Fallstudie: Requiescat in Pace – Assassin’s Creed und Latein

Heute wollen wir uns kurz die Verwendung der lateinischen Sprache im Computerspiel „Assassin’s Creed II“ ansehen.

Inzwischen läuft die Spiele-Serie „Assassin’s Creed“ schon recht lange und den meisten müsste sie inzwischen bekannt sein. Ich muss zugeben, dass ich gerade bei Videospielen nicht immer am Puls der Zeit bin und immer etwa 5 Jahre hinter den aktuellen Erscheinungen hinterherhinke – was hauptsächlich eine Geldfrage für mich ist, denn weder kann ich mir die 50 bis 60 € für ein neues Spiel leisten, noch kann ich mir die Hardware-Updates für meinen uralten Rechner leisten. So kommt es, dass ich Assassins Creed erst vor kurzem für mich entdeckt habe. Ich fing ganz klassisch mit Teil 1 an und widmete mich jetzt Teil 2.

Kurzüberblick: Inhalt der Serie

Für die, die die Serie nicht kennen, sei hier ihr Inhalt kurz umrissen: Teil 1 spielt im Heiligen Land zur Zeit der Kreuzzüge. Die Tempelritter wollen in einer recht obskuren Verschwörung die Weltherrschaft an sich reißen, und allein der Orden der (in letzter Zeit viel zu oft rezipierten) Assassinen kann sie aufhalten, in dem sie die wichtigsten Templer und Helfershelfer in aberwitzigen Attentaten umlegen.

Assassin’s Creed II nun verlegt die Handlung ins Italien des späten 15. Jahrhunderts. Irgendwie hat der – eigentlich offiziell längst aufgelöste – Templerorden nach wie vor seine Finger im Spiel, und irgendwie haben auch die – ebenfalls offiziell längst erledigten – Assassinen ihren Schwerpunkt nach Italien verlagert. In der Folge wird rund um die tatsächlichen historischen Ereignisse der Zeit erneut ein Machtkampf zwischen Templern und Assassinen fingiert.

Im Endeffekt ist die Rezeption der tatsächlichen historischen Elemente und ihre Verarbeitung in der Serie gar nicht so uninteressant – sie wäre auch durchaus einen Blogbeitrag wert –, aber hier in der Fallstudie widmen wir uns einem anderen Thema: Nämlich des unseligen Requiescat in Pace, das der Assassine Ezio Auditore jedem seiner Opfer ins Ohr flüstert, während es am Ende eines langen Monologs mit Messer im Bauch endlich gestorben ist.

Exkurs: Kultureller Hintergrund

Wie schon oben angerissen, ist die Handlung im Italien des späten 15. Jahrhunderts angesiedelt. Genauer gesagt: Der Protagonist Ezio Auditore wird 1457 geboren, die ersten wichtigen Ereignisse der Handlung beginnen im Jahre 1478. Die Handlungsorte wechseln zwischen Florenz, Venedig, Forlì, und Monteriggioni in der Toskana. Hinzu kommt ein Abstecher in den Vatikan.

Wer sich ein wenig in Geschichte auskennt, wird nun schon bemerkt haben, dass wir uns nicht nur mitten in der Renaissance befinden, sondern dass Ezio im Laufe der Handlung auch einige der wichtigsten „Brutstätten“ des Humanismus abklappert.
So wird Florenz zu dieser Zeit etwa von Lorenzo I. de’ Medici regiert, in dessen Umfeld zu dieser Zeit etwa Gestalten wie Christoforo Landino, Sandro Botticelli, Michelangelo Buonarotti, Marsilio Ficino, Leon Battista Alberti und viele, viele mehr tätig sind.

Kurz gesagt: Die Rezeption der Antike und die alten Sprachen blühen auf, die Sprache des Humanismus ist Latein, und wer in dieser Zeit ein Mitglieder der Oberschicht ist und etwas auf sich hält – wie es Protagonist Ezio Auditore sicherlich tut – der lernt auch fleißig Latein.

Das Spiel selbst bedient sich sehr ausgiebig in dieser Blüte des geistigen Lebens, lässt Ezio zu einem Vertrauten Lorenzos werden, macht ihn mit Caterina Sforza bekannt, gibt auch dem guten Niccolò Machiavelli eine tragende Rolle im Spiel und macht keinen geringeren als den jungen Leonardo da Vinci zu Ezios bestem Freund. Auch auf der Gegenseite wartet man mit wichtigen Namen auf, so ist etwa der Hauptantagonist des Spiels Rodrigo Borgia (der spätere Papst Alexander VI.)

Requiescat in Pace

Wenn Ezio nun auszieht, um die bösen Buben nicht nur das Fürchten zu lehren, sondern ihnen auch gleich das Leben zu nehmen, ist seine erste Lektion: Habe Respekt vor den Feinden, stelle dich nicht durch Hass auf eine Stufe mit ihnen, sondern erweise ihnen die letzte Ehre. Diese Ehre nun wird erwiesen, indem Ezio seinen Opfern seine Klinge in den Leib rammt, sie zu Boden sinken lässt, sie schützend in den Armen hält und mit ihnen ein Pläuschchen darüber hält, wieso sie taten, was sie taten, weshalb er sie umbringen musste, dass er es nicht gerne tat und vieles mehr. Alle Opfern packen bereitwillig ihr Wissen an der Schwelle zum Tode aus, und zum Dank sagt Ezio zu ihnen: „Requiescat in Pace.“ Das ist Latein für: „Er möge in Frieden ruhen.“ In just diesen Momenten sterben die Opfer dann auch endlich.

Ich rechne es Assassins Creed hoch an, dass sie das auch heutzutage noch populäre R.I.P. aufgreifen und es auf seine ursprüngliche Bedeutung zurückführen, denn es wird heute leider fälschlicherweise immer mit Rest in peace aufgeschlüsselt. Leider scheint Assassins Creed hier aber nicht viel weiter als bis zur englischen Variante zu denken.

Denn: Wenn heutzutage in Filmen jemand auf tragische Weise (meist in irgendwelchen heroischen Kontexten) stirbt, flutscht dem an der Todesszene teilnehmenden Helden nicht ungern ein Ruhe in Frieden über die Lippen. Dieses Ruhe in Frieden wendet sich in solchen Situationen direkt an den Sterbenden, ist also als Aufforderung zu verstehen. Lässt man in der deutschen Formel Er ruhe in Frieden das Personalpronomen er weg, so spricht auch nichts dagegen, ruhe als Imperativ aufzufassen, denn als dritte Person Konjunktiv. Sinngemäß im Deutschen also völlig richtig. Auch das englische Rest in peace hat damit kein Problem, auch rest kann problemlos ein Imperativ sein – und vermutlich gründet sich hierrin die Popularität der Formel als direkten Zuspruch an den Sterbenden.

Mit Requiescat in Pace funktioniert das aber nicht. Das lateinische requiescat entspricht einem Konjunktiv in der dritten Person, und es gibt hier keine Möglichkeit, das Subjekt wegzulassen und an einen Imperativ zu denken. Nicht umsonst findet sich die Formel vor allem auf Grabsteinen als Inschrift, quasi als verspäteten Wunsch für den Verstorbenen. Aber nicht als direkte Aufforderung an ihn.

Fairerweise muss man natürlich sagen, dass Requiescat in Pace es auch in die Liturgie der katholischen Kirche geschafft hat: “Requiem aeternam dona ei, Domine, et lux perpetua luceat ei. Reqiescat in pace. Amen.”
Aber: Hier handelt es sich um ein Gebet für andere Personen, nicht um einen Zuspruch an den Sterbenden selbst.

Wenn Ezio sich also direkt an den Sterbenden wendet, kann er das nicht mit requiescat tun. Stattdessen müsste er – der er als Oberschichtsmitglied im Humanismus sicherlich gut Latein kann – die Formel abändern und zur zweiten Person greifen: Requiescas in Pace.

Wer hier nicht ganz so pingelig ist und meint, Ezio bediene sich hier völlig unreflektiert einer feststehenden Wendung, die er aus dem liturgischen Kontext kennt, der möge wenigstens Anstoß daran nehmen, dass Ezio auch beim Singular requiescat bleibt, wenn er gerade zwei Personen getötet hat und folglich mit zwei Personen ein Pläuschchen hält. Hier wäre wenigstens der Plural requiescant drin gewesen, findet sich doch auch das oben zitierte Gebet in der Liturgie auch mit dem Plural für Anlässe, wenn für mehrere Personen gebetet werden muss.

Fazit

Die Rezeption der lateinischen Phrase im Sinne des Zeitgeistes durch das Spiel Assassin’s Creed II ist durchaus löblich, geschieht aber auf sehr plumpe und unbeholfene Weise. Man hätte vor Gebrauch der Phrase über ihre eigentliche Bedeutung kurz nachdenken können, oder aber – falls dies nicht zuviel verlangt ist – auch den Gebetscharakter weiter ausbauen können, um eine nichtreflektierte Verwendung der Formel klarer herauszustreichen.

Persönlich neige ich aber dazu, zu glauben, dass man es bei Ubisoft hier einfach nicht besser wusste: Denn das Spiel bezeichnet auch Schriftrollen als Kodex-Seiten … Am Ende bleibt das Spiel ein Beispiel dafür, wie man eine reale Sprache besser nicht in seine eigene fiktive Welt einbaut.

Die Story hinter Assassin’s Creed ist ziemlich verrückt und recht absurd, wer aber auf trashige, pseydohistorische Geschichtsmachwerke steht, macht hier sicherlich nichts falsch. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß, trotz schlechten Lateins und frickeliger Steuerung.

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Nachtrag: Inzwischen habe ich nach Verfassen des Artikels das Spiel durch – in der letzten Szene sagt Ezio doch tatsächlich zu seinem Erzfeind: “Requiescat in Pace, du Bastard!” Ich habe mich nicht nur scheckig gelacht, sondern von einer unreflektierten Verwendung der Formel kann nun auch keine Rede mehr sein. Ubisoft hat sprachlichen Blödsinn gebaut, das steht für mich nun fest.

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Doppelter Liebster-Award? Doppelte Antworten!

Wir wurden getagt – und das gleich doppelt: Bereits im vergangenen Monat von unserer fleißigen Leserin, Gastautorin und Kommentareschreiberin Carmilla deWinter und erst… gestern von der tollen Lady Sonea. Beide nominierten uns für den “Liebster Award” – ein Award-Kettenbrief für Blogger, der dazu dient, Blogger mit weniger als 200 Lesern zu vernetzen und bekannter zu machen.
Vielen Dank für die Nominierung! Vernetzung ist immer eine wundervolle Sache.

Ich übernehme mal die Grafik, die Lady Sonea verwendet hat. Es gibt sie in 500 Farben, Formen und Variationen :).

Ich übernehme mal die Grafik, die Lady Sonea verwendet hat. Es gibt sie in 500 Farben, Formen und Variationen :).

Die Regeln sind klar: Man verlinkt den Blog, der den eigenen Blog nominiert hat, beantwortet die Fragen aus dem anderen Blog (oder in unseren Fall: Die Fragen der ZWEI Bloggerinnen) und nominiert dann bis zu elf weitere Kollegen, elf eigene Fragen zu beantworten.
Wir bedanken uns sehr für die Fragen und haben sie gerne beantwortet. Wir verzichten aber darauf, weitere Fragen zu stellen und andere Blogger zu taggen. Wir hoffen, das ist für alle Beteiligten in Ordnung!

Achtung: Die Antworten auf die Fragen können Spuren von Sarkasmus, Polarisierungsmagneten und Vanilleeis enthalten.

Zunächst einmal unsere Antworten an Carmilla:

1. Der oder das Blog?

fruehstuecksflocke: Der Blog, aber das Weblog. Ich kann es nicht begründen, es klingt aber irgendwie „besser“ in meinen Ohren.

Evanesca Feuerblut: Für mich definitiv „Der Blog“, genauso wie „Die E-Mail“, „Die SMS“ und… fruehstuecksflocke, das musste jetzt sein… „Die Butter“.
Schwer zu erklären, wieso eigentlich. Kommt ja von „Das Web-Log“. Und Log kommt von „Das Logbuch“. Linguistisch gesehen also kompletter Blödsinn – aber lautlich hat sich bei mir einfach „Der Blog“ eingebürgert und das bleibt jetzt so.

2. Ist Bloggen politisch oder privat? Oder vielleicht beides? Warum?

fruehstuecksflocke: Ich denke, jede Form öffentlicher Meinungsäußerung ist irgendwo auch politisch, sonst hätte man sie ja nicht getätigt. Gerade Blogs mit ihrer “Semi-Öffentlichkeit” (jeder kann zugreifen, aber niemand findet den Blog via Google aufgrund der großen Konkurrenz) können natürlich politisch sein, allerdings oft auch mit privatem vermischt.

Evanesca Feuerblut: Politisch. Und zwar sogar dann, wenn man gar nicht über Politik schreibt.
Man nehme ein scheinbar völlig unpolitisches Beispiel – eine Bloggerin, die über Cremetörtchenrezepte und Kuchen bloggt. Auch das ist bereits Politik, denn sie wird ihre Zutatenliste angeben – und je nachdem, welcher Ernährungsphilosophie sie anhängt, dabei omnivore, vegetarische oder vegane Zutatenkombinationen wählen. Außerdem entweder bewusst betonen, dass es sich um Eier von glücklichen Hühnern handelt – oder es weglassen, weil die Eier von Aldi aus der Bodenhaltung sind. Das ist aber bereits wieder in gewissem Sinne Politik, auch wenn man die Politik auf den ersten Blick nicht in einer Zutatenliste vermuten würde.
Langer Rede, kurzer Sinn? Politik ist überall und man kann nichts tun, ohne sich irgendwie politisch zu äußern. Öffentlich Inhalte generieren sowieso nicht. Das ist genauso wenig möglich, wie nicht zu kommunizieren.
Auch wir auf der Weltenschmiede sind nur scheinbar unpolitisch. Spätestens, als ich unsere #blogeha-Blogposts verfasst habe und den Umgang mit Diskriminierung in „Harry Potter“ beleuchtete, wurde mir das klar.

3. Als Revisionistin n-ten Grades: Durch wie viele Inkarnationen geht ein durchschnittlicher Blogpost bei dir/Ihnen? Oder hängt’s vom Thema ab?

fruehstuecksflocke: Hängt nicht vom Thema ab. Bei mir sind es meist wirklich nur zwei Versionen: Die Rohfassung und die endgültige Version. Bei den Texten für den Tintenfleck gibt es manchmal auch noch eine dritte und vierte Version desselben Textes, aber das sind eher die Ausnahmen. Auch dort ändert sich an einem verfassten Text grundsätzlich wenig bis zur Endversion.

Evanesca Feuerblut: Alle Artikel für die Weltenschmiede und unseren Rezensionsblog „Die FeuerFlocke“ werden auf alle Fälle vom jeweils anderen Blogpartner korrekturgelesen, dabei werden in der Regel krude Formulierungen, Tippfehler, vergessene Wörter bereinigt.
Meine eigenen Blogposts für meine Autorenhomepage schreibe ich oft vor, lasse sie dann zwei-drei Wochen liegen, copypaste sie dann in meinen Blog und verändere sie kurz vor dem Veröffentlichen – weil mir in diesem anderen Format Fehler auffallen oder weil ich schlicht meine Meinung geändert hat und ich darum etwas ergänzen oder ändern muss.

4. Gibt es ein Thema, über das du/Sie gern bloggen würdest/würden, dich/sich aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht traust/trauen?

fruehstuecksflocke: “Nicht trauen” ist der falsche Begriff: Ich diskutiere über sehr viele Themen sehr gerne, etwa über Glaubensfragen, über Politik … aber die Erfahrung lehrte mich, dass Diskussionen mit mir unbekannten Menschen schnell sehr mühsam werden können, sodass ich mich hier lieber in der Öffentlichkeit bedeckt halte. Da sind fiktive Welten doch ein viel unverfänglicheres Thema ;)

Evanesca Feuerblut: Ich habe seit einer inzwischen gelöschten Grafik von 2009 und meinem ersten Blogpost (einem Weihnachtsgruß samt Bild) auf der Weltenschmiede keine Zeichnungen von mir in Blogposts verwendet und bin nicht sicher, ob ich mich jemals trauen werde, das zu tun.
Ansonsten: Wenn ich noch nicht über ein Thema gebloggt habe, dann eher, weil ich nicht daran gedacht habe, weniger, weil ich mich nicht traue

5. Bloggen verpflichtet: Postings nach Laune, nach Stundenplan, oder …?

fruehstuecksflocke: Wenn mir das Projekt ernst ist, dann gibt es einen wöchentlichen Postingplan. Auf der Weltenschmiede aktuell jeden Sonntag, auf dem Tintenfleck jeden Montag & Freitag. Spaß macht das trotzdem – und wenn ich wirklich keinen Nerv für die Blogs habe, lasse ich den Postingplan auch gerne mal schleifen. Bloggen ist nicht die Welt.

Evanesca Feuerblut: Die Weltenschmiede postet mindestens immer Sonntags (außer wir sind BEIDE verhindert UND haben unseren Vorrat an vorgeschriebenen Artikeln aufgebraucht), auf der FeuerFlocke erscheint fast jeden Dienstag eine Buchrezension und manchmal außer der Reihe etwas anderes an einem beliebigen anderen Wochentag.
Für meinen Privatblog habe ich nur die Auflage „Mindestens einmal im Monat“.

6. Reader/Feed/Lesezeichen anschauen: Gibt es da zwei Blogs und/oder Seiten, von denen keine*r erwarten würde, dass sie von ein und derselben Person verfolgt werden? 

fruehstuecksflocke: Schwierig … am weitesten klaffen vielleicht noch The Gates Notes und Bud Spencer Movie auseinander.

Evanesca Feuerblut: Zum Einen wäre da dieser hier: http://altesteine.blogspot.de/ Alles rund um Schlösser, Reiseberichte zu Ruinen, alte und kaputte Sachen… Superinspirierender Blog und ich habe mir so manchen Artikel daraus als Schreibinspiration aufgehoben und zum Anderen folge ich http://www.hatemeorloveme.net/ – eigentlich ein Blog über Make-Up und Kleidung (was eigentlich nicht so meine Themen sind), aber ich liebe die Blogposts zum Thema „USA“ und die Besonderheiten des dortigen Lebens.

7. Was muss ein Blog haben, um deine/Ihre Aufmerksamkeit zu fesseln?

fruehstuecksflocke: Ein brauchbares Layout und eine gut zugängliche “Über …”-Seite, denn ich will nicht drei Stunden auf der Seite herumkraxeln, um herauszufinden, worum es auf dem Blog geht.

Evanesca Feuerblut: Gute Frage und da ich ungefähr 70 Blogs folge – und allen aus anderen Gründen – habe ich nicht die leiseste Ahnung… Aber ich denke, ein Design, bei dem ich den Tab nicht SOFORT wieder zumache, noch ehe der Blog ganz geladen hat gepaart mit gutem Content (idealerweise Weltenbau, denn davon gibt es so wenige Blogs…) geht in die richtige Richtung.

8. Gibt es Blogs, die dich/Sie inspirieren?

fruehstuecksflocke: Auch das ist keine einfache Frage … ich mag die Gedichte von Coco J. Ginger, aber viel mehr zu literarischem Quatsch stiften mich die Comics von Randall Munroe und Sarah Burrini an.

Evanesca Feuerblut:Kommt natürlich darauf an, wie man „inspirieren“ definiert. Ich habe keine Bloggervorbilder oder etwas in der Richtung, auch niemand, bei dessen Blog ich mir denke „Ja, so müsste meiner auch sein“ oder „Das würde ich auch gerne können“. Jeder Blog ist anders, jeder bloggende Mensch ist anders und ich habe schon als Kind die Frage nach dem Vorbild nicht sehr gemocht. Einfach weil es als unfassbar abgehoben gilt zu sagen, dass man keins hat.
Hatte ich aber nie.
Inspirierend im Sinne von „Wunderschöner Blog, der zum Verweilen und Träumen einlädt“ ist in meinen Augen dieser hier: http://kopfkino.sasverse.de/
Ich kann nicht mal direkt sagen, wieso – aber seit ich ihn zufällig auf einer Kommentaraktion entdeckt habe, bin ich dort hängengeblieben und fühle mich einfach pudelwohl, sodass ich auch mal ein wenig herumstöbere, wenn es nix Neues gibt.

9. Schamlos Eigenwerbung machen: Bitte den eigenen Lieblingspost und/oder subjektiv wichtigsten Post verlinken.

fruehstuecksflocke: Ich habe für die Weltenschmiede bis heute über 100 Artikel geschrieben … eine ganze Menge. Einer meiner Lieblinge ist sicher der Beitrag über die Lotophagen , da er bis heute immer noch regelmäßig Aufrufe erhält. Aber am meisten Spaß hatte ich in der Zeitreisen-Serie, vor allem bei Zurück in die Zukunft und bei Déjà Vu, denn mit dem Beitrag habe ich Evanesca damals den ganzen Film verdorben ^^

Evanesca Feuerblut: Genauso wenig wie mein Blogpartner kann ich mich hier auf nur einen Artikel festlegen. Einfach weil ich schon 130 Artikel für die Weltenschmiede geschrieben habe und da die Entscheidung für EINEN sehr schwierig ist.
Aber ich habe versucht, Artikel auszuwählen, die selten beachtete Weltenbauaspekte beleuchten, essayartig sind und habe bei der Zusammenstellung Artikeln von 2013 und Anfang 2014 den Vorzug gegeben, da dies Artikel sind, die ein Teil der heutigen Leser vielleicht nicht kennt.
Wochentage: Eins dieser Themen, über die kaum jemand nachzudenken scheint. Selbst beim Fantasygroßmeister Tolkien werden Wochentage einfach 1:1 übernommen, obwohl er sonst doch so akribisch gearbeitet hat. Darum einige Anregungen, was man alles mit Wochentagen anstellen kann. Gehört zu meinen ältesten Artikeln für die Weltenschmiede.
Werwölfe: Besonders geschätzt und geliebt, weil ich hier zum ersten Mal in die soziologischen Implikationen des Werwolflebens in den Harry-Potter-Romanen eingestiegen bin. Dieser Artikel war in meinem Hinterkopf, als ich die #blogeha-Blogposts geschrieben habe und liegt mir heute noch am Herzen.
Sailor Moon und westliche Mythologie: Einer der relativ seltenen Postings über Animes bei uns auf dem Blog und ein Artikel, für den ich eine halbe Ewigkeit gebraucht habe, weil es doch eine Weile gedauert hat, diese ganzen Infos zusammenzutragen, aus dem Gedächtnis Erinnertes zu überprüfen, deutsche und englische Wikis abzugleichen… und ein Blogpost über einen Anime aus meiner Kindheit, den ich allein für den Kindheitsfaktor einfach liebe.
Rohstoffe und warum manche von ihnen wertvoll sind: Auch der hier unter anderem wegen des Seltenheitsaspektes des beschriebenen Themas ausgewählt. Wir denken beim Weltenbau heutzutage irgendwie zu selten darüber nach und ich lese in sehr vielen Büchern, dass man einfach das moderne Prinzip kopiert und Gold wertvoll ist.
Und last but not least einer meiner Ausflüge in die Philosophie hinter dem Weltenbau und dem Storytelling allgemein – über die Motivation des Bösen: Geliebt, weil es eine dieser Gelegenheiten ist, bei der ich mir erlaubt habe, hemmungslos zu philosophiere.

10. Was kommt auf den Tisch, wenn Gäst*innen zu beeindrucken sind?

fruehstuecksflocke: Um es mit meinem Patenonkel zu sagen: “Es werden keine Kosten und Mühen gescheut!” – dennoch hängt es wohl stark von dem ab, was die Speiesekammer hergibt ;)

Evanesca Feuerblut: Jeweils das, was ich noch nicht selbst zubereiten konnte, als besagter Besucher zuletzt bei mir war. Ich lerne gern dazu, probiere neue Rezepte aus und muss dann natürlich damit angeben, was ich Neues gelernt habe.

Und nun unsere Antworten an Sonea:

1. Wie bist du dazu gekommen, einen Blog zu schreiben?

fruehstuecksflocke: Ich hatte das Gefühl, dass es in der deutschsprachigen Blogosphäre unzählige Ratgeber gibt, wie man einen guten Rat schreibt, aber keinen einzigen, wie man eine gute Fantasywelt baut. Das war die Geburtstunde der Weltenschmiede.
Beim Tintenfleck hingegen wollte ich mich einfach literarisch neu ausprobieren – weg von nie endenden Romanprojekten, hin zu Kürzestgeschichten.

Evanesca Feuerblut: Meinen allerersten Blog öffnete ich im Jahr 2007, weil eine Klassenkameradin von mir auch einen hatte und ich auch wollte.
Zur Weltenschmiede bin ich gekommen, als fruehstuecksflocke mit den Fallstudien angefangen hat – ursprünglich sollte ich nur die Social-Media-Beauftragte sein, Artikel vor der Veröffentlichung korrigieren, „Frohe Weihnachten“-Blogposts schreiben und ja, da Vampire mein Steckenpferd sind, die Vampire-Fallstudienserie mit drei Beiträgen (Dracula, Anne Rice, Stephanie Meyer) vervollständigen.
Inzwischen stammen mindestens genauso viele (wenn nicht mehr) Artikel von mir als vom eigentlichen Bloggründer, aus der dreiteiligen Vampirserie wurden neun Artikel ohne Ende in Sicht und ich muss andauernd betonen, dass ich die Weltenschmiede nicht erfunden habe :P.
Und dann kamen wir beide relativ gleichzeitig auf die Idee mit dem Rezensionsblog, weil es sehr unzufriedenstellend ist, wenn man vieeeel mehr liest und schaut, als man verbloggen kann, weil Manches zwar toll ist, aber weder auf die Weltenschmiede noch auf die Privatblogs passt.

2. Was inspiriert dich am meisten?

fruehstuecksflocke: Das Wetter: Ob ein kühler Luftzug, der mir die Haare zu Berge stehen lässt, Regentropfen, die aufs Dach trommeln, ein klarer Sternenhimmel, der Duft nach nassem Gras, von einem Sturm entlaubte Bäume, Wetterleuchten jenseits der Berge … da geht das Kopfkino sofort an.

Evanesca Feuerblut: Das ist bei mir irgendwie ziemlich random – Spaziergänge, Musik, Superheldenfilme oder einfach Dinge, die mir in einem bestimmten Zeitraum gehäuft auffallen und die ich darum nicht ignorieren kann.

3. Welche Jahreszeit ist deine liebste und warum?

fruehstuecksflocke: Der Winter – ich mag es nicht, wenn mir zu heiß ist, außerdem bin ich ein leidenschaftlicher Skifahrer.

Evanesca Feuerblut: (Früh-)Herbst/Altweibersommer.
Wenn die Welt ganz golden wird und es noch warm ist, aber nicht mehr so furchtbar heiß wie im Sommer, aber noch nicht so kalt, dass es schneit und man noch T-Shirts unter der Übergangsjacke tragen kann.
Wenn die schlimmsten Sommergewitter schon lange vorbei sind, aber die sturzbachartigen Regenfälle des Herbst-Winter-Übergangs noch auf sich warten lassen.
Und außerdem habe ich im Herbst Geburtstag.

4. Hast du ein Lebensziel und wenn ja, welches?

fruehstuecksflocke: Ganz bescheiden: Ich möchte etwas Gedrucktes veröffentichen.

Evanesca Feuerblut: Ich habe es nicht so mit Lebenszielen. Mein nächstes Etappenziel ist es, meine Trilogie zu schreiben und dann irgendjemanden zu finden, der dieses Riesenepos auch wirklich als Trilogie verlegt. Zwar lässt sich die Romanhandlung der einzelnen Trilogiebände auch gut auf weitere Bände aufspalten, aber es tut mir in der Seele weh, das tun zu müssen.

5. Ziehst du das bunte Leben in der Stadt vor oder wohnst du lieber ländlich? Und warum?

fruehstuecksflocke: Tausendmal lieber am Land. Städte sind voll und laut, Stadtbusse bleiben alle 50 m stehen und brauchen für die Strecke eines Kilometers bis zu einer halben Stunde (ganz zu schweigen von den oft unverschämten Fahrpreisen!), alles ist mit Beton zugepflastert, die wenigen Grünflächen sind meist restlos überfüllt, im Sommer ist die Hitze durch den Beton dreizehnmal schlimmer, man kann in Städten nie gefahrlos barfuß gehen und von der schlechten Luft fang ich gar nicht erst an …

Evanesca Feuerblut: Frei nach dem Motto „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ hätte ich am Liebsten das Beste aus beiden Welten.
Das Grüne und Abgeschiedene, die gute Luft, die schönen Aussichten vom Lande. Und die ganzen Annehmlichkeiten der Stadt.
Die gute Ausstattung mit Supermärkten beispielsweise. Und dass ich alle 50 Meter eine Haltestelle finde, von der alle paar Minuten ein Bus abfährt, der mich an mein Ziel bringt. Oder dass ich nicht auf ein Auto angewiesen bin, mit dem ich in die Nachbarortschaft (oder weiter) fahren muss, wenn ich mal ins Kino oder ins Theater will.
Das ist das herrlich Unkomplizierte an der Stadt, dass alles jederzeit verfügbar ist und leicht zu erreichen. Außerdem mag ich die Anonymität einer Großstadt.
Gleichzeitig liebe ich es jedoch, in einer ländlichen Gegend als einziger Mensch gerade irgendwohin unterwegs zu sein und einem Bach beim Murmeln zuzuhören…

6. Was sind deine absoluten Lieblingsbücher, die du dir sich aus deinem Leben nicht mehr wegdenken kannst, und was fasziniert dich an ihnen?

fruehstuecksflocke: Lieblingsbücher? Im Plural? Evanesca wird jetzt sicher dreizehn Seiten schreiben … nun, ich mäßige mich dafür. Mein ewiger Favourit bleibt “Der Herr der Ringe”, am meisten fasziniert mich die Tiefe der von Tolkien geschaffenen Welt. Dicht dahinter kommt natürlich “Harry Potter”, denn damit bin ich aufgewachsen, die Serie hat mich fast zehn Jahre lang begleitet und ist nicht wegzudenken. Ich besitze sogar die lateinischen Ausgaben der ersten beiden Bände!
Immer wieder lesen könnte ich außerdem Jonathan Strouds “Bartimäus”-Serie. Allein schon der Humor … außerdem hält die Serie bei mir den Rekord für das emotionalste Ende aller Zeiten.

Evanesca Feuerblut: Nein, ich schreibe keine 13 Seiten darüber… Pfff! :P
Aber da es immer mal Blogparaden u.ä. zu Lieblingsbüchern und Buchschätzen gibt und ich so viele Lieblingsbücher habe, dass ich jedes Mal ein anderes Buch präsentieren könnte… habe ich viele Lieblingsbücher oder besser gesagt, Buchreihen.
Auch wenn ich Einzelbände ganz gerne mag, sind es Reihen, die mich faszinieren und über längere Zeit begleiten. Neben „Harry Potter“ – ungeschlagener Favorit seit 2001 – sind das die „Vampire Chronicles“ und Marion Zimmer-Bradleys „Avalon“-Reihe.
Eine neue Lieblingsreihe, die sich ganz gut macht und bei der ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung warte, ist „A Song of Ice and Fire“.
Faszination… Mir ist aufgefallen, dass meine Lieblinge sich alle einer philosophischen Grundfrage oder Grundrichtung zuordnen lassen. „Harry Potter“ ist ein Plädoyer auf das Gute, das Menschliche und die Toleranz. Die „Vampire Chronicles“ prägen nachhaltig alles, was ich seit dem Alter von 14 Jahren über Schönheit, Vergänglichkeit und grenzüberschreitende Liebe gedacht habe. „Avalon“ und auch andere Romane von Marion Zimmer-Bradley haben mir sehr viel über Frauenbilder, Feminismus und die Verantwortung im Umgang mit großer Macht beigebracht. Als Kontrastprogramm dazu spiegelt „ASOIAF“ die ganze Unerbittlichkeit des Seins für mich.

7. Gab es in deiner Kindheit einen Helden und wenn ja, wen?

fruehstuecksflocke: Batman. Ich habe eines Tages die zerfledderten Comics meines Vaters und seiner Brüder in die Hände bekommen, und sie alle gelesen. Darunter waren nicht nur Batman-Comics, auch Superman, Die Spinne, Daredevil, Fantastische Vier, Rächer, Gerechtigkeitsliga, Aquaman und viele andere. Aber Batman hat bei mir den bleibendsten Eindruck hinterlassen, ich wollte als Kind eine zeitlang sogar als Traumberuf “Batman” werden.

Evanesca Feuerblut: Darkwing Duck. Nicht, dass ich damals nicht auch andere Superhelden gekannt hätte – aber irgendwie fand ich den Enterich und seine Crew nicht zuletzt wegen der flippigen Sprüche immer besonders toll.

8. Happy, sad oder open end?

fruehstuecksflocke: Happy End. Open End lässt mich immer mit so einem unfertigen Gefühl zurück, und traurige Enden lese ich generell nicht gerne.

Evanesca Feuerblut: Jeweils das Ende, das am Besten zur Geschichte passt. Bei manchen Büchern wirkt ein Happy End einfach falsch, weil die Geschichte keins hergibt, der Autor sich aber eins rausgezwungen hat. Das hat dann immer einen ollen Beigeschmack…
Hauptsache, das Ende ist gut geschrieben und genau richtig. Dann ist es auch egal, welche Art Ende es ist.

9. Bist du im Urlaub lieber aktiv oder entspannt am Strand?

fruehstuecksflocke: Beides – ich bin eindeutig ein Kultur-Fanatiker und besichtige auch den letzten historischen Steinhaufen, liege aber nach einer anstrengenden Besichtigungstour immer gerne auf der faulen Haut.

Evanesca Feuerblut: Strandurlaub ist für mich etwas sehr Seltenes und wenn ich diese Abwechslung mal kriege, freue ich mich jedes Mal darüber, denn ich liebe es, im Wasser herumzutollen.
Aber lange halte ich es nicht ohne Kulturprogramm durch. Meine Familie treibe ich in den Wahnsinn, indem ich am Tag am Liebsten drei Museen besichtige und in jedem Museum mir die Kärtchen zu JEDEM einzelnen verdammten Ausstellungsstück anschaue, dann das Ausstellungsstück anschaue und dann am Liebsten noch ganz lange darüber diskutiere, Vermutungen anstelle, mein kunstgeschichtliches Wissen auspacke oder gleich einen Vortrag über das Vorgefundene halte. Darüber können, je nach Größe des Museums, auch schon mal vier-fünf Stunden und mehr ins Land gehen.
Wenn ich dann noch Fotos mache oder Skizzen ins Notizbuch, ist die Zappelei um mich herum erfahrungsgemäß groß.
Nach so einem Museumstag bin ich aber meist fix und fertig und will den Abend nur noch verchillen und die vielen Eindrücke und Wissensschnipsel in meinem Hirn sortieren.
Und das am Strand, während über mir die Sterne leuchten und vor mir das Meer rauscht? Schöööööön!

10. Worauf bist du ganz besonders stolz? 

fruehstuecksflocke: Ich esse jeden Tag mein Mittagessen auf und bin damit nie schuld am schlechten Wetter!

Evanesca Feuerblut: Auf jede einzelne Normseite, die ich im Moment schreibe. Kennt jemand von euch diese besondere Schreibblockade, die genau dann kommt, wenn man mit dem Roman fast fertig ist und die mich daran zu hindern versucht, den Roman zu vollenden und das kurz vor der Zielgeraden?
Die habe ich nämlich gerade und seit Ende April bin ich damit beschäftigt, dieses Biest niederzuringen und meinen Roman zu beenden. Mir fehlen noch etwa sechzig Seiten. Aber die kriege ich auch noch niedergerungen.

Wir hoffen, ihr hattet Spaß beim Lesen und wisst jetzt etwas Neues über das Duo hinter diesem Blog.

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Fallstudie: Dem Odysseus seine Beziehungskisten

Die Zeitzeugin ruft zum Karneval der Rollenspielblogs – und die Weltenschmiede folgt diesem Aufruf mit Vergnügen. Das Thema soll sein: „Beziehungskiste. Passend zum Mai und doch hoffentlich mehr als ein herzchengeschwängertes Blumenmeer.“

Ein auf den zweiten Blick sehr vielseitiges Thema, wie Evanesca und ich feststellen mussten, hatten wir doch gleich mehrere Ideen. Vielleicht wird es von uns daher auch mehrere Beiträge zum Karneval geben, aber zunächst greifen wir das Thema auf, das mir als letztes einfiel.

Nicht der älteste, aber einer der bekanntesten Helden des Abendlandes ist wohl Homers Odysseus. Oft übersetzt, oft rezipiert, oft nachgemacht, aber nie übertroffen begeistert uns der findige Ithaker seit mehr als 2000 Jahren, und das zu recht: Ist er doch nicht nur ein Sinnbild für den herumirrenden, suchenden Menschen und der Prototyp des listigen Überlebenskämpfers, nein, Odysseus stellt auch so einiges an. So experimentiert er etwa mit Drogen, stiehlt Vieh und lässt nichts anbrennen.

Schauen wir uns in dieser Fallstudie also einige seiner „Beziehungskisten“ einmal genauer an.

Odysseus und Kirke

Die Geschichte mit Kirke, der Zauberin, die auf der Insel Aiaia lebt und die Gefährten des Odysseus in Schweine verwandelt, wird jeder kennen. Auch, dass Odysseus sich einen Schwamm in den Mund stopfte, ehe er Kirkes Zaubertrunk trank und so selbst der Verwandlung entging, dürfte bekannt sein. Aber was kam danach? Kirke wirft sich Odysseus zu Füßen, umfasst seine Knie, erkennt ihn als ihr überlegen an und fleht (in der Übersetzung von Johann Heinrich Voß):

Lieber! so stecke dein Schwert in die Scheid’, und laß uns zusammen
Unser Lager besteigen, damit wir, beide versöhnet
Durch die Freuden der Liebe, hinfort einander vertrauen!

Odysseus aber ahnt bereits eine Falle in diesem Angebot und er entgegnet ihr:

Nein! ich werde nimmer dein Lager besteigen, o Göttin,
Du willfahrest mir denn, mit hohem Schwur zu geloben,
Daß du bei dir nichts anders zu meinem Verderben beschließest!

Kirke tut ihm den Gefallen, schwört, dass sie nichts böses im Schilde führt und sie besteigen das Lager. In der Folge tischt Kirke Odysseus ein gar festliches Mahl auf, aber er besteht zunächst darauf, dass sie seine Gefährten endlich zurückverwandelt. Erst dann widmet er sich den Köstlichkeiten, zieht sein Schiff an Land, lässt sich tatsächlich häuslich nieder, ein ganzes Jahr lang, ehe seine Gefährten ihn endlich zum Weiterfahren mahnen:

Als nun endlich das Jahr von den kreisenden Horen erfüllt ward,
Und mit dem wechselnden Mond viel Tage waren verschwunden;
Da beriefen mich heimlich die lieben Gefährten, und sagten:
Unglückseliger, denke nun endlich des Vaterlandes;
Wenn dir das Schicksal bestimmt, lebendig wieder zu kehren
In den hohen Palast, und deiner Väter Gefilde.

Erst dann bricht Odysseus endlich auf, begibt sich auf Empfehlung der Kirke in die Unterwelt, erfährt dort sein Schicksal, kehrt zu Kirke zurück (!) und reist dann weiter, überlebt Sirenen, Skylla, Charybdis, schlachtet die Rinder des Helios, gerät in einen Sturm …

Odysseus und Kalypso

… und landet danach als einziger Überlebender des Sturmes auf Ogygia, der Insel der Kalypso. Kalypso fischt ihn aus dem Meer, füttert und wässert den großen Heroen und gibt ihm in ihrer Grotte ein Obdach – und das sieben Jahre lang, bis Hermes als Abgesandter von Zeus erscheint. Er macht Kalypso klar, dass sie Odysseus endlich gehen lassen muss. Nach einigem Hin und Her – denn Kalypso ist davon nicht begeistert – geht die Nymphe schließlich zum am Strand sitzenden Odysseus, um ihm die freudige Nachricht zu überbringen:

Aber Kalypso eilte zum großgesinnten Odysseus,
Als die heilige Nymphe Kronions Willen vernommen,
Dieser saß am Gestade des Meers, und weinte beständig,
Ach! in Tränen verrann sein süßes Leben, voll Sehnsucht
Heimzukehren: denn lange nicht mehr gefiel ihm die Nymphe;
Sondern er ruhte des Nachts in ihrer gewölbeten Grotte
Ohne Liebe bei ihr, ihn zwang die liebende Göttin;

Aber des Tages saß er auf Felsen und sandigen Hügeln,
Und zerquälte sein Herz mit Weinen und Seufzen und Jammern
Und durchschaute mit Tränen die große Wüste des Meeres.

Der große Odysseus als Liebessklave einer Nymphe – ein Aspekt der Geschichte, der nur selten erwähnt wird.

Odysseus und Penelope

Nachdem Odysseus den Fängen der Kalypso entkommen ist, landet er schließlich auf Ithaka, wird vom trefflichen Schweinehirten bewirtet, schlachtet die Freier ab und ist endlich wieder daheim. Penelope erkennt ihn wieder, sie lagern zusammen.

Es kommt zur großen Besprechung mit seiner holden Gattin, die ihn zehn Jahre lang nicht mehr gesehen hat. Penelope berichtet von ihrem Kummer in all den Jahren:

Jene, nachdem sie die Fülle der seligen Liebe gekostet,
Wachten noch lang’, ihr Herz mit vielen Gesprächen erfreuend.
Erst erzählte das göttliche Weib, wie viel sie im Hause
Von dem verwüstenden Schwarme der bösen Freier erduldet,

Auch Odysseus erzählt von all seinen Taten:

Auch von Kirkes Betrug und Zauberkünsten erzählt’ er;
Und wie er hingefahren in Aïdes dumpfe Behausung,
Um des thebäischen Greises Teiresias’ Seele zu fragen,
Im vielrudrigen Schiff, und alle Freunde gesehen,
Auch die Mutter, die ihn gebar und als Knaben ernährte.

Und wie sein rüstiges Schiff der Gott hochrollender Donner
Zeus mit dem Blitze zerschmettert; es sanken die tapfern Genossen
Allzumal, nur er selber entfloh dem Schreckenverhängnis.
Wie er drauf gen Ogygia kam, zur Nymphe Kalypso,
Die ihn so lang aufhielt in ihrer gewölbeten Grotte,
Und zum Gemahl ihn begehrte: sie reicht’ ihm Nahrung und sagte
Ihm Unsterblichkeit zu und nimmerverblühende Jugend;
Dennoch vermochte sie nicht sein standhaftes Herz zu bewegen.

Was Kalypso angeht, so ist Odysseus tatsächlich ehrlich. Aber Kirke? Er erzählt von ihrem Betrug und ihren Zauberkünsten, kein Wort davon, dass er selbst mit ihr freiwillig ein Jahr verbrachte – das zu erwähnen wäre aber wohl nach der ersten Nacht mit der treuen Gattin auch etwas ungeschickt ;)

Fazit

Die Odyssee ist wohl der Prototyp der Reisegeschichte. Ein Held zieht aus, will ein fernes Ziel erreichen. Aber das bedeutet nicht, dass er die ganze Geschichte auf Reisen verbringt – Odysseus lag in zehn Jahren „Irrfahrt“ immerhin acht Jahre in den Armen einer Frau ;-)

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Weltengeflüster April 2015

Der April ist weltenbautechnisch wieder ein aktiverer Monat gewesen – zusammen mit den ersten zarten Pflänzchen wagen sich auch die Weltenbauer in die Sonne des Internets und streuen Artikel und Neuigkeiten.

Für alle, die schon ungeduldig auf “The Winds of Winter” – Band 6 (englische Originalausgabe) der Fantasyreihe “A Song of Ice and Fire” warten, gibt es einen neuen Lichtblick – George R. R. Martin veröffentlichte ein weiteres Kapitel aus dem sechsten Band. Den Link zum Kapitel und weitere Informationen gibt es auf Tor.com.
Es gab eine Zeit, da war ein Trickfilm in Spielfilmlänge neu, aufregend, revolutionär und sündhaft teuer – der allererste so entstandene Trickfilm ist Disneys Version von Schneewittchen.

Wir haben schon mal selbst einen Artikel zu Sirenen gepostet – auch bei Fantasy Faction gibt es einen Artikel mit Informationen zu diesen Wesen, die beiden Artikel ergänzen einander – während fruehstuecksflocke sich auf die konkreten homerischen Sirenen konzentriert, bietet der englischsprachige Artikel einen allgemeinen Ausblick.
Nicht nur Fantasyautoren kommen meist nicht um sie herum – Kampfszenen. Was man beachten muss und viele weitere nützliche Tipps finden sich hier.
Weniger eine Frage des Weltenbaus, aber dennoch etwas, das früher oder später jedem Autor, Rollenspielerfinder und Weltenbauer bevorstehen könnte – der erste Besuch einer Convention. Einige Tipps, damit man kein Nervenbündel ist und sich nix traut, sind immer nett.
Durchaus praktisch für das Storytelling – aber bitte nicht im Real Life nachmachen! – sind dagegen diese Tipps, um in der eigenen Romanwelt jemanden zu vergiften.
Außerdem gibt es nützliche Tipps für das eigene Bestiarium und die Probleme, dieses in einer fantastischen Stadt unterzubringen.

Vor allem für Rollenspieler, Abenteuerschreiber und Ersteller von Computerspielen interessant, möglicherweise aber auch für andere nützlich ist die Seite http://davesmapper.com/ – hier könnt ihr Karten generieren lassen und bearbeiten. Die Dungeons lassen sich dann bei Bedarf mit Monstern füllen.

Zufällig auf Facebook entdeckt – wie würde die Brigitte und andere Zeitschriften in der Welt von “Game of Thrones” aussehen? Vorsicht: Mögliche Spoiler für alle Bände. Für alle anderen unfassbar lustig.

In manchen Cartoons kann man sich bis nach China durchgraben – doch was passiert wirklich, wenn man einfach abwärts gräbt? Infos gibt es auf dem xkcd-Blog.
Eine andere interessante Frage wäre, was mit einer Leiche im Weltraum passiert. Nützlich für alle, die neugierig sind oder entsprechende Science Fiction schreiben.

Der neueste Trailer für “StarWars VII – The Force Awakening” wurde vorgestellt. Wer ihn noch nicht kennt: Viel Spaß beim Anschauen!

Passend dazu berichtet Frau Margarete über die StarWars-Celebration in Anaheim. Und obwohl sie nicht dort war, war ihr Artikel so lebendig, informativ und spannend, dass er hier einfach reinmusste.

Goodnewsnetwork veröffentlichte einen Artikel über ein herzschmelzendes Ereignis – ein kleiner Junge fragte George Lucas, ob er heiraten könnte, ohne ein Sith zu werden. Und bekommt eine Antwort auf seinen Brief.

Die mit Abstand bizarrste Weltenbauneuigkeit entdeckten wir jedoch auf Moviepilot – nach langjähriger Abwesenheit gibt es mit “Dragonball Super” einen neuen Anime rund um Son Goku und seine Freunde. Na ob das was wird?

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster Mai verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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Fallstudie: Roadrunner und Kojote – die Regeln eines absurden Universums

Oft fällt im Zusammenhang mit Fantasy und Science-Fiction der Satz „Hauptsache, es ist innerhalb des gegebenen Universums schlüssig“. Was aber, wenn die Gesetze im angenommenen Universum völlig sinnlos und mitunter sogar reichlich dämlich wirken?
Ein solches Universum ist das von vornherein auf Klamauk ausgelegte Universum rund um den immerhungrigen Kojoten und den immer wegrennenden Road Runner.

Regeln, die man beobachten kann

Einige einfache Regeln lassen sich ableiten, wenn man nur genug Cartoons anschaut und die Gemeinsamheiten betrachtet.
So gibt es mehrere Folgen, in denen der Kojote den Vogel reinlegen möchte, indem er mit Hilfe eines riesigen Landschaftsbildes einen anderen Straßenverlauf suggerieren oder einen Tunnel andeuten möchte, wo keiner ist. Der Roadrunner kann diese Zeichnungen betreten, als würde es sich um ganz normale Wege handeln – der Kojote in der Regel dagegen nicht.
Eine andere, von zahlreichen späteren Cartoons übernommene Serie ist: Die Gesetze der Schwerkraft gelten nur dann, wenn der Protagonist gerade Notiz von ihnen nimmt. Mit anderen Worten: Der Kojote kann so lange über einem Abgrund in der Luft stehen, bis ihm auffällt, dass er in der Luft steht. Sobald er weiß, dass unter ihm ein Abgrund gähnt, wird er jedoch fallen.
Ein weiteres physikalisches Gesetz, das grundsätzlich nicht funktioniert, ist das Hebelgesetz – ein Katapult, eine Zwille oder ein ähnliches Gerät funktioniert nicht. Die Munition des Katapults fällt grundsätzlich auf den Kojoten, die selbstgebastelte Riesenzwiele leiert aus und zerrt ihn in die falsche Richtung. Auch die Sache mit dem Lasso oder der Dynamitschleuder funktioniert nie, wie sie eigentlich sollte.

Auf der anderen Seite hat der Kojote praktisch unbeschränkte Möglichkeiten – obwohl er als Wildtier kein Geld hat, kann er sich jeden Baukasten, jede Anleitung per Buch und jedes Werkzeug von ACME in die amerikanische Wüstenwildnis liefern lassen. ACME ist dabei eine fiktive Firma, die auch in den anderen Trickfilmen der Looney Tunes-Reihe so ziemlich alles liefert – vom Wetterballon über Vogelfutter bis hin zu Raketen.
Außerdem kann der Kojote nicht sterben – sogar wenn er von einem riesigen Stein erschlagen wird, in einen unendlich tiefen Abgrund fällt oder ihm eine an seine Schnauze gebundene Stange Dynamit direkt im Gesicht explodiert, kommt er mit dem Leben davon. Teilweise gedemütigt, lächerlich rasiert oder zusammengestaucht – aber er ist im Prinzip dennoch unsterlich.

Wenn diese Regeln allgemeingültig werden?

Bei diesem Universum handelt es sich im Prinzip um ein Mini-Universum, bei dem bis auf sehr wenige Ausnahmen (wie z.B. eine Folge, an deren Ende sich der Kojote als Road-Runner-Weibchen verkleidet und anschließend von einer riesigen Kojotenmeute verfolgt wird) nur zwei Lebewesen miteinander interagieren. Selbst in vorbeikommenden Lastwagen oder Zügen sitzt oftmals der Road Runner als Fahrer. Es konzentriert sich auf die Interaktion dieser zwei Figuren und die bewusst absurd gehaltene Welt führt automatisch zur Situationskomik.

Was würde passieren, wenn man ein ganzes fiktives Universum auf den folgenden (verallgemeinerten) simplen Regeln aufbauen würde?

  1. Man fällt nur aus großer Höhe, wenn man den Abgrund sieht.
  2. Katapulte lassen ihre Steine immer auf den fallen, der an ihnen zieht.
  3. Man kann die Landschaft verändern, indem man alternative Bilder zeichnet und hinstellt – aber der Erschaffer des Bildes kann sein eigenes Bild nie benutzen.
  4. Aus jedem Tunnel kommt genau dann ein Zug, wenn man hindurchgehen will.
  5. Man kann nicht sterben, egal was passiert.
  6. Man kann sich jeden Gegenstand, jede Anleitung, jeden Baukasten einfach liefern lassen.

Die Menschen würden vermutlich ausladende Pluderhosen oder weite Röcke auf weiten Reisen tragen – denn dann könnten sie einfach über Abgründe spazieren, ohne herunterzublicken und könnten überall hin.
Maler wären hoch angesehen, denn sie könnten Bilder schaffen, mit deren Hilfe man alles Nötige in die karge Wüstenlandschaft zeichnen könnte. Sie würden herausfinden, dass man auf diese Weise Abkürzungen in alle Teile der Landschaft zeichnen könnte, würden Flüsse umleiten oder andere nützliche Dinge tun – da sie ihre eigenen Bilder jedoch nicht betreten könnten, würden sie sich von ihnen fernhalten.
Katapulte würden als Falle genutzt werden – denn egal wer an einem Katapult zieht, um es gegen einen anderen einzusetzen, wird unweigerlich selbst erschlagen.
Da in dieser Gesellschaft alle unsterblich wären, gäbe es vermutlich keine Fortpflanzung, keine Eifersucht. Die Menschen würden in einer Art Kommune leben und die freie Liebe praktizieren – schließlich hätte dies keinerlei Konsequenzen.

Oder würde etwas völlig anderes dabei herauskommen, wenn man die Regeln des Cartoons auf einen Planeten oder ein Romanuniversum überträgt?

Fazit

Es kann für Weltenbauer durchaus lohnend sein, einen Blick auf die spezifischen Gesetze eines Cartoons zu werfen und weiterzudenken. Was würde es bedeuten, die Gesetze dieses Mikrouniversums auf einen größeren Zusammenhang zu übertragen? Welche Dinge müsste man noch festlegen, damit das Ganze einen Sinn ergibt? Welche Gesetze des Cartoons dagegen sind bei einer radikaleren Betrachtung für den Weltenbau unbrauchbar?

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Fallstudie: Zauberschulen I – Ods Zauberschule in Patricia McKillips “Der Zaubergärtner”

Zauberschulen haben ein Problem – seit „Harry Potter“ allgemein bekannt und berühmt ist, muss sich jede fiktive Zauberschule in irgendeiner Weise mit Hogwarts vergleichen lassen. Zwei Schwierigkeiten stellen sich jedem Autor, der eine Zauberschule bastelt:
Zum Einen ist Hogwarts so großartig – zumindest sehen wir zwei das so – dass es schlicht schwer ist, dort heranzukommen. Zum anderen aber denkt sofort jeder beim Wort „Zauberschule“ an den berühmtesten Zauberlehrling der Welt.
Das Problem ist, dass es nun einmal Dinge gibt, die alle Schulen – und somit  Zauberschulen – gemeinsam haben dürften. Es gibt Schulklassen, die nach irgendeinem System sortiert werden, sobald man mehr als eine Klasse pro Jahrgang hat. Es gibt Noten, es gibt Lehrer, es gibt irgendeine Art von Prüfungen und natürlich gibt es Schulstoff.
Wie also für die eigene Welt eine Zauberschule schaffen, die weder neben Hogwarts verblasst noch wie ein billiger Abklatsch davon wirkt?
Vor diesem Hintergrund beginnen wir unsere neue Serie über Zauberschulen ganz bewusst nicht mit Hogwarts, auch wenn wir uns diese besondere Schule auf alle Fälle vornehmen werden, sondern mit Ods Zauberschule in Kelior aus Patricia McKillips “Der Zaubergärtner”.

Schulgeschichte und Gegenwart

Od gründete ihre Zauberschule in Kelior, der Hauptstadt des Staates Numis.
Nachdem Od Kelior in einem Krieg vor der Zerstörung bewahrte, erlaubte der damalige König Ishan der geheimnisvollen Riesin Od, eine Zauberschule in seiner Hauptstadt zu gründen.
Ursprünglich befand sich diese Schule in einem im Krieg verlassenen Schusterladen – über der Tür hängt bis heute ein Schild mit einem Schuh. Allerdings ist diese ursprüngliche Tür zur Zauberschule nur für besonders begabte Schüler sichtbar – und Jahrhunderte später, in der Gegenwart, gehen nur noch Wenige durch die sprichwörtliche Tür des Flickschusters. Die Meisten kommen durch den Haupteingang, sind Kinder wichtiger Leute und zahlen Schulgeld.
Die Schule befindet sich mittlerweile direkt am Königspalast und beinhaltet eine Menagerie, die Schulbibliothek, ein Labyrinth im Keller, einige Unterreichtsräume, Küche und Speisesaal. Und natürlich die Gärten, für die der namensgebende Zaubergärtner benötigt wird.
Makrokosmos und Mikrokosmos

Die Situation an Ods einst liberaler Zauberschule spiegelt die Situation in der Gesellschaft in Numis – alle Magier stehen unter königlicher Aufsicht und welche Form der Magie gelehrt und ausgeübt werden darf, steht unter strikter Aufsicht.
Unerlaubte Magie kann von den zuständigen Behörden wahrgenommen und nachverfolgt werden, die Strafen sind drakonisch.
Schon kleinste Regelverstöße führen in der Schule zum Ausschluss – im Makrokosmos der Stadt zur Verhaftung.
Nur an der Zauberschule darf Magie gelehrt werden – es ist also auch einem ausgebildeten Magier verboten, dem eigenen Kind mal eben ein wenig Magie schon im Vorfeld beizubringen. Schließlich kann der Staat dann nicht kontrollieren, ob zusammen mit den magischen Fähigkeiten auch die akkurate Version der Geschichte und Ideologie von Numis vermittelt wird.
Dazu passt, dass es Magierschülern verboten ist, das sogenannte nachtaktive Zwielicht-Viertel zu betreten. In der Vergangenheit führten Gerüchte über wilde Magie beinahe zur Revolte in diesem Teil der Stadt – entsprechend könnte ein Aufenthalt dort die jungen Zauberschüler daran hindern, treue Diener des Regimes zu werden. Zu wild, zu bunt und kreativ ist das, was dort vor sich geht.
In anderen Ländern ebenso wie in anderen Zauberschulen geht es wesentlich liberaler zu – ein Grund für die selbst sehr freiheitsliebende Od, ihre eigene Zauberschule zwei Jahrhunderte lang nicht zu betreten. Denn wahre Magier streben in Ods Augen nach Wissen, nicht nach Macht.

Das Labyrinth

Die Gegenwart der ungewohnten Magie in der Zauberschule bleibt nicht wirkungslos auf die Schüler. Oft haben die Schüler in ihrer ersten Nacht an der Schule Alpträume, entwickeln bisher unbekannte neue Fähigkeiten oder verlaufen sich im Labyrinth.
Beim Labyrinth handelt es sich um ein Steinkonstrukt, das eigentlich recht einfach angelegt zu sein scheint – doch wessen Gedanken nicht klar sind, der verläuft sich früher oder später und kommt erst raus, wenn die Gedanken wieder geklärt sind und man das Problem lösen konnte, das ins Labyrinth trieb.
Doch das Labyrinth hat auch einen zweiten, weitaus geheimnisvolleren Zweck, der im Laufe des Romans zum Tragen kommt.

Fazit

Eine Zauberschule kann vielen Dingen dienen – sei es, eine tolle Kulisse zu bilden oder, wie in diesem Roman, zu einer Verstärkung der gesellschaftskritischen Aussage im Roman zu führen.
Der magische Überwachungsstaat Numis hält unserer Gesellschaft einen Spiegel vor – in Form der Stadt Numis und Ods Zauberschule gleich doppelt. Diese Effekte verstärken sich im Laufe der Handlung gegenseitig und führen zu spannenden Wendungen.

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Weltengeflüster März 2015

Das Weltengeflüster wird heute zwei Jahre alt – und das an Ostern! Das erste Weltengeflüster ging im März 2013 online, als wir uns dachten: Es wäre doch ganz nett, die vielen wundervollen Links rund um Weltenbau, die uns beim Surfen begegnen, mit unseren Lesern zu teilen.
Danke an alle, die diese Rubrik als ihre Lieblingsrubrik auf dem Blog bezeichnen, uns Blogs empfehlen und hier liken und kommentieren!

Das Weltengeflüster selbst fällt diesen Monat wieder recht klein und bescheiden aus – schließlich steht nicht nur Ostern, sondern auch Camp NaNoWriMo vor der Tür und die fleißigen Weltenbastler mussten den März nutzen, um zwei Dinge gleichzeitig zu tun: Eier färben und Osterhasen backen auf der einen, ihren Aprilroman planen auf der anderen Seite.

Weltenschmiede Ostergrafik 2015

Wir wünschen allen Lesern frohe Ostern und viel Spaß beim Lesen unserer Linktipps!

Auf Fantasy Faction gibt es einen neuen Artikel rund um die Erstellung fiktiver Lebewesen und möglichst lebensnaher Tiere. Dieses Mal ist das Thema “Symbiose” – und erklärt, wie man biologisch richtig sinnvolle Tiergemeinschaften erschafft.

Auf Dangerous Minds entdeckt – in Kanada hat man eine ganz besondere Art, um Leonard Nimoy nach seinem Tod zu ehren: Man nimmt den kanadischen Fünf-Dollar-Schein und bearbeitet ihn so lange mit dem Kugelschreiber, bis am Ende Spock herauskommt. Die Bank ist nicht so begeistert.

Dieser Linktipp hat zwar nur indirekt mit Weltenbau zu tun, ist aber für jeden Menschen wichtig. Sarah Maria hat einen Beitrag erstellt, in dem sie alle Teilnehmer ihrer #blogeha-Blogparade kurz vorstellt. Neben unserem Beitrag gibt es über dreißig weitere lesenswerte Blogposts zum Thema!

Gesehen auf Phantanews – neben “Star Wars – Episode 7″ wird es auch Filme aus dem Universum geben, die nicht direkt zu einer Trilogie gehören. “Star Wars – Rogue One” kommt voraussichtlich Ende 2016 ins Kino.

Hattet ihr im Sinn, bei einer eurer Geschichten einen Protagonisten vor dem Fall zu retten, indem er sich am Fahnenmast herumschwingt und wieder nach oben saust? Lasst das. Bitte. Wieso, erklärt der xkcd-Zeichner in diesem Blogpost.

Gleich zwei Mal haben wir diesen Monat Besuch von Carmilla de Winter.
Sie spricht in ihrem Blogpost zum Thema “Religion” einen wichtigen Punkt an – selbst in einer laizistischen Gesellschaft werden sich entweder im Alltag irgendwo Spuren einer vergangenen Religion wiederfinden oder es gibt irgendeine Alternative dafür. Wo beides fehlt, sollte einem Weltenbauer das Ganze ein wenig komisch vorkommen.
Der zweite Blogpost widmet sich der Vorstellung einer Webseite, die ich mir als Liebhaberin alter Wörter und historischer Settings sofort abgespeichert habe – Retropedia.

Auf tor.com findet ihr im März einen Artikel über die 15 Geheimnisse, die sich in Westeros entdecken lassen, während ihr auf Band 6 wartet. Für alle, die die ersten fünf Bände (englische Zählung) beziehungsweise die ersten zehn Bände (deutsche Zählung) nicht gelesen haben, kann der Artikel Spoiler enthalten!
Auf der selben Webseite findet ihr übrigens auch weitere Bilder von der vollständig illustrierten Neuausgabe von “Harry Potter and the Philosopher’s Stone”, die im Oktober 2015 erscheinen soll. Einfach nur wunderschön…

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster April verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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Fallstudie: Vampire in verschiedenen Canons – Teil 9 – die Vampire aus “Anno Dracula”

Was wäre, wenn Dracula nicht von Van Helsing besiegt worden wäre und die Herrschaft im viktorianischen England an sich gerissen hätte? Dies beschreibt Kim Newman in “Anno Dracula”.
Doch das heißt nicht zwingend, dass er auch sämtliche weltenbaulichen Fakten aus dem Stoker-Universum übernommen hätte – sein Buch variiert das Dracula-Thema und verändert es für moderne Leser.
Wie also aktualisiert man einen Klassiker?

Optik:

Kaum ein Vampir sieht so aus wie der Mensch vorher.
Ihre Augen nehmen eine rote Farbe an und oftmals verändert sich ihre Gestalt gleich nach der Verwandlung. Bei Einigen sind die Anlagen zum Gestaltenwandel so stark, dass sie sich nicht zurückhalten können – so verwandelt sich der Arm des Vampirkindes Lily Mylett in einen Fledermausflüge, doch da sie den Wandel nicht kontrollieren kann und das verwandelte Gewebe abstirbt, überlebt Lily die Verwandlung nicht.
Anderen – so der Prostituierten Nell – wachsen am ganzen Körper Haare.
Während einige Vampire vergleichsweise normal aussehen, sehen einige somit völlig verändert aus und wirken absonderlich, befremdlich oder abstoßend auf andere Wesen.
Außerdem werden die Vampire im Laufe der Zeit denen, die sie geschaffen haben, ähnlicher – aus diesem Grunde sieht Mary Jean Kelly der toten Lucy Westenra auffällig ähnlich.
Bei Dracula selbst ist der Hang zur Gestaltwandlung so stark, dass er nicht in der Lage ist, Kleidung zu tragen – das Gewebe würde die permanenten Veränderungen seiner Gestalt nicht aushalten.

Fähigkeiten:

Die Fähigkeiten der Vampire hängen von ihren “Vätern” oder “Müttern in Finsternis” ab – denn mit dem Blut werden auch ihre Fähigkeiten übertragen.
Die Abkömmlinge von Dracula selbst haben dabei oft in gewissem Umfang seine Fähigkeit, ihre Gestalt zu verändern. Andere Vampire sind empathisch, können Gedanken oder andere Dinge erspüren.
Arthur Godalming kann als Vampir Menschen betören und sie dazu bringen, sich seinem Willen entsprechend zu verhalten.
Manche können sich komplett in Tiere verwandeln. Andere können sich knöcherne Waffen wachsen lassen.
Allen gemeinsam ist die schnelle Regeneration bei Verletzungen, eine hohe Körperkraft und Schnelligkeit und die Fähigkeit, sich Klauen und Zähne für einen Angriff wachsen zu lassen.

Verwandlung:

Bereits der Biss eines Vampirs ruft gewisse Veränderungen in einem Menschen hervor – ein Mensch kann süchtig danach werden, gebissen zu werden und fühlt sich zu seinem Beißer auf erotische Weise hingezogen. Allerdings reicht ein bloßer Biss nicht für eine komplette Verwandlung.
Wichtig dafür ist auch, dass der Vampir etwas Blut vom zu Verwandelnden trinkt und anschließend den Menschen trinken lässt.
Bei der Verwandlung durchläuft der Mensch furchtbare Schmerzen und “stirbt” sozusagen – dabei gibt er sämtliche Körperflüssigkeiten von sich, was für den Betroffenen sehr unangenehm werden kann.
Ist das Blut jedoch irgendwie verseucht, ist so eine Verwandlung kein Garant auf ewiges Leben. Auch Krankheiten, an denen der Mensch vor der Verwandlung gelitten hat, können sich verschärfen und somit das Leben nach der Verwandlung zur Qual machen.

Eigentlich herrscht ein Ehrenkodex, der vorsieht, dass “Väter in Finsternis” während der Verwandlung bei ihrem Spross bleiben und Verantwortung für diesen übernehmen. Jedoch bieten viele Prostituierte das Ewige Leben gegen eine geringe Anzahl an Münzen feil, sodass theoretisch jeder Londoner ein Vampir werden kann.
Allerdings ist der qualitative Wert dieser Verwandlung nicht besonders gut.

Frischverwandelte, geckenhafte Vampire nennt man in dieser Romanwelt übrigens “Murgatroyds” – nach der gleichnamigen Familie aus der britischen Operette “Ruddygore”.

Vernichtung:

Silber ist für Vampire giftig – ein Messerstich mit einer versilberten Klinge, ein Schuss mit Silberkugeln ins Herz, all das ist für den Vampir tödlich. Darum mordet Jack Seward seine Vampiropfer auch mit einem versilberten Skalpell – Wunden, die von einer normalen Stahlwaffe beigebracht werden, verheilen sofort.
Sie überleben es außerdem nicht, den Kopf abgeschnitten zu bekommen, gepfählt oder in die Luft gejagt zu werden.

Wird verletzt durch:

Eisen hinterlässt keine bleibenden Verletzungen – Silber dagegen schon.
Deswegen gilt Silber als Gift, ist schwer zu bekommen und man muss sich ins Gifteregister eintragen, wenn man Silber besitzt.
Wenn einem Vampir mit einer Silberkugel ins Bein geschossen wird, die Splitter jedoch nicht vollständig entfernt werden können, kann ein Vampir sein Bein verlieren.
Eine Vergiftung durch Silber ist für den Vampir mit großen Schmerzen verbunden.

Kreuze, Knoblauch und andere althergebrachten Vampirbekämpfungsmittel allerdings funktionieren eigentlich nicht – es gibt jedoch Vampire, die selbst daran glauben. Hält man diesen Vampiren ein Kreuz entgegen, weichen sie zurück. Andere Vampire haben für Kreuze nur ein müdes Lächeln übrig und die vielen Vampirdandys und deren Gefährtinnen tragen sogar oftmals kreuzförmigen Schmuck, um sich über die Ängste ihrer Macher lustig zu machen.

Bedürfnisse:

Blut – nur Menschenblut bringt wirklich Erleichterung, in Bars werden aber auch Schweine angezapft und deren Blut bringt vorübergehende Linderung.
Das führt zu bedenklichen gesellschaftlichen Auswüchsen – so gibt es Kupplerinnen, die gegen Geld Vampire das Blut ihrer oder fremder Kinder trinken lassen, diese Kinder dabei jedoch in strenger Gefangenschaft halten, bis die Kinder sterben.
Auch Vampirprostituierte lassen sich teilweise nicht mit Geld, sondern mit einer bestimmten Menge Blut bezahlen, die sie dem “Kunden” abzapfen dürfen.
Der Handel mit Blut blüht – genauso wie der Handel mit dem zweiten Bedürfnis vieler Vampire, nämlich Sex.
Die Vampire von Newman sind dazu nicht nur in der Lage, sondern mit großen Freuden dabei – bis hin zu dekadenten Auswüchsen: Ein Vampir wird im Roman dabei erwischt, wie er in seiner Schlangengestalt mit zwei kleinen Jungen schläft.

Herkunft:

Ähnlich wie in “Dracula” wird dieses Rätsel hier nicht gelöst:  Dracula und einige seiner Karpaten werden mehr oder weniger zufällig von irgendwelchen Vampiren auf dem Schlachtfeld verwandelt. Sie können sich jedoch nicht an einen konkreten Schöpfer erinnern.
Dracula ist dabei keineswegs der älteste bekannte Vampir – Geneviève ist fünfzig Jahre älter als er und wurde von einem Vampir namens Chandagnac erschaffen. Der widerum von einer Lady Melissa d’Acques erschaffen wurde, einer Kindsfrau, deren Erschaffer nicht erwähnt wird.

Weltenbauerisches Fazit:

Man muss gut aufpassen, wenn man bereits vorhandene Konzepte verwenden und gleichzeitig die eigene Fantasie frei fließen lassen möchte. Schnell kann das ins Auge gehen – entweder enthält das Konzept dann viel zu wenige eigene Elemente oder ist so weit weg vom Original, dass man das Konzept nicht mehr wiedererkennt und kein ernsthafter Fan die Neufassung akzeptiert.

In “Anno Dracula” erfolgt das Modernisieren auf eine Art, die jeden Liebhaber der viktorianischen Literatur zufriedenstellen dürfte – während gleichzeitig auch die Fans von Horrorvampiren à la Dracula auf ihre Kosten kommen.

Newman fügt seine eigene Figur Geneviève nahtlos in ein Kaleidoskop aus zahlreichen, bunten Gestalten ein und verwebt das Ganze zu einer Welt, die ganz und gar viktorianisch ist.

Somit ist “Anno Dracula” ein Paradebeispiel für die Modernisierung eines klassischen Romankonzeptes.

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Weltengeflüster Februar 2015

Der Februar war wieder vergleichsweise still – möglicherweise liegt das nicht zuletzt daran, dass der Februar sehr kurz ist- wir haben dennoch einige Februarlinks und News für euch gesammelt.

Der erste Eintrag ist dabei nicht einmal neu, wurde von mir jedoch diesen Februar erst entdeckt – es handelt sich um den auf Ansereg veröffentlichten Aufsatz, in dem mit dem elbischen Liebesleben und den Gerüchten über Selbiges ein wenig aufgeräumt wird. Für alle, die ihn noch nicht kennen, eine interessante Neuentdeckung.

Vermutlich kursiert über kaum eine andere Epoche so viel Halbwissen und so viel Unsinn, wie über das Mittelalter. Hiltibold befasst sich in seinem Artikel über Ärztinnen im Mittelalter mit dem Vorurteil, Frauen dürften damals pauschal keine Medizin studieren oder praktizieren. Die Wahrheit ist, wie üblich, weitaus komplizierter.

Auf Moviepilot wurde über eine der absurdesten Schulsuspendierungen geschrieben, von der ich je lesen durfte. Was passiert, wenn ein Grundschüler mit dem angeblich echten Ring der Macht behauptet, er könnte damit einen Mitschüler verschwinden lassen?

Lego – Spielzeug für kleine und große Kinder. Wen wundert es da, dass es demnächst, wie von Geeksaresexy angekündigt, auch ein Dr. Who-Set erscheint?

Stephanie Meyer und einige Sponsoren haben zu einem Wettbewerb aufgerufen, bei dem die Twilight-Fans Fanfiction in Form von Kurzfilmen einreichen durften Einzige Bedingung war, dass dabei keine Original Characters (selbsterfundene Figuren der Fanfiction-Autoren) vorkamen und nicht an den Gesetzen des Canons herumgeschraubt wurde (also z.B. kein Slash zwischen im Franchise heterosexuellen Figuren, kein “Bella ist ein Werwolf”-AU etc.). Die Gewinnerfilme stehen inzwischen fest.

Auf Arts.Mic entdeckten wir, dass drei große Fragen aus dem Harry-Potter-Universum von J. K. Rowling gelöst wurden. Unter anderem, wieso der Horcrux in Harry nicht schon vernichtet wurde, als der Basilisk ihn im zweiten Band vergiftete.

Inzwischen hat sich das Problem zwar gelöst, aber dennoch ist es wichtig, auf etwas aufmerksam zu machen, das einer lieben Autorenkollegin passiert ist. Marie Grasshoff wunderte sich, wieso ihre Einnahmen eingebrochen sind – der Grund war eine Frechheit seitens Amazon. Liebe Selfpublisher unter unseren Lesern, passt auf eure Margen auf und schaut schnell nach, wenn euch irgendetwas Komisches auffällt!

Spiderman gehört allem Anschein nach – obwohl von Marvel erschaffen – zu Sony und Marvel/Disney haben keine Rechte am Spinnenmann. Oder besser gesagt, hatten keine Rechte. Nun scheinen sich Marvel und Sony zusammengetan zu haben, um es möglich zu machen, Spiderman in das allgemeine Marvel-Universum wieder einzubinden. Hierzu gleich zwei Quellen, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Geschichte beleuchten – auf Tor.com steht der Fokus stärker auf den Erscheinungsdaten von Filmen, während Fantasy Faction mehr Wert auf das Gesamtbild der Geschichte legt.

Was wäre, wenn… Nintendo sämtliche Rechte an “Harry Potter” aufgekauft hätte? Auf unseen64 könnt ihr die ganze Geschichte lesen – inklusive, wieso es nicht zu Stande gekommen ist – und einen Blick auf damalige Artworks werfen. Es lohnt sich!

Ihr kennt “Game of Thrones” und dessen Romanvorlage “A Song of Ice and Fire” vermutlich mindestens aus Gerüchten als nicht gerade die Gesundheit fördernd und dafür berüchtigt, die Regel “Kill your darlings” lieber einmal zu oft anzuwenden. Doch das Franchise rettet auch Leben – oder gleich eine ganze Ziegenart in Island, berichtet man auf Tor.com.

Und wo wir ohnehin schon in Westeros sind – auf Fantasy Faction erschien ein Artikel, der sich wie ein Kurzreiseführer durch den Norden des Kontinents ausnimmt. Mit einer feinen Prise Sarkasmus.

Es gab eine Zeit, da galt es als unladylike, als Frau Unterhosen zu tragen. Auf “Risky Regencies” schreibt Isobel Carr über die schwierige Geschichte der Damenunterhose im neunzehnten Jahrhundert.

Dass Pen & Paper automatisch bedeutet, dass alle Spielfiguren ihre Kleidung anbehalten – davon gehen vermutlich die Drehbuchschreiber aus, die einem Rollenspieler einen Spitzhut aufzusetzen pflegen. Dass dem nicht so ist, beschreibt überspitzt die Zeitzeugin mit ihrer Liste von 10 Sextypen im Rollenspiel.

“Do you want to build an army?” *singt* In dem Fall ist der Artikel darüber auf Fantasy Faction recht nützlich und behandelt auch den Aspekt “Armeen mit Magie” und “Armeen mit Psi-Kräften”.

Zwei Anthologien aus dem Hause “Jurassic London” – das bedeutet, dass die Einnahmen gespendet werden – wurden auf Tor.com vorgestellt: “Jews Against Zombies” und “Jews Against Aliens”. Wieso auch nicht?

Eine weitere Tor.com-Story beinhaltet ein Geheimnis, das wohl nur Sherlock Holmes lösen könnte – ist eine verschollene und wiederaufgetauchte Geschichte aus dem Holmes-Universum wirklich von Sir Arthur Conan Doyle?

Stellvertretend für alle anderen Blogposts zum Thema “Zehn Bücher übers Wetter” verlinken wir hier Tintenelfes Zusammenstellung. In Schreibratgebern wird das Wetter oft genug eher schlecht geredet – zu Unrecht, denn manchmal ist das Wetter durchaus wichtig für Story und Stimmung.

Das Weltengeflüster für den Februar müssen wir mit einer traurigen Nachricht abschließen. Am 27. Februar ist Leonard Nimoy, den Meisten, ob Trekkie oder nicht, vor allem als der Schauspieler von Mr. Spock bekannt, im Alter von 83 Jahren verstorben.
In meinem Feed hatte ich zahlreiche Nachrufe auf ihn, aber ich möchte auf den Wikipedia-Artikel über sein Leben verlinken. Denn er war nicht nur Spock, er spielte seit 1951 auch in zahlreichen Filmen mit, brachte Gedichtbände mit eigenen Fotografien heraus, musizierte und führte Regie.
Mit anderen Worten: He lived long and prospered.

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster März verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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Fallstudie: Randgruppen und der Umgang mit Diskriminierung in “Harry Potter” Teil 3 – #blogeha

Unsere Miniserie für die blogeha-Blogparade geht zu Ende – zum ersten Beitrag der Miniserie geht es hier und hier zu unserem Beitrag von letzter Woche.

Wir beschäftigten uns bisher mit seuxellen Minderheiten, Halbriesen, Meermenschen und Zentauren. Im Abschlussbeitrag geht es um Hauselfen, Muggel und, last but not least, dem Verhältnis der Zauberer untereinander.

Hauselfen

Die Sache mit den Hauselfen ist nicht ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick wirkt – denn hier gibt es mehrere Aspekte, die hineinspielen.
Diese Geschöpfe verfügen über eine eigene, recht mächtige Form der Magie: Sie können an Orte apparieren, die für Zauberer nicht auf diese Weise zugänglich sind, Gegenstände schweben lassen und mehr – als Ergebnis jahrhundertelanger Versklavung und Gehirnwäsche durch die magische Gesellschaft können sie diese jedoch nur begrenzt einsetzen, wenn es nicht gerade darum geht, den Willen „ihrer“ Zaubererfamilie zu erfüllen. Das Tragen von Zauberstäben ist ihnen per Gesetz untersagt.
Nur wenige sind so willensstark wie Dobby und in der Lage, sich willentlich den Befehlen zu widersetzen –  wobei Dobby trotz seiner Willensstärke dennoch den Drang verspürt, sich für schlechte Äußerungen über die Malfoys zu bestrafen. Hauselfen können jedoch, wenn sie ihre Meister nicht mögen, nach Lücken in den Befehlen ihrer Meister suchen und diese ausnutzen – so hat Kreacher, als Sirius ihn aus der Küche werfen wollte, das Haus verlassen und Sirius an Bellatrix und Narcissa verraten.
Hauselfen in Hogwarts gibt es im Übrigen schon seit der Zeit der vier Gründer – Helga Hufflepuff ist es zu verdanken, dass misshandelte und schlecht behandelte Hauselfen aus ganz Großbritannien in Hogwarts Schutz und Arbeit finden können.
Versklavung – und die Selbstverständlichkeit, mit der die Zaubererwelt diese annimmt, ist ein Teil des Problems um die Diskriminierung der Hauselfen. Ein anderer Teil ist die Herangehensweise von Hermine an das Hauselfenproblem. Hermine versucht nämlich bei ihrem Kreuzzug für die Elfenrechte anfangs nicht, das Wesen der Hauselfen zu verstehen und ihre Mentalität in ihre Befreiungsaktionen mit einzubeziehen.
Sie ist der festen Meinung, dass genau ihre Art von Freiheit auch für die Hauselfen die ideale Form der Freiheit zu sein hat. Statt sich also mit den Freiheitskonzepten und dem Glückskonzept von Hauselfen auseinanderzusetzen, versucht sie auf Gedeih und Verderb, sie zu befreien. Bis hin dazu, dass sie selbstgestrickte Kleidung überall im Gemeinschaftsraum der Gryffindors versteckt. Damit erreicht sie allerdings nur, dass fortan nur noch Dobby sich traut, diesen Raum zu reinigen und zusätzliche Arbeit hat. Die übrigen Hauselfen meiden den Raum, weil sie nicht befreit werden wollen. Für die meisten anderen Hauselfen ist es schließlich eine Schande, von ihrer Familie freigelassen und somit gleichsam verstoßen zu werden.
In gewissem Sinne betreibt Hermine also – wenn auch mit guten Absichten – Kulturimperialismus. Das könnte man beispielsweise mit den Missionsbemühungen der Christen in der Dritten Welt heute und den Missionaren der Vergangenheit vergleichen – ohne darauf einzugehen, wie glücklich oder unglücklich die Bewohner der missionierten Landstriche tatsächlich sind, wurde ihnen auf „Teufel komm raus“ der christliche Glaube samt den christlichen Glücksvorstellungen aufgepropft. Daraus entstanden und entstehen zahlreiche Spannungen nicht zuletzt innerhalb der so zwangsmissionierten Bevölkerung, aber auch faszinierende Mischreligionen und neue Kulturen.
Später begreift Hermine tatsächlich, dass ihr B.Elfe.R-Ansatz nicht der Richtige war und ändert ihre Vorgehensweise während ihrer eigenen Zeit beim Ministerium.
Ja – es ist wichtig, den Hauselfen zu helfen und ihnen mehr persönliche Freiheiten zuzugestehen – aber nicht auf eine Weise, mit der die Hauselfen nichts anfangen können.

Keine frohe Nachbarschaft – Magier und Muggel

Für manche Magier, die besonders auf ihr reines Blut bedacht sind – also beispielsweise die meisten Mitglieder der Familie Black oder die Malfoys – sind Muggel Menschen zweiter Klasse.
In der Regel gehen sich Magier und Muggel aus dem Weg – nicht zuletzt wegen des Gesetzes zur Geheimhaltung der magischen Welt, die es den Welten verbietet, aufeinanderzutreffen. Dennoch muss das Ministerium Gesetze zum Schutz der Muggel erlassen, um zu verhindern, dass besonders radikal eingestellte Zauberer Muggeln zum Spaß verzauberte Gegenstände, Tiere aus magischer Zucht und andere Dinge verkaufen. So erzählt Arthur Weasley von Zauberern, die Muggeln schrumpfende Schlüssel und aggressive Teesets verkaufen. Auch Angriffe auf Muggel wie bei der Quidditchweltmeisterschaft 1994 sind durch Muggelschutzgesetze verboten.
Die feindliche Einstellung rührt nicht nur von den Hexenverfolgungen in der Vergangenheit her – die im Grunde genommen für wahre Hexen und Zauberer nie wirklich gefährlich wurden – sondern auch von schlichtem Unwissen der Zauberer in Bezug auf die Lebenswelt der Muggel. Nicht umsonst gibt es in Hogwarts ein Fach namens Muggelkunde – dennoch sieht man gerade am Verhalten von vermeintlichen Muggelexperten wie Arthur Weasley, dass auch in diesem Unterricht vermutlich viel Unsinn und gefährliches Halbwissen vermittelt wird.
Vom Hass auf Muggel bis zum Hass auf Muggelstämmige ist es nicht weit – Hermine als Kind zweier Muggel ist eine der besten Schülerinnen, die Hogwarts je hatte. Dennoch wird auf sie herabgesehen und Draco Malfoy nimmt sich das Recht heraus, sie zu beschimpfen, wann immer ihm danach ist. Der Hass auf Muggelstämmige erreicht seinen Höhepunkt während der Schreckensherrschaft von Voldemort – das Ministerium behauptet, Muggelstämmige hätten in Wahrheit einem Zauberer oder einer Hexe den Zauberstab gestohlen und werden gejagt und verurteilt. Harry, Ron und Hermine platzen sozusagen bei ihrem Einbruch ins Ministerium in einen solchen Prozess hinein und können die Angeklagte befreien.
Vermutlich liegt hier kodiert auch der Grund vor, aus dem Muggelstämmige bei besonders radikalen Reinblütern so verhasst sind – Reinblüterfamilien versuchen, untereinander zu heiraten, um “das Blut reinzuhalten”. Dass dabei genpoolbedingt vermehrte Probleme auftreten und die Familien darum aussterben, gilt natürlich nicht nur für Zaubererfamilien.
Muggelstämmige bringen hier sozusagen frisches Blut in die Zauberwelt – und reiben unbewusst (und unabsichtlich) den Reinblütern ihr Aussterben und die Notwendigkeit mit Zauberern “vermischten Blutes” Familien zu gründen, unter die Nase. Als vermeintliche Elite fühlen sie sich von diesen Menschen besonders bedroht und reagieren aggresiv.
Ein Zustand, den man auf sehr viele Bereiche im Leben  und in der Geschichte übertragen könnte. Von harmlosen bis hin zum Rassenwahn der Nazis.
Anders sieht es mit sogenannten Halbblütern aus – von einem Großteil der magischen Gesellschaft akzeptiert und völlig normal behandelt, gibt es dennoch Einzelne, für die auch halbblütige Zauberer weniger wert sind als Kinder zweier Zauberer. Die zwei bekanntesten Beispiele sind Snape und Voldemort – beide verbergen vor ihren Freunden (und im Falle von Voldemort Anhängern) ihren Muggelvater, da sie in ihrem angestrebten reinblütigen Freundeskreis sonst ausgeschlossen worden wären.
Hier ist der realweltliche Vergleich zum faschistischen Konzept der “Rassenschande” nicht abwegig.

Hausangst – Hausstolz

An einer Stelle sagt Hermine offen, dass sie nicht viel von Quidditch hält – denn es bringt den Hass zwischen den Häusern auf ein neues Level und festigt die Rivalität der Häuser, statt für Einigkeit zu sorgen.
Auch die Punktewettbewerbe der Häuser haben einen ähnlichen Effekt – jedes Haus versucht natürlich, die meisten Punkte zu erringen und sich gegen die anderen Häuser durchzusetzen.
Die Häuserrivalität stammt noch aus der Gründerzeit – denn die Häuser entstanden in erster Linie, weil sich die Gründer nicht darauf einigen konnten, wer ein Anrecht auf Unterricht in Hogwarts haben sollte. So erhielt jeder Gründer ein Haus, in das er oder sie die Schüler aufnehmen konnte, die der jeweilige Gründer für besonders geeignet hielt.
Diese Rivalität setzte sich mit den Jahrhunderten fort und vertiefte sich – denn der Sprechende Hut, der nach dem Tod der Gründer die Auswahl übernimmt, sortiert in ihrem Sinne nach den stereotypen Festlegungen von vor 1000 Jahren.
Dadurch vertiefen sich die Unterschiede zwischen den Häusern über die Jahrhunderte – bis die jeweiligen Häuser einen bestimmten Ruf erlangen, der sich auf ihre Schüler auswirkt – ob bewusst oder unbewusst.
Mehrere Szenen illustrieren dies – schon im ersten Band, bei der Begegnung zwischen Harry und Draco, spricht Draco davon, dass in “Hufflepuff” sozusagen nur Luschen wären und er auf keinen Fall in diesem Haus landen möchte. Statt dessen möchte er in das Haus seiner Vorfahren – nach Slytherin. Hinter seiner arroganten Haltung steckt eine Unsicherheit – es ist nicht nur so, dass Draco nach Slytherin möchte – es ist auch schwer abzusehen, was ihn zu Hause oder in der Post erwartet hätte, wenn er die Familienerwartungen nicht erfüllt und in ein anderes Haus einsortiert worden wäre. Wie hätte sein Vater reagiert? Wie die reinblütigen Kinder, mit denen er vielleicht aufgewachsen ist? Hätten sie ihn gemobbt, wenn er ein Hufflepuff geworden wäre? So wurde es für Draco zu einer Notwendigkeit, in das Haus mit dem richtigen Ruf einsortiert zu werden.
Hagrid erzählt Harry die andere Seite der Häuserdebatte – unter den Nicht-Reinblütern, liberalen Zauberern und für viele andere Zauberer ist nicht Hufflepuff, sondern Slytherin das Haus mit dem Stigma – denn es ist das Haus, in dem Voldemort in seiner Schulzeit gewesen ist und aus dem angeblich die meisten “bösen” Zauberer stammten. Nicht zuletzt, weil Slytherin einen so schlechten Ruf hat, möchte Harry nicht in dieses Haus einsortiert werden und bittet den Sprechenden Hut darum, woanders unterzukommen. Zu diesem Zeitpunkt weiß Harry nichts über Hogwarts oder die Häuser – er ist neu in der Zaubererwelt – doch er wurde bereits durch den Ruf der Häuser und deren Auswirkungen auf den eigenen Ruf und ein soziales Leben so weit beeinflusst, dass er als Unbeteiligter ein Haus samt dessen Schülern nicht leiden kann.
Nicht umsonst lässt Rowling die Reihe mit einer Szene enden, in der Albus Severus von seinem Vater wissen möchte, ob er auch dann noch von ihm geliebt und akzeptiert wird, wenn er nach Slytherin geschickt wird. Und Harry zeigt, dass er innerhalb von sieben Bänden die Lektion zum Thema “Häuser in Hogwarts” gelernt hat.

Fazit

“Harry Potter” – eine Allegorie auf die Toleranz, die Freundlichkeit und den Respekt, den man seinen Mitmenschen schuldig ist, egal welcher Nationalität, Konfession oder sonstiger Untergruppe der Mitmensch auch angehört.
Wichtige Botschaften des Miteinanders sollten Kinder idealerweise schon sehr früh lernen, doch auch erwachsene Menschen können durch Bücher, in denen das richtige Verhalten vorgelebt und falsches Verhalten angeprangert wird, zu besseren Menschen werden.
Von den zahlreichen Welten, die gebaut wurden, ist die Potterwelt eine der am Stärksten schon in ihren Grundanlagen mit Moral durchsetzten Welten.

Kennt ihr andere Welten, ob Bücher, Filme, Comics oder Videospiele, in denen gegen Hass und für Toleranz gekämpft wird?

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