppen – sie waren zwar für das Leben der Stadt oftmals notwendig, doch niemand wollte mit ihnen mehr zu tun haben als unbedingt nötig.
Dazu gehörte beispielsweise der Henker – er war nicht nur dafür zuständig, die Todesurteile zu vollstrecken, sondern war in kleineren Städten oftmals zusätzlich der Folterknecht. Obwohl Teil der städtischen Justiz, galt sein Beruf als unrein.
Auch der Totengräber war zwar ein notwendiger, aber nicht geachteter und eher gemiedener Beruf. Das lag daran, dass Totengräber als unrein galten – schließlich hatten sie in ihrem Beruf tagein-tagaus mit Toten zu tun.
Wenig geachtet waren auch Berufe, die mit Vergnügen in Zusammenhang gebracht wurden. So waren wandernde Gaukler und Schausteller oftmals nur auf Durchreise in den Städten, da sie nicht bleiben durften. Sie galten aufgrund ihrer unsteten Lebensweise als moralisch zersetzend und wurden oftmals beschuldigt, mit dem Teufel im Bund zu stehen. Obwohl sie den Stadtbewohnern viel Freude brachten, wurden sie von ihnen gemieden wie die Pest.
Ähnlich sah es mit Prostituierten aus. Ein mit fester Hand geführtes Bordell konnte großen Gewinn abwerfen und wurde vor allem von Adeligen oder reichen und unverheirateten Bürgern aufgesucht. Die Frauen hatten nur wenige Rechte und mussten oftmals die erste Zeit nur gegen magere Kost und Logis ihre Gewänder abarbeiten, ehe sie mit ihrem Gewerbe Geld verdienen konnten. Die Straßenprostitution war im Mittelalter kaum bekannt – denn das würde bedeuten, dass die Prostituierten selbstständig arbeiteten und keinem Bordell angehörten.

Ein Wort zum Schluss

Dieser Artikel gibt eine grobe Übersicht über die wichtigsten Berufe der mittelalterlichen Stadt und klärt darüber auf, wie im europäischen Mittelalter Siedlungen zustande kamen und wuchsen. Er beschreibt in Kurzform, wie es tatsächlich gewesen ist, abweichend von den oftmals romantisierten Darstellungen vieler Romane.
Wenn ihr an einer Fantasy-Welt mit Mittelaltersetting arbeitet, müsst ihr euch natürlich nicht sklavisch an den Artikel halten – er hilft jedoch, viele Fallstricke zu umgehen, die eure Welt nur zu schnell in eine von sehr vielen 0815­Mittelalterfantasywelten verwandeln könnte.

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Mini-Fallstudie: Die Pfadfinder und der Heilige Georg

Pfadfinder, im Englischen „Scouts“, kennen die Meisten als etwas typisch Amerikanisches aus dem Fernsehen, wo es sich meist um Kinder handelt, die entweder an allen Haustüren klingeln und Schokolade verkaufen oder im Wald zelten gehen und dabei Abenteurer aller Art erleben.

St. Georg Quelle: Wikimedia Lizenz: Public Domain

Dabei handelt es sich jedoch keineswegs um eine amerikanische Erfindung, sondern um eine Britische – und diese hatte keineswegs nur den friedlichen Hintergedanken, Kindern die Natur näherzubingen.
Der Erfinder war Robert Baden-Powell, der nach seinen Kriegserfahrungen mit jugendlichen Kundschaftern ein Buch namens „Scouting for Boys“ herausbrachte. 1907 führte er mit 21 Jungen das erste Probescouting auf britischem Boden durch. Dabei machte er St. Georg zum Patron der Pfadfinder, mit der Begründung, diese sollen ritterlich und ehrlich handeln. Denn die Gründung der Pfadfinder stand noch unter dem Zeichen des Mittelalter-Revivals im viktorianischen England, als die “Ehrenkodices” der mittelalterlichen Ritter – oder was man damals dafür hielt – populär wurden und als nachahmenswert erschienen. Es gab in diesem Zusammenhang zahlreiche Abbildungen von Pfadfindern, die einen Lindwurm erlegten.
Anfangs dienten diese Verbände tatsächlich ausschließlich pädagogischen Zwecken – die Jungen sollten lernen, sich zu gut handelnden, ehrlichen Bürgern ihres Landes zu entwickeln. Junge Pfadfinder waren angehalten, den Schwachen zu helfen – dazu gehörte auch, Frauen und Kindern über die Straße zu helfen, denn man nahm damals noch an, dass auch Frauen nicht selbst über die Straßen gehen könnten.
Zu Zeiten vor dem Ersten Weltkrieg wurden die Pfadfindergruppen jedoch auch genutzt, um sich bereits vorbereiteten Soldatennachwuchs heranzuziehen. Dies wird besonders in Plakaten aus der Zeit deutlich, in denen Pfadfinder aufgefordert wurden, sich zum Wehrdienst zu melden. Dies widerspricht allerdings der Philosophie von Baden-Powell, der ausdrücklich keine militärische Anwendung beabsichtigt hat.
Faszinierenderweise sind die heutigen Pfadfinder eine Organisation, die eine politisch und religiös unabhängige Erziehungsphilosophie verfolgt und gelten als typisch amerikanisch. Nur noch Wenige wissen, dass es sich ursprünglich um einen britischen Ansatz der Reformpädagogik handelte – und dass dieser eng mit der Neuentdeckung des Mittelalters zusammenhängt.

Ein Rekrutierposter der britischen Armee Quelle: Wikimedia Commons Lizenz: Public Domain

Weltenbauerisches Fazit:

Nicht immer erkennt man in etwas, das historisch schnell gewachsen ist, noch die Wurzeln, aus denen es einst entspross. So auch bei den Pfadfindern, die man niemals auf die Liebe der Briten zum Rittertum und die Liebe junger Menschen zu Erkundungsspielen zurückgeführt hätte.
Wenn man in seiner Welt jedoch eine solche Organisation mit versteckten Wurzeln einarbeiten will, dann muss man natürlich auch die Wurzeln genau ausarbeiten.
Wer also seine Welt um die Bereiche eines Zeitalter-Revivels bereichern möchte, muss auch dieses Zeitalter zumindest grob ausgebaut haben. Und das, obwohl die Geschichte gar nicht in dieser Zeit spielt.

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Weltengeflüster April 2013

Ob die Blogschreiber wohl vom Vorhandensein unseres Weltengeflüsters motiviert wurden, mehr Weltenposts zu schreiben? Wer weiß… Das Weltengeflüster April wird auf jeden Fall umfangreicher als das Weltengeflüster im März.

Auch diesen Monat ist die Zeitzeugin mit ihrem Artikel über die reichsten Fantasiegestalten wieder mit dabei. Es ist immer wieder faszinierend, worüber sich Statistiker Gedanken machen – und vor allem ist es schön, dass die Statistiker bei “Forbes” nicht nur Ölbarone und bierernste Ratings im Kopf haben, sondern auch für solche Spielereien Zeit haben.

Sofian schrieb einen langen und ausführlichen Artikel über das Einbetten von Klöstern und kirchlichen Institutionen in eine fiktive Welt. Wer gerade an einer Religion tüftelt und ausgerechnet die Klöster vergessen hat, findet hier gute Ausgangspunkte für eigene Ideen.
Außerdem schrieb er einen sehr wahren Artikel darüber, warum der Zusammenhang zwischen Fantasy und Realitätsflucht keinesfalls so aussieht, wie die Medien es gerne darstellen.

Das Lotr-Projekt, über das wir bereits hier berichtet haben, hat neue Tabellen veröffentlicht. Dieses Mal geht es um den Zusammenhang zwischen Stabgröße, Alter und erstem Auftritt von drei mächtigen Charaktären ;-) .

Last but not least etwas für unsere Sci-Fi-affinen Leser: Ein niederländisches Unternehmen plant die erste Marskolonie für 2023 – also bereits für das nächste Jahrzehnt. Allerdings handelt es sich dabei um eine Reise ohne Wiederkehr, gekoppelt mit einer Prise Big-Brother. Würdet ihr dennoch mitfahren?

Habt ihr im schönen Monat Mai irgendwas Aufregendes und Weltenbaurelevantes im Internet gelesen oder selbstverfasst? Dann meldet euch bei uns und seid im nächsten Weltengeflüster ;-) .

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Sonderblogpost: Gewinnspielauslosung zum Welttag des Buches

Guten Morgen!

Bis zum 30.04.2013 konntet ihr an unserem Gewinnspiel zum Welttag des Buches teilnehmen.

Insgesamt sind bei uns 8 Antworten auf die Frage eingegangen, warum das Buch von Doris Lessing gerade bei ihnen einziehen sollte. Alle Antworten waren klasse und so musste das Los entscheiden:

Die Lose wurden beschriftet...

Die Lose wurden beschriftet…

… und keine Quizteilnehmerin wurde dabei vergessen. Anschließend wurden die Zettelchen zu “Glückskeksen” gefaltet…

... und so in der Kristallschale ausgelegt, dass nachgezählt werden kann: Alle noch da!

… und so in der Kristallschale ausgelegt, dass nachgezählt werden kann: Alle noch da!

Hätten ein paar mehr teilgenommen, hätte ich damit bestimmt hübschere Ornamente legen können. Aber nächstes Jahr ist noch eine Chance ;-) .

Und so sieht es aus, wenn es gemixt ist.

Und so sieht es aus, wenn es gemixt ist.

Der Moment der Wahrheit naht… *Trommelwirbel*

Die Hand des Schicksals - oder eher von Evanesca Feuerblut - zieht das Gewinnerlos

Die Hand des Schicksals – oder eher von Evanesca Feuerblut – zieht das Gewinnerlos

Tja, wessen Los hat meine Hand da gezogen?

Ich halte das Los sorgfältig empor...

Ich halte das Los sorgfältig empor…

... entferne den Klebestreifen, der das Los zusammenhält...

… entferne den Klebestreifen, der das Los zusammenhält…

... und das Los wird entfaltet...

… und das Los wird entfaltet…

... und entfaltet...

… und entfaltet…

Bestimmt wollt ihr jetzt wissen, wieso wir uns eigentlich entschlossen haben, am Welttag des Buches teilzunehmen. Also wir sahen die Ankündigung und dann….

Ich hör ja schon auf…

Gleich poste ich das letzte Foto.

Einen Moment noch.

*hust*

Der Server spinnt irgendwie…

Aaaaah, da ist es!

Die Gewinnerin iiiiiiiiiiiiiist…

Bianca von "booksandtealove.blogspot.com"

Bianca von “booksandtealove.blog.com”

Liebe Bianca! Herzlichen Glückwunsch!

Sobald ich deine Adresse habe, geht das Buch an dich raus. Das Weltenschmiede-Team wünscht dir viel Freude damit und ganz viel Spaß beim Lesen!

Es grüßen herzlich

fruestuecksflocke und Evanesca Feuerblut

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Weltenbauartikel: Die wissenschaftlichen Grenzen der Welt Teil 2

Hier der Link zu Teil 1

Folgen für Klima und Lebensräume

Aus diesen sechs wichtigen Faktoren folgt : Jeder erdähnliche Planet wird zwar verschiedene Tier- und Pflanzenarten beherbergen, aber eins wird auf jeden Fall immer gleich sein: Die Abfolge der Vegetationszonen. Denn die sind unabhängig vom jeweiligen Planeten unter ähnlichen Bedingungen selbstverständlich annähernd ähnlich.
Es ist klimatisch bedingt nun einmal unmöglich, dass sich z.B. ein Laubwald direkt neben einer Sandwüste befindet. Egal wie fremdartig der Planet sein mag – Nadelbäume werden immer in kargeren Gegenden vorkommen als Laubbäume, da diese genügsamer sind. Um den Äquator herum wird es auf die eine oder andere Weise tropische Regenwälder geben. Auf den Bergen werden kleine und krumme Abarten diverser Bäume wachsen und in Klimaräumen, die dem Mittelmeer ähneln, werden Succulenten und olivenartige Bäume wachsen können. Denn ähnliche Umweltbedingungen schaffen ähnliche Lebewesen, egal ob die nun genetisch verwand sind oder nicht. Wenn zusätzlich Menschen oder Menschenähnliche bei der Evolution entstehen sollen, dürfen die Lebewesen sich nicht zu weit von irdischen Lebewesen entfernen.
Selbstverständlich darf das Mikroklima in einzelnen Lebensräumen sich auf die Lebewesen auswirken – so wird es auf einem Felsen innerhalb einer sonst flachen Landschaft beispielsweise angepasste Moose geben.
Das sind Universalgesetze für jegliches Leben auf dem Land – egal wie fremd die Welt sein mag, die Gesetze für die Entstehung von Leben setzen dem Weltenbastler Grenzen.
Es mag Planeten geben, die vollständig unter Wasser sind und eine Wasserzivilisation hervorgebracht haben – dort werden trotzdem mehr oder weniger die gleichen Regeln von den Lichtverhältnissen oder dem Wasserdruck herrschen, wie auf der Erde, sonst gäbe es kein Leben.
Es mag Wüstenplaneten geben – doch auch die beugen sich den allgemeinen Regeln und man wird keinen Laub- oder Mischwald direkt neben einer Sandwüste vorfinden.

Addendum

Natürlich können fiktive Welten auch völlig vom wissenschaftlich Möglichem abweichen – wenn dies beispielsweise in parodistischer Absicht geschieht oder weltintern logisch – und widerum wissenschaftlich – erklärt werden kann. In der Regel kann man sich jedoch an den Richtlinien oben orientieren. Ist der Weltenbauer jedoch schlicht zu faul, um sich zu informieren, werden die Leser dies spüren und ausbleiben.

Gerade die Tatsache, dass man sich nur, weil man es erfindet, nicht alles erlauben kann, macht Weltenbasteln erst spannend und zu einer Herausforderung.

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Weltenbauartikel: Die wissenschaftlichen Grenzen der Welt Teil 1

Viele Schreiber meinen: Ich erfinde eine eigene Welt. Da ist an Vegetation und an Übergängen alles möglich. Und jede Form von Klima und Klimazonen und Vegetationszonen. Aber nein. Es ist sehr eng daran gekoppelt, wie es überhaupt dazu kommt, dass es Leben gibt. Die Formeln und Regeln, die Wissenschaftler dafür gefunden haben, unter welchen Bedingungen es außerirdisches – menschenähnliches – Leben auf anderen Planeten geben kann, können dabei helfen, plausible und von Menschen bewohnbare Welten zu schaffen.
Mit der Problematik der Lebensentstehung ist auch die Problematik des Lebensraums und der Übergänge zwischen Lebensräumen verbunden, weshalb innerhalb dieses Artikels auf beide Themen eingegangen werden muss.

Der Stand der Wissenschaft

Handelt es sich um einen Planeten, auf dem Menschen leben können, kann man davon ausgehen, dass der Planet mitsamt seinem Sonnensystem mehr oder weniger diese Bedingungen erfüllt:

1. Die richtige Position innerhalb der Galaxie:

Ein Planet, auf dem Leben möglich ist, wird nicht direkt in der Mitte z.B. einer Spiralgalaxie liegen, denn dort ist es zu heiß, da sich die Gaswolken dort konzentrieren. Kein Leben ist möglich.
Er wird sich aber auch nicht zu weit außen befinden, denn an den Rändern einer Galaxie gibt es zu wenige schwere Elemente, um einen Eisenkern zu schaffen.
Schwere Elemente aber sind die Grundvoraussetzung für Plattentektonik auf einem Planeten und Vulkanismus ist einer der Wegbereiter dafür, dass irgendwann organisches Leben auf einem Planeten zustande kommt. Metallische Kerne allgemein sind mitverantwortlich für den Magnetismus eines Planeten.
Die Wahrscheinlichkeit, in einer Kugel- oder Streigalaxie Leben vorzufinden, ist nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft dagegen gering, sodass der selbsterdachte Planet mit großer Wahrscheinlichkeit in einer Spiralgalaxie wie unserer Milchstraße liegen muss.

2. Die richtige Größe des Planeten und seine Entfernung zur Sonne

Der Planet muss weit genug von der Sonne entfernt sein, damit auf ihm keine Temperaturen wie auf dem Merkur oder der Venus herrschen – und nah dran genug, dass es nicht so eisig ist wie auf dem Pluto. Also die perfekte Menge an Sonnenlicht. Die Oberflächenwärme muss ausreichen, um lebenswichtige Prozesse anzukurbeln und zu kalt sein, um jedes Wasser auf dem Planeten verdampfen zu lassen. Allerdings können auch Gezeitenkräfte einen Planeten erwärmen, sodass die notwendige Entfernung von der Sonne größer wird. Dies ist beispielsweise bei den Jupitermonden der Fall, da die hohe Anziehungskraft des Jupiters weitaus größeren Einfluss auf die Gewässer nehmen kann als der vergleichsweise kleine Mond. Wer seine Welt auf dem Mond eines Gasriesen möchte, kann also eine größere Entfernung zur Sonne wählen, ohne darum unplausibel zu werden.
Außerdem muss der Planet groß genug, um dauerhaft eine Atmosphäre an sich binden zu können. Ist der Planet zu klein, pustet der Sonnenwind die Atmosphäre ins Weltall und jedes Leben auf der Planetenoberfläche wird durch aggressive Faktoren wie kosmische Strahlung unmöglich gemacht. Dies ist beispielsweise der Grund dafür, dass der Mars nur noch eine schwache Kohlendioxidatmosphäre hat – ein Großteil der Marsatmosphäre wurde vom Sonnenwind abgetragen.
Außerdem kühlt der Planetenkern größerer Planeten langsamer bis kaum aus, sodass die Plattentektonik nicht zum Erliegen kommt und der Planet aktiv bleibt. Die Vorgänge unterhalb der Planetenkruste aber erzeugen ein Magnetfeld, welches den hochaggressiven Sonnenwind ablenken kann – ein weiterer Faktor, der Leben ermöglicht. Die Sonnenwinde selbst, die um den Planeten herumgelenkt werden, lenken widerum die ebenfalls tödliche kosmische Strahlung ab.
Nicht zuletzt hängt die Schwerkraft auf dem Planeten von seiner Größe und seinem Gewicht ab. Damit Menschen entstehen können, muss diese annähernd so groß sein, wie auf der Erde. Eine höhere Schwerkraft würde mutmaßlich gedrungenere und kleinwüchsigere Lebensformen hervorbringen, eine niedrigere Schwerkraft die Lebewesen wachsen lassen.

3. Die Atmosphäre selbst muss passen

Im Laufe der “Lebenszeit” eines Planeten durchläuft seine Atmosphäre vier mehr oder weniger stark voneinander abgegrenzte Phasen: Uratmosphäre, Erste Atmosphäre, Zweite Atmosphäre und Dritte Atmosphäre.
Die Uratmosphäre der meisten Planeten hat wenig mit der Atmosphäre zu tun, die später Leben ermöglicht. Bei der Uratmosphäre der Erde handelte es sich beispielsweise mutmaßlich um ein Gemisch aus Wasserstoff und Helium, dem Methan und Edelgase in geringen Konzentrationen beigemischt war. Diese ging verloren, da die Erdanziehung zur Entstehungszeit der Erde noch gering war und der junge Planet sich rasch erwärmte. Außerdem schlugen permanent Meteoriten ein und schmolzen die Erdkruste wiederholt auf. Der aufkommende Sonnenwind fegte die Reste der Atmosphäre endgültig in den Weltraum.
Als die Meteoriteneinschläge weniger zahlreich wurden, konnte die Erde abkühlen, sodass die Teilchen um die Erdoberfläche herum nicht mehr aufgrund der hohen Temperaturen in den Weltraum gelangten. Dadurch konnte sich eine erste wirkliche Atmosphäre bilden. Ein weiterer Faktor war der rege Vulkanismus, der zahlreiche Gase auswarf und somit die Entstehung einer Atmosphäre förderte. In dieser Zeit entstand auch die Schichtung zwischen Erdkruste, Erdmantel, äußerem und inneren Erdkern. Diese Vorgänge bewirkten, dass überwiegend Kohlenstoffdioxid, Stickstoff und Schwefeldioxid freigesetzt wurde. Aber auch Wasserdampf gelangte in die Erste Atmosphäre und machte immerhin 10 % davon aus. Gewässer existierten noch nicht.
Die Zweite Atmosphäre entstand, als die Ede so weit abkühlte, dass flüssige Niederschläge möglich wurden. Daraus resultierte ein vier Jahrzehntausende andauernder Dauerregen, der den jungen Planeten de facto unter Wasser setzte. Die damals noch nahezu ungebremste UV-Strahlung zerlegte viele Moleküle, sodass sich die Atmosphäre überwiegend aus Kohlendioxid und Stickstoff zusammensetzte. Erste Bakterien entstanden und bildeten zusätzlichen Stickstoff und Methan. Überwiegend bestand die Zweite Atmosphäre am Ende ihrer Entwicklung aus Stickstoff und einem geringen Anteil Kohlenstoffdioxid, der größte Teil dieses Gases war jedoch im Wasser gelöst.
Die heutige Erdatmosphäre ist weitestgehend mit der Dritten Atmosphäre identisch. Ihre Entstehung verdankt sie den Algen – innerhalb von Jahrmillionen reichterte sich der Sauerstoff im Urozean an, bis er zu entweichen begann und erstmalig in der Atmosphäre vorkam. Gleichzeitig sank der Anteil an Kohlenstoffdioxid, da Algen diesen in ihrem Stoffwechsel banden. So konnten vor anderthalb Millionen die ersten Lebewesen entstehen, die Sauerstoff verbrauchten. Die Sauerstoffkonzentration bedingte auch die Bildung von Ozon, welches die Erde von der UV-Strahlung abschirmen konnte. War diese in der Frühphase dringent notwendig, um lebensermöglichende Vorgänge erst anzutreiben, wäre sie für das frisch entstandene Leben besonders auf dem Lande ungefiltert zu schädlich.
Wer also einen Planeten schaffen will, auf dem ein ähnliches Leben herrschen soll wie auf der Erde, muss dies bei der Konzipierung der Welt und ihrer Geschichte beachten. Natürlich steht es jedem Weltenbastler frei, den Stoffwechsel seiner Geschöpfe eher auf Stickstoff- als auf Sauerstoffverwertung umzustellen oder andere Experimente zu vollführen – der Bastler muss aber bedenken, dass dabei unmöglich Menschen rauskommen können. Denn die brauchen nun mal Sauerstoff.

4. Ein Mond muss her!

Im Falle der Erde beeinflusst die Schwerkraft des Mondes und in weitaus geringerem Umfang die Sonne die Gezeiten. Die so entstehenden Flutberge zeigen auf einer Seite in Richtung des Himmelskörpers und auf der gegenüberliegenden Seite eines Planeten von ihm weg. Da ein Planet in der Regel jedoch um sich selbst rotiert, während er um eine Sonne rotiert und widerum von einem Mond umlaufen wird, wirken diese Kräfte nicht permanent auf der gleichen Stelle, sondern laufen quasi mit. Dies ist neben Wind einer der Beweggründe für Meeresströmungen, die für eine Durchmischung der Ozeane sorgen. Wären Ozeane statisch, könnte in ihnen kein Leben entstehen.
Außerdem werden durch die Gezeitenkräfte auch Vorgänge im Planetenmantel angekurbelt, wodurch der Magnetismus gefördert wird. Warum der so wichtig ist, steht bereits oben.
Da die meisten erdähnlichen Planeten außerdem an den Polen einen kleinere Radius besitzen als um den Äquator herum, benötigen sie einen stabilsierenden Faktor, damit sich die Planetenachse nicht beständig um sich selbst dreht und damit das Klima so oft wechseln würde, dass Leben unmöglich wäre oder dessen Entstehung zumindest deutlich erschwärt wäre. Menschen würden unter diesen Bedingungen nicht leben können.
Die auf die Erde einwirkenden Kräfte versuchen, diese Achse aufzurichten – dadurch bleibt sie im notwendigen Rahmen stabil.

5. Ein jupitergroßer Gasplanet muss her

Die Schwerkraft jupitergroßer Planeten ermöglicht die Entstehung kleinerer Gesteinsplaneten wie der Erde überhaupt erst.
Außerdem schützt sie diese, indem sie Asteroiden und kosmische Kleinkörper einfängt oder in einen kosmischen Gürtel in den Außenzonen der Galaxie verbannt, denn sonst würde die Erde etwa alle 100.000 Jahre von einem größeren Asteroiden getroffen und Leben wäre unmöglich.
Welche weiteren Auswirkungen der Jupiter hat, ist derzeit unbekannt.

6. Die Planetenachse muss schief sein

Warum? Sonst gäbe es keine Jahreszeiten, da das Sonnenlicht bei einer geraden Planetenachse immer dieselben Stellen stark oder schwach beleuchten würde. Die ganze Welt wäre sozusagen in Polartag und Polarnacht eingeteilt. Das würde es aber erschweren, dauerhaftes, intelligentes Leben zu fördern. Nur sehr zähe und größtenteils primitive Organismen wie Einzeller könnten unter solchen Umständen langfristig überleben.

Am Mittwoch folgt Teil 2 und das weltenbauerische Fazit aus diesen Erkenntnissen.

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Blogger schenken Lesefreude – Die Weltenschmiede verlost ein Buch!

Logo von "Blogger schenken Lesefreuden"Heute ist der Welttag des Buches und des Urheberrechts  – der Hintergrundgedanke bei der Einführung war nicht nur, das geschriebene Wort und die Lesekultur zu zelebrieren, sondern auch die Rechte der Autoren zu schützen. Denn Autoren machen Lesefreude durch ihre oftmals jahrelange Arbeit erst möglich.

Warum ausgerechnet der 23.04.? Es lässt sich auf den Tag des Heiligen Georg, wie er in Katalanien zelebriert wurde, zurückführen. Dort schenkt man sich an diesem Tag Rosen – und Bücher.

Während in Deutschland letztes Jahr Freiexemplare von Büchern verschenkt wurden, rief dieses Jahr eine Gruppe Blogger  auf Facebook diese Aktion aus – und machte somit ein riesiges Event daraus, bei dem über tausend Bücher verlost werden!

Auch wir verlosen ein Buch!

Da wir beide nicht nur begeisterte Weltenbastler und Schreiber, sondern auch engagierte Leser sind, konnten wir die Gelegenheit natürlich nicht auslassen, unsere Lesefreuden mit jemand anders  zu teilen.

Die Wahl viel dabei auf ein Buch, das Weltenbastler wie Nicht-Bastler, Liebhaber von fantastischen Welten ebenso wie Liebhaber realistischer Literatur berühren wird:

“Die Geschichte von Generall Dann und Maras Tochter, von Griot und dem Schneehund” von Doris Lessing.

CoverbildInhaltsangabe:

In einer fernen, bedrohlichen Zukunft: Der nördliche Kontinent Yerrup mit seiner einst hoch entwickelten Zivilisation liegt unter Schlamm und Eis begraben, während der südliche Erdteil Ifrik von Dürre und Kriegen heimgesucht wird. In dieser traurigen Welt begibt sich Dann, als Bürgerkriegsgeneral eine legendäre Gestalt, auf eine abenteuerliche Suche. Allein reist er nach Norden und muss mit ansehen, wie die Gletscher schmelzen und das Land langsam versinkt. Wird es ihm gelingen, die Kultur und das Wissen seiner Vorfahren zu retten?

Obwohl es sich damit strenggenommen um die Fortsetzung des Romans “Dann und Mara” handelt, ist das Buch auch dann völlig verständlich, wenn man den Vorgänger nicht kennt, wie es auch bei mir der Fall war.

Es ist ein Buch, das man im Laufe der Jahre immer wieder in die Hand nimmt und das einen dennoch jedes Mal aufs Neue sowohl verzaubert als auch verstört.

Eckdaten:

Format: Taschenbuch

Seitenzahlen: 288

Maße: 18,6 x 11,8 x 2,2 cm

Verlag: btb TB

Wie könnt ihr es gewinnen?

Wir verlosen ein brandneues, als Geschenk eingepacktes und über Amazon verschicktes Exemplar des Buches!

Gebt bis zum 30. April 2013 euren Namen, euere E-Mailadresse und warum ihr dieses Buch gewinnen wollt.

Teilnehmen dürfen alle, deren Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz liegt.

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Und nun… viel Glück!

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Weltenbauartikel: Was ist eigentlich böse?

Ihr habt einen wunderbaren Protagonisten geschaffen, mit kleinen Fehlern und liebenswerten Macken und ihn in eine Welt gesetzt, in der alles wunderbar funktioniert – Wahrsager bevölkern die Jahrmärkte, die Krieger schwingen zeitaltergerechte Waffen und auch das politische System ist genauestens auf die Welt abgestimmt.
Nur… Was soll der Protagonist in der perfekten Welt?
Irgendwas fehlt – vielleicht… Ein würdiger Gegner?

Wie erschaffe ich einen Super-Schurken für meine Welt?

Zuerst einmal muss man sich immerzu bewusst sein, wie viele Schurken, Gegner und Bösewichte Literatur und Popkultur in all den Jahrtausenden hervorgebracht haben. Wann immer also der geneigte Weltenbauer und Autor einen Gegner für seinen Protagonisten konzipiert, wird dieser Gegner unweigerlich auf die eine oder andere Weise in der literarischen Tradition von Jahrtausenden stehen.
Besonders in den letzten Jahren haben unter anderem Comics, aber auch darauf aufbauende oder persiflierende Zeichentrickserien ein regelrechtes Klischeebild dessen geschaffen, was ein Gegner zu sein hat oder nicht zu sein hat. Wir sind diesem Einfluss nahezu permanent ausgesetzt, sodass es zunehmend schwer wird, beim Konzipieren eines Gegners nicht in eines dieser Klischees zu verfallen.
Hier eine (nicht immer ganz ernst gemeinte) Liste, wie ihr mit Klischees umgehen sollt:

Die 23 Dinge, die ein Antagonist lieber lassen sollte, wobei die Numerierung nach Zeitpunkt des Einfalls erfolgt und keine Wertung darstellt:

  1. 1Keine langen Reden halten
  2. Keine sinnlos komplizierten und/oder langsamen Tötungsmaschinerien verwenden
  3. Keine Gefangenen!
  4. Keine Aufgaben an unfähige/illoyale Untergebene delegieren – selbst ist der Böse!
  5. Spiel befreundete Gegner nicht gegeneinander aus – die Freundschaft ist immer stärker!
  6. Nähere dich nie einem vermeintlich toten Feind – wozu gibt es Fernkampfwaffen?
  7. Steige nie der Freundin/dem Freund des Helden/der Heldin nach – er/sie verrät dich bei der erstbesten Gelegenheit.
  8. Verwende keine Körpertauschmaschinen oder Zaubersprüche – die stiften nur Verwirrung.
  9. Wenn du alte Männer gefangen nimmst – nimm ihnen die Krücken ab!
  10. Bestell keine Pizza o.ä. in dein Geheimversteck!
  11. Tarne deinen Überwachungswagen nicht als Blumenlieferant – das durchschaut jeder!
  12. Lass deinen Killer nicht schwarz tragen – das fällt auf!
  13. Vermeide es, fies zu deinen Untergebenen zu sein – dann verraten sie dich auch nicht!
  14. Geh keine emotionalen Bindungen ein.
  15. Bau keinen Selbstzerstörungsknopf ein.
  16. Unterschätze nie einen Feind aufgrund seines Alters.
  17. Versuche nicht, den Helden auf deine Seite zu ziehen.
  18. Geh keinen Pakt mit dem Teufel oder ähnlichen Mächten ein.
  19. Zerstöre nicht die Welt, auf der du selbst lebst.
  20. Die fiese Lache ist abgedroschen – außerdem verrätst du dich dadurch zu früh! Also spar sie dir!
  21. Gewähr Verurteilten keinen letzten Wunsch, das könnte üble Folgen für dich haben.
  22. Lege dir keinen markanten, englischen Spitznamen an, der mit deinem Aussehen zusammenhängt.
  23. Weiteres Klischeenamen-No-Go: Dr. plus irgendwas. Die gibt es so oft, dass das schon parodiert wird. Also besser die Finger davon lassen!

Über einen ausbalancierten, weitestgehend klischeebefreiten Antagonisten schrieb ich bereits hier , aber wenn nun sämtliche Buchbösewichte Voldemort gleichkommen würden, wäre erneut ein Klischee geschaffen worden – so kann der tatsächliche Antagonist nur als Inspiration dienen.
Neben Buchantagonisten gibt es auch – leider – zahlreiche reale Diktatoren und Verbrecher, die als Inspiration für Antagonisten dienen können. Um Viele von ihnen ranken sich Verschwörungstheorien – so heißt es immer wieder, Hitler hätte einem okkulten Zombiekult angehört oder Stalin hätte permanent Pfeife geraucht, um den Bösen Blick abzuwehren. Außerdem bilden reale Diktatoren, besonders gut erforschte aus der Neuzeit, Charakterschablonen, an denen man sich als Schreiber orientieren kann.

Wie erschaffe ich ein “böses Land” für meine Welt?

Natürlich ist der Begriff „böses Land“ im Grunde genommen nicht ernstzunehmen – das müsste ja im Grunde genommen bedeuten, dass dessen Einwohner zu 100% der welteigenen Definition von „böse“ entsprechen – und das ist im Allgemeinen recht schwierig. Außerdem gehen die Schwierigkeiten spätestens dann los, wenn nicht alle mit der Kategorie „Böses Land“ einverstanden sind: Im Kalten Krieg war es beispielsweise so, dass die Welt regelrecht in zwei Blöcke geteilt war – für den sogenannten „Ostblock“ (der nicht nur die Sowjetunion, sozialistische Staaten in Osteuropa oder die DDR umfasste, sondern dem auch Kuba, Teile Vietnams, die Mongolische Volksrepublik und Teile Afrikas angehörten) waren die „Kapitalisten“, allen voran die USA, der Quell allen Bösen. Für die USA und andere NATO-Staaten sah die Realität jedoch genau umgekehrt aus.
Man muss auch sehr vorsichtig damit sein, ein unter der Diktatur stehendes Land oder dessen Einwohner pauschal als „böse“ abzustempeln – es gibt immer Regimegegner und couragierte Menschen, die sich auflehnen.
Anders sieht es teilweise in der Literatur aus – in der Pentalogie „Die Chroniken von Prydain“ des walisischen Autors Lloyd Alexander ist beispielsweise Annuvin, die Heimat des dunklen Herrschers Arawn, ein durch und durch dunkler Ort. Dies spiegelt sich nicht zuletzt darin wider, dass die untoten Krieger von Arawn stärker werden, wenn sie in der Nähe von Annuvin sind – aber zunehmend schwächer werden, wenn sie sich davon entfernen.
Allgemein betrachtet, hängt es von zahlreichen Faktoren ab, ob ein Land als „böse“ einzustufen ist. Außerhalb von Beispielen wie in den „Chroniken von Prydain“ ist dies oft abhängig von der Meinung der jeweiligen Politiker.

Die philosophische Dimension der Debatte

Die Schwierigkeiten fangen bereits damit an, gut und böse einwandfrei zu definieren. Was in unserer Zeit und unserer Kultur als böse gilt, galt früher als völlig normal:

  • Die Römer empfanden es nicht als böse und verachtenswert, Verurteilte oder verfolgte Kleingruppen in Tierhetzen unter den Augen von Tausenden brutal ermorden zu lassen
  • Die Azteken haben ihre Taten nicht als böse empfunden, als sie Menschen opferten und sie dann die Pyramiden runterwarfen
  • Im alten Ägypten empfand es anfangs niemand als falsch, einen toten Herrscher mit seiner lebenden Frau und lebenden Dienern einzumauern – erst später wurden Menschenopfer durch Tonfiguren ersetzt
  • Die Menschen, die wehrlose Frauen als „Hexen“ verbrennen ließen, waren sich sicher, das moralisch Richtige zu tun

Und seit es Menschen gibt, wurde immer wieder versucht, eine Definition des Guten zu finden. Aristoteles meinte, dass alle Taten der Menschen letztendlich als allererste Ursache das Gute hatten und die Utilitaristen prägten den Spruch „Gut ist, was nützt“. Genau dazwischen lagen die alten Römer mit dem Spruch „Prodesse et delectare“ – etwas solle immer sowohl nützen als auch erfreuen. Trotz jahrtausendelanger Bemühungen hat die Philosophie noch keine Antwort gefunden.

Doch auch in der heutigen Zeit gibt es Wertesysteme, die sich teilweise von der europäischen oder westlichen Auffassung von gut und böse gravierend unterscheiden und darum befremdlich auf uns wirken – oder auch feindselig, denn die Menschen haben Angst vor dem, was sie nicht verstehen und versuchen oftmals automatisch, es zu bekämpfen.

Ein Weltenbastler, der mit dem Konzept von gut und böse agiert, ist somit zugleich auch ein Philosoph und Psychologe, der vorsichtig abwägen muss. Was ist in der von ihm geschaffenen Kultur böse? Was gut? Was kann ein Antagonist sich erlauben, ehe er zum Gejagten wird und wie weit kann der Rahmen des moralisch Vertretbaren in der eigenen Welt gedehnt werden?
Das alles sind Fragen, die einer Welt zusätzliche Tiefe verleihen, wenn sie gründlich beantwortet werden.

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Bastelbogen: Gebirge

Besser spät als nie, oder? Grad so um ein paar haarscharfe Kurven halten wir diese Woche unser Posting zum Mittwoch noch ein, haben dafür aber einen niegelnagelneuen Bastelbogen im Gepäck: Den Bastelbogen zu Gebirgen (der, wie üblich, als Word und OpenOffice-Version in der Materialienecke zum Download bereit steht).

Einige Highlights sind die Fragen nach Höhe der Gipfel, Gesteinsart, endemischer Tier- und Pflanzenwelt, Benennungen in anderen Sprachen, Pässe und und und.

Schaut mal rein!

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Fallstudie: Schurken II – “Wir wollen über die Erde regieren…

…und unseren eigenen Staat kreieren.“ Zugegeben nicht der aussagekräftigste Titel für eine Fallstudie, aber wahre Fans (oder Freaks?) wissen bereits, um wen es heute gehen wird: Um Team Rocket, die berühmt-berüchtigten und erstaunlich langlebigen Antagonisten des Pokemon-Universums.
Entgegen unseres Konzepts für Schurken-Fallstudien, die eigentlich nur einen prominenten Super-Bösewicht (zuletzt Lord Voldemort) in den Fokus stellen, haben wir es hier mit drei prominenten Anhängern eines großen Verbrechersyndikats zu tun: Mit Jessie, James und Mauzi.

Der Weg zum Bösen

So böse und niederträchtig ihre übliche Kampfansage klingt – und so mancher Superschurke wäre wohl darauf neidisch – so überhaupt nicht böse und niederträchtig ist das Rocket-Trio eigentlich von Haus aus. Blickt man hinter ihre Fassaden, so findet man zweifehlafte Schicksale, Leid, Unglück, Elend – und den einzigen Ausweg, der da hieß: Team Rocket.

So wuchs Jessie in einer armen Pflegefamilie auf und ihre Mutter konzentrierte sich damals schon auf Team Rocket als möglichen Ausweg aus dem Elend. Dennoch versuchte Jessie den Weg des Guten zu beschreiten: Sie wollte Krankenschwester werden, bewarb sich an einer Schule, wurde aber abgelehnt. Also versuchte sie es als Pokemon-Krankenschwester, wurde auch an der Schule angenommen, aber von Anfang an ausgegrenzt. Schließlich flog Jessie von der Schule, versuchte an der Privatschule Pokemon Tech einen Neuanfang (dort traf sie dann auch ihren späteren Partner James), aber flog auch von dieser Schule. Entmutigt und verzweifelt war die nächste Station ihres Weges eine Bikergang – und darauf folgte bereits Team Rocket.

James hingegen schien das Glück bereits in die Wiege gelegt: Er wuchs gut behütet in einer reichen Familie auf, genoss Privatunterricht und sehr besorgte Eltern, die sogar so weit gingen, eine Ehe für ihn zu arrangieren. James, der nie auf eigenen Beinen stand und dessen Selbstvertrauen nie das Beste war, wagte es, diese abzulehnen – und er lief von zu Hause weg. Später traf er auf Jessie, schloss sich ihr an und fand in der Gemeinschaft von Team Rocket ein neues Heim.

Mauzi, das sprechende Pokemon, war ursprünglich nicht mehr als eine gemeine „Straßenkatze“ in einer Streunerbande – bis er sich in ein weibliches Mauzi verliebte. Um es zu beeindrucken, lernte er das Gehen auf zwei Beinen und sogar das Sprechen. Dabei verbrauchte er so viel Kraft, dass er sich als Pokemon nie weiterentwickeln und nie weitere mächtige Attacken erlernen würde. Anstrengung und Opfer wurden aber nicht belohnt: Seine Angebetete stieß ihn von sich und sah ihn als „Freak“ an, und auch seine alte Gang wollte nichts mehr von Mauzi wissen.

Ziele und Absichten

Drei gebrochene Schicksale, die alles zu ihrem Glück versuchten, aber scheiterten. „Mehr und mehr Macht“ will das Team Rocket, wie es in der legendären Kampfansage heißt, doch ist vor dem Hintergrund der Einzelschicksale wohl in Frage zu stellen, was das Trio wirklich antreibt. So ist es wohl kein purer Machtergreifungswille oder böses Gedankengut, sondern der Wunsch nach Anerkennung, nach einem Stück Glück und einer Position in der Welt, auf der man sich nicht mehr herumschubsen und schikanieren lassen muss.

Kräfte und Fähigkeiten

Wie alle anderen in der Pokemon-Welt auch, sind auch die Rocket-Mitglieder Pokemontrainer (wenngleich sie die meisten Kämpfe verlieren).
Abgesehen davon zeigt das Trio eine außerordentliche technische Begabung: Statt frontal anzugreifen, bevorzugen sie den Hinterhalt. So gehören allerlei Fallen, Auslöser und Täuschungsmanöver zu ihrem Repertoire, die allerdings oft sehr aufwändig und feinsinnig konstruiert sind.
Kommt es dennoch Hart auf Hart, ist das Rocket-Trio nie um einen Plan B verlegen: Mächtige Kampfroboter, schnelle Fahrzeuge zur Flucht und ausgefeilte Apparturen, um die Attacken gegnerischer Pokemon abzuwehren, warten nur darauf, eingesetzt zu werden.

Das Team Rocket

Der heimliche Anführer von Team Rocket ist der Italiener Giovanni. Ein italienischer „Pate“ ist aber nur eines von unzähligen Mafia-Klischees: In den Pokemon-Spielen macht Team Rocket Geld mit Casinos, Pokemonhandel, Artefakt- und Reliquienschmuggel, Terror und sogar der Übernahme von Firmen, Radiosendern und ganzen Städten. Alles, was irgendwelchen Profit abwirft, wird gemacht. Versagen ist keine Option, wie auch unser Trio oft zu spüren bekommt.

Team Rocket ist eine große, langlebige Organisation. So wird in den ersten Pokemon-Spielen das Team offiziell aufgelöst, aber bereits drei Jahre später haben sich die Reste des Teams zusammengerottet, machen grausame Experimente mit Pokemon und greifen sogar offen eine ganze Stadt an. Erneut werden sie gestoppt, aber ob dies das Ende des Teams ist, ist mehr als fraglich, denn wirklich bereit aufzugeben zeigt sich keiner.

Mitglieder des Team Rockets sind – abgesehen von den Führungsmitgliedern – an ihren einheitlichen schwarzen Uniformen zu erkennen, auf denen ein brustgroßes rotes R prangt.

Weltenbauerisches Fazit

Pokemon verfügt inzwischen über ein recht altes Geschichtsuniversum: Mehrere Videospiele, Mangas, Filme, eine langlebige Anime-Serie haben einen schier unüberschaubaren Kanon ergeben, in dem es das Team Rocket als einzige Konstante neben den Protagonisten bis heute zu überleben schaffte.
Dies liegt daran, dass hinter der harten Fassade, der ernsten Kampfansage und den brutalen Absichten eine Vielzahl an Fakten, Facetten und Schicksalen steckt, die sie interessant machen. Sei es das ständige Versagen und der daraus resultierende Knick des Selbstbewusstseins, die Rivalität des Trios mit anderen Teammitgliedern oder die schiere Freude, wenn einmal ein Plan wenigstens zum Teil gelingt: Team Rocket ist in seiner Konzeption alles andere als ein „Schuss in den Ofen“.

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