Weltengeflüster Januar 2016

Weltenschmiede Artikelheader Weltengeflüster

Auch im Jahr 2016 sammeln wir weiterhin kuriose, interessante und informative Artikel rund um Weltenbau, Fandom und faszinierende Universen. Von nun an sogar mit einem kleinen Artikelheader. Gefällt er euch?

Auf Tor.com setzt die Bloggerin Mari Ness ihren Disney-Readwatch fort. Dieses Mal begibt sie sich in die Ursprünge und Veränderungen an “Die Schöne und das Biest“, denn der Weg von der ursprünglichen Geschichte zur Disney-Version ist hier lang, steinig und faszinierend zu lesen.
Ein weiteres literarisches Vorbild, das Mari Ness den Lesern vorstellt, ist “Aladdin” – dessen Hintergrundgeschichte überraschender ist, als man vermuten würde.
Ebenfalls auf Tor.com – Star Wars Episode VIII kommt nicht wie ursprünglich geplant im Mai 2017 in die Kinos, sondern erst im Dezember jenen Jahres. Wer also wissen will, wie es mit Finn, Rey und den anderen weitergeht, muss sich noch etwas länger gedulden.

In ihrer Rubrik “Female Friday” schreibt Frau Margarete über Joanne K. Rowling und die fiktiven Frauen aus den Potterbüchern, die sie erschaffen hat. Eine sehr lesenswerte Betrachtung über die Autorin und ihr Werk, das eine der vielen Facetten der Bücher aufzeigt.

Streng genommen kein Artikel, sondern ein eigens zu diesem Zweck eingerichteter Blog und streng genommen nicht von Januar 2016, sondern schon etwas älter, ist dieses Netzfundstück. Mike Klimo widmet seine Webseite einem einzigen, langen, argumentativen Essay zum Thema “Star Wars Episode I-VI und die Ringtheorie”. Auch wenn der Name danach klingt, hat der Essay weder etwas mit “Herr der Ringe” noch mit Richard Wagners “Ring der Nibelungen” zu tun. Viel mehr handelt es sich um einen achtteiligen Essay (plus Literaturverzeichnis) zu einer bestimmten narrativen Technik und ihre Anwendungen in den Star Wars-Filmen.
Es ist nicht gerade viel Text und bezieht natürlich “The Force Awakens” sowie die Cartoonserien nicht mit ein, aber die Lektüre lohnt sich durchaus und dürfte ein paar Theorien, wie es in Episode VIII weitergeht, definitiv befeuern.

Fantasy Faction brachte diesen Monat einen recht nützlichen, da praxisnahen Artikel über Fantasyklischees. Genauer gesagt über Klischees beim Schreiben von Kampfszenen. Mein Tipp: Wer tatsächlich die Art Fantasy – oder auch historische Romane – schreibt, in denen der Kampf mit Schwert, Rüstung und Lanze eine Rolle spielt, der sollte sich das ausdrucken und über den Schreibplatz hängen. Oder legen. Oder was auch immer eure Arbeitsplatzgestaltung erlaubt.

Wenn Fantasy politisch instrumentalisiert wird, können schon mal merkwürdige Dinge geschehen. SEHR merkwürdige Dinge. Der Blog der deutschen Tolkien Gesellschaft e.V. berichtet, was passiert, wenn so viele politisch Interessierte bei den Übersetzungsvorschlägen von Google Translate mit reinmischen, dass aus Russland plötzlich Mordor wird.
Auch ein anderer Artikel aus diesem Blog beschäftigt sich mit Sprache – genauer gesagt mit dem ältesten bekannten Vorkommen des Wortes “Elf“. Kleiner Tipp: Die Elfen befinden sich in diesem Manuskript in ungewöhnlicher Gesellschaft.

Bei Hiltibold findet sich Spannendes und Inspiratives über die römische Geschichte – konkreter über die Schutzfunktion von Statuen. Auch das spätestens seit Disneys Adaption von “Der Glöckner von Notre Dame” bekannte “Kirchenasyl” leitet sich von diesem römischen Brauch ab. Zwei interessante Geschichten – unterhaltsam und lehrreich.
Außerdem rezensiert er ein Buch, das sich der Frage einer antiken Entdeckung von Amerika widmet. Dabei reflektiert er die These selbst noch einmal kritisch.

DerStandard berichtete über ein Experiment, bei dem Kino interaktiv wird und Zuschauer die Handlung mitbestimmen dürfen. Ob sich das allerdings durchsetzt, ist die andere Frage, denn solche Spiel-Filme im wahrsten Sinne des Wortes sind aufwendiger zu gestalten und geraten oftmals recht lang. Aber wer weiß, vielleicht löst der “Spiel-Film-Hype” ja den “3D-Hype” ab?

IFLS widmet sich gelegentlich den wissenschaftlichen Aspekten fiktiver Geschichten. Dieses Mal bloggen sie über die Physik hinter dem Todesstern und der Starkiller Base. Genauer gesagt, über den Energieaufwand, der zum Planetenzerstören nötig ist.

The Rowling Library berichtet, dass zumindest zwei Verlage hinter einer Buchversion von “The Cursed Child” her sind. Für alle, die nicht nach London reisen können, um sich das zweiteilige Theaterstück selbst anzusehen, gibt es also Hoffnung in Buchform.

Last but not least veröffentlichte Pottermore auf ihrem Youtube-Account ein “Behind the scenes”-Video zu “Fantastic Beasts”. Viel Spaß beim Anschauen!

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Fallstudie: Werwölfe IV – Plinius der Ältere über Wölfe

Der Römer Plinius der Ältere ist nicht nur das prominenteste Opfer des Vesuvausbruchs im Jahre 79 n. Chr., bei dem Pompeji verschüttet wurde, sondern er tat sich auch als Fachschriftsteller hervor, wobei es Sammelschriftsteller viel besser treffen würde: In den 37 Bänden seiner Naturalis historia („Naturgeschichte“) gibt es kaum einen Themenbereich, dem er sich nicht widmet. Von Astronomie über Gartenbau, Medizin bis hin zu Flora und Fauna ist so gut wie alles dabei.
So berichtet uns Plinius im 8. Buch der Naturalis historia auch ausgiebigst über Wölfe, wobei er auch auf einige wunderliche Geschichten zu sprechen kommt …

Besondere Eigenschaften von Wölfen im damaligen Denken

Die Eigenschaften von Wölfen sind laut Plinius von ihrem Ursprungsort abhängig: So findet man etwa in den warmen, südlichen Gegenden wie Afrika oder Ägypten kleine, scheue Tiere, während die Wölfe in den kälteren und grimmigeren Gegenden des Nordens ebenso härter, wilder und grimmiger sind. Zur Paarung sind Wölfe weniger als zwölf Tage im Jahr bereit. Wenn sie hungrig sind, fressen sie auch Erde.

Nach Plinius glaubte man zur damaligen Zeit in Italien, dass bereits der Blick von Wölfen für den Menschen schädlich sei: Menschen, auf die der Blick eines Wolfes fällt, werden für den Augenblick ihrer Stimme beraubt.

Aber auch positivere Eigenschaften sind mit Wölfen verbunden: So glaubte das Volk damals, dass in einem Haar am Schweif des Wolfes ein Liebesmittel verborgen ist. Sobald der Wolf gefangen wird, wird dieses winzige Haar abgeworfen. Allerdings ist das Mittel nur wirksam, wenn er von einem noch lebenden Tier gewonnen wird. Wer in Liebesdingen Hilfe brauchte, musste sich also nur ohne Stimme einen lebendigen Wolf fangen …
Zudem wurde es als gutes Omen angesehen, wenn rechts von Reisenden ein Wolf mit vollem Maul einherging.

„Pelzwechsler“ in Griechenland

Zwar weist Plinius selbst diese Berichte von antiken Werwölfen eindeutig als einfältige Lügen aus, interessant sind seine Berichte von zwei antiken Werwölfen aber dennoch.

So soll etwa in Arkadien, einer Gegend in Griechenland, aus dem Geschlecht des Anthus per Los ein Mitglied der Familie ermittelt worden sein. Dieser wurde daraufhin zu einem See in dieser Region geführt. Dort hat er seine Kleider ausgezogen und an eine Eiche gehängt, ehe er in den See sprang und ihn durchschwamm. Wenn er am anderen Ufer dem Wasser entstieg, wurde er in einen Wolf verwandelt und verlebte als solcher neun Jahre in der Wildnis mit anderen Wölfen zusammen. Falls er sich in dieser Zeit von den Menschen fernhielt, konnte er nach neun Jahren zurückkehren und als Wolf den See erneut durchschwimmen. Am Ufer soll er seine frühere Gestalt als Mensch wieder erhalten, seine damals aufgehängten Kleider wieder angelegt und fortan erneut als Mensch gelebt haben. Plinius fügt aber hinzu, dass seine alte Gestalt um neun Jahre gealtert sei. Das Leben als Wolf hinterließ also seine Spuren.

Um einiges grausiger ist die Geschichte des Demaenetus aus Parrhasien: Als die Arkadier dem Jupiter Lycaeus ein Menschenopfer darbrachten, soll Demaenetus von den Eingeweiden eines geopferten Knaben gekostet und sich daraufhin in einen Wolf verwandelt haben. Zehn Jahre lebte er als Wolf, ehe er sich zurück in einen Menschen verwandelte, Athlet wurde und sich im Faustkampf übte. Als Faustkämpfer habe er dann bei den olympischen Spielen gesiegt.
Ob das an wölfischer Kampferfahrung lag?

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Weltengeflüster Dezember 2015

Frohes neues Jahr euch allen! Wir hoffen, ihr hattet genauso schöne Feiertage wie wir! Frisch ausgeruht melden wir uns im neuen Jahr zurück und präsentieren das Weltengeflüster für den letzten Monat des letzten Jahres!

Bei Fantasy-Faction beschäftigte man sich mit den Ursprüngen und dem Potential von Sídhe. Was das ist? Die gälische Variante von Elfen oder Feen. Jedenfalls ein sehr lesenswerter Artikel, wenn man mal über den Tellerrand hinaus in die keltische Mythologie schauen will!
Auch die Mythologie Britanniens kommt nicht zu kurz: In einem Artikel werden die Brownies behandelt, eine Art Haushaltsgott (oder Hauself?). Seht besser selbst!

Die Zeitzeugin bat diesen Monat in einem Youtube-Video einen breiten Überblick über die Repräsentation arabischer Charaktere in Videospielen. Zusätzlich zum Video gibt es auch ein Transkript des Textes, wobei wir das Video – allein schon wegen des Bildmaterials – sehr empfehlen. Der Beitrag ist gut recherchiert und fundiert und das Thema nicht nur interessant, sondern auch brandaktuell.

PhantaNews berichtet vom neuen Trailer zum Harry-Potter-Spin-Off Fantastic Beasts. Die Wartezeit auf den Trailer haben Fans übrigens dazu benutzt, Harry-Potter-Lebkuchenhäuser zu bauen. Weihnachten ist zwar bereits vorbei, aber vielleicht ist das ja eine Idee für nächstes Jahr? ;)
Es gibt aber auch ernsthaftes zum Thema Potter: Ein Artikel auf MuggleNet arbeitet Unterschiede und Parallelen zwischen Severus Snape und Darth Vader heraus und Hermine Granger ist nicht zwingend weiß.

Wer ein bisschen Wehmut verspürt und gerne noch länger Weihnachtsfeiertage hätte, kann sich vielleicht mit einem Artikel von Sofian trösten: Auf seinem Blog bietet er einen Überblick über die Bräuche des Weihnachtsfests von Antike bis Aufklärung.

Wer lieber bereits an den Frühling denkt (das Wetter gaukelt ihn uns ja bereits vor), der sucht vielleicht ein Frühjahrsprojekt für den Garten? Passend dazu hat Hiltibold im Dezember erklärt, wie die Römer geeignete Stellen für Trinkwasser und Brunnenbau suchten.

Die Welt hat eine Reportage über das Fürstentum Sealand veröffentlicht. Wusstet ihr, dass es da bereits Krieg und Putsch gab? Und das mitten in Europa? Nein? Wir auch nicht!

Beim Schreibmeer-Magazin gibt es einen Völkerbastelleitfaden für Autoren.

Übrigens auch erstaunlich, womit Kinder früher so spielen durften.

Last but not least hat Tor.com Indiana Jones zum Anlass genommen, sich den heiligen Gral genauer anzusehen.

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Weltengeflüster Oktober + November 2015

Zeit, wo gehst du hin … lange war es still hier, aber: Hurra, wir leben noch! ;) Ihr kennt das sicher: Manchmal überkommt einen die Lust und die Freude, an etwas neuem zu werkeln und man schafft sich ein nettes, kleines Nebenprojekt an. Aber irgendwann wird das Nebenprojekt größer und größer, nimmt immer mehr Platz ein, verschlingt immer mehr Zeit und plötzlich kommen langjährige Hauptprojekte unfreiwillig zu kurz. So ähnlich ging es uns hier auch. Irgendwo zwischen Romanen und Welten, NaNoWriMo und Studium, Sommerhitze, Herbstdepression und Winterschlaf ist die Weltenschmiede etwas schweigsam geworden.

Gerne würde ich versprechen, dass sich das bald ändert, aber noch lässt sich das nicht mit Sicherheit sagen. Wir möchten aber heute einmal das Weltengeflüster für Oktober und November nachholen!

Oktober 2015

Für ordentliche Furore gesorgt hat im Oktober die Nachricht, dass Stephenie Meyer Twilight neu erzählt: Aus Mann wird Frau und umgekehrt. In Zukunft kann man also einer Vampirin zusehen, die ein Menschenkerlchen verführt. Dass so ein “Genderbent” übrigens gar nicht so trivial ist, hab ich (i.e. fruehstuecksflocke) auf meinem Kurzgeschichtenblog Tintenfleck als Selbstversuch erprobt und bei Evanesca als Gastartikel über meine Erfahrungen gesprochen.

Disney hat im Oktober die Synchronsprecherin für das neueste Prinzessinnenprojekt “Moana” samt Artworks enthüllt.

Auch an der Star Wars Front gab es Neuigkeiten, nämlich einen Trailer und – wie die Zeitzeugin ausführlich berichtet – ziemlich viele vorurteilsbehaftete Menschen, die auf den neuen schwarzen Hauptdarsteller nicht gerade positiv reagierten.

Auch bei den ganz Großen der Fantasywelt hat sich was getan: Bei Harry Potter gab es ein neues Artwork zum Theaterstück “Cursed Child”. Bei Herr der Ringe wurde eine alte Mittelerde-Karte von Tolkien selbst gefunden.

Stets fleißig wie die Bienen sind die Leute bei Fantasy-Faction: Es erschienen Artikel zu Drogen in der Fantasy und über Genderstereotype in der Fantasy.

Tor.com liefert außerdem ein Geister-ABC – wer also im Hinblick auf Geister Wissenslücken hat, dürfte dort gut aufgehoben sein.

Und last but not least hätten wir dann noch einen Nachtrag zum September über historische Farben von der Urzeit bis zur Jetztzeit.

November 2015

Der November stand ganz im Lichte von NaNoWriMo und Zeitmangel, weshalb er leider eher kurz ausfällt.

Philip Pullmans “His Dark Materials” wird verfilmt, dieses Mal aber nicht als Kinofilm, sondern als BBC-Fernsehserie. Man darf gespannt sein. Artikel dazu bei Fantasy-Faction und Tor.com.

Stichwort Verfilmung: Bei Harry Potter ist ja nicht nur ein Theaterstück im Werden, sondern auch ein Film – und zu dem gibt es auch News, vor allem Bilder.

Im Geekgeflüster hat man sich Gedanken gemacht, warum “historische Korrektheit” in der Fantasy nur eine faule Ausrede ist, etwas nicht zu tun: Da, wo Drachen durch die Gegend fliegen, kann es keine Schmiedinnen geben, weil eine Frau in einem solchen Männerberuf und das auch noch in einem mittelalterlichen Setting? Das ist ja mal sowas von unrealistisch. Ein so erfrischender wie nötiger Artikel in meinen Augen!

Zu guter letzt noch ein Kuriosum: Dragon Balls kann man jetzt auch essen.

Da wir längst nicht alles in den letzten Monaten gesehen haben: Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, den ihr hier vermisst? Habt ihr Artikel gelesen oder geschrieben, die im zukünftigen Geflüster für Dezember sein sollten? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir immer Gastartikel!

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Weltengeflüster September 2015

Der September ist vorbei – Zeit für das Weltengeflüster!

Zunächst hat Evanesca da einen Beitrag über die Hufe von Fohlen aufgetrieben, besser gesagt: Über die Hufe von eben erst geborenen Fohlen. Die werden nämlich von Mutter Natur speziell verpackt, um zu vermeiden, dass der Uterus der Mutter beschädigt wird. Aber am besten, ihr lest es selbst. Für Weltenbauer, die ihre eigenen Kreaturen entwerfen, sicher nicht uninteressant.

Evanesca hat aber nicht nur so seltsamen Kram ins Weltengeflüster gepackt, sondern nebenbei auf ihrem eigenen Blog eine Artikel-Reihe über das Basteln fiktiver Sprachen gestartet. In Teil 1 plaudert sie aus dem Nähkästchen und geht auf Anfängerfehler ein, in Teil 2 gibt es wissenschaftliche Hintergründe für Sprachbastler, in Teil 3 gibt es praktische Tipps rund um Schriftsysteme und in Teil 4 schließlich gibt es noch einmal einen persönlichen Rückblick auf damals und heute.

Auf DeviantArt fanden wir außerdem eine Galerie mit realistischen Zeichnungen von Pokémon. Klingt nur halb so schräg, wie es aussieht.
Wo wir schon bei realistischen Pokémon sind: Nintendo arbeitet daran, die Pokémon-Jagd in die reale Welt zu holen.

Erinnert sich hier noch jemand an den Charme der alten Monkey-Island-Spiele? Hach, das waren noch Zeiten … Monkey-Island-Schöpfer Ron Gilbert bastelt nach wie vor an Spielen und hat jüngst in einem Blogpost eine detaillierte Aufstellung gepostet, wie sich das Budget eines Videospiels eigentlich zusammensetzt.

Wer sich schon einmal Sorgen gemacht hat, dass George R. R. Martin sein Lied von Eis und Feuer aus Gründen des fortgeschrittenen Alters nicht mehr fertig kriegen könnte: Damit seid ihr nicht allein. Sogar Martin selbst hat darüber nachgedacht und einen Cameo-Auftritt als Zombie-Autor bei Z Nation absolviert.

Hollywood schläft auch sonst nicht, sondern hat zudem den Trailer vom zweiten Teil von Panems “Mockingjay” veröffentlicht.

Studenten an der University of Leicester haben ein bisschen mit der Realitätstheorie herumgespielt und ausgerechnet, ob nach all dem Fliegen mit Lichtgeschwindigkeit die Zwillinge Leia und Luke überhaupt noch gleich alt sind.

Beim Schreibmeer gab es diesen Monat einen Leitfaden zum Basteln von Magiesystemen.

Falls hier jemand schon immer mal ins New York des frühen 20. Jahrhunderts wollte: Ab sofort braucht man dafür keine Zeitmaschine mehr, es gibt tatsächlich eine Art Streetview mit Bildern von damals.

Auch bei Fantasy Faction, dem Fantasyblog unseres Vertrauens, machte man sich diesen Monat viele Gedanken. So etwa über die Bedeutung von Essen in Fantasy und die Biologie und Anatomie von Insekten.

Last but not least: Was kostet es eigentlich, Batman zu sein?

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Blogstöckchen – Drei erste Sätze (fruehstuecksflocke)

Zeitzeugin Guddy hat uns vor mehr als einem Monat mit einem Stöckchen beworfen: Sie will die ersten Sätze von drei Romankapiteln sehen.
Evanesca hat bereits letzte Woche ihre drei Sätze veröffentlicht. Heute bin ich dran. Die Sätze von Guddy selbst finden interessierte Leser übrigens dort.

Gleich am Anfang muss ich aber noch klarstellen, dass ich Guddys Aufgabe nicht folge, aus dem simplen Grund, dass ich das nicht kann. Ich habe seit Ewigkeiten keinen Roman mehr geschrieben, sondern mich auf Kurzgeschichten verlegt. Da es wenig Sinn hat, zehn Jahre alte Romankapitel auszugraben, gibt es von mir heute die ersten Sätze meiner Lieblingskurzgeschichten.

Wie Evanesca auch, werde ich für etwas mehr Kontext auf die ersten drei Sätze erweitern.

Kurzgeschichte 1

Tap. Tap. Tap. Dieser Blick. Nervös trommelte er mit den Fingern auf die Schreibtischkante.

So betrachtet erstaunlich kontextlos, gehört dieser Anfang zu meiner bisher allerliebsten Kurzgeschichte „Die Gewerkschaft“. Ich habe sie im April auf meinem Kurzgeschichtenblog Tintenfleck veröffentlicht. Im Grunde ist es der Auftakt zu einer harten Verhandlungsrunde, bei der der Protagonist eher schlechte Karten hat … wer den Text lesen will, findet ihn hier.

Kurzgeschichte 2

Takataka. Takataka. Rhythmisch jagt er dahin, rasend lässt der Zug die Welt hinter sich, unberührbar jenseits des Fensters. Wälder, Bäume, Blätter und Wiesen, Gräser, Halme – sie alle werden eins, durchmischt mit Häusern und Höfen, dahinter die Berge.

So gesehen kein Lieblingsanfang und keine Lieblingsgeschichte – beim Durchwühlen meiner Texte ist er mir aber ins Auge gefallen, weil er (genauso wie Kurzgeschichte 1) mit einem Geräusch beginnt. Beim weiteren Stöbern stellt sich sogar heraus, dass ich sehr viele Texte irgendwie mit Geräuschen begonnen habe, ein anderer Text fängt beispielsweise so an:

Die Bestie schrie ohrenbetäubend auf, als Sir Elias von Wolkenbruch ihr das Schwert bis zum Anschlag in den Leib trieb.

Oder so:

Die Tür fiel schwer ins Schloss.

Ich fürchte, ich hänge da in einer Gewohnheit fest …

Die obigen zitierten Texte gibt es übrigens alle auch auf Tintenfleck: „Zug“, „Musenstreich“ und „Valentinstag“ (die Titel sind jeweils Links).

Kurzgeschichte 3

Es war einmal ein lauer Sommerabend, irgendwo in der Provinz. Heute kann man sich das kaum noch vorstellen, wo doch eine Kaltfront die andere jagt und nur die alten Großväter noch auf den Bänken vor ihren Häusern sitzen – denn Gewohnheiten ändern sich nie, Wetter hin oder her – und von der seligen alten Zeit erzählen, als es noch so was wie Sommer gab.

Tja, was macht man, wenn man nicht mit einem Geräusch anfangen will? Genau, übers Wetter reden …
Der Text ist noch unveröffentlicht, ich überarbeite ihn gerade für eine Ausschreibung. Drückt mir die Daumen!

Und das war es auch schon! Da Evanesca bereits letzte Woche das Stöckchen weiter gereicht hat, möchte ich an dieser Stelle darauf verzichten.
Hat Spaß gemacht und zu ungeahnten Einsichten geführt. Ich bin dann mal weg, über die Geräuschsache meditieren. Schönen Sonntag noch!

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Blogstöckchen – Drei erste Sätze (Evanesca Feuerblut)

Wir wurden von Guddy mit einem Blogstöckchen beworfen – und kommen der Aufforderung gerne nach. Diese Woche geht mein Beitrag online, nächste Woche erscheint der Beitrag von fruehstuecksflocke.

Konkret geht es bei diesem Blogstöckchen darum, den Lesern die erste Sätze dreier Kapitel aus dem gerade bearbeiteten Romanwerk vorzustellen. Ein ähnlicher Tag ist auch auf Facebook herumgegangen, dort ging es allerdings um jeweils die ersten drei Sätze aus den ersten drei Kapiteln und da ein Satz keinen nennenswerten Kontext hat, werde ich das Konzept so übernehmen.

Mehr über mein aktuelles Projekt “Unparallel” findet ihr auf meinem Blog unter diesem Tag. Es handelt sich um einen mehrteiligen Vampirroman mit einer ungewöhnlichen Protagonistin, einer allseits bekannten Sage im neuen Gewandt und einer Mischung aus Fantasy und Politik-Roman.
Ich habe allerdings die Namen durch Abkürzungen ersetzt und einige selbsterfundene Begriffe durch deutsche Begriffe ersetzt, die annähernd das Gleiche bedeuten.

Kapitel 1 aus dem aktuellen Teil:

„Bist du dir sicher?“ Sie schüttelte den Kopf und blickte rüber zur Amme.
Wie immer tat die Stirnbandträgerin, als wären sie gar nicht da, als wäre sie taub für das, was in den Räumen der Herrscherin gesprochen wurde.

Wenn da eine Amme im Raum ist, ist auch ein Baby im Raum und irgendjemand, mit dem die Herrscherin spricht. Aber sehr viel erfährt man nicht aus dem Anfang. Man merkt dem Satz allerdings deutlich an, dass es nicht Band 1 ist.

Kapitel 2:

Das Mädchen stand vor ihr, mit den üblichen blassblauen Augen der Adligen, die Wimpern leicht gesenkt, um den Blick nicht ganz zu direkt und unverschämt scheinen zu lassen, wie er eigentlich war.
„O.?“
„Ja?“

Das Fragment verrät eigentlich mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Wenn die Adeligen eine typische Augenfarbe haben, spricht das über Aufstiegschancen in diesen Stand (beziehungsweise beweist es das Fehlen dieser Chancen) und man bekommt einen Einblick in die Gepflogenheiten.

Kapitel 3:

Sie ließ sich die langen Haare nicht wie üblich möglichst geradekämmen, sondern locken.
Egal wie lange es dauern würde, sie hatte die Geduld, still vor dem Spiegel zu sitzen und die Diener gewähren zu lassen. Sie wollte nicht, dass I. über sie zu klagen hatte.

Ich liebe diesen Satz bzw. diese Sätze. Er wirkt relativ harmlos, einfach eine Schönheitsroutine, weil “sie” einem Mann gefallen wollte. Aber dass bald darauf eine der verstörendsten Storylines in diesem Band beginnt und aus einer simplen Schönheitsroutine sehr creepige Dinge entspringen, ahnt man hier noch nicht.

Das ist das Schöne an ersten Sätzen. Sie sind ein faszinierendes Instrument – man kann mit ihnen sofort ein Setting umreißen oder den Leser völlig in die Irre führen. Egal für welchen Weg man sich entscheidet – sie wollen gut sein.

Last but not least… ich tagge Ally Stone (und verlinke jetzt einfach mal auf ihre Facebookseite) – Ally, ich will die ersten drei Sätze deines Erstlings sehen und das seit ich weiß nicht wie lange! Außerdem tagge ich Katrin Ils. Ich bin auf deine Sätze gespannt!

Wer außerdem möchte, darf sich gerne angesprochen fühlen. Viel Spaß!

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Eilmeldung: Poster mit Motiven aus Mittelerde für den guten Zweck!

Soeben haben wir auf Facebook eine Aktion der “deutschen Tolkiengesellschaft e.V.” gefunden, die nicht bis zum Weltengeflüster am Monatsende warten kann und die wir daher sofort verbloggen wollten.

Der Verein lässt jeweils 1.000 Exemplare von zwei Postern drucken und verkauft sie, um den Erlös an eine in der Flüchtlingshilfe tätige Organisation zu spenden:

Flucht und Vertreibung sind in J.R.R. Tolkiens Universum zentrale Themen. Auch im Hier und Jetzt kommen wir durch die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland mit Flucht und Vertreibung in Berührung.

Die Deutsche Tolkien Gesellschaft e.V. möchte die Flüchtlingshilfe in Deutschland aktiv unterstützen und hat zu diesem Zweck zwei Poster entworfen, durch deren Kauf Ihr den Kriegsflüchtlingen helft. Den kompletten Erlös aus dem Verkauf (nach Abzug der Produktionskosten) spendet die DTG an die Flüchtlingshilfe des Arbeiter-Samariter-Bundes.

Ein Exemplar kostet 4 € plus Porto, verschickt wird derzeit nur innerhalb Deutschlands, bezahlt per PayPal. Wenn ihr selbst keinen PayPal-Account habt oder im Ausland lebt, könnt ihr natürlich einen Freund mit der Sammelbestellung beauftragen. Bestellt wird per E-Mail.

Alle weiteren Infos rund um die Aktion, die zwei Bildmotive und weitere wichtige Eckdaten findet ihr hier.

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“(Meine)Gaming-(geschichte)” – Wenn Weltenbau und Gameplay kollidieren

Guddy – den geneigten Weltengeflüster-Lesern auch als Zeitzeugin bekannt – hatte eine Idee: Wie wäre es, wenn man völlig unterschiedliche Leute fragt, was eigentlich für sie weitergebenswerte Erfahrungen beim Spielen sind? Und so machte sie eine kleine, aber feine Sammlung an Essays mit allerlei Bloggern aus der Welt des World Wide Web. Und wir dürfen dabei sein.
Klar, dass sich unser Beitrag natürlich in Richtung Weltenbau orientieren muss.
Wenn man Weltenbauer ist und sich semiprofessionell auf dem Blog damit beschäftigt, andere Welten zu analysieren, kann man irgendwann das analysierende Auge nicht mehr abschalten. Und dann fallen einem beim Spielen geliebter Klassiker all jene Stellen auf, bei denen man das Gefühl nicht loswird, dass hier weltenbauerisch durchaus was anderes getan werden sollte – es sich aber programmiertechnisch nicht ausgegangen ist. Denkt man diese Ersatzlösungen zu Ende, gibt das die kuriosesten Ergebnisse.

Pokémon – Generation 1 bis 3

Man könnte Einiges über das Konzept von “Pokémon” an sich schreiben – dass man im Prinzip Tiere fängt, die aufeinander loslässt und wenn man mal darüber nachdenkt, das alles reichlich merkwürdig ist. Was genau essen die beispielsweise, wenn Fleisch auf dem Tisch steht? Kann man Pokémon melken? Was halten Chaneiras davon, dass Menschen deren Eier einfach essen?
Aber das sind Weltenbauaspekte, die nichts mit dem Gameplay an sich zu tun haben – da gibt es andere Merkwürdigkeiten.
So ist die Spielfigur (ab Pokémon Kristall männlich oder weiblich, davor rein männlich) ein kleines Kind, das auf Abenteuer geschickt wird und den Pokédex vervollständigen soll. So weit, so gut.
Aber es gibt in diesem Spiel eine etwas seltsame Art, mit anderen Figuren zu interagieren und an Items zu gelangen. So geht das zehnjährige Kind auf Verdacht einfach in sämtliche Häuser hinein, die in den Städten aufgestellt sind. Dort spricht das Kind anschließend sämtliche wildfremden Menschen an, die dort wohnen und auch sämtliche Pokémon. Von manchen Menschen bekommt es Geschenke oder wird aufgefordert, doch mal das Pokémon zu zeigen oder zu tauschen. Manchmal aber… sind Vasen oder Mülltonnen vorhanden.
Und was tut das itemwütige Kind?
Es schaut in sämtliche Vasen und durchsucht sämtliche Mülltonnen.
Das Prinzip ist natürlich von ähnlich gearteten Spielen bekannt – man zerbricht Kisten oder plündert Kästen, um die Items abzugreifen. Aber in der Regel durchsucht dabei kein zehnjähriger Bengel und keine zehnjährige Göre die Mülltonnen oder stülpt Blumenvasen um. Man stelle sich diesen Aspekt des Gameplay im Real Life vor! Wenn sich dann in der Mülltonne zufällig Tonscherben oder ein Beleber findet, wird das gute Stück dann angepustet und in die Tasche gesteckt.
Übrigens fragt sich auch niemand, wieso eigentlich dieses Kind einfach ins Haus reingekommen ist und mit allen sprechen möchte. Niemand fragt sich, was der Naseweis dort zu suchen hat. Alle gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass ein Pokémontrainer das Recht hat, alle Leute anzuquatschen.
Außerdem ist es völlig normal, dass der Pokémontrainer einfach das Radio oder den Fernseher anmacht, wenn er in fremde Häuser geht und sich das Programm anhört oder anschaut. Ab der dritten Generation (Rubin, Saphir, Smaragd) geht es im Fernsehen auch noch auffällig oft um genau den Trainer, der gerade vor dem Fernseher steht. Ein nettes Gimmick, aber kurios ist es schon…

Assassin’s Creed Liberation

Auch hier gilt – an diesem Spiel wäre einiges seltsam. Sei es, dass die Steuerung geändert wurde, seien es die Sachen, die weltenbautechnisch schon bei den Vorgängern recht… ulkig waren. Wie beispielsweise das altbekannte Szenario “Du wirst verfolgt, es sind 20 Verfolger dir dicht auf den Fersen. Du springst in enen Heuhaufen. Niemand weiß, wo du hin bist und die Gegner zerstreuen sich.”
Dieses “Assassin’s Creed” wartet mit einer weiblichen Assassinin und einigen Besonderheiten im Gameplay auf. So ist es für das Spiel oft von Bedeutung, ob die Protagonistin gerade wie eine feine Dame durch die Welt geht (in dem voluminösen Kleid mit Hut kann sie nicht klettern und nur eine kleine Auswahl an Waffen benutzen), sich im Dienstbotenkostüm unter die Sklaven mischt (dafür aber aufgrund mangelnder Rüstung keine sehr hohe Lebensanzeige hat) oder offen als Assassinin auftritt (was zwar die stärkste Version ist, aber dafür am Schnellsten an Bekanntheit zunimmt und somit eher verfolgt wird). Einige Storyelemente hängen direkt davon ab, dass die richtige Kleidung getragen wird.
Und natürlich ist es von Vorteil, die Kleidung schnell wechseln zu können. Dazu braucht man eine Umkleidekabine.
Umkleidekabinen erhält man in diesem Spiel, indem man die Geschäfte von vorher gemeuchelten Konkurrenten aufkauft (oder einfach leerstehende, schäbige Gebäude kauft). Durch Mausklick. Egal, ob man gerade eine feine Dame ist (der man zutraut, 500 Ecu bei sich zu tragen), eine Sklavin (die eigentlich gar kein Geld bei sich tragen dürfte) oder eine Assassinin (die immer ein wenig bekannt ist und mit einem Fuß im Grabe steht!). Wenn man sie kauft, stellt man automatisch ehemalige Sklaven ein und hat automatisch eine Umkleidekabine mit den selbstgekauften Klamotten. Die liegen einfach überall bereit.
Klar, kann man nicht anders lösen spieltechnisch. Aber kurios ist es dennoch!

Fazit

Spielen macht Spaß – und gerade die Pokémonreihe gehört beispielsweise zu meinen liebsten Spielereihen. Diese Erfahrungen sind also keineswegs negativ gemeint. Aber ich glaube, man kann viel Lustiges, Kurioses und weltenbautechnisch Schräges entdecken, wenn man mit offenen Augen und einer Prise Weltenbauwissen durch die Spielwelt geht und dabei auf Dinge achtet, die normalerweise einfach beim Spielen hingenommen werden.
Was sind eure liebsten Plotlücken um der Spielemechanik willen?

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Weltengeflüster Juli & August 2015

Wir sind zurück aus der Sommerpause – und haben Einiges nachzuholen. Das Weltengeflüster Juli darf zusammen mit dem Weltengeflüster August heute online gehen. Dabei fällt auf – längst nicht alle Weltengeflüsterbeiträge erreichen uns per Feedreader, wie es zu Beginn der Kategorie noch der Fall war. Vieles taucht in Social Networks auf oder landet als “Schau mal, das könnte dich interessieren” im privaten Mailpostfach. Je mehr Quellen – desto besser und desto vielfältigere News können wir euch anbieten.

Einer der Höhepunkte einer Woche ist für mich der ReadWatch von Mari Ness auf tor.com – wir hatten schon einige ihrer Beiträge im Weltengeflüster, aber allgemein erklärt: Mari sucht sich die Disneyfilme heraus, die auf literarischen Quellen beruhen und liest diese Quellen. Anschließend bespricht sie den dazugehörigen Disneyfilm. Für alle Märcheninteressierte ist ihre Analyse der Originalgeschichte hinter Dörnröschen auf alle Fälle lesenswert. Märchen waren eben alles andere als harmlos!
Jeff LaSala schrieb einen langen, aber dennoch sehr lesenswerten Essay über Saruman – zumindest mir war sehr Vieles neu und andere Zusammenhänge wären mir in dieser Form niemals aufgefallen. Nicht nur ein wundervoller Text, sondern auch ein besonderer Nachruf auf Sir Christopher Lee.
Passend zu Hiltibolds Artikel zur Todesstrafe im Mittelalter – siehe unten – fragt sich Michael Livingston, wie mittelalterlich eigentlich die von George R. R. Martin geschaffene Welt von “The Song of Ice and Fire” wirklich ist. Die Schlussfolgerung überrascht Weltenbaukenner nicht unbedingt, ist aber auf alle Fälle lesenswert.
Eine andere Analyse behandelt die unsichtbare Entwicklung von James Potter im Laufe der Zeit – und begründet, warum er sich nicht für Lily verändert hat. Ein Essay von der wunderbaren Emily Asher-Perrin, die auch den Harry-Potter-Reread auf Tor.com verbloggt.
Wie weit schauen Science-Fiction-Romane eigentlich in die Zukunft? Das verrät eine spannende Infografik.

Hiltibold räumt mit dem Klischee auf, im Mittelalter hätte man mehr oder weniger andauernd und für jedes Vergehen Menschen hingerichtet. Zumindest bei den Angelsachsen war die Todesstrafe keineswegs das Allheilmittel. Gerade für Autoren, die ihre Geschichten im realen oder fitiven Mittelalter ansiedeln wollen, ist jede Zusatzinformation zum echten Mittelalter abseits gängiger Klischees Gold wert.

Han Solo bekommt einen Solo-Film ;-). Scherz beiseite – starwars.com bestätigte auf dem homepageeigenen Blog, dass ein weiterer Film abseits der Trilogiestruktur der StarWars-Episoden geplant ist – in diesem Falle ein Prequel zur klassischen Trilogie, das sich konkret mit den Jugendjahren von Han Solo befassen soll.

Auf Fantasy Faction erschien ein sehr lesenswerter Artikel über “alte Magie” – welche sowohl göttliche Magie umfasst als auch z.B. verlorengegangene und wiedergefundene Magie aus einer Zeit vor der Epoche des Protagonisten.
Ein weiterer Artikel behandelt das leidige Thema Kampfszenen – gerade wer in seinem Fantasyroman mit Schlachten arbeitet oder aus anderen Gründen viele Kämpfe in der Gescichte hat (zum Beispiel wenn eure Fantasywelt am alten China angelehnt ist und euer Protagonist eine Art Shaolin-Mönch ist), muss sich damit herumschlagen. Hier gibt es praxisnahe Tipps.
Die griechische Mythologie hat größere Einflüsse auf die moderne Fantasy, als man meint. Das fängt bereits damit an, dass die großen griechischen Epen meist dem Verlauf der Heldenreise folgen – aber damit hören die Gemeinsamkeiten nicht auf.
Außerdem erschien ein weiterer Artikel zum wichtigen Thema “Gender” – dieses Mal konkret zum Thema Rollentausch.

Gefunden im “Reading Room” – es soll ein Remake des Disneytrickfilms “Sword in the Stone” geben. Wem der Titel des Trickfilms erst einmal nichts sagt: Es handelt sich um den Trickfilm, in dem der Magierwettkampf zwischen Merlin und Mim stattfindet – und ist eine weitere Variante der Arthussage. Das Remake setzt die Tradition fort, ältere Disneytrickfilme als Realverfilmungen neu aufzusetzen (wie bereits z.B. mit “101 Dalmatiner” und “Cinderella” geschehen).

Wenn man anfängt, darüber nachzudenken, fällt auf – entweder vor oder während der meisten Kinderfilme springt früher oder später eine Mutter über die Klinge. Nataly Bleuel schreibt für die Süddeutsche Zeitung, was sie darüber denkt. Man muss nicht allem zustimmen, was sie hineininterpretiert. Bei Weitem nicht. Aber es ist ein Punkt, der mir ohne Weiteres gar nicht aufgefallen wäre und darum zum Nachdenken anregen kann.

Nach einem eher traurigen Thema haben wir unter den Highlights auch etwas Lustiges – jeder kennt die Probleme mit Autokorrektur und deren seltsamen Stilblüten. Was aber passiert, wenn man Namen aus “Game of Thrones” /  “Song of Ice and Fire” eintippt und sie verschlimmbessert werden? James Chapman hat es gezeichnet.

Utopie zum Anfassen – für Science-Fiction-Autoren nicht uninteressant könnten die Pläne eines niederländischen Architekts sein, eine bewohnbare Riesenwindmühle zu bauen. Gefunden auf IFLScience.

Noch etwas fürs Auge – der Künstler Lokiable kreiert minimalistische Hausbanner im “Game of Thrones”-Stil querbeet für alle möglichen Fandoms. Das Eine oder andere ist umwerfend komisch.

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