Fallstudie: Randgruppen und der Umgang mit Diskriminierung in “Harry Potter” Teil 3 – #blogeha

Unsere Miniserie für die blogeha-Blogparade geht zu Ende – zum ersten Beitrag der Miniserie geht es hier und hier zu unserem Beitrag von letzter Woche.

Wir beschäftigten uns bisher mit seuxellen Minderheiten, Halbriesen, Meermenschen und Zentauren. Im Abschlussbeitrag geht es um Hauselfen, Muggel und, last but not least, dem Verhältnis der Zauberer untereinander.

Hauselfen

Die Sache mit den Hauselfen ist nicht ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick wirkt – denn hier gibt es mehrere Aspekte, die hineinspielen.
Diese Geschöpfe verfügen über eine eigene, recht mächtige Form der Magie: Sie können an Orte apparieren, die für Zauberer nicht auf diese Weise zugänglich sind, Gegenstände schweben lassen und mehr – als Ergebnis jahrhundertelanger Versklavung und Gehirnwäsche durch die magische Gesellschaft können sie diese jedoch nur begrenzt einsetzen, wenn es nicht gerade darum geht, den Willen „ihrer“ Zaubererfamilie zu erfüllen. Das Tragen von Zauberstäben ist ihnen per Gesetz untersagt.
Nur wenige sind so willensstark wie Dobby und in der Lage, sich willentlich den Befehlen zu widersetzen –  wobei Dobby trotz seiner Willensstärke dennoch den Drang verspürt, sich für schlechte Äußerungen über die Malfoys zu bestrafen. Hauselfen können jedoch, wenn sie ihre Meister nicht mögen, nach Lücken in den Befehlen ihrer Meister suchen und diese ausnutzen – so hat Kreacher, als Sirius ihn aus der Küche werfen wollte, das Haus verlassen und Sirius an Bellatrix und Narcissa verraten.
Hauselfen in Hogwarts gibt es im Übrigen schon seit der Zeit der vier Gründer – Helga Hufflepuff ist es zu verdanken, dass misshandelte und schlecht behandelte Hauselfen aus ganz Großbritannien in Hogwarts Schutz und Arbeit finden können.
Versklavung – und die Selbstverständlichkeit, mit der die Zaubererwelt diese annimmt, ist ein Teil des Problems um die Diskriminierung der Hauselfen. Ein anderer Teil ist die Herangehensweise von Hermine an das Hauselfenproblem. Hermine versucht nämlich bei ihrem Kreuzzug für die Elfenrechte anfangs nicht, das Wesen der Hauselfen zu verstehen und ihre Mentalität in ihre Befreiungsaktionen mit einzubeziehen.
Sie ist der festen Meinung, dass genau ihre Art von Freiheit auch für die Hauselfen die ideale Form der Freiheit zu sein hat. Statt sich also mit den Freiheitskonzepten und dem Glückskonzept von Hauselfen auseinanderzusetzen, versucht sie auf Gedeih und Verderb, sie zu befreien. Bis hin dazu, dass sie selbstgestrickte Kleidung überall im Gemeinschaftsraum der Gryffindors versteckt. Damit erreicht sie allerdings nur, dass fortan nur noch Dobby sich traut, diesen Raum zu reinigen und zusätzliche Arbeit hat. Die übrigen Hauselfen meiden den Raum, weil sie nicht befreit werden wollen. Für die meisten anderen Hauselfen ist es schließlich eine Schande, von ihrer Familie freigelassen und somit gleichsam verstoßen zu werden.
In gewissem Sinne betreibt Hermine also – wenn auch mit guten Absichten – Kulturimperialismus. Das könnte man beispielsweise mit den Missionsbemühungen der Christen in der Dritten Welt heute und den Missionaren der Vergangenheit vergleichen – ohne darauf einzugehen, wie glücklich oder unglücklich die Bewohner der missionierten Landstriche tatsächlich sind, wurde ihnen auf „Teufel komm raus“ der christliche Glaube samt den christlichen Glücksvorstellungen aufgepropft. Daraus entstanden und entstehen zahlreiche Spannungen nicht zuletzt innerhalb der so zwangsmissionierten Bevölkerung, aber auch faszinierende Mischreligionen und neue Kulturen.
Später begreift Hermine tatsächlich, dass ihr B.Elfe.R-Ansatz nicht der Richtige war und ändert ihre Vorgehensweise während ihrer eigenen Zeit beim Ministerium.
Ja – es ist wichtig, den Hauselfen zu helfen und ihnen mehr persönliche Freiheiten zuzugestehen – aber nicht auf eine Weise, mit der die Hauselfen nichts anfangen können.

Keine frohe Nachbarschaft – Magier und Muggel

Für manche Magier, die besonders auf ihr reines Blut bedacht sind – also beispielsweise die meisten Mitglieder der Familie Black oder die Malfoys – sind Muggel Menschen zweiter Klasse.
In der Regel gehen sich Magier und Muggel aus dem Weg – nicht zuletzt wegen des Gesetzes zur Geheimhaltung der magischen Welt, die es den Welten verbietet, aufeinanderzutreffen. Dennoch muss das Ministerium Gesetze zum Schutz der Muggel erlassen, um zu verhindern, dass besonders radikal eingestellte Zauberer Muggeln zum Spaß verzauberte Gegenstände, Tiere aus magischer Zucht und andere Dinge verkaufen. So erzählt Arthur Weasley von Zauberern, die Muggeln schrumpfende Schlüssel und aggressive Teesets verkaufen. Auch Angriffe auf Muggel wie bei der Quidditchweltmeisterschaft 1994 sind durch Muggelschutzgesetze verboten.
Die feindliche Einstellung rührt nicht nur von den Hexenverfolgungen in der Vergangenheit her – die im Grunde genommen für wahre Hexen und Zauberer nie wirklich gefährlich wurden – sondern auch von schlichtem Unwissen der Zauberer in Bezug auf die Lebenswelt der Muggel. Nicht umsonst gibt es in Hogwarts ein Fach namens Muggelkunde – dennoch sieht man gerade am Verhalten von vermeintlichen Muggelexperten wie Arthur Weasley, dass auch in diesem Unterricht vermutlich viel Unsinn und gefährliches Halbwissen vermittelt wird.
Vom Hass auf Muggel bis zum Hass auf Muggelstämmige ist es nicht weit – Hermine als Kind zweier Muggel ist eine der besten Schülerinnen, die Hogwarts je hatte. Dennoch wird auf sie herabgesehen und Draco Malfoy nimmt sich das Recht heraus, sie zu beschimpfen, wann immer ihm danach ist. Der Hass auf Muggelstämmige erreicht seinen Höhepunkt während der Schreckensherrschaft von Voldemort – das Ministerium behauptet, Muggelstämmige hätten in Wahrheit einem Zauberer oder einer Hexe den Zauberstab gestohlen und werden gejagt und verurteilt. Harry, Ron und Hermine platzen sozusagen bei ihrem Einbruch ins Ministerium in einen solchen Prozess hinein und können die Angeklagte befreien.
Vermutlich liegt hier kodiert auch der Grund vor, aus dem Muggelstämmige bei besonders radikalen Reinblütern so verhasst sind – Reinblüterfamilien versuchen, untereinander zu heiraten, um “das Blut reinzuhalten”. Dass dabei genpoolbedingt vermehrte Probleme auftreten und die Familien darum aussterben, gilt natürlich nicht nur für Zaubererfamilien.
Muggelstämmige bringen hier sozusagen frisches Blut in die Zauberwelt – und reiben unbewusst (und unabsichtlich) den Reinblütern ihr Aussterben und die Notwendigkeit mit Zauberern “vermischten Blutes” Familien zu gründen, unter die Nase. Als vermeintliche Elite fühlen sie sich von diesen Menschen besonders bedroht und reagieren aggresiv.
Ein Zustand, den man auf sehr viele Bereiche im Leben  und in der Geschichte übertragen könnte. Von harmlosen bis hin zum Rassenwahn der Nazis.
Anders sieht es mit sogenannten Halbblütern aus – von einem Großteil der magischen Gesellschaft akzeptiert und völlig normal behandelt, gibt es dennoch Einzelne, für die auch halbblütige Zauberer weniger wert sind als Kinder zweier Zauberer. Die zwei bekanntesten Beispiele sind Snape und Voldemort – beide verbergen vor ihren Freunden (und im Falle von Voldemort Anhängern) ihren Muggelvater, da sie in ihrem angestrebten reinblütigen Freundeskreis sonst ausgeschlossen worden wären.
Hier ist der realweltliche Vergleich zum faschistischen Konzept der “Rassenschande” nicht abwegig.

Hausangst – Hausstolz

An einer Stelle sagt Hermine offen, dass sie nicht viel von Quidditch hält – denn es bringt den Hass zwischen den Häusern auf ein neues Level und festigt die Rivalität der Häuser, statt für Einigkeit zu sorgen.
Auch die Punktewettbewerbe der Häuser haben einen ähnlichen Effekt – jedes Haus versucht natürlich, die meisten Punkte zu erringen und sich gegen die anderen Häuser durchzusetzen.
Die Häuserrivalität stammt noch aus der Gründerzeit – denn die Häuser entstanden in erster Linie, weil sich die Gründer nicht darauf einigen konnten, wer ein Anrecht auf Unterricht in Hogwarts haben sollte. So erhielt jeder Gründer ein Haus, in das er oder sie die Schüler aufnehmen konnte, die der jeweilige Gründer für besonders geeignet hielt.
Diese Rivalität setzte sich mit den Jahrhunderten fort und vertiefte sich – denn der Sprechende Hut, der nach dem Tod der Gründer die Auswahl übernimmt, sortiert in ihrem Sinne nach den stereotypen Festlegungen von vor 1000 Jahren.
Dadurch vertiefen sich die Unterschiede zwischen den Häusern über die Jahrhunderte – bis die jeweiligen Häuser einen bestimmten Ruf erlangen, der sich auf ihre Schüler auswirkt – ob bewusst oder unbewusst.
Mehrere Szenen illustrieren dies – schon im ersten Band, bei der Begegnung zwischen Harry und Draco, spricht Draco davon, dass in “Hufflepuff” sozusagen nur Luschen wären und er auf keinen Fall in diesem Haus landen möchte. Statt dessen möchte er in das Haus seiner Vorfahren – nach Slytherin. Hinter seiner arroganten Haltung steckt eine Unsicherheit – es ist nicht nur so, dass Draco nach Slytherin möchte - es ist auch schwer abzusehen, was ihn zu Hause oder in der Post erwartet hätte, wenn er die Familienerwartungen nicht erfüllt und in ein anderes Haus einsortiert worden wäre. Wie hätte sein Vater reagiert? Wie die reinblütigen Kinder, mit denen er vielleicht aufgewachsen ist? Hätten sie ihn gemobbt, wenn er ein Hufflepuff geworden wäre? So wurde es für Draco zu einer Notwendigkeit, in das Haus mit dem richtigen Ruf einsortiert zu werden.
Hagrid erzählt Harry die andere Seite der Häuserdebatte – unter den Nicht-Reinblütern, liberalen Zauberern und für viele andere Zauberer ist nicht Hufflepuff, sondern Slytherin das Haus mit dem Stigma – denn es ist das Haus, in dem Voldemort in seiner Schulzeit gewesen ist und aus dem angeblich die meisten “bösen” Zauberer stammten. Nicht zuletzt, weil Slytherin einen so schlechten Ruf hat, möchte Harry nicht in dieses Haus einsortiert werden und bittet den Sprechenden Hut darum, woanders unterzukommen. Zu diesem Zeitpunkt weiß Harry nichts über Hogwarts oder die Häuser – er ist neu in der Zaubererwelt – doch er wurde bereits durch den Ruf der Häuser und deren Auswirkungen auf den eigenen Ruf und ein soziales Leben so weit beeinflusst, dass er als Unbeteiligter ein Haus samt dessen Schülern nicht leiden kann.
Nicht umsonst lässt Rowling die Reihe mit einer Szene enden, in der Albus Severus von seinem Vater wissen möchte, ob er auch dann noch von ihm geliebt und akzeptiert wird, wenn er nach Slytherin geschickt wird. Und Harry zeigt, dass er innerhalb von sieben Bänden die Lektion zum Thema “Häuser in Hogwarts” gelernt hat.

Fazit

“Harry Potter” – eine Allegorie auf die Toleranz, die Freundlichkeit und den Respekt, den man seinen Mitmenschen schuldig ist, egal welcher Nationalität, Konfession oder sonstiger Untergruppe der Mitmensch auch angehört.
Wichtige Botschaften des Miteinanders sollten Kinder idealerweise schon sehr früh lernen, doch auch erwachsene Menschen können durch Bücher, in denen das richtige Verhalten vorgelebt und falsches Verhalten angeprangert wird, zu besseren Menschen werden.
Von den zahlreichen Welten, die gebaut wurden, ist die Potterwelt eine der am Stärksten schon in ihren Grundanlagen mit Moral durchsetzten Welten.

Kennt ihr andere Welten, ob Bücher, Filme, Comics oder Videospiele, in denen gegen Hass und für Toleranz gekämpft wird?

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Fallstudie: Randgruppen und der Umgang mit Diskriminierung in “Harry Potter” Teil 2 – #blogeha

Diese Woche geht es mit unserem Beitrag für die #blogeha-Blogparade weiter – hier geht es zum Posting der letzten Woche, wo es um sexuelle Randgruppen und magische Hybriden ging.

„Infizierte“

Gemeint sind hier vorrangig Werwölfe – der Versuch, etwas über die Vampire im Potterverse herauszufinden, endete nahezu erfolglos, man weiß nur, dass es Gesetze gibt, die diese Wesen daran hindern, willkürlich von den Zauberern abgeschlachtet zu werden. Außerdem gibt es einen Sänger, der Halbvampir ist. Ansonsten ist über diese Gruppe jedoch wenig bekannt.

Über die zwei Seiten, die ein Werwolfdasein in der Potterwelt annehmen kann, schrieben wir bereits, als wir Lupin und Greyback verglichen und einen Blick auf die Gesetzgebung rund um Werwölfe warfen:

In der Welt von “Harry Potter” bleibt nichts unreguliert. Werwölfe gelten als Tierwesen mit der höchsten Gefährlichkeitsstufe – und auch wenn sie die meiste Zeit des Jahres völlig harmlos sind, werden sie trotzdem diskriminiert und haben kaum eine Chance, öffentliche Schulen zu besuchen oder eine Anstellung zu finden.
Es gibt zwar eine Behörde, die sie unterstützen soll, diese kann jedoch im Alltag so gut wie nichts ausrichten.
Außerdem ist es nicht möglich, das eigene Werwolfsein geheimzuhalten – es gibt ministeriumsintern geführte Listen, auf denen jeder Werwolf eingetragen ist.

Rowling selbst hat in einem Interview erzählt, dass Lykanthropie das magische Pendant zu HIV ist – und somit wiedergibt, wie Menschen mit HIV behandelt beziehungsweise diskriminiert werden. Wenn man genauer darüber nachdenkt, ist die Analogie gar nicht so abwegig, auch wenn die Auflagen an HIV-Erkrankte nicht so streng sind wie die für Werwölfe.
So gibt es zwar eine (anonymisierte) Meldepflicht, diese erfolgt jedoch nicht namentlich, sondern dient nur dazu, die Zahlen erfassen zu können. Außer in genau erfassten Ausnahmefällen muss nur der behandelnde Arzt von der Krankheit wissen – und gerade bei beispielsweise Zahnärzten auch der nicht einmal zwingend. Nur bei Lebensversicherungsabschlüssen ist der Betroffene verpflichtet, wahrheitsgemäß über die Krankheit zu informieren.*
Anders bei Werwölfen – wie oben zitiert, werden Werwölfe in Listen zentral vom Zaubereiministerium erfasst. Außerdem gelten sie nicht mehr als Menschen, sondern werden den Bestien zugeordnet, wodurch sie von einigen entsprechend eingestellten Mitgliedern der magischen Gesellschaft als minderwertig und gefährlich angesehen werden.

Werwölfe gelten somit als nicht einstellbar – kaum ein Arbeitgeber möchte einen Mitarbeiter haben, der als Bestie der höchsten Gefährlichkeitsstufe eingestuft wird. Dadurch werden Werwölfe automatisch an den Rand der magischen Gesellschaft gedrängt und kriminalisiert. Das führt zu Verhalten wie dem von Fenrir Greyback, der vermutlich als Rache für sein durch das Werwolfdasein verpfuschtes Leben möglichst viele Kinder beißt und sich tatsächlich so grausam verhält, wie die Vorurteile behaupten. Sein Verhalten ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.
Analog hierzu gibt es tatsächlich HIV-Infizierte, die sich so sehr von der Gesellschaft abgestoßen und diskriminiert fühlen, dass sie es sich zum Ziel machen, auf irgendeine Weise möglichst viele Unschuldige anzustecken – während es gleichzeitig viele anständige Menschen gibt, die unter der Gesellschaft zu leiden haben, auf die jedoch das Verhalten der aggressiven Erkrankten oft mit zurückfällt.

Ein Wesen um die Zauberwesen!

Die Sache mit den Zauberwesen in der Harry-Potter-Welt ist kompliziert. Es gab mehrere Versuche der Klassifikation – von „alles, was auf zwei Beinen laufen kann“ (was zwar Geister ausschließt, dafür jedoch auch Trolle oder riesige Frettchen umfassen könnte) bis hin zu „alles, was die menschliche Sprache sprechen kann“ (womit Geister zwar wieder im Rennen wären – Trolle jedoch nicht aus dem Rennen, da sie die menschliche Sprache theoretisch lernen könnten…), letztendlich einigte man sich auf „intelligent genug, um für die eigenen Rechte politisch einzustehen und politische Mitsprache zu erhalten“.
Geister bilden dabei zusammen mit lebenden Portraits und ähnlichen Geschöpfen eine eigene Klasse – die Gewesen, Dementoren gehören zu den „Nicht-Wesen“.
Hier tritt eine Form der Diskriminierung zutage, die vielleicht dem „defensiven Rassismus“ aus dem letzten Posting ähnelt – Zentauren und Meermenschen wären der Definition zufolge nämlich auch Wesen mit den entsprechenden Rechten bei der politischen Mitbestimmung in der Zauberwelt. Sie weigern sich allerdings, denn dann wären sie auf einer Stufe mit Wesen wie Vampiren und Sabberhexen – die sie widerum verachten. Also nehmen sie lieber einen niedrigeren Status als Tierwesen in Kauf, zusammen mit allen daraus entwachsenenden politischen Folgen.
Aus ähnlichen Gründen bilden auch Geister eine eigene Klasse – sie fanden, der Begriff „Zauberwesen“ wäre zu sehr auf Lebewesen fixiert und Geister wären nun mal… tot.

Die Zuordnung ist aber auch sonst nicht immer ideal – so hätten Sphinxen, die Riesenspinne Acromantula und andere Wesen durchaus ausreichend Intelligenz, um eine politische Mitsprache in der Zaubererwelt zu verdienen, fressen jedoch mit einer gewissen Vorliebe Menschen und sind darum ohne politisches Mitspracherecht. Das beißt sich natürlich ein wenig mit den als Zauberwesen eingestuften Sabberhexen, die schließlich mit Vorliebe kleine Kinder verspeisen!

Zentauren beispeilsweise sind in der Harry-Potter-Reihe sehr stolz auf ihre Ahnenreihe – denn auch wenn sie wie ein Hybridwesen aus Mensch und Pferd aussehen, sind sie nichts dergleichen. Entsprechend wütend reagieren sie, wenn sie als Mischwesen oder gar als Tiere behandelt werden, wie in der Szene mit Umbridge gut zu erkennen ist.
Auch sehen sie sich aufgrund ihrer großen Intelligenz als den Menschen im Allgemeinen und den Zauberern im Besonderen übergeordnet. Sich von einem Menschen reiten zu lassen, sehen sie als Schande an.
Hier zeigt sich eine Form des Rassismus, die auf beide Seiten übergeht – während einige Zauberer Zentauren als Tiere ansehen (die nur in wenigen geschützten Wäldern „geduldet“ werden), sehen die Zentauren die Zauberer als minderwertig an. Durch die gegenseitige Arroganz wird ein Zusammenleben erschwert.
Hier zeigt sich Dumbledores besonderes Verhalten, als sowohl er als auch Firenze sich über die Vorurteile der jeweiligen Gruppe für das Wohl der Gesellschaft hinwegsetzen – Firenze kommt als Ausgestoßener nach Hogwarts, um dort als Lehrer zu arbeiten, was nach den gesellschaftlichen Konventionen der Zentauren eine Erniedrigung und ein NoGo darstellt. Dumbledore verwandelt für ihn ein Klassenzimmer in einen Teil des Verbotenen Waldes und gibt ihm so eine neue Heimat und eine Aufgabe. Beide Seiten begegnen sich mit Respekt und können die Vorurteile ihrer Völker überwinden.

Auch Meermenschen haben aus ähnlichen Gründen den Status „Zauberwesen“ abgelehnt und lassen sich lieber als Tierwesen klassifizieren, als sich auf eine Stufe mit Vampiren zu stellen. Außerdem haben sie nie die Beleidigung vergessen, als man ihnen einst den Zauberwesen-Status nicht zuerkennen wollte, weil ihre Sprache über dem Wasser nicht zu verstehen sei.
Im Vergleich zu Zentauren weiß man allerdings relativ wenig über sie – gesichert ist, dass sie eine reiche Kultur haben, Haustiere halten und Musik lieben.
Auch hier ist Dumbledore derjenige, der eine Brücke zwischen den Völkern schlägt: Entgegen der Behauptung, Meerisch könne an Land weder gesprochen noch verstanden werden, spricht er mit der Anführerin der Meermenschen ihre Sprache und erfährt so von Harrys außerordentlich mutigem Verhalten.

Fazit

Auch hier zeigt sich wieder, wie Rowling realgesellschaftliche Tendenzen der Gegenwart aufgreift und überspitzt in die Fiktion übersetzt, um der Welt einen Spiegel hinzuhalten.
Ihre Beschreibungen der Probleme im Leben eines Werwolfs sind bewusst an die Probleme der Menschen mit HIV angelehnt.
Ein anderes Problem zeigt sie mit ihren Beziehungen zwischen intelligenten magischen Wesen untereinander und den Schwierigkeiten einer externen Klassifizierung. Formulierungen wie „Wenn die da mitspielen dürfen, spiele ich nicht mit!“ kennen sicherlich alle aus ihrer Kindheit – in großem Maßstab kann eine solche Einstellung zu großen Problemen führen.

Nächste Woche gibt es den voraussichtlich letzten Artikel aus dieser Reihe.

*Quelle

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Fallstudie: Randgruppen und der Umgang mit Diskriminierung in „Harry Potter“ Teil 1 – #blogeha

Sarah Maria hat die wunderbare Blogparade „Blogger gegen Hass“ oder kurz #blogeha eröffnet. Lange haben fruehstuecksflocke und ich überlegt, was man unter dem Motto „Weltenbaublogger gegen Hass“ schreiben könnte – dabei liegt die Lösung auf der Hand. Vor einiger Zeit hatte ich selbst ein Erlebnis in Verbindung mit Harry Potter und Homphobie – was ein klares Zeichen dafür ist, dass es immer noch notwendig ist zu zeigen, dass „Harry Potter“ ein Zeichen gegen Hass setzt.
Und zwar gegen mehr Gruppen, als man allgemein annehmen würde.

Die Harry-Potter-Reihe ist ein Paradebeispiel dafür, wie schon von Kindesbeinen an ohne moralisch erhobenen Zeigefinger gezeigt werden kann, dass jeder Mensch und jedes Lebewesen es verdient, respektvoll und anständig behandelt zu werden. Dabei gibt es einige offensichtliche Beispiele für Diskriminierung – wie die von Remus Lupon als Werwolf – ebenso wie einige, die eher spielerisch verpackt werden, aber dennoch eine Rolle spielen.

Sexuelle Randgruppen

Erst nach Dumbledores Tod enthüllt Rita Kimmkorn die Wahrheit über seine Verbindung mit Gellert Grindelwald – Dumbledore war eng mit dem ambitionierten jungen Schwarzmagier befreundet. Rowling selbst enthüllte 2007, dass es auf Dumbledores Seiten mehr als nur Freundschaft war – er war in den jungen Mann verliebt. Umso schwerer muss es für ihn gewesen sein, dass ausgerechnet der geliebte Freund für den Tod seiner Schwester verantwortlich war und umso schmerzhafter, dass ausgerechnet Dumbledore derjenige sein musste, der Gellert Grindelwald aufhalten musste.
Es gibt keine direkte Diskriminierung im Buch selbst – man muss hier genauer lesen, um zu begreifen, wo das Problem liegt.
Zum Einen erfährt man erst nach Dumbledores Tod von dessen „sehr tiefgehender Freundschaft“ zu Grindelwald – es ist ein Geheimnis, das Dumbledores Ruf zu nachhaltig geschädigt hätte, um es offen zuzugeben. Hier könnte man natürlich dagegenhalten, dass dies nichts mit Dumbledores sexueller Orientierung zu tun hätte – sondern damit, dass er damit in den Verruf geraten wäre, potentiell mit den Dunklen Künsten zu sympathisieren. Auch das hätte Dumbledore seinen Job gekostet oder ihn daran gehindert, jemals Lehrer oder gar Schulleiter zu werden, wenn dies bekannt geworden wäre.
Zum Anderen wäre es vermutlich, wäre Dumbledores sexuelle Orientierung von Anfang an bekannt, seitens erwachsener Leser und Eltern zu merkwürdigen Äußerungen in Bezug auf die Mentor-Schüler-Beziehung zwischen Dumbledore und Harry gekommen. Hier spielt Rowling mit dem Klischee des per se immer schon alten und weisen Mentors, der weder ein Privatleben, noch sexuelle Vorlieben noch sonst eine andere Art von Charakter hat – abgesehen von der Eigenschaft als alter und weiser Mentor für einen jungen Menschen. Das hinterfragt kaum ein Leser, denn der Mentor ist eine feste Fantasytrope. Bei einem homosexuellen Dumbledore jedoch gingen mit Sicherheit einige Leser auf die Barrikaden, da automatisch Vorurteile einsetzen würden.
Hier ist der Leser jedoch gezwungen, seine Vorurteile zu hinterfragen – alte, homosexuelle Männer können nämlich trotzdem noch wunderbare Mentoren sein, die ihren Schützlingen gegenüber rein (groß)väterliche Gefühle entgegenbringen. Sie nur aufgrund dessen automatisch zu kriminalisieren, ist falsch und schürt unnötigen Hass.

Nicht direkt thematisiert, aber naheliegend ist, dass Charlie Weasley asexuell und aromantisch ist. Rowling selbst beantwortete die Frage in Hinblick auf Charlie sinngemäß mit „nein, er steht nicht auf Männer – aber er ist auch nicht sonderlich an Frauen und Beziehungen interessiert“.
Auch wenn es nicht direkt im Buch thematisiert wird, kann man sich bei einem Familienmensch wie Molly Weasley vorstellen, dass Charlie regelmäßig zu hören bekommt, wann er endlich eine Familie gründet und sesshaft wird – was für jemanden, der an Familie, Beziehungen und Kindern gar nicht interessiert ist, vermutlich mehr als nervig ist.

Hybriden

Das wohl auffälligste Beispiel für eine diskriminierte und von weiten Teilen der Gesellschaft negativ wahrgenommene Gruppe sind die Halbriesen. Man sieht einem Halbriesen notgedrungen auf den ersten Blick an, dass er oder sie ein Halbriese ist – die Halbriesen, die in den Büchern vorkommen, sehen aus wie Menschen. Allerdings sind sie ungefähr dreimal so groß.
Bezeichnenderweise ist die erste Begegnung mit einem Halbriesen in der Reihe die Begegnung mit Hagrid – und Rowling macht hier eindeutig klar, dass der große und bärtige Mann zwar auf den ersten Blick furchteinflößend wirkt, dies jedoch keineswegs zwingend den Charakter des Wesens widerspiegeln muss.
Hagrid ist einer der freundlichsten und sanftesten Charaktere der Reihe, ein treuer Freund, der immer an das Gute in anderen Wesen glaubt – sogar dann, wenn sie erkennbar gruselig aussehen oder tatsächlich potentiell gefährlich sind. Denn er erkennt in ihnen nicht nur eine Gemeinsamkeit mit dem eigenen Schicksal – furchterregendes Äußeres, das potentielle Freunde abschreckt und darum aus Prinzip seinen Beschützerinstinkt und sein Mitgefühl weckt – sondern weiß aus eigener Erfahrung, wie weh die Ablehnung aufgrund von Äußerlichkeiten tun kann und versucht, den Effekt bei seinen Mitwesen zu mindern.
Dieser Aspekt des Halbriesendaseins entspricht einem Aspekt des Rassismus, der oftmals direkt hinter der Haustür lauern kann. Es gibt Menschen, die für den Durchschnittseuropäer optisch ungewöhnlich aussehen – und Fremdes löst bei manchen Menschen automatisch Angstgefühle aus. Wenn darüber hinaus noch Gerüchte geschürt werden, eine bestimmte Gruppe sei gewalttätig oder gefährlich, wird alles Fremde angstvoll beäugt. Riesen gelten als gewalttätig und grausam, also wird vermutet, auch Halbriesen wären gewalttätig und grausam – man ersetze „Riesen“ mit einem Volk, gegen das man aufhetzen will und Halbriesen mit „Einwanderer aus diesem Volk“ und man hat die Parolen diverser rechter Gruppen.

Das Halbriesenklischee lässt sich jedoch auch weniger metaphorisch auf Menschen ummünzen, denen man ansieht, dass ihre Elternteile ursprünglich aus verschiedenen Nationen stammen – und die dafür diskriminiert wurden und werden.

Ein anderer interessanter Halbriesenaspekt tritt bei der Ankunft von Olympe Maxime zu Tage – und wird hier grotesk überspitzt dargestellt. Wer einer Randgruppe angehört, hat oftmals den Wunsch, sich mit anderen Mitgliedern der selben Randgruppe zusammenzuschließen – besonders wenn die Gruppe zahlenmäßig sehr klein ist. Aus diesem Grunde ist es nicht verwunderlich, dass Hagrid sich zu der als riesengroß, aber sehr schön beschriebenen Olympe Maxime hingezogen fühlte.
Als er sie jedoch darauf anspricht, er hätte noch nie eine andere Halbriesin getroffen, reagiert sie beleidigt und verleugnet ihr Halbriesenerbe – sie redet sich auf große Knochen hinaus und weigert sich eine gewisse Zeit, sich weiterhin mit Hagrid zu treffen.
Hier wird eine sehr interessante Seite des Rassismus angesprochen, deren Thematisierung gerade in der Fantasyliteratur für Kinder und Jugendliche normalerweise eher selten ist – nämlich die Tatsache, dass Opfer von Rassismus selbst zu einer Art defensivem Rassismus neigen.
Nicht umsonst heißt es, dass die stärksten Hasser und Hetzer gegen eine Gruppe mit großer Wahrscheinlichkeit selbst dieser Gruppe angehören – es handelt sich hierbei um eine Taktik, die dazu dient, jeden potentiellen Verdacht der Gruppenzugehörigkeit von sich zu weisen, um selbst nicht diskriminiert zu werden.
Diese Taktik ist gefährlich, da sie sich unweigerlich gegen den Anwender wendet – und im Falle von Olympe Maxime wird aufgezeigt, dass sie besonders lächerlich und sogar wirkungslos ist, denn ihre Behauptungen halten Cornelius Fudge nicht davon ab, Dumbledore zu fragen, ob ihm eigentlich bewusst ist, wer diese Frau sei, die er auf dem Schulgelände beherbergt.

Vorläufiges Fazit

An dieser Stelle müssen wir notgedrungen splitten, da der Artikel sonst längentechnisch ungefähr fünf mal so lang wird, wie wir unsere Artikel um der Leserfreundlichkeit willen sonst zu halten pflegen – dabei gäbe es noch sehr viel über magische Geschöpfe (Kobolde, Zentauren, sogenannte „Sabberhexen“), den besonderen Status von Hauselfen und Hermines Aktivismus gegen diesen Status, Werwölfe und weitere Aspekte der Diskriminierung in den Büchern zu sagen.
Da wird es noch mindestens einen, vielleicht auch zwei Artikel geben müssen.
Fakt ist, dass Rowling in ihrer Romanwelt ein Plädoyer gegen Hass und Diskriminierung verankert hat, das Ihresgleichen sucht und es wert ist, vielfältig ausgelotet zu werden.Egal ob man dem eigenen Kind von Anfang an Toleranz und Respekt vermitteln möchte, oder erwachsenen Lesern ohne moralischen Zeigefinger Beispiele für hassfreies Verhalten zeigen will – der Griff zur Harry-Potter-Reihe liegt nahe.
Autoren, die selbst gegen Hass und Diskriminierung anschreiben wollen, sollten auf jeden Fall bei diesen Büchern in die Lehre gehen, um zu sehen, wie vielfältigste Aspekte all-age-gerecht verpackt werden können.

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Weltengeflüster Januar 2015

Zusammen mit dem Schnee schmilzt auch die Zurückhaltung der Weltenbaublogger – in unserem Feedreader tut sich wieder etwas. Fast, als wären alle Weltenbaublogger wie Captain America den Winter über im Eis eingeschlossen gewesen und müssten im Januar alles verbloggen, was ihnen derweil durch den Kopf ging.
Wir haben Kurioses, Ästhetisches, Historisches und Einmaliges aus dem Netz zusammengetragen.
Viel Spaß beim Stöbern im pünktlichen Weltengeflüster!

Einen spannenden Einstieg gibt mit einem neuen What if? des xkcd-Zeichners. Wenn das erste Lachen eines Babys eine Fee erzeugt und Feen unsterblich sind - wie viele Feen gibt es dann?

Spitznamen können mehr über jemanden aussagen, als der Name, den sie von sich aus besitzen. Und Spitznamen in Büchern sind ein spannendes narratives Mittel, um Figuren zu charakterisieren. Auf Tor.com seht ihr, welche Macht Spitznamen in Westeros haben.
Ebenfalls auf Tor.com auch ein Artikel über seltsame Dinge, die gebildete Viktorianer in ihrer Freizeit so getan haben – darunter auch astrale Reisen durch unser Sonnensystem. Denn manchmal schreibt das echte Leben schrägere Geschichten, als ein Schriftsteller sich trauen würde. Habt den Mut, so richtig schön skuril zu sein, Kollegen! Skuriler als das Leben können wir wohl sowieso nicht sein…
“Harry Potter” wird mal wieder neu aufgelegt – im Oktober erscheinen bei Scholastik (dem amerikanischen Verlag) und Bloomsbury (dem britischen Verlag) die jeweiligen vollständig illustrierten Ausgaben des ersten Bandes. Ein paar Bilder gibt es schon vorab zu sehen. Würdet ihr euch eine solche Edelausgabe auf Englisch kaufen?
Ergänzent zu unserem Artikel zum Thema “Harry Potter und Latein” gibt es außerdem einen Artikel, der sich genauer mit der Linguistik hinter einzelnen Zaubern befasst.

Auch wenn heute der erste Februar ist – auf Nebelecho gibt es einen Schreibkalender zum Download, der jeden Monat zu eurem persönlichen NaNoWriMo machen könnte. Die Sternchen werden mir nicht angezeigt, da ich ihn mit OpenOffice Calc verwende, aber er ist unfassbar motivierend für alle, die mit Wordcounts produktiver schreiben.

Hiltibold bietet einen sehr ausführlichen Einblick in die Toilettenanlagen der Römer – wessen Romanwelt also an der Antike ausgerichtet ist oder wer historische Fantasy zur Römerzeit schreibt, findet hier zusätzliche Informationen.
Obwohl es unzählige im Pseudomittelalter spielende Fantasy- und Liebesromane gibt, gibt es kaum eine Epoche, über die es mehr oder seltsamere Vorurteile gäbe. Wer hat beispielsweise eigentlich mit der Behauptung angefangen, man hätte sich beim Essen die Hände immer an der Kleidung abgewischt? Hygiene und Essmanieren waren durchaus wichtig!

Mögt ihr Drachen auch zum Fr… äh, Essen gern? Boredpanda.com berichtet über eine schwedische Künstlerin, die Smaug aus Lebkuchen nachgebaut hat. Fast zu schön, um hinterher aufgegessen zu werden!

Fantasy Faction analysiert den typischen Ablauf einer A-Team-Folge – und wie man die nutzen kann, um einen Roman zu plotten. Wobei zahllose Serienschreiber und Trickfilmzeichner sich bereits eines ganz ähnlichen Schemas für ihre Geschichten bedienen. Welche fallen euch sofort ein?
Zu diesem Beitrag rund um die Bedeutung der modernen Mittelerdeadaptionen möchte ich eigentlich nichts hinzufügen. Er spricht wunderbar für sich und besonders die, denen die Filme nicht nah genug an den Büchern waren, sollten ihn sich aufmerksam durchlesen.
Außerdem gibt es hier einen Artikel über die Rolle von Symbolen beim Weltenbau – und einen kleinen Überblick über kulturelle Symbole.

Sehr philosophisch wird es beim Buchblog um die Ecke - denn auch wenn es immer noch Menschen gibt, die die “Harry-Potter”-Reihe als “Kinderkram” bezeichnen und der Meinung sind, aus einer Fantasygeschichte seien keine Werte zu ziehen, wird dort sehr eindrucksvoll beschrieben, was man aus den Romanen lernen kann. Und zwar menschlich gesehen.

Zum ersten Mal dabei ist Weltenbau Wissen rund um das Thema “Mit der Karte beginnen oder besser nicht?” Für Viele gehört eine Karte fest zu einem Fantasyroman dazu – aber ob man deshalb auch mit ihr anfangen sollte, ist ein ewiger Quell der Diskussionen.

Der Webauftritt der britischen Zeitung “the Guardian” stellt sehr ausführlich und mit einem langen Artikel zum Thema ein Buch über die geheime Geschichte gleichgeschlechtlicher Ehen vor. Nicht zuletzt zeigt der Artikel, wie weit verbreitet ein Konzept schon immer war, von dem einige konservative Gruppierungen behaupten, es wäre ein neuzeitliches Phänomen.

Die Zeitzeugin berichtet über eine tolle Aktion, bei der islamfeindliche Botschaften mit Ms. Marvel überklebt werden.

Der Independent berichtet – George Lucas interessiert sich kein bisschen für Science-Fiction.

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster Februar verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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Weltenbau-Artikel: Schlachtrufe

Gendrys Schwert verbeulte den Helm des Gegners und riss ihn von seinem Kopf. Darunter zeigten sich eine Glatze und ein verängstigtes Gesicht mit Zahnlücken im Mund und einem grau melierten Bart, und obwohl Arya Mitleid mit ihm verspürte, tötete sie ihn doch und schrie „Winterfell! Winterfell!“, während Heiße Pastete „Heiße Pastete!“ brüllte und auf den dürren Hals des Mannes einhackte. – George R.R. Martin, Der Thron der Sieben Königreiche, S. 276

Der heutige Weltenbau-Artikel steht ganz im Zeichen der Schlachtrufe. Jeder kennt sie, jeder liebt sie, und sie sind genauso ein fixer Bestandteil epischer Fantasyszenarien wie weise Zauberer und dunkle Herrscher. Wenn es zur großen, allesentscheidenden Schlacht kommt, offenbaren sich die wahren Helden, denn sie ignorieren jeglichen mütterlichen Rat, rennen mit dem Schwert in der Hand den eigenen Streitkräften voran und lassen wild entschlossen ihr Kampfgebrüll vernehmen.
Aber was genau rufen Helden eigentlich? Und wieso?

Für das Vaterland!

Einerseits können Schlachtrufe eine Deklarationsfunktion erfüllen – denn der Feind muss schließlich wissen, mit wem er es hier zu tun hat und wofür man sich eigentlich gegenseitig den Schädel einschlägt.

Ein Beispiel hierfür wäre etwa Aryas Ruf „Winterfell!“ aus obigem Zitat: Die Gegner, gegen die sie kämpft, sind Männer der Lennisters, die sich unter anderem mit Aryas Heimatland Winterfell im Krieg befinden. Aryas Ruf ist zu lesen als „Für Winterfell!“

Gleichzeitig richtet sich ein solcher Ruf nicht nur an den Feind, sondern auch an den Freund. Schlachtrufe können auch eine Appellfunktion erfüllen – in der Verfilmung des Herrn der Ringe wendet sich Aragorn bei der letzten Schlacht am schwarzen Tor zu seinem Heer um. „Für Frodo!“, flüstert er. Hiermit macht er seinen Gefährten klar, worum es eigentlich geht. Wofür kämpfen wir? Damit verbunden ist auch die Frage: Was passiert, wenn wir verlieren?

„Für Frodo!“ ermahnt die Gefährten, sich besonders anzustrengen, denn wenn sie nicht kämpfen und verlieren, dann wird auch Frodo an seiner Aufgabe scheitern, wodurch Mittelerde schutzlos ausgeliefert wäre. Kein Wunder, dass das versammelte Heer das als Schlachtruf aufnimmt.

Ah, Hilfe!

Wenn Frodo im Kampf gegen die Nazgul auf der Wetterspitze „O Elbereth! Gilthoniel!“ ausruft, dann erfüllt das eine gänzlich andere Funktion. Die Nazgul sind dunkle Reiter, Ringgeister, Diener Saurons und damit des Bösen. Frodo ist verzweifelt, denn er ist umzingelt und zwischen ihm und dem Feind ist nichts als sein kümmerliches kleines Schwert. Elbereth Gilthoniel ist der Sindarinname der Valar Arda (Valar sind eine Form von Göttern in Tolkiens Mythologie), und Arda schuf die Sterne und erfüllte die Welt mit Licht, vereinfacht gesagt. Frodos Ruf ist also ein Anruf an die Göttin, eine Bitte um Beistand und Hilfe, mit dem er nicht zuletzt sich selbst Mut machen will.

Ähnlich lassen sich zum Beispiel die vielen „Beim Jupiter!“ und „Beim Teutates!“-Rufe in den Asterix-Comics einordnen, ehe es zur großen Keilerei kommt.

Schlachtruf als Legitimation

Ganz ähnlich, aber etwas anders verhält es sich mit den in Kreuzfahrerfilmen oft überstrapazierten „Gott will es!“- / „Deus vult!“-Rufen. Zwar transportieren auch diese einen Götteranruf mit sich, aber nicht als Bitte um Beistand. „Deus vult!“ fungiert vielmehr als Appell an die Mitstreiter, den göttlichen Willen zu erfüllen und legitimiert das eigene tun. „Wir vollführen Gottes Werk, wir sind im Recht, also zeigen wir denen, wo der Hammer hängt!“ könnte man wohl als Grundaussage annehmen.

Ähnlich legitimierend auch die berühmten „Für den König!“-Rufe, oder aber auch Aragorns Ausruf „Elendil!“, mit dem er sich als wahrer Erbe desselbigen zu erkennen gibt und damit aussagt: „Ich bin Elendils Nachfahre, hier habe ich sein Schwert Narsil und euch mach ich jetzt platt!“

Sonstiges

Allerdings lassen sich nicht alle Schlachtrufe nach solch schönen Kriterien anordnen. Heiße Pastete hatte im obigen Textbeispiel wohl einfach das Bedürfnis, zu schreien, wusste aber nicht was.

Oftmals sieht man in Filmen und Büchern auch viel belanglosere Ausrufe, wie etwa „Vorwärts!“, „Zum Angriff!“ oder „Attacke!“ Allen gemein ist, dass das Geschrei eines angreifenden Heeres riesig ist – nicht ohne Funktion. Gemeinsames Geschrei kann in solchen Momenten auch das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken, Adrenalin freisetzen, den sprichwörtlichen Kampfrausch einleiten. Nicht ohne Grund gibt es in unserer Sprache ja auch den geflügelten Ausspruch „Auf sie mit Gebrüll!“

Schwer einzuordnen und zu deuten ist auch der Schlachtruf Theodens, König von Rohan. Als es zur Schlacht auf den Pelennor-Felder kommt, reitet er seinen Männern voran und ruft „Tod!“ – unklar bleibt, wozu. Ist es der Tod, den er den Orks bringen will? Oder soll der Tod sich schon einmal bereithalten, um ihn und seine Männer zu holen?

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Fallstudie: Adelshochzeiten in Westeros

Es gibt eine Frage, die auch heute die Internetforen spaltet – soll ein Vater seine Tochter zum Altar führen oder gilt dies als der Überrest eines alten patriarchalischen Brauches, bei dem die Frau sozusagen als willenloses Wesen von der Obhut eines Mannes in die eines anderen übergeben wird?

Angesichts der Kontroversen, die heute noch in Bezug auf Hochzeitsbräuche auftreten, ist es überraschend, dass so wenige Weltenbauer Zeit und Energie darauf verwenden, Hochzeitsbräuche für ihre Welten zu entwerfen, die ähnlich kontrovers gesehen werden könnten.

Anders George R. R. Martin, der in seiner Monumentalreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ sogar mehrere Hochzeitsbräuche für die verschiedenen Völker seiner Welt einführt. Dieser Artikel widmet sich der Übersicht halber ausschließlich den Bräuchen auf Westeros, während die weniger homogene Tradition der Völker von Essos vorläufig ausgeklammert wird, da sie in ihrer drastischen Verschiedenheit eigene Artikel verdienen würden. Außerdem beschränkt er sich auf die Hochzeitsriten der Adligen, weil andere Hochzeiten in den bisher erschienenen Bänden nicht thematisiert wurden.

Der Grundablauf der Hochzeit selbst

Unabhängig vom Glauben, dem die Bewohner von Westeros anhängen, gibt es einige Gemeinsamkeiten bei allen Adelshäusern und Glaubensrichtungen.

Es gibt keine Möglichkeit einer rein sekulären Hochzeit – es handelt sich immer um eine religiöse Zeremonie, bei der ein Priester oder eine Priesterin durch die Hochzeitsschwüre führt.
Die Braut trägt dabei immer einen sogenannten „Maidencloak“ – einen prächtigen Umhang in den Farben und mit dem Symbol ihres Hauses. Im Laufe der Zeremonie nimmt der Bräutigam ihr diesen Umhang ab und kleidet sie in einen Umhang in den Farben und Symbolen seines eigenen Hauses. Dadurch wird symbolisiert, dass die Frau von nun an zum Haus ihres Mannes gehört und ihm Treue schuldet.
Dies spielt insbesondere auch bei Ansprüchen auf Titel und Erbschaften eine große Rolle – da in den meisten Teilen von Westeros Titel nur entlang der männlichen Linie vererbbar sind, erkennt Stannis beispielsweise Sansas Ansprüche auf Winterfell nach ihrer Heirat mit Tyrion nicht an und bezeichnet sie verächtlich als „Lady Lannister“.

Da der Glaube an die „Sieben“ die am Weitesten verbreitete Region insbesondere im Süden des Landes ist, werden insbesondere wichtige Staatshochzeiten oft in einer Septe durchgeführt, ein Septon fungiert dabei als Priester. Der „High Septon“ – analog zum Papst – kann königliche Hochzeiten leiten, wie beispielsweise die zwischen Joffrey und Margaery.
Hochzeiten, die im Namen von R’hllor geschlossen werden, beinhalten auch, dass das neu vermählte Paar nach einem Tausch der Hochzeitsschwüre über ein Feuer springt.
Hochzeiten nach dem Brauch der Alten Götter werden im Götterhain vor einem Hearttree beschworen.
Auf den Eiseninseln ist es auch durchaus üblich, eine Frau in Abwesenheit und ohne ihr Einverständnis zu verheiraten, im Rest von Westeros ist dies jedoch nicht gebräuchlich.

Auch in Westeros muss ein Vater die Braut zum Altar führen – ist der Vater tot, kann ein Bruder oder ein anderer Vertreter dieses Amt übernehmen. So wird Sansa bei ihrer Heirat mit Tyrion Lannister von Joffrey zum Altar geführt, der sich einen Spaß daraus macht, sie mit dieser Tatsache zu quälen.

Der offiziellen Hochzeitszeremonie folgt ein Fest, dessen Ausmaße vom vergleichsweise schlichten Fest bei der Hochzeit von Ramsay „Bolton“ und der falschen Arya Stark bis zu den völlig übertriebenen Festivitäten bei der Hochzeit von Joffrey und Margaery reichen können.
Dabei wird nicht nur gegessen, es ist auch üblich, dass Sänger und andere Künstler auftreten und die Gäste unterhalten.

Schließlich kommt es zum „Bedding“ – die männlichen Familienmitglieder schnappen sich die Braut, die weiblichen den Bräutigam. Unter Gelächter, Gesang und unanständigen Witzen entkleiden sie die Beiden und tragen sie zu ihrer Bettstatt.
Erst wenn das Paar nackt im Bett liegt, gehen die Hochzeitsgäste vor die Tür und rufen dem Paar unanständige Tipps zu oder feuern es an.
Bei manchen Hochzeiten im Laufe der Buchreihe wird von diesem Brauch Abstand genommen und das Paar darf sich friedlich zurückziehen.
Der Vollzug der Ehe ist von großer juristischer Wichtigkeit – eine nicht vollzogene Ehe kann von einem religiösen Konzil aufgelöst werden, dies ist nach Vollzug der Ehe jedoch nicht mehr möglich. Außerdem gelten Heiratsschwüre als ungültig, wenn sie mit Gewalt erzwungen wurden.

Ab wann darf man heiraten?

Es gilt als pervers, eine Frau zu verheiraten und diese Ehe auch zu vollziehen, solange die Frau ihre erste Regelblutung noch nicht hatte. Ab diesem Alter gilt eine Frau als erwachsen, da sie in der Lage ist, Kinder zu gebären
Ein Mann gilt mit sechzehn als volljährig, also erwachsen, kann jedoch auch früher heiraten.
In Ausnahmefällen ist es möglich, auch Kleinkinder zu verheiraten – so wird das Baby Ermesande Hayford noch als Säugling mit Tyrek Lannister verheitatet, damit die Krone ihre Ländereien für sich beanspruchen kann. Allerdings verschwindet Tyrek und gilt bald als tot.
Es ist allerdings möglich, Kinder beliebigen Alters einander zu versprechen beziehungsweise zu verloben, um damit die Beziehungen zwischen bestimmten Häusern zu stärken. Verlobungen können allerdings auch aufgelöst werden, wie im Falle von Joffrey und Sansa.

Was bedeutet eine solche Hochzeit?

Man sieht den Hochzeiten in Westeros an, dass dort eine überwiegend patriarchale Kultur gelebt wird – von dem Haus ihrer Eltern wird sie dem Haus ihres Gemahls übergeben und ist von nun an „unter dem Mantel“ des anderen Hauses.

Zusätzlich stellt eine solche Hochzeit die Frau als schwach und beschützenswert dar – sie muss von einem Mann beschützt und mit seinem Mantel beschirmt werden, da sie nicht für sich selbst einstehen kann.

Damit untermauert die in den Adelshäusern übliche Hochzeitszeremonie zusätzlich die in Westeros geltenden Geschlechterrollen und zeigt eine Gesellschaft, in der Kriegerinnen wie Brienne von Tarth, Arya Stark und im weitesten Sinne auch Daenerys Targaryen als „gegen die Natur“ gelten.
Zusätzlich ist auch interessant zu beobachten, dass die Hochzeitsumhänge bei späteren Hochzeiten wiederverwendet werden können – so möchte Cersei, dass Tommen Margaery bei deren Hochzeit den Umhang umlegt, der schon bei der Hochzeit von Tywin Lannister und Cerseis Mutter Joanna verwendet wurde. Das bedeutet implizit, dass der Umhang aufbewahrt und in Ehren gehalten wurde.
Olenna Tyrell sagt aber deutlich aus, dass bei einer Hochzeit ein Umhang in den Farben des Hauses verwendet werden muss, der die Farben des Hauses des Ehemanns zeigt, „nicht seiner Großmutter“. Mit anderen Worten: Die Verwendung eines Lannisterumhangs würde hier die von Stannis gestreuten Gerüchte bestätigen, dass Tommen in Wahrheit Jaimes Sohn ist. Cersei hätte mit einer solchen Aktion also eingestanden, dass diese Gerüchte wahr sind.

Sobald eine Hochzeit vollzogen ist, können außerdem Verlobungen oder bereits geschlossene Verträge mit anderen Partnern nicht mehr wahrgenommen werden. So ist die einzige Möglichkeit für Jon Snow, seine Cousine Alys vor der Zwangsheit mit Cregan Karstark zu bewahren, sie anderweitig heiraten zu lassen. Mit Hilfe von Melisandre kann Jon Alys statt dessen mit Sigorn, dem Magnar von Thenn – eine Art Wildlingsfürst – verheiraten. Auf diese Weise schafft er nicht nur das neue Fürstenhaus Thenn, sondern kann auch einen Teil der Wildlinge an Westeros binden, denn Alys ist auch weiterhin die Erbin von Karhold.

Fazit

Die Hochzeitsriten bilden im Falle von Westeros in starkem Maße die Gesellschaft ab – nicht nur zeigen sie noch einmal die Rolle auf, die sie jeweils adeligen Männern und Frauen innerhalb der Gesellschaft zuweisen.
Die Bedding-Rituale zeigen außerdem deutlich das juristische Gewicht eines Vollzugs der Ehe und sind ein Relikt aus der Zeit, in der auch der Vollzug selbst noch vor Zeugen geschah.

So hat George R. R. Martin im Prinzip Hochzeitsbräuche geschaffen, die sowohl den Status Quo in Westeros während der Handlung in seiner Buchreihe präsentieren als auch auf fiktive historische Bräuche hinweist, die so nicht mehr ausgeübt werden.

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Weltengeflüster Dezember 2014

Wir sind wieder da – und bringen etwas verspätet das Weltengeflüster für den Dezember mit. Viel ist diesen Monat nicht zusammengekommen, vermutlich haben die Blogger ihre Zeit damit verbracht, eine Winterpause einzulegen und die Feiertage mit ihren Familien zu verbringen.
Eine kleine aber feine Auslese haben wir dennoch mitgebracht.

So gibt es auf Tor.com einen Bericht über das Studienprojekt eines deutschen Grafikdesignstudenten – der hat sich nämlich vorgenommen, das Silmarillion von Hand zu bebildern. Leider gibt es nur ein Exemplar – und das ging vermutlich an die Dozenten des Künstlers.
Zu einem High-Fantasy-Roman gehört inzwischen fast immer auch eine Karte – doch wie entsteht so eine? Hier ein interessantes Beispiel.

Auch Sofian ist dieses Mal wieder dabei – mit dem sehr interessanten Artikel darüber, wie die scheinbar doch so moralischen, harmlosen und kindgerechten Märchen ursprünglich lauteten und gemeint waren. In Teil 1 unter anderem mit Rotkäppchen, in Teil 2 um Schneewittchen und Dornröschen.
Außerdem macht Sofian bewusst, worauf man achten muss, bevor man Prota- und Antagonisten eine Waffe in die Hand drückt.

Wolltet ihr schon immer eine eigene Scheibenwelt bauen – diese jedoch auf wissenschaftlichen Tatsachen fußen lassen? Dann ist der Artikel auf IFLS genau das Richtige für euch. Informativ und erstaunlich, was da für weltenbauliche Energien schlummern…

Hiltibold widmet sich dem Klischee der sicheren römischen Straße – und widerlegt es anhand von Textstellen und Indizien spannend und informativ.

Kein Artikel – aber eine generelle Leseempfehlung für alle Fans von “A Song of Ice and Fire” bzw. der TV-Serie “Game of Thrones” – auf dem Foodblog “Inn at the Crossroads” werden sehr viele Gerichte aus der Serie experimentell oder mit Hilfe von alten Kochbüchern nachgekocht. Und natürlich laden die Rezepte ein, selbst etwas zu testen.

Auf dem xkcd-Blog findet sich erneut ein interessantes “What if” – dieses Mal: Was, wenn alle Flüsse der USA mitten im Sommer plötzlich gefrieren? Auch hier gilt: Ein Thema, das nicht nur faszinierend aufbereitet wurde, sondern auch zum Geschichtenschreiben anregen kann.

Carmilla DeWinter bloggt über das Phänomen “heterosexuelle Autoren schreiben über sexuelle Randgruppen” im Allgemeinen, “Frauen schreiben über homosexuelle Männer” und die damit zusammenhängenden Implikationen in Hinblick auf Absicht, Zielgruppe im Besonderen. Sehr interessanter Artikel nicht nur für Weltenbauer.

Last but not least lässt Fantasy Faction die Tiere dieses Mal fliegen.

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster Januar verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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2014 im Rückblick – Die Weltenschmiede und ihre Erfolge

Es war ein gutes Jahr.

Die Weltenschmiede wächst immer mehr zu dem heran, das sie von Anfang an sein sollte: Einem Blogmagazin, das im Infotainment für Weltenbauer verwurzelt ist. Heißt: Frei nach dem Motto “docere et delectare” sollte hier immer etwas Informatives dazu einladen, in der Freizeit gelesen zu werden.

Weltenbauern, Autoren, Rollenspielern und einfach nur an Hintergründen interessierten Menschen einen  Überblick über die vielfältigen Aspekte des Weltenbaus zu geben und diese immer wieder nachschlagbar zu machen – das macht das Internet möglich, schließlich vergisst es nichts, was je dringestanden hat ;-).

Unser Artikelnetz füllt sich zunehmend – und dennoch fällt zumindest mir noch eine Menge ein, über das wir noch gar nicht geschrieben haben. Es gibt immer noch etwas zu tun, etwas zu wissen, etwas zu leisten.

Langer Rede kurzer Sinn:

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 17.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 6 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Frau Feuerblut ist im Radio!

Evanesca Feuerblut:

Eine kleine Postweihnachtsüberraschung gibt es noch, bevor das Jahr zu Ende geht. Ich schreibe ja nicht nur Anleitungen für andere, was man alles beim Weltenbau beachten soll – ich baue auch selbst leidenschaftlich gerne Welten.
Und über diese tolle Beschäftigung spreche ich im Interview – wer also schon immer wissen wollte, woran ich selbst eigentlich bastle, kann den Livestream einschalten oder gemütlich hinterher reinhören.

Ursprünglich veröffentlicht auf Keller im 3. Stock:

Heute hört man mich im Radio – wer von euch im Einzugsbereich des RBB lebt, kann sich direkt im Radio anhören, was ich über den Weltenbau allgemein und meine Magierwelt im Besonderen zu sagen habe.

Die Radiosendung heißt “Trackback”, fängt um 18 Uhr an und endet ca. 20 Uhr. Sie beschreibt sich selbst so:

Jeden Samstag von 18 bis 20 Uhr klären wir wichtige Fragen rund ums Web: Wo sind die wirklich guten Blogs und Podcasts? Welche Informationen und Sichtweisen kursieren im Netz, die in den großen Zeitungen und Sendern so nicht zu lesen, zu sehen und zu hören sind? Und wer hat sie veröffentlicht? Was gibt’s Neues bei Twitter, YouTube und Co. und wie findet Ihr das?

Einige Postings über meine Fortschritte bei dieser Romanwelt finden sich ja auch hier im Blog.
Insgesamt bastle ich bereits seit 2009 an dieser Welt – angefangen hat alles mit einer mündlich erzählten…

Original ansehen noch 178 Wörter

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Frohe Weihnachten!

Wie heißt es so schön? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – was muss man da erst über Bilder sagen, auf denen zusätzlich Worte drauf sind? :D

Ge-PAINT-ed by Evanesca Feuerblut

Ge-PAINT-ed by Evanesca Feuerblut

Mit diesem kleinen Bildchen gehen wir in Winterpause und kehren im Januar dann in alter Frische und mit neuen Artikeln zu euch zurück.

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