Weltengeflüster April 2015

Der April ist weltenbautechnisch wieder ein aktiverer Monat gewesen – zusammen mit den ersten zarten Pflänzchen wagen sich auch die Weltenbauer in die Sonne des Internets und streuen Artikel und Neuigkeiten.

Für alle, die schon ungeduldig auf “The Winds of Winter” – Band 6 (englische Originalausgabe) der Fantasyreihe “A Song of Ice and Fire” warten, gibt es einen neuen Lichtblick – George R. R. Martin veröffentlichte ein weiteres Kapitel aus dem sechsten Band. Den Link zum Kapitel und weitere Informationen gibt es auf Tor.com.
Es gab eine Zeit, da war ein Trickfilm in Spielfilmlänge neu, aufregend, revolutionär und sündhaft teuer – der allererste so entstandene Trickfilm ist Disneys Version von Schneewittchen.

Wir haben schon mal selbst einen Artikel zu Sirenen gepostet – auch bei Fantasy Faction gibt es einen Artikel mit Informationen zu diesen Wesen, die beiden Artikel ergänzen einander – während fruehstuecksflocke sich auf die konkreten homerischen Sirenen konzentriert, bietet der englischsprachige Artikel einen allgemeinen Ausblick.
Nicht nur Fantasyautoren kommen meist nicht um sie herum – Kampfszenen. Was man beachten muss und viele weitere nützliche Tipps finden sich hier.
Weniger eine Frage des Weltenbaus, aber dennoch etwas, das früher oder später jedem Autor, Rollenspielerfinder und Weltenbauer bevorstehen könnte – der erste Besuch einer Convention. Einige Tipps, damit man kein Nervenbündel ist und sich nix traut, sind immer nett.
Durchaus praktisch für das Storytelling – aber bitte nicht im Real Life nachmachen! – sind dagegen diese Tipps, um in der eigenen Romanwelt jemanden zu vergiften.
Außerdem gibt es nützliche Tipps für das eigene Bestiarium und die Probleme, dieses in einer fantastischen Stadt unterzubringen.

Vor allem für Rollenspieler, Abenteuerschreiber und Ersteller von Computerspielen interessant, möglicherweise aber auch für andere nützlich ist die Seite http://davesmapper.com/ – hier könnt ihr Karten generieren lassen und bearbeiten. Die Dungeons lassen sich dann bei Bedarf mit Monstern füllen.

Zufällig auf Facebook entdeckt – wie würde die Brigitte und andere Zeitschriften in der Welt von “Game of Thrones” aussehen? Vorsicht: Mögliche Spoiler für alle Bände. Für alle anderen unfassbar lustig.

In manchen Cartoons kann man sich bis nach China durchgraben – doch was passiert wirklich, wenn man einfach abwärts gräbt? Infos gibt es auf dem xkcd-Blog.
Eine andere interessante Frage wäre, was mit einer Leiche im Weltraum passiert. Nützlich für alle, die neugierig sind oder entsprechende Science Fiction schreiben.

Der neueste Trailer für “StarWars VII – The Force Awakening” wurde vorgestellt. Wer ihn noch nicht kennt: Viel Spaß beim Anschauen!

Passend dazu berichtet Frau Margarete über die StarWars-Celebration in Anaheim. Und obwohl sie nicht dort war, war ihr Artikel so lebendig, informativ und spannend, dass er hier einfach reinmusste.

Goodnewsnetwork veröffentlichte einen Artikel über ein herzschmelzendes Ereignis – ein kleiner Junge fragte George Lucas, ob er heiraten könnte, ohne ein Sith zu werden. Und bekommt eine Antwort auf seinen Brief.

Die mit Abstand bizarrste Weltenbauneuigkeit entdeckten wir jedoch auf Moviepilot – nach langjähriger Abwesenheit gibt es mit “Dragonball Super” einen neuen Anime rund um Son Goku und seine Freunde. Na ob das was wird?

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster Mai verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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Fallstudie: Roadrunner und Kojote – die Regeln eines absurden Universums

Oft fällt im Zusammenhang mit Fantasy und Science-Fiction der Satz „Hauptsache, es ist innerhalb des gegebenen Universums schlüssig“. Was aber, wenn die Gesetze im angenommenen Universum völlig sinnlos und mitunter sogar reichlich dämlich wirken?
Ein solches Universum ist das von vornherein auf Klamauk ausgelegte Universum rund um den immerhungrigen Kojoten und den immer wegrennenden Road Runner.

Regeln, die man beobachten kann

Einige einfache Regeln lassen sich ableiten, wenn man nur genug Cartoons anschaut und die Gemeinsamheiten betrachtet.
So gibt es mehrere Folgen, in denen der Kojote den Vogel reinlegen möchte, indem er mit Hilfe eines riesigen Landschaftsbildes einen anderen Straßenverlauf suggerieren oder einen Tunnel andeuten möchte, wo keiner ist. Der Roadrunner kann diese Zeichnungen betreten, als würde es sich um ganz normale Wege handeln – der Kojote in der Regel dagegen nicht.
Eine andere, von zahlreichen späteren Cartoons übernommene Serie ist: Die Gesetze der Schwerkraft gelten nur dann, wenn der Protagonist gerade Notiz von ihnen nimmt. Mit anderen Worten: Der Kojote kann so lange über einem Abgrund in der Luft stehen, bis ihm auffällt, dass er in der Luft steht. Sobald er weiß, dass unter ihm ein Abgrund gähnt, wird er jedoch fallen.
Ein weiteres physikalisches Gesetz, das grundsätzlich nicht funktioniert, ist das Hebelgesetz – ein Katapult, eine Zwille oder ein ähnliches Gerät funktioniert nicht. Die Munition des Katapults fällt grundsätzlich auf den Kojoten, die selbstgebastelte Riesenzwiele leiert aus und zerrt ihn in die falsche Richtung. Auch die Sache mit dem Lasso oder der Dynamitschleuder funktioniert nie, wie sie eigentlich sollte.

Auf der anderen Seite hat der Kojote praktisch unbeschränkte Möglichkeiten – obwohl er als Wildtier kein Geld hat, kann er sich jeden Baukasten, jede Anleitung per Buch und jedes Werkzeug von ACME in die amerikanische Wüstenwildnis liefern lassen. ACME ist dabei eine fiktive Firma, die auch in den anderen Trickfilmen der Looney Tunes-Reihe so ziemlich alles liefert – vom Wetterballon über Vogelfutter bis hin zu Raketen.
Außerdem kann der Kojote nicht sterben – sogar wenn er von einem riesigen Stein erschlagen wird, in einen unendlich tiefen Abgrund fällt oder ihm eine an seine Schnauze gebundene Stange Dynamit direkt im Gesicht explodiert, kommt er mit dem Leben davon. Teilweise gedemütigt, lächerlich rasiert oder zusammengestaucht – aber er ist im Prinzip dennoch unsterlich.

Wenn diese Regeln allgemeingültig werden?

Bei diesem Universum handelt es sich im Prinzip um ein Mini-Universum, bei dem bis auf sehr wenige Ausnahmen (wie z.B. eine Folge, an deren Ende sich der Kojote als Road-Runner-Weibchen verkleidet und anschließend von einer riesigen Kojotenmeute verfolgt wird) nur zwei Lebewesen miteinander interagieren. Selbst in vorbeikommenden Lastwagen oder Zügen sitzt oftmals der Road Runner als Fahrer. Es konzentriert sich auf die Interaktion dieser zwei Figuren und die bewusst absurd gehaltene Welt führt automatisch zur Situationskomik.

Was würde passieren, wenn man ein ganzes fiktives Universum auf den folgenden (verallgemeinerten) simplen Regeln aufbauen würde?

  1. Man fällt nur aus großer Höhe, wenn man den Abgrund sieht.
  2. Katapulte lassen ihre Steine immer auf den fallen, der an ihnen zieht.
  3. Man kann die Landschaft verändern, indem man alternative Bilder zeichnet und hinstellt – aber der Erschaffer des Bildes kann sein eigenes Bild nie benutzen.
  4. Aus jedem Tunnel kommt genau dann ein Zug, wenn man hindurchgehen will.
  5. Man kann nicht sterben, egal was passiert.
  6. Man kann sich jeden Gegenstand, jede Anleitung, jeden Baukasten einfach liefern lassen.

Die Menschen würden vermutlich ausladende Pluderhosen oder weite Röcke auf weiten Reisen tragen – denn dann könnten sie einfach über Abgründe spazieren, ohne herunterzublicken und könnten überall hin.
Maler wären hoch angesehen, denn sie könnten Bilder schaffen, mit deren Hilfe man alles Nötige in die karge Wüstenlandschaft zeichnen könnte. Sie würden herausfinden, dass man auf diese Weise Abkürzungen in alle Teile der Landschaft zeichnen könnte, würden Flüsse umleiten oder andere nützliche Dinge tun – da sie ihre eigenen Bilder jedoch nicht betreten könnten, würden sie sich von ihnen fernhalten.
Katapulte würden als Falle genutzt werden – denn egal wer an einem Katapult zieht, um es gegen einen anderen einzusetzen, wird unweigerlich selbst erschlagen.
Da in dieser Gesellschaft alle unsterblich wären, gäbe es vermutlich keine Fortpflanzung, keine Eifersucht. Die Menschen würden in einer Art Kommune leben und die freie Liebe praktizieren – schließlich hätte dies keinerlei Konsequenzen.

Oder würde etwas völlig anderes dabei herauskommen, wenn man die Regeln des Cartoons auf einen Planeten oder ein Romanuniversum überträgt?

Fazit

Es kann für Weltenbauer durchaus lohnend sein, einen Blick auf die spezifischen Gesetze eines Cartoons zu werfen und weiterzudenken. Was würde es bedeuten, die Gesetze dieses Mikrouniversums auf einen größeren Zusammenhang zu übertragen? Welche Dinge müsste man noch festlegen, damit das Ganze einen Sinn ergibt? Welche Gesetze des Cartoons dagegen sind bei einer radikaleren Betrachtung für den Weltenbau unbrauchbar?

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Fallstudie: Zauberschulen I – Ods Zauberschule in Patricia McKillips “Der Zaubergärtner”

Zauberschulen haben ein Problem – seit „Harry Potter“ allgemein bekannt und berühmt ist, muss sich jede fiktive Zauberschule in irgendeiner Weise mit Hogwarts vergleichen lassen. Zwei Schwierigkeiten stellen sich jedem Autor, der eine Zauberschule bastelt:
Zum Einen ist Hogwarts so großartig – zumindest sehen wir zwei das so – dass es schlicht schwer ist, dort heranzukommen. Zum anderen aber denkt sofort jeder beim Wort „Zauberschule“ an den berühmtesten Zauberlehrling der Welt.
Das Problem ist, dass es nun einmal Dinge gibt, die alle Schulen – und somit  Zauberschulen – gemeinsam haben dürften. Es gibt Schulklassen, die nach irgendeinem System sortiert werden, sobald man mehr als eine Klasse pro Jahrgang hat. Es gibt Noten, es gibt Lehrer, es gibt irgendeine Art von Prüfungen und natürlich gibt es Schulstoff.
Wie also für die eigene Welt eine Zauberschule schaffen, die weder neben Hogwarts verblasst noch wie ein billiger Abklatsch davon wirkt?
Vor diesem Hintergrund beginnen wir unsere neue Serie über Zauberschulen ganz bewusst nicht mit Hogwarts, auch wenn wir uns diese besondere Schule auf alle Fälle vornehmen werden, sondern mit Ods Zauberschule in Kelior aus Patricia McKillips “Der Zaubergärtner”.

Schulgeschichte und Gegenwart

Od gründete ihre Zauberschule in Kelior, der Hauptstadt des Staates Numis.
Nachdem Od Kelior in einem Krieg vor der Zerstörung bewahrte, erlaubte der damalige König Ishan der geheimnisvollen Riesin Od, eine Zauberschule in seiner Hauptstadt zu gründen.
Ursprünglich befand sich diese Schule in einem im Krieg verlassenen Schusterladen – über der Tür hängt bis heute ein Schild mit einem Schuh. Allerdings ist diese ursprüngliche Tür zur Zauberschule nur für besonders begabte Schüler sichtbar – und Jahrhunderte später, in der Gegenwart, gehen nur noch Wenige durch die sprichwörtliche Tür des Flickschusters. Die Meisten kommen durch den Haupteingang, sind Kinder wichtiger Leute und zahlen Schulgeld.
Die Schule befindet sich mittlerweile direkt am Königspalast und beinhaltet eine Menagerie, die Schulbibliothek, ein Labyrinth im Keller, einige Unterreichtsräume, Küche und Speisesaal. Und natürlich die Gärten, für die der namensgebende Zaubergärtner benötigt wird.
Makrokosmos und Mikrokosmos

Die Situation an Ods einst liberaler Zauberschule spiegelt die Situation in der Gesellschaft in Numis – alle Magier stehen unter königlicher Aufsicht und welche Form der Magie gelehrt und ausgeübt werden darf, steht unter strikter Aufsicht.
Unerlaubte Magie kann von den zuständigen Behörden wahrgenommen und nachverfolgt werden, die Strafen sind drakonisch.
Schon kleinste Regelverstöße führen in der Schule zum Ausschluss – im Makrokosmos der Stadt zur Verhaftung.
Nur an der Zauberschule darf Magie gelehrt werden – es ist also auch einem ausgebildeten Magier verboten, dem eigenen Kind mal eben ein wenig Magie schon im Vorfeld beizubringen. Schließlich kann der Staat dann nicht kontrollieren, ob zusammen mit den magischen Fähigkeiten auch die akkurate Version der Geschichte und Ideologie von Numis vermittelt wird.
Dazu passt, dass es Magierschülern verboten ist, das sogenannte nachtaktive Zwielicht-Viertel zu betreten. In der Vergangenheit führten Gerüchte über wilde Magie beinahe zur Revolte in diesem Teil der Stadt – entsprechend könnte ein Aufenthalt dort die jungen Zauberschüler daran hindern, treue Diener des Regimes zu werden. Zu wild, zu bunt und kreativ ist das, was dort vor sich geht.
In anderen Ländern ebenso wie in anderen Zauberschulen geht es wesentlich liberaler zu – ein Grund für die selbst sehr freiheitsliebende Od, ihre eigene Zauberschule zwei Jahrhunderte lang nicht zu betreten. Denn wahre Magier streben in Ods Augen nach Wissen, nicht nach Macht.

Das Labyrinth

Die Gegenwart der ungewohnten Magie in der Zauberschule bleibt nicht wirkungslos auf die Schüler. Oft haben die Schüler in ihrer ersten Nacht an der Schule Alpträume, entwickeln bisher unbekannte neue Fähigkeiten oder verlaufen sich im Labyrinth.
Beim Labyrinth handelt es sich um ein Steinkonstrukt, das eigentlich recht einfach angelegt zu sein scheint – doch wessen Gedanken nicht klar sind, der verläuft sich früher oder später und kommt erst raus, wenn die Gedanken wieder geklärt sind und man das Problem lösen konnte, das ins Labyrinth trieb.
Doch das Labyrinth hat auch einen zweiten, weitaus geheimnisvolleren Zweck, der im Laufe des Romans zum Tragen kommt.

Fazit

Eine Zauberschule kann vielen Dingen dienen – sei es, eine tolle Kulisse zu bilden oder, wie in diesem Roman, zu einer Verstärkung der gesellschaftskritischen Aussage im Roman zu führen.
Der magische Überwachungsstaat Numis hält unserer Gesellschaft einen Spiegel vor – in Form der Stadt Numis und Ods Zauberschule gleich doppelt. Diese Effekte verstärken sich im Laufe der Handlung gegenseitig und führen zu spannenden Wendungen.

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Weltengeflüster März 2015

Das Weltengeflüster wird heute zwei Jahre alt – und das an Ostern! Das erste Weltengeflüster ging im März 2013 online, als wir uns dachten: Es wäre doch ganz nett, die vielen wundervollen Links rund um Weltenbau, die uns beim Surfen begegnen, mit unseren Lesern zu teilen.
Danke an alle, die diese Rubrik als ihre Lieblingsrubrik auf dem Blog bezeichnen, uns Blogs empfehlen und hier liken und kommentieren!

Das Weltengeflüster selbst fällt diesen Monat wieder recht klein und bescheiden aus – schließlich steht nicht nur Ostern, sondern auch Camp NaNoWriMo vor der Tür und die fleißigen Weltenbastler mussten den März nutzen, um zwei Dinge gleichzeitig zu tun: Eier färben und Osterhasen backen auf der einen, ihren Aprilroman planen auf der anderen Seite.

Weltenschmiede Ostergrafik 2015

Wir wünschen allen Lesern frohe Ostern und viel Spaß beim Lesen unserer Linktipps!

Auf Fantasy Faction gibt es einen neuen Artikel rund um die Erstellung fiktiver Lebewesen und möglichst lebensnaher Tiere. Dieses Mal ist das Thema “Symbiose” – und erklärt, wie man biologisch richtig sinnvolle Tiergemeinschaften erschafft.

Auf Dangerous Minds entdeckt – in Kanada hat man eine ganz besondere Art, um Leonard Nimoy nach seinem Tod zu ehren: Man nimmt den kanadischen Fünf-Dollar-Schein und bearbeitet ihn so lange mit dem Kugelschreiber, bis am Ende Spock herauskommt. Die Bank ist nicht so begeistert.

Dieser Linktipp hat zwar nur indirekt mit Weltenbau zu tun, ist aber für jeden Menschen wichtig. Sarah Maria hat einen Beitrag erstellt, in dem sie alle Teilnehmer ihrer #blogeha-Blogparade kurz vorstellt. Neben unserem Beitrag gibt es über dreißig weitere lesenswerte Blogposts zum Thema!

Gesehen auf Phantanews – neben “Star Wars – Episode 7″ wird es auch Filme aus dem Universum geben, die nicht direkt zu einer Trilogie gehören. “Star Wars – Rogue One” kommt voraussichtlich Ende 2016 ins Kino.

Hattet ihr im Sinn, bei einer eurer Geschichten einen Protagonisten vor dem Fall zu retten, indem er sich am Fahnenmast herumschwingt und wieder nach oben saust? Lasst das. Bitte. Wieso, erklärt der xkcd-Zeichner in diesem Blogpost.

Gleich zwei Mal haben wir diesen Monat Besuch von Carmilla de Winter.
Sie spricht in ihrem Blogpost zum Thema “Religion” einen wichtigen Punkt an – selbst in einer laizistischen Gesellschaft werden sich entweder im Alltag irgendwo Spuren einer vergangenen Religion wiederfinden oder es gibt irgendeine Alternative dafür. Wo beides fehlt, sollte einem Weltenbauer das Ganze ein wenig komisch vorkommen.
Der zweite Blogpost widmet sich der Vorstellung einer Webseite, die ich mir als Liebhaberin alter Wörter und historischer Settings sofort abgespeichert habe – Retropedia.

Auf tor.com findet ihr im März einen Artikel über die 15 Geheimnisse, die sich in Westeros entdecken lassen, während ihr auf Band 6 wartet. Für alle, die die ersten fünf Bände (englische Zählung) beziehungsweise die ersten zehn Bände (deutsche Zählung) nicht gelesen haben, kann der Artikel Spoiler enthalten!
Auf der selben Webseite findet ihr übrigens auch weitere Bilder von der vollständig illustrierten Neuausgabe von “Harry Potter and the Philosopher’s Stone”, die im Oktober 2015 erscheinen soll. Einfach nur wunderschön…

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Fallstudie: Vampire in verschiedenen Canons – Teil 9 – die Vampire aus “Anno Dracula”

Was wäre, wenn Dracula nicht von Van Helsing besiegt worden wäre und die Herrschaft im viktorianischen England an sich gerissen hätte? Dies beschreibt Kim Newman in “Anno Dracula”.
Doch das heißt nicht zwingend, dass er auch sämtliche weltenbaulichen Fakten aus dem Stoker-Universum übernommen hätte – sein Buch variiert das Dracula-Thema und verändert es für moderne Leser.
Wie also aktualisiert man einen Klassiker?

Optik:

Kaum ein Vampir sieht so aus wie der Mensch vorher.
Ihre Augen nehmen eine rote Farbe an und oftmals verändert sich ihre Gestalt gleich nach der Verwandlung. Bei Einigen sind die Anlagen zum Gestaltenwandel so stark, dass sie sich nicht zurückhalten können – so verwandelt sich der Arm des Vampirkindes Lily Mylett in einen Fledermausflüge, doch da sie den Wandel nicht kontrollieren kann und das verwandelte Gewebe abstirbt, überlebt Lily die Verwandlung nicht.
Anderen – so der Prostituierten Nell – wachsen am ganzen Körper Haare.
Während einige Vampire vergleichsweise normal aussehen, sehen einige somit völlig verändert aus und wirken absonderlich, befremdlich oder abstoßend auf andere Wesen.
Außerdem werden die Vampire im Laufe der Zeit denen, die sie geschaffen haben, ähnlicher – aus diesem Grunde sieht Mary Jean Kelly der toten Lucy Westenra auffällig ähnlich.
Bei Dracula selbst ist der Hang zur Gestaltwandlung so stark, dass er nicht in der Lage ist, Kleidung zu tragen – das Gewebe würde die permanenten Veränderungen seiner Gestalt nicht aushalten.

Fähigkeiten:

Die Fähigkeiten der Vampire hängen von ihren “Vätern” oder “Müttern in Finsternis” ab – denn mit dem Blut werden auch ihre Fähigkeiten übertragen.
Die Abkömmlinge von Dracula selbst haben dabei oft in gewissem Umfang seine Fähigkeit, ihre Gestalt zu verändern. Andere Vampire sind empathisch, können Gedanken oder andere Dinge erspüren.
Arthur Godalming kann als Vampir Menschen betören und sie dazu bringen, sich seinem Willen entsprechend zu verhalten.
Manche können sich komplett in Tiere verwandeln. Andere können sich knöcherne Waffen wachsen lassen.
Allen gemeinsam ist die schnelle Regeneration bei Verletzungen, eine hohe Körperkraft und Schnelligkeit und die Fähigkeit, sich Klauen und Zähne für einen Angriff wachsen zu lassen.

Verwandlung:

Bereits der Biss eines Vampirs ruft gewisse Veränderungen in einem Menschen hervor – ein Mensch kann süchtig danach werden, gebissen zu werden und fühlt sich zu seinem Beißer auf erotische Weise hingezogen. Allerdings reicht ein bloßer Biss nicht für eine komplette Verwandlung.
Wichtig dafür ist auch, dass der Vampir etwas Blut vom zu Verwandelnden trinkt und anschließend den Menschen trinken lässt.
Bei der Verwandlung durchläuft der Mensch furchtbare Schmerzen und “stirbt” sozusagen – dabei gibt er sämtliche Körperflüssigkeiten von sich, was für den Betroffenen sehr unangenehm werden kann.
Ist das Blut jedoch irgendwie verseucht, ist so eine Verwandlung kein Garant auf ewiges Leben. Auch Krankheiten, an denen der Mensch vor der Verwandlung gelitten hat, können sich verschärfen und somit das Leben nach der Verwandlung zur Qual machen.

Eigentlich herrscht ein Ehrenkodex, der vorsieht, dass “Väter in Finsternis” während der Verwandlung bei ihrem Spross bleiben und Verantwortung für diesen übernehmen. Jedoch bieten viele Prostituierte das Ewige Leben gegen eine geringe Anzahl an Münzen feil, sodass theoretisch jeder Londoner ein Vampir werden kann.
Allerdings ist der qualitative Wert dieser Verwandlung nicht besonders gut.

Frischverwandelte, geckenhafte Vampire nennt man in dieser Romanwelt übrigens “Murgatroyds” – nach der gleichnamigen Familie aus der britischen Operette “Ruddygore”.

Vernichtung:

Silber ist für Vampire giftig – ein Messerstich mit einer versilberten Klinge, ein Schuss mit Silberkugeln ins Herz, all das ist für den Vampir tödlich. Darum mordet Jack Seward seine Vampiropfer auch mit einem versilberten Skalpell – Wunden, die von einer normalen Stahlwaffe beigebracht werden, verheilen sofort.
Sie überleben es außerdem nicht, den Kopf abgeschnitten zu bekommen, gepfählt oder in die Luft gejagt zu werden.

Wird verletzt durch:

Eisen hinterlässt keine bleibenden Verletzungen – Silber dagegen schon.
Deswegen gilt Silber als Gift, ist schwer zu bekommen und man muss sich ins Gifteregister eintragen, wenn man Silber besitzt.
Wenn einem Vampir mit einer Silberkugel ins Bein geschossen wird, die Splitter jedoch nicht vollständig entfernt werden können, kann ein Vampir sein Bein verlieren.
Eine Vergiftung durch Silber ist für den Vampir mit großen Schmerzen verbunden.

Kreuze, Knoblauch und andere althergebrachten Vampirbekämpfungsmittel allerdings funktionieren eigentlich nicht – es gibt jedoch Vampire, die selbst daran glauben. Hält man diesen Vampiren ein Kreuz entgegen, weichen sie zurück. Andere Vampire haben für Kreuze nur ein müdes Lächeln übrig und die vielen Vampirdandys und deren Gefährtinnen tragen sogar oftmals kreuzförmigen Schmuck, um sich über die Ängste ihrer Macher lustig zu machen.

Bedürfnisse:

Blut – nur Menschenblut bringt wirklich Erleichterung, in Bars werden aber auch Schweine angezapft und deren Blut bringt vorübergehende Linderung.
Das führt zu bedenklichen gesellschaftlichen Auswüchsen – so gibt es Kupplerinnen, die gegen Geld Vampire das Blut ihrer oder fremder Kinder trinken lassen, diese Kinder dabei jedoch in strenger Gefangenschaft halten, bis die Kinder sterben.
Auch Vampirprostituierte lassen sich teilweise nicht mit Geld, sondern mit einer bestimmten Menge Blut bezahlen, die sie dem “Kunden” abzapfen dürfen.
Der Handel mit Blut blüht – genauso wie der Handel mit dem zweiten Bedürfnis vieler Vampire, nämlich Sex.
Die Vampire von Newman sind dazu nicht nur in der Lage, sondern mit großen Freuden dabei – bis hin zu dekadenten Auswüchsen: Ein Vampir wird im Roman dabei erwischt, wie er in seiner Schlangengestalt mit zwei kleinen Jungen schläft.

Herkunft:

Ähnlich wie in “Dracula” wird dieses Rätsel hier nicht gelöst:  Dracula und einige seiner Karpaten werden mehr oder weniger zufällig von irgendwelchen Vampiren auf dem Schlachtfeld verwandelt. Sie können sich jedoch nicht an einen konkreten Schöpfer erinnern.
Dracula ist dabei keineswegs der älteste bekannte Vampir – Geneviève ist fünfzig Jahre älter als er und wurde von einem Vampir namens Chandagnac erschaffen. Der widerum von einer Lady Melissa d’Acques erschaffen wurde, einer Kindsfrau, deren Erschaffer nicht erwähnt wird.

Weltenbauerisches Fazit:

Man muss gut aufpassen, wenn man bereits vorhandene Konzepte verwenden und gleichzeitig die eigene Fantasie frei fließen lassen möchte. Schnell kann das ins Auge gehen – entweder enthält das Konzept dann viel zu wenige eigene Elemente oder ist so weit weg vom Original, dass man das Konzept nicht mehr wiedererkennt und kein ernsthafter Fan die Neufassung akzeptiert.

In “Anno Dracula” erfolgt das Modernisieren auf eine Art, die jeden Liebhaber der viktorianischen Literatur zufriedenstellen dürfte – während gleichzeitig auch die Fans von Horrorvampiren à la Dracula auf ihre Kosten kommen.

Newman fügt seine eigene Figur Geneviève nahtlos in ein Kaleidoskop aus zahlreichen, bunten Gestalten ein und verwebt das Ganze zu einer Welt, die ganz und gar viktorianisch ist.

Somit ist “Anno Dracula” ein Paradebeispiel für die Modernisierung eines klassischen Romankonzeptes.

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Weltengeflüster Februar 2015

Der Februar war wieder vergleichsweise still – möglicherweise liegt das nicht zuletzt daran, dass der Februar sehr kurz ist- wir haben dennoch einige Februarlinks und News für euch gesammelt.

Der erste Eintrag ist dabei nicht einmal neu, wurde von mir jedoch diesen Februar erst entdeckt – es handelt sich um den auf Ansereg veröffentlichten Aufsatz, in dem mit dem elbischen Liebesleben und den Gerüchten über Selbiges ein wenig aufgeräumt wird. Für alle, die ihn noch nicht kennen, eine interessante Neuentdeckung.

Vermutlich kursiert über kaum eine andere Epoche so viel Halbwissen und so viel Unsinn, wie über das Mittelalter. Hiltibold befasst sich in seinem Artikel über Ärztinnen im Mittelalter mit dem Vorurteil, Frauen dürften damals pauschal keine Medizin studieren oder praktizieren. Die Wahrheit ist, wie üblich, weitaus komplizierter.

Auf Moviepilot wurde über eine der absurdesten Schulsuspendierungen geschrieben, von der ich je lesen durfte. Was passiert, wenn ein Grundschüler mit dem angeblich echten Ring der Macht behauptet, er könnte damit einen Mitschüler verschwinden lassen?

Lego – Spielzeug für kleine und große Kinder. Wen wundert es da, dass es demnächst, wie von Geeksaresexy angekündigt, auch ein Dr. Who-Set erscheint?

Stephanie Meyer und einige Sponsoren haben zu einem Wettbewerb aufgerufen, bei dem die Twilight-Fans Fanfiction in Form von Kurzfilmen einreichen durften Einzige Bedingung war, dass dabei keine Original Characters (selbsterfundene Figuren der Fanfiction-Autoren) vorkamen und nicht an den Gesetzen des Canons herumgeschraubt wurde (also z.B. kein Slash zwischen im Franchise heterosexuellen Figuren, kein “Bella ist ein Werwolf”-AU etc.). Die Gewinnerfilme stehen inzwischen fest.

Auf Arts.Mic entdeckten wir, dass drei große Fragen aus dem Harry-Potter-Universum von J. K. Rowling gelöst wurden. Unter anderem, wieso der Horcrux in Harry nicht schon vernichtet wurde, als der Basilisk ihn im zweiten Band vergiftete.

Inzwischen hat sich das Problem zwar gelöst, aber dennoch ist es wichtig, auf etwas aufmerksam zu machen, das einer lieben Autorenkollegin passiert ist. Marie Grasshoff wunderte sich, wieso ihre Einnahmen eingebrochen sind – der Grund war eine Frechheit seitens Amazon. Liebe Selfpublisher unter unseren Lesern, passt auf eure Margen auf und schaut schnell nach, wenn euch irgendetwas Komisches auffällt!

Spiderman gehört allem Anschein nach – obwohl von Marvel erschaffen – zu Sony und Marvel/Disney haben keine Rechte am Spinnenmann. Oder besser gesagt, hatten keine Rechte. Nun scheinen sich Marvel und Sony zusammengetan zu haben, um es möglich zu machen, Spiderman in das allgemeine Marvel-Universum wieder einzubinden. Hierzu gleich zwei Quellen, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Geschichte beleuchten – auf Tor.com steht der Fokus stärker auf den Erscheinungsdaten von Filmen, während Fantasy Faction mehr Wert auf das Gesamtbild der Geschichte legt.

Was wäre, wenn… Nintendo sämtliche Rechte an “Harry Potter” aufgekauft hätte? Auf unseen64 könnt ihr die ganze Geschichte lesen – inklusive, wieso es nicht zu Stande gekommen ist – und einen Blick auf damalige Artworks werfen. Es lohnt sich!

Ihr kennt “Game of Thrones” und dessen Romanvorlage “A Song of Ice and Fire” vermutlich mindestens aus Gerüchten als nicht gerade die Gesundheit fördernd und dafür berüchtigt, die Regel “Kill your darlings” lieber einmal zu oft anzuwenden. Doch das Franchise rettet auch Leben – oder gleich eine ganze Ziegenart in Island, berichtet man auf Tor.com.

Und wo wir ohnehin schon in Westeros sind – auf Fantasy Faction erschien ein Artikel, der sich wie ein Kurzreiseführer durch den Norden des Kontinents ausnimmt. Mit einer feinen Prise Sarkasmus.

Es gab eine Zeit, da galt es als unladylike, als Frau Unterhosen zu tragen. Auf “Risky Regencies” schreibt Isobel Carr über die schwierige Geschichte der Damenunterhose im neunzehnten Jahrhundert.

Dass Pen & Paper automatisch bedeutet, dass alle Spielfiguren ihre Kleidung anbehalten – davon gehen vermutlich die Drehbuchschreiber aus, die einem Rollenspieler einen Spitzhut aufzusetzen pflegen. Dass dem nicht so ist, beschreibt überspitzt die Zeitzeugin mit ihrer Liste von 10 Sextypen im Rollenspiel.

“Do you want to build an army?” *singt* In dem Fall ist der Artikel darüber auf Fantasy Faction recht nützlich und behandelt auch den Aspekt “Armeen mit Magie” und “Armeen mit Psi-Kräften”.

Zwei Anthologien aus dem Hause “Jurassic London” – das bedeutet, dass die Einnahmen gespendet werden – wurden auf Tor.com vorgestellt: “Jews Against Zombies” und “Jews Against Aliens”. Wieso auch nicht?

Eine weitere Tor.com-Story beinhaltet ein Geheimnis, das wohl nur Sherlock Holmes lösen könnte – ist eine verschollene und wiederaufgetauchte Geschichte aus dem Holmes-Universum wirklich von Sir Arthur Conan Doyle?

Stellvertretend für alle anderen Blogposts zum Thema “Zehn Bücher übers Wetter” verlinken wir hier Tintenelfes Zusammenstellung. In Schreibratgebern wird das Wetter oft genug eher schlecht geredet – zu Unrecht, denn manchmal ist das Wetter durchaus wichtig für Story und Stimmung.

Das Weltengeflüster für den Februar müssen wir mit einer traurigen Nachricht abschließen. Am 27. Februar ist Leonard Nimoy, den Meisten, ob Trekkie oder nicht, vor allem als der Schauspieler von Mr. Spock bekannt, im Alter von 83 Jahren verstorben.
In meinem Feed hatte ich zahlreiche Nachrufe auf ihn, aber ich möchte auf den Wikipedia-Artikel über sein Leben verlinken. Denn er war nicht nur Spock, er spielte seit 1951 auch in zahlreichen Filmen mit, brachte Gedichtbände mit eigenen Fotografien heraus, musizierte und führte Regie.
Mit anderen Worten: He lived long and prospered.

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster März verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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Fallstudie: Randgruppen und der Umgang mit Diskriminierung in “Harry Potter” Teil 3 – #blogeha

Unsere Miniserie für die blogeha-Blogparade geht zu Ende – zum ersten Beitrag der Miniserie geht es hier und hier zu unserem Beitrag von letzter Woche.

Wir beschäftigten uns bisher mit seuxellen Minderheiten, Halbriesen, Meermenschen und Zentauren. Im Abschlussbeitrag geht es um Hauselfen, Muggel und, last but not least, dem Verhältnis der Zauberer untereinander.

Hauselfen

Die Sache mit den Hauselfen ist nicht ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick wirkt – denn hier gibt es mehrere Aspekte, die hineinspielen.
Diese Geschöpfe verfügen über eine eigene, recht mächtige Form der Magie: Sie können an Orte apparieren, die für Zauberer nicht auf diese Weise zugänglich sind, Gegenstände schweben lassen und mehr – als Ergebnis jahrhundertelanger Versklavung und Gehirnwäsche durch die magische Gesellschaft können sie diese jedoch nur begrenzt einsetzen, wenn es nicht gerade darum geht, den Willen „ihrer“ Zaubererfamilie zu erfüllen. Das Tragen von Zauberstäben ist ihnen per Gesetz untersagt.
Nur wenige sind so willensstark wie Dobby und in der Lage, sich willentlich den Befehlen zu widersetzen –  wobei Dobby trotz seiner Willensstärke dennoch den Drang verspürt, sich für schlechte Äußerungen über die Malfoys zu bestrafen. Hauselfen können jedoch, wenn sie ihre Meister nicht mögen, nach Lücken in den Befehlen ihrer Meister suchen und diese ausnutzen – so hat Kreacher, als Sirius ihn aus der Küche werfen wollte, das Haus verlassen und Sirius an Bellatrix und Narcissa verraten.
Hauselfen in Hogwarts gibt es im Übrigen schon seit der Zeit der vier Gründer – Helga Hufflepuff ist es zu verdanken, dass misshandelte und schlecht behandelte Hauselfen aus ganz Großbritannien in Hogwarts Schutz und Arbeit finden können.
Versklavung – und die Selbstverständlichkeit, mit der die Zaubererwelt diese annimmt, ist ein Teil des Problems um die Diskriminierung der Hauselfen. Ein anderer Teil ist die Herangehensweise von Hermine an das Hauselfenproblem. Hermine versucht nämlich bei ihrem Kreuzzug für die Elfenrechte anfangs nicht, das Wesen der Hauselfen zu verstehen und ihre Mentalität in ihre Befreiungsaktionen mit einzubeziehen.
Sie ist der festen Meinung, dass genau ihre Art von Freiheit auch für die Hauselfen die ideale Form der Freiheit zu sein hat. Statt sich also mit den Freiheitskonzepten und dem Glückskonzept von Hauselfen auseinanderzusetzen, versucht sie auf Gedeih und Verderb, sie zu befreien. Bis hin dazu, dass sie selbstgestrickte Kleidung überall im Gemeinschaftsraum der Gryffindors versteckt. Damit erreicht sie allerdings nur, dass fortan nur noch Dobby sich traut, diesen Raum zu reinigen und zusätzliche Arbeit hat. Die übrigen Hauselfen meiden den Raum, weil sie nicht befreit werden wollen. Für die meisten anderen Hauselfen ist es schließlich eine Schande, von ihrer Familie freigelassen und somit gleichsam verstoßen zu werden.
In gewissem Sinne betreibt Hermine also – wenn auch mit guten Absichten – Kulturimperialismus. Das könnte man beispielsweise mit den Missionsbemühungen der Christen in der Dritten Welt heute und den Missionaren der Vergangenheit vergleichen – ohne darauf einzugehen, wie glücklich oder unglücklich die Bewohner der missionierten Landstriche tatsächlich sind, wurde ihnen auf „Teufel komm raus“ der christliche Glaube samt den christlichen Glücksvorstellungen aufgepropft. Daraus entstanden und entstehen zahlreiche Spannungen nicht zuletzt innerhalb der so zwangsmissionierten Bevölkerung, aber auch faszinierende Mischreligionen und neue Kulturen.
Später begreift Hermine tatsächlich, dass ihr B.Elfe.R-Ansatz nicht der Richtige war und ändert ihre Vorgehensweise während ihrer eigenen Zeit beim Ministerium.
Ja – es ist wichtig, den Hauselfen zu helfen und ihnen mehr persönliche Freiheiten zuzugestehen – aber nicht auf eine Weise, mit der die Hauselfen nichts anfangen können.

Keine frohe Nachbarschaft – Magier und Muggel

Für manche Magier, die besonders auf ihr reines Blut bedacht sind – also beispielsweise die meisten Mitglieder der Familie Black oder die Malfoys – sind Muggel Menschen zweiter Klasse.
In der Regel gehen sich Magier und Muggel aus dem Weg – nicht zuletzt wegen des Gesetzes zur Geheimhaltung der magischen Welt, die es den Welten verbietet, aufeinanderzutreffen. Dennoch muss das Ministerium Gesetze zum Schutz der Muggel erlassen, um zu verhindern, dass besonders radikal eingestellte Zauberer Muggeln zum Spaß verzauberte Gegenstände, Tiere aus magischer Zucht und andere Dinge verkaufen. So erzählt Arthur Weasley von Zauberern, die Muggeln schrumpfende Schlüssel und aggressive Teesets verkaufen. Auch Angriffe auf Muggel wie bei der Quidditchweltmeisterschaft 1994 sind durch Muggelschutzgesetze verboten.
Die feindliche Einstellung rührt nicht nur von den Hexenverfolgungen in der Vergangenheit her – die im Grunde genommen für wahre Hexen und Zauberer nie wirklich gefährlich wurden – sondern auch von schlichtem Unwissen der Zauberer in Bezug auf die Lebenswelt der Muggel. Nicht umsonst gibt es in Hogwarts ein Fach namens Muggelkunde – dennoch sieht man gerade am Verhalten von vermeintlichen Muggelexperten wie Arthur Weasley, dass auch in diesem Unterricht vermutlich viel Unsinn und gefährliches Halbwissen vermittelt wird.
Vom Hass auf Muggel bis zum Hass auf Muggelstämmige ist es nicht weit – Hermine als Kind zweier Muggel ist eine der besten Schülerinnen, die Hogwarts je hatte. Dennoch wird auf sie herabgesehen und Draco Malfoy nimmt sich das Recht heraus, sie zu beschimpfen, wann immer ihm danach ist. Der Hass auf Muggelstämmige erreicht seinen Höhepunkt während der Schreckensherrschaft von Voldemort – das Ministerium behauptet, Muggelstämmige hätten in Wahrheit einem Zauberer oder einer Hexe den Zauberstab gestohlen und werden gejagt und verurteilt. Harry, Ron und Hermine platzen sozusagen bei ihrem Einbruch ins Ministerium in einen solchen Prozess hinein und können die Angeklagte befreien.
Vermutlich liegt hier kodiert auch der Grund vor, aus dem Muggelstämmige bei besonders radikalen Reinblütern so verhasst sind – Reinblüterfamilien versuchen, untereinander zu heiraten, um “das Blut reinzuhalten”. Dass dabei genpoolbedingt vermehrte Probleme auftreten und die Familien darum aussterben, gilt natürlich nicht nur für Zaubererfamilien.
Muggelstämmige bringen hier sozusagen frisches Blut in die Zauberwelt – und reiben unbewusst (und unabsichtlich) den Reinblütern ihr Aussterben und die Notwendigkeit mit Zauberern “vermischten Blutes” Familien zu gründen, unter die Nase. Als vermeintliche Elite fühlen sie sich von diesen Menschen besonders bedroht und reagieren aggresiv.
Ein Zustand, den man auf sehr viele Bereiche im Leben  und in der Geschichte übertragen könnte. Von harmlosen bis hin zum Rassenwahn der Nazis.
Anders sieht es mit sogenannten Halbblütern aus – von einem Großteil der magischen Gesellschaft akzeptiert und völlig normal behandelt, gibt es dennoch Einzelne, für die auch halbblütige Zauberer weniger wert sind als Kinder zweier Zauberer. Die zwei bekanntesten Beispiele sind Snape und Voldemort – beide verbergen vor ihren Freunden (und im Falle von Voldemort Anhängern) ihren Muggelvater, da sie in ihrem angestrebten reinblütigen Freundeskreis sonst ausgeschlossen worden wären.
Hier ist der realweltliche Vergleich zum faschistischen Konzept der “Rassenschande” nicht abwegig.

Hausangst – Hausstolz

An einer Stelle sagt Hermine offen, dass sie nicht viel von Quidditch hält – denn es bringt den Hass zwischen den Häusern auf ein neues Level und festigt die Rivalität der Häuser, statt für Einigkeit zu sorgen.
Auch die Punktewettbewerbe der Häuser haben einen ähnlichen Effekt – jedes Haus versucht natürlich, die meisten Punkte zu erringen und sich gegen die anderen Häuser durchzusetzen.
Die Häuserrivalität stammt noch aus der Gründerzeit – denn die Häuser entstanden in erster Linie, weil sich die Gründer nicht darauf einigen konnten, wer ein Anrecht auf Unterricht in Hogwarts haben sollte. So erhielt jeder Gründer ein Haus, in das er oder sie die Schüler aufnehmen konnte, die der jeweilige Gründer für besonders geeignet hielt.
Diese Rivalität setzte sich mit den Jahrhunderten fort und vertiefte sich – denn der Sprechende Hut, der nach dem Tod der Gründer die Auswahl übernimmt, sortiert in ihrem Sinne nach den stereotypen Festlegungen von vor 1000 Jahren.
Dadurch vertiefen sich die Unterschiede zwischen den Häusern über die Jahrhunderte – bis die jeweiligen Häuser einen bestimmten Ruf erlangen, der sich auf ihre Schüler auswirkt – ob bewusst oder unbewusst.
Mehrere Szenen illustrieren dies – schon im ersten Band, bei der Begegnung zwischen Harry und Draco, spricht Draco davon, dass in “Hufflepuff” sozusagen nur Luschen wären und er auf keinen Fall in diesem Haus landen möchte. Statt dessen möchte er in das Haus seiner Vorfahren – nach Slytherin. Hinter seiner arroganten Haltung steckt eine Unsicherheit – es ist nicht nur so, dass Draco nach Slytherin möchte – es ist auch schwer abzusehen, was ihn zu Hause oder in der Post erwartet hätte, wenn er die Familienerwartungen nicht erfüllt und in ein anderes Haus einsortiert worden wäre. Wie hätte sein Vater reagiert? Wie die reinblütigen Kinder, mit denen er vielleicht aufgewachsen ist? Hätten sie ihn gemobbt, wenn er ein Hufflepuff geworden wäre? So wurde es für Draco zu einer Notwendigkeit, in das Haus mit dem richtigen Ruf einsortiert zu werden.
Hagrid erzählt Harry die andere Seite der Häuserdebatte – unter den Nicht-Reinblütern, liberalen Zauberern und für viele andere Zauberer ist nicht Hufflepuff, sondern Slytherin das Haus mit dem Stigma – denn es ist das Haus, in dem Voldemort in seiner Schulzeit gewesen ist und aus dem angeblich die meisten “bösen” Zauberer stammten. Nicht zuletzt, weil Slytherin einen so schlechten Ruf hat, möchte Harry nicht in dieses Haus einsortiert werden und bittet den Sprechenden Hut darum, woanders unterzukommen. Zu diesem Zeitpunkt weiß Harry nichts über Hogwarts oder die Häuser – er ist neu in der Zaubererwelt – doch er wurde bereits durch den Ruf der Häuser und deren Auswirkungen auf den eigenen Ruf und ein soziales Leben so weit beeinflusst, dass er als Unbeteiligter ein Haus samt dessen Schülern nicht leiden kann.
Nicht umsonst lässt Rowling die Reihe mit einer Szene enden, in der Albus Severus von seinem Vater wissen möchte, ob er auch dann noch von ihm geliebt und akzeptiert wird, wenn er nach Slytherin geschickt wird. Und Harry zeigt, dass er innerhalb von sieben Bänden die Lektion zum Thema “Häuser in Hogwarts” gelernt hat.

Fazit

“Harry Potter” – eine Allegorie auf die Toleranz, die Freundlichkeit und den Respekt, den man seinen Mitmenschen schuldig ist, egal welcher Nationalität, Konfession oder sonstiger Untergruppe der Mitmensch auch angehört.
Wichtige Botschaften des Miteinanders sollten Kinder idealerweise schon sehr früh lernen, doch auch erwachsene Menschen können durch Bücher, in denen das richtige Verhalten vorgelebt und falsches Verhalten angeprangert wird, zu besseren Menschen werden.
Von den zahlreichen Welten, die gebaut wurden, ist die Potterwelt eine der am Stärksten schon in ihren Grundanlagen mit Moral durchsetzten Welten.

Kennt ihr andere Welten, ob Bücher, Filme, Comics oder Videospiele, in denen gegen Hass und für Toleranz gekämpft wird?

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Fallstudie: Randgruppen und der Umgang mit Diskriminierung in “Harry Potter” Teil 2 – #blogeha

Diese Woche geht es mit unserem Beitrag für die #blogeha-Blogparade weiter – hier geht es zum Posting der letzten Woche, wo es um sexuelle Randgruppen und magische Hybriden ging.

„Infizierte“

Gemeint sind hier vorrangig Werwölfe – der Versuch, etwas über die Vampire im Potterverse herauszufinden, endete nahezu erfolglos, man weiß nur, dass es Gesetze gibt, die diese Wesen daran hindern, willkürlich von den Zauberern abgeschlachtet zu werden. Außerdem gibt es einen Sänger, der Halbvampir ist. Ansonsten ist über diese Gruppe jedoch wenig bekannt.

Über die zwei Seiten, die ein Werwolfdasein in der Potterwelt annehmen kann, schrieben wir bereits, als wir Lupin und Greyback verglichen und einen Blick auf die Gesetzgebung rund um Werwölfe warfen:

In der Welt von “Harry Potter” bleibt nichts unreguliert. Werwölfe gelten als Tierwesen mit der höchsten Gefährlichkeitsstufe – und auch wenn sie die meiste Zeit des Jahres völlig harmlos sind, werden sie trotzdem diskriminiert und haben kaum eine Chance, öffentliche Schulen zu besuchen oder eine Anstellung zu finden.
Es gibt zwar eine Behörde, die sie unterstützen soll, diese kann jedoch im Alltag so gut wie nichts ausrichten.
Außerdem ist es nicht möglich, das eigene Werwolfsein geheimzuhalten – es gibt ministeriumsintern geführte Listen, auf denen jeder Werwolf eingetragen ist.

Rowling selbst hat in einem Interview erzählt, dass Lykanthropie das magische Pendant zu HIV ist – und somit wiedergibt, wie Menschen mit HIV behandelt beziehungsweise diskriminiert werden. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist die Analogie gar nicht so abwegig, auch wenn die Auflagen an HIV-Erkrankte nicht so streng sind wie die für Werwölfe.
So gibt es zwar eine (anonymisierte) Meldepflicht, diese erfolgt jedoch nicht namentlich, sondern dient nur dazu, die Zahlen erfassen zu können. Außer in genau erfassten Ausnahmefällen muss nur der behandelnde Arzt von der Krankheit wissen – und gerade bei beispielsweise Zahnärzten auch der nicht einmal zwingend. Nur bei Lebensversicherungsabschlüssen ist der Betroffene verpflichtet, wahrheitsgemäß über die Krankheit zu informieren.*
Anders bei Werwölfen – wie oben zitiert, werden Werwölfe in Listen zentral vom Zaubereiministerium erfasst. Außerdem gelten sie nicht mehr als Menschen, sondern werden den Bestien zugeordnet, wodurch sie von einigen entsprechend eingestellten Mitgliedern der magischen Gesellschaft als minderwertig und gefährlich angesehen werden.

Werwölfe gelten somit als nicht einstellbar – kaum ein Arbeitgeber möchte einen Mitarbeiter haben, der als Bestie der höchsten Gefährlichkeitsstufe eingestuft wird. Dadurch werden Werwölfe automatisch an den Rand der magischen Gesellschaft gedrängt und kriminalisiert. Das führt zu Verhalten wie dem von Fenrir Greyback, der vermutlich als Rache für sein durch das Werwolfdasein verpfuschtes Leben möglichst viele Kinder beißt und sich tatsächlich so grausam verhält, wie die Vorurteile behaupten. Sein Verhalten ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.
Analog hierzu gibt es tatsächlich HIV-Infizierte, die sich so sehr von der Gesellschaft abgestoßen und diskriminiert fühlen, dass sie es sich zum Ziel machen, auf irgendeine Weise möglichst viele Unschuldige anzustecken – während es gleichzeitig viele anständige Menschen gibt, die unter der Gesellschaft zu leiden haben, auf die jedoch das Verhalten der aggressiven Erkrankten oft mit zurückfällt.

Ein Wesen um die Zauberwesen!

Die Sache mit den Zauberwesen in der Harry-Potter-Welt ist kompliziert. Es gab mehrere Versuche der Klassifikation – von „alles, was auf zwei Beinen laufen kann“ (was zwar Geister ausschließt, dafür jedoch auch Trolle oder riesige Frettchen umfassen könnte) bis hin zu „alles, was die menschliche Sprache sprechen kann“ (womit Geister zwar wieder im Rennen wären – Trolle jedoch nicht aus dem Rennen, da sie die menschliche Sprache theoretisch lernen könnten…), letztendlich einigte man sich auf „intelligent genug, um für die eigenen Rechte politisch einzustehen und politische Mitsprache zu erhalten“.
Geister bilden dabei zusammen mit lebenden Portraits und ähnlichen Geschöpfen eine eigene Klasse – die Gewesen, Dementoren gehören zu den „Nicht-Wesen“.
Hier tritt eine Form der Diskriminierung zutage, die vielleicht dem „defensiven Rassismus“ aus dem letzten Posting ähnelt – Zentauren und Meermenschen wären der Definition zufolge nämlich auch Wesen mit den entsprechenden Rechten bei der politischen Mitbestimmung in der Zauberwelt. Sie weigern sich allerdings, denn dann wären sie auf einer Stufe mit Wesen wie Vampiren und Sabberhexen – die sie widerum verachten. Also nehmen sie lieber einen niedrigeren Status als Tierwesen in Kauf, zusammen mit allen daraus entwachsenenden politischen Folgen.
Aus ähnlichen Gründen bilden auch Geister eine eigene Klasse – sie fanden, der Begriff „Zauberwesen“ wäre zu sehr auf Lebewesen fixiert und Geister wären nun mal… tot.

Die Zuordnung ist aber auch sonst nicht immer ideal – so hätten Sphinxen, die Riesenspinne Acromantula und andere Wesen durchaus ausreichend Intelligenz, um eine politische Mitsprache in der Zaubererwelt zu verdienen, fressen jedoch mit einer gewissen Vorliebe Menschen und sind darum ohne politisches Mitspracherecht. Das beißt sich natürlich ein wenig mit den als Zauberwesen eingestuften Sabberhexen, die schließlich mit Vorliebe kleine Kinder verspeisen!

Zentauren beispeilsweise sind in der Harry-Potter-Reihe sehr stolz auf ihre Ahnenreihe – denn auch wenn sie wie ein Hybridwesen aus Mensch und Pferd aussehen, sind sie nichts dergleichen. Entsprechend wütend reagieren sie, wenn sie als Mischwesen oder gar als Tiere behandelt werden, wie in der Szene mit Umbridge gut zu erkennen ist.
Auch sehen sie sich aufgrund ihrer großen Intelligenz als den Menschen im Allgemeinen und den Zauberern im Besonderen übergeordnet. Sich von einem Menschen reiten zu lassen, sehen sie als Schande an.
Hier zeigt sich eine Form des Rassismus, die auf beide Seiten übergeht – während einige Zauberer Zentauren als Tiere ansehen (die nur in wenigen geschützten Wäldern „geduldet“ werden), sehen die Zentauren die Zauberer als minderwertig an. Durch die gegenseitige Arroganz wird ein Zusammenleben erschwert.
Hier zeigt sich Dumbledores besonderes Verhalten, als sowohl er als auch Firenze sich über die Vorurteile der jeweiligen Gruppe für das Wohl der Gesellschaft hinwegsetzen – Firenze kommt als Ausgestoßener nach Hogwarts, um dort als Lehrer zu arbeiten, was nach den gesellschaftlichen Konventionen der Zentauren eine Erniedrigung und ein NoGo darstellt. Dumbledore verwandelt für ihn ein Klassenzimmer in einen Teil des Verbotenen Waldes und gibt ihm so eine neue Heimat und eine Aufgabe. Beide Seiten begegnen sich mit Respekt und können die Vorurteile ihrer Völker überwinden.

Auch Meermenschen haben aus ähnlichen Gründen den Status „Zauberwesen“ abgelehnt und lassen sich lieber als Tierwesen klassifizieren, als sich auf eine Stufe mit Vampiren zu stellen. Außerdem haben sie nie die Beleidigung vergessen, als man ihnen einst den Zauberwesen-Status nicht zuerkennen wollte, weil ihre Sprache über dem Wasser nicht zu verstehen sei.
Im Vergleich zu Zentauren weiß man allerdings relativ wenig über sie – gesichert ist, dass sie eine reiche Kultur haben, Haustiere halten und Musik lieben.
Auch hier ist Dumbledore derjenige, der eine Brücke zwischen den Völkern schlägt: Entgegen der Behauptung, Meerisch könne an Land weder gesprochen noch verstanden werden, spricht er mit der Anführerin der Meermenschen ihre Sprache und erfährt so von Harrys außerordentlich mutigem Verhalten.

Fazit

Auch hier zeigt sich wieder, wie Rowling realgesellschaftliche Tendenzen der Gegenwart aufgreift und überspitzt in die Fiktion übersetzt, um der Welt einen Spiegel hinzuhalten.
Ihre Beschreibungen der Probleme im Leben eines Werwolfs sind bewusst an die Probleme der Menschen mit HIV angelehnt.
Ein anderes Problem zeigt sie mit ihren Beziehungen zwischen intelligenten magischen Wesen untereinander und den Schwierigkeiten einer externen Klassifizierung. Formulierungen wie „Wenn die da mitspielen dürfen, spiele ich nicht mit!“ kennen sicherlich alle aus ihrer Kindheit – in großem Maßstab kann eine solche Einstellung zu großen Problemen führen.

Nächste Woche gibt es den voraussichtlich letzten Artikel aus dieser Reihe.

*Quelle

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Fallstudie: Randgruppen und der Umgang mit Diskriminierung in „Harry Potter“ Teil 1 – #blogeha

Sarah Maria hat die wunderbare Blogparade „Blogger gegen Hass“ oder kurz #blogeha eröffnet. Lange haben fruehstuecksflocke und ich überlegt, was man unter dem Motto „Weltenbaublogger gegen Hass“ schreiben könnte – dabei liegt die Lösung auf der Hand. Vor einiger Zeit hatte ich selbst ein Erlebnis in Verbindung mit Harry Potter und Homphobie – was ein klares Zeichen dafür ist, dass es immer noch notwendig ist zu zeigen, dass „Harry Potter“ ein Zeichen gegen Hass setzt.
Und zwar gegen mehr Gruppen, als man allgemein annehmen würde.

Die Harry-Potter-Reihe ist ein Paradebeispiel dafür, wie schon von Kindesbeinen an ohne moralisch erhobenen Zeigefinger gezeigt werden kann, dass jeder Mensch und jedes Lebewesen es verdient, respektvoll und anständig behandelt zu werden. Dabei gibt es einige offensichtliche Beispiele für Diskriminierung – wie die von Remus Lupon als Werwolf – ebenso wie einige, die eher spielerisch verpackt werden, aber dennoch eine Rolle spielen.

Sexuelle Randgruppen

Erst nach Dumbledores Tod enthüllt Rita Kimmkorn die Wahrheit über seine Verbindung mit Gellert Grindelwald – Dumbledore war eng mit dem ambitionierten jungen Schwarzmagier befreundet. Rowling selbst enthüllte 2007, dass es auf Dumbledores Seiten mehr als nur Freundschaft war – er war in den jungen Mann verliebt. Umso schwerer muss es für ihn gewesen sein, dass ausgerechnet der geliebte Freund für den Tod seiner Schwester verantwortlich war und umso schmerzhafter, dass ausgerechnet Dumbledore derjenige sein musste, der Gellert Grindelwald aufhalten musste.
Es gibt keine direkte Diskriminierung im Buch selbst – man muss hier genauer lesen, um zu begreifen, wo das Problem liegt.
Zum Einen erfährt man erst nach Dumbledores Tod von dessen „sehr tiefgehender Freundschaft“ zu Grindelwald – es ist ein Geheimnis, das Dumbledores Ruf zu nachhaltig geschädigt hätte, um es offen zuzugeben. Hier könnte man natürlich dagegenhalten, dass dies nichts mit Dumbledores sexueller Orientierung zu tun hätte – sondern damit, dass er damit in den Verruf geraten wäre, potentiell mit den Dunklen Künsten zu sympathisieren. Auch das hätte Dumbledore seinen Job gekostet oder ihn daran gehindert, jemals Lehrer oder gar Schulleiter zu werden, wenn dies bekannt geworden wäre.
Zum Anderen wäre es vermutlich, wäre Dumbledores sexuelle Orientierung von Anfang an bekannt, seitens erwachsener Leser und Eltern zu merkwürdigen Äußerungen in Bezug auf die Mentor-Schüler-Beziehung zwischen Dumbledore und Harry gekommen. Hier spielt Rowling mit dem Klischee des per se immer schon alten und weisen Mentors, der weder ein Privatleben, noch sexuelle Vorlieben noch sonst eine andere Art von Charakter hat – abgesehen von der Eigenschaft als alter und weiser Mentor für einen jungen Menschen. Das hinterfragt kaum ein Leser, denn der Mentor ist eine feste Fantasytrope. Bei einem homosexuellen Dumbledore jedoch gingen mit Sicherheit einige Leser auf die Barrikaden, da automatisch Vorurteile einsetzen würden.
Hier ist der Leser jedoch gezwungen, seine Vorurteile zu hinterfragen – alte, homosexuelle Männer können nämlich trotzdem noch wunderbare Mentoren sein, die ihren Schützlingen gegenüber rein (groß)väterliche Gefühle entgegenbringen. Sie nur aufgrund dessen automatisch zu kriminalisieren, ist falsch und schürt unnötigen Hass.

Nicht direkt thematisiert, aber naheliegend ist, dass Charlie Weasley asexuell und aromantisch ist. Rowling selbst beantwortete die Frage in Hinblick auf Charlie sinngemäß mit „nein, er steht nicht auf Männer – aber er ist auch nicht sonderlich an Frauen und Beziehungen interessiert“.
Auch wenn es nicht direkt im Buch thematisiert wird, kann man sich bei einem Familienmensch wie Molly Weasley vorstellen, dass Charlie regelmäßig zu hören bekommt, wann er endlich eine Familie gründet und sesshaft wird – was für jemanden, der an Familie, Beziehungen und Kindern gar nicht interessiert ist, vermutlich mehr als nervig ist.

Hybriden

Das wohl auffälligste Beispiel für eine diskriminierte und von weiten Teilen der Gesellschaft negativ wahrgenommene Gruppe sind die Halbriesen. Man sieht einem Halbriesen notgedrungen auf den ersten Blick an, dass er oder sie ein Halbriese ist – die Halbriesen, die in den Büchern vorkommen, sehen aus wie Menschen. Allerdings sind sie ungefähr dreimal so groß.
Bezeichnenderweise ist die erste Begegnung mit einem Halbriesen in der Reihe die Begegnung mit Hagrid – und Rowling macht hier eindeutig klar, dass der große und bärtige Mann zwar auf den ersten Blick furchteinflößend wirkt, dies jedoch keineswegs zwingend den Charakter des Wesens widerspiegeln muss.
Hagrid ist einer der freundlichsten und sanftesten Charaktere der Reihe, ein treuer Freund, der immer an das Gute in anderen Wesen glaubt – sogar dann, wenn sie erkennbar gruselig aussehen oder tatsächlich potentiell gefährlich sind. Denn er erkennt in ihnen nicht nur eine Gemeinsamkeit mit dem eigenen Schicksal – furchterregendes Äußeres, das potentielle Freunde abschreckt und darum aus Prinzip seinen Beschützerinstinkt und sein Mitgefühl weckt – sondern weiß aus eigener Erfahrung, wie weh die Ablehnung aufgrund von Äußerlichkeiten tun kann und versucht, den Effekt bei seinen Mitwesen zu mindern.
Dieser Aspekt des Halbriesendaseins entspricht einem Aspekt des Rassismus, der oftmals direkt hinter der Haustür lauern kann. Es gibt Menschen, die für den Durchschnittseuropäer optisch ungewöhnlich aussehen – und Fremdes löst bei manchen Menschen automatisch Angstgefühle aus. Wenn darüber hinaus noch Gerüchte geschürt werden, eine bestimmte Gruppe sei gewalttätig oder gefährlich, wird alles Fremde angstvoll beäugt. Riesen gelten als gewalttätig und grausam, also wird vermutet, auch Halbriesen wären gewalttätig und grausam – man ersetze „Riesen“ mit einem Volk, gegen das man aufhetzen will und Halbriesen mit „Einwanderer aus diesem Volk“ und man hat die Parolen diverser rechter Gruppen.

Das Halbriesenklischee lässt sich jedoch auch weniger metaphorisch auf Menschen ummünzen, denen man ansieht, dass ihre Elternteile ursprünglich aus verschiedenen Nationen stammen – und die dafür diskriminiert wurden und werden.

Ein anderer interessanter Halbriesenaspekt tritt bei der Ankunft von Olympe Maxime zu Tage – und wird hier grotesk überspitzt dargestellt. Wer einer Randgruppe angehört, hat oftmals den Wunsch, sich mit anderen Mitgliedern der selben Randgruppe zusammenzuschließen – besonders wenn die Gruppe zahlenmäßig sehr klein ist. Aus diesem Grunde ist es nicht verwunderlich, dass Hagrid sich zu der als riesengroß, aber sehr schön beschriebenen Olympe Maxime hingezogen fühlte.
Als er sie jedoch darauf anspricht, er hätte noch nie eine andere Halbriesin getroffen, reagiert sie beleidigt und verleugnet ihr Halbriesenerbe – sie redet sich auf große Knochen hinaus und weigert sich eine gewisse Zeit, sich weiterhin mit Hagrid zu treffen.
Hier wird eine sehr interessante Seite des Rassismus angesprochen, deren Thematisierung gerade in der Fantasyliteratur für Kinder und Jugendliche normalerweise eher selten ist – nämlich die Tatsache, dass Opfer von Rassismus selbst zu einer Art defensivem Rassismus neigen.
Nicht umsonst heißt es, dass die stärksten Hasser und Hetzer gegen eine Gruppe mit großer Wahrscheinlichkeit selbst dieser Gruppe angehören – es handelt sich hierbei um eine Taktik, die dazu dient, jeden potentiellen Verdacht der Gruppenzugehörigkeit von sich zu weisen, um selbst nicht diskriminiert zu werden.
Diese Taktik ist gefährlich, da sie sich unweigerlich gegen den Anwender wendet – und im Falle von Olympe Maxime wird aufgezeigt, dass sie besonders lächerlich und sogar wirkungslos ist, denn ihre Behauptungen halten Cornelius Fudge nicht davon ab, Dumbledore zu fragen, ob ihm eigentlich bewusst ist, wer diese Frau sei, die er auf dem Schulgelände beherbergt.

Vorläufiges Fazit

An dieser Stelle müssen wir notgedrungen splitten, da der Artikel sonst längentechnisch ungefähr fünf mal so lang wird, wie wir unsere Artikel um der Leserfreundlichkeit willen sonst zu halten pflegen – dabei gäbe es noch sehr viel über magische Geschöpfe (Kobolde, Zentauren, sogenannte „Sabberhexen“), den besonderen Status von Hauselfen und Hermines Aktivismus gegen diesen Status, Werwölfe und weitere Aspekte der Diskriminierung in den Büchern zu sagen.
Da wird es noch mindestens einen, vielleicht auch zwei Artikel geben müssen.
Fakt ist, dass Rowling in ihrer Romanwelt ein Plädoyer gegen Hass und Diskriminierung verankert hat, das Ihresgleichen sucht und es wert ist, vielfältig ausgelotet zu werden.Egal ob man dem eigenen Kind von Anfang an Toleranz und Respekt vermitteln möchte, oder erwachsenen Lesern ohne moralischen Zeigefinger Beispiele für hassfreies Verhalten zeigen will – der Griff zur Harry-Potter-Reihe liegt nahe.
Autoren, die selbst gegen Hass und Diskriminierung anschreiben wollen, sollten auf jeden Fall bei diesen Büchern in die Lehre gehen, um zu sehen, wie vielfältigste Aspekte all-age-gerecht verpackt werden können.

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Weltengeflüster Januar 2015

Zusammen mit dem Schnee schmilzt auch die Zurückhaltung der Weltenbaublogger – in unserem Feedreader tut sich wieder etwas. Fast, als wären alle Weltenbaublogger wie Captain America den Winter über im Eis eingeschlossen gewesen und müssten im Januar alles verbloggen, was ihnen derweil durch den Kopf ging.
Wir haben Kurioses, Ästhetisches, Historisches und Einmaliges aus dem Netz zusammengetragen.
Viel Spaß beim Stöbern im pünktlichen Weltengeflüster!

Einen spannenden Einstieg gibt mit einem neuen What if? des xkcd-Zeichners. Wenn das erste Lachen eines Babys eine Fee erzeugt und Feen unsterblich sind – wie viele Feen gibt es dann?

Spitznamen können mehr über jemanden aussagen, als der Name, den sie von sich aus besitzen. Und Spitznamen in Büchern sind ein spannendes narratives Mittel, um Figuren zu charakterisieren. Auf Tor.com seht ihr, welche Macht Spitznamen in Westeros haben.
Ebenfalls auf Tor.com auch ein Artikel über seltsame Dinge, die gebildete Viktorianer in ihrer Freizeit so getan haben – darunter auch astrale Reisen durch unser Sonnensystem. Denn manchmal schreibt das echte Leben schrägere Geschichten, als ein Schriftsteller sich trauen würde. Habt den Mut, so richtig schön skuril zu sein, Kollegen! Skuriler als das Leben können wir wohl sowieso nicht sein…
“Harry Potter” wird mal wieder neu aufgelegt – im Oktober erscheinen bei Scholastik (dem amerikanischen Verlag) und Bloomsbury (dem britischen Verlag) die jeweiligen vollständig illustrierten Ausgaben des ersten Bandes. Ein paar Bilder gibt es schon vorab zu sehen. Würdet ihr euch eine solche Edelausgabe auf Englisch kaufen?
Ergänzent zu unserem Artikel zum Thema “Harry Potter und Latein” gibt es außerdem einen Artikel, der sich genauer mit der Linguistik hinter einzelnen Zaubern befasst.

Auch wenn heute der erste Februar ist – auf Nebelecho gibt es einen Schreibkalender zum Download, der jeden Monat zu eurem persönlichen NaNoWriMo machen könnte. Die Sternchen werden mir nicht angezeigt, da ich ihn mit OpenOffice Calc verwende, aber er ist unfassbar motivierend für alle, die mit Wordcounts produktiver schreiben.

Hiltibold bietet einen sehr ausführlichen Einblick in die Toilettenanlagen der Römer – wessen Romanwelt also an der Antike ausgerichtet ist oder wer historische Fantasy zur Römerzeit schreibt, findet hier zusätzliche Informationen.
Obwohl es unzählige im Pseudomittelalter spielende Fantasy- und Liebesromane gibt, gibt es kaum eine Epoche, über die es mehr oder seltsamere Vorurteile gäbe. Wer hat beispielsweise eigentlich mit der Behauptung angefangen, man hätte sich beim Essen die Hände immer an der Kleidung abgewischt? Hygiene und Essmanieren waren durchaus wichtig!

Mögt ihr Drachen auch zum Fr… äh, Essen gern? Boredpanda.com berichtet über eine schwedische Künstlerin, die Smaug aus Lebkuchen nachgebaut hat. Fast zu schön, um hinterher aufgegessen zu werden!

Fantasy Faction analysiert den typischen Ablauf einer A-Team-Folge – und wie man die nutzen kann, um einen Roman zu plotten. Wobei zahllose Serienschreiber und Trickfilmzeichner sich bereits eines ganz ähnlichen Schemas für ihre Geschichten bedienen. Welche fallen euch sofort ein?
Zu diesem Beitrag rund um die Bedeutung der modernen Mittelerdeadaptionen möchte ich eigentlich nichts hinzufügen. Er spricht wunderbar für sich und besonders die, denen die Filme nicht nah genug an den Büchern waren, sollten ihn sich aufmerksam durchlesen.
Außerdem gibt es hier einen Artikel über die Rolle von Symbolen beim Weltenbau – und einen kleinen Überblick über kulturelle Symbole.

Sehr philosophisch wird es beim Buchblog um die Ecke – denn auch wenn es immer noch Menschen gibt, die die “Harry-Potter”-Reihe als “Kinderkram” bezeichnen und der Meinung sind, aus einer Fantasygeschichte seien keine Werte zu ziehen, wird dort sehr eindrucksvoll beschrieben, was man aus den Romanen lernen kann. Und zwar menschlich gesehen.

Zum ersten Mal dabei ist Weltenbau Wissen rund um das Thema “Mit der Karte beginnen oder besser nicht?” Für Viele gehört eine Karte fest zu einem Fantasyroman dazu – aber ob man deshalb auch mit ihr anfangen sollte, ist ein ewiger Quell der Diskussionen.

Der Webauftritt der britischen Zeitung “the Guardian” stellt sehr ausführlich und mit einem langen Artikel zum Thema ein Buch über die geheime Geschichte gleichgeschlechtlicher Ehen vor. Nicht zuletzt zeigt der Artikel, wie weit verbreitet ein Konzept schon immer war, von dem einige konservative Gruppierungen behaupten, es wäre ein neuzeitliches Phänomen.

Die Zeitzeugin berichtet über eine tolle Aktion, bei der islamfeindliche Botschaften mit Ms. Marvel überklebt werden.

Der Independent berichtet – George Lucas interessiert sich kein bisschen für Science-Fiction.

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster Februar verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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