Weltenbau-Artikel: Handel

Ich geb dir und du gibst mir – das Prinzip des Tauschhandels ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon in der Steinzeit wurde getauscht, wenn sich zwei trafen und jeder etwas hatte, was der jeweils andere gerne wollte. Doch abseits vom einfachen Handel von Mann zu Mann wurden Produkte und Waren mit dem Aufschwung der Wirtschaft auch über immer größere Strecken getauscht. Import und Export waren geboren.

Import und Export – wozu das ganze?

Selbstverständlich werden große Warenmengen nicht einfach so, ohne einen Grund, durch die Weltgeschichte gekarrt. Dass der Mikrochip vom Computer aus Amerika in China hergestellt und in Frankreich eingebaut wird, hat natürlich seine Gründe.

  • Rohstoffmangel: Man braucht verschiedenste Rohstoffe, um ein Produkt herzustellen. Wie aber soll der Steinmetz aus Land A einen Marmorgrabstein fertigen, wenn es in Land A keinen Marmor gibt? Richtig, man holt sich den Marmor aus Land B.
  • Billigste Produktionsstandorte: In manchen Ländern sind die Mindestlöhne bedeutend niedriger als in anderen und es gibt unter Umständen auch Steuererleichterungen für Unternehmer. So ist es natürlich nur logisch, seine Ware am billigsten Standort zu produzieren und danach ins Land, das die Ware braucht, zu exportieren, wenn man denn trotz Versandkosten noch immer billiger ist.
  • Ist der Markt im Produktionsland gesättigt und niemand braucht mehr die Ware, kann man zusätzlichen Gewinn einfahren, wenn man sein Produkt im Ausland feil bietet.
  • Der Mensch braucht Luxus – und wer in seiner Prasserei gerne Walfleisch isst, muss es sich aus Japan liefern lassen, da es in der EU halt keinen Walfang mehr gibt. Luxusgüter waren und bleiben immer ein unnötiges Exportgut, dass stets viel Geld in die Kassen spült.

Sinn und Unsinn von Zöllen

Die Wirtschaft floriert, der Handel boomt und die Post muss sich neue Transporter kaufen, da die alten zu klein sind. Bei all diesem Warenhandel sieht natürlich die Politik nicht untätig zu, da heißt es handeln – Zölle müssen her.

Und das mit Grund:

  • Wird der Fernhandel besteuert, bringt das der Staatskasse einen enormen Batzen Geld ein, der dann für das Militär (selten auch die Bildung) wieder hinausgeworfen werden kann.
  • Zusätzlich schützen Zölle die Inlandswirtschaft, in dem sie eine Marktflutung durch zu billige Ware verhindern, bei der die einheimischen Betriebe nicht mehr mithalten könnten. In der Folge würden sie in Konkurs gehen müssen, was dem Staat viele Arbeitslose und weniger Steuereinnahmen einbrächte – bei gleichzeitigen Ausgaben für mehr Arbeitslosengeld. Das daraus nichts gutes folgt, dürfte klar sein.

Schmuggel

Sobald es Zölle gibt, fragt sich so mancher Fernhandelstreibende natürlich, wieso gerade ihm das passieren muss. Grad war die Ware noch schön billig und jetzt, eine Zollstation später, muss sie zu Wucherpreisen verkauft werden, die keiner mehr bezahlen will und man bleibt auf der Ware sitzen, hat also ein Verlustgeschäft gemacht.

Aber was tun? Wie die Zölle umgehen? Die Sternstunde der Schmuggler beginnt.

Geschmuggelt wird alles, womit sich Geld machen lässt. Zum einen Waren, auf denen sehr hohe Zölle liegen, um sie möglichst billig anbieten und ein gutes Geschäft zu machen. Zum anderen natürlich Ware, die es nie durch die Zollstationen schaffen würde, weil sie ganz einfach nicht legal ist (etwa diverse Rauschgifte, Beute aus Diebstählen und diverse andere verbotene Freuden des Lebens…).

Bei der Frage, wie sie ihre Ware durch die Kontrollen bringen, haben Schmuggler ihre besonders kreativen Momente:

  • Der Seeweg – Schiffe legen z.B. in einer geheimen Bucht an, wo die Waren verladen werden
  • Geheime Tunnel unter der Grenze, durch die die Waren in das andere Land geschafft werden
  • Schleichwege in den Bergen über unüberwindbare Gipfel
  • Auch der Luftweg sei nicht ausgeschlossen – ob auf dem Rücken eines Drachen oder in einem Flugzeug
  • Verstecke in allerlei Fortbewegungsmitteln, die bei der Kontrolle an der Zollstation vorzugsweise nicht gefunden werden
  • Im Körper selbst: Viele Drogenkuriere lassen z.B. ihre armen Mitmenschen Beutelchen mit Rauschgift schlucken, schicken sie dann über die Grenze und warten, bis sie auf der anderen Seite mal aufs Klo müssen (oder helfen mit einem Messer nach, sofern sie noch nichts von Recycling und Wiederverwendung gehört haben).
  • Ablenkung der Zöllner durch beabsichtigtes Erregen von Verdacht – man munkelt, es habe einst einen Typen gegeben, der jeden Tag eine Schubkarre mit Mist über die Grenze schob und bei dem jedes Mal die Zöllner den Mist durchsuchten. Nie aber wäre jemand auf die Idee gekommen, dass er Schubkarren schmuggelt.

Selbstverständlich gibt es noch andere Schmuggelwege, sie müssen dem findigen Autoren nur einfallen ;-)

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Über fruehstuecksflocke

Tätig als Studiosus, Autor, Blogger, Leser; außerdem Zusatzqualifikationen: Zitatesammler, Schwammaufsauger von jeglicher Nichtigkeit und leidenschaftlicher Verlierer beim Schachspiel.
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Eine Antwort zu Weltenbau-Artikel: Handel

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