Weltenbau-Artikel: Kleider machen Leute

Oder machen die Leute Kleider? Egal wie rum, solange man keine Welt voller Nudisten will, wird man sich damit abfinden müssen, dass die Bewohner der eigenen Welt etwas zum Anziehen brauchen.

Äußere Umstände

Kleidung dient zum primären Zweck als Fellersatz, da Menschen ja bekanntermaßen nicht sonderlich behaart sind. Außerdem ist da noch der Aspekt der Blöße, die sich ja niemand geben will…

  • Jahreszeiten: Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass es im Winter kälter ist als im Sommer. Die Folge davon ist, dass Kleidung im Winter dick sein muss, sie soll Wärmen und vor Kälte schützen. Im Sommer hingegen soll Kleidung luftig und leicht sein. Frühling und Herbst liegen irgendwo dazwischen.
  • Wind und Wetter: So wie Kleidung im Winter vor Kälte schützen muss, sind Regenmäntel dazu gemacht, Feuchtigkeit im Zaum zu halten. Wind- und wetterfeste Kleidung hat hauptsächlich praktischen Nutzen und wird bei widrigen Verhältnissen zu jeder Jahreszeit gern getragen.
  • Ansehen: Besonders Frauen tun sich gern mit schönen Kleidern und Schmuck hervor, aber auch für reiche Männer gilt: Wer hat, der hat’s. Kein Grund, sich zu verstecken. Es liegt wohl auf der Hand, dass reiche Leute sich nicht in Sack und Asche kleiden, sondern in teuren, reich verzierten und farbenfrohen Kleidern herumstolzieren und dass arme Leute sich hingegen in einfache, meist erdfarbene Klamotten zwängen.
  • Geographische Lage: Wer hoch im Norden lebt, wo ständig viel Schnee liegt, hat wohl nichts außer warmen Felljacken und Pelzmänteln in seiner Garderobe, so er nicht erfrieren will. Wer hingegen im Süden lebt, wird keine Pelzklamotten besitzen, sondern nur einfache, luftig lockere Klamotten haben.

Materialien

Es gibt selbstverständlich die verschiedensten Materialien, aus denen man Kleidung herstellen kann.

  • Leder
  • Seide
  • Wolle
  • Baumwolle
  • Leinen
  • Hanf
  • Sisal
  • Sonstige Pflanzenfasern
  • Fell

Kleidung in der Kultur

Nicht alle Leute kleiden sich gleich, zur Veranschaulichung vergleiche man mal die mittelalterliche Kleidung von Abendland und Morgenland. Es gibt teilweise große Unterschiede.

  • Freizügige Kleidung ist nicht überall gesehen – in manchen islamistischen Ländern sind Frauen beispielsweise gezwungen, sich komplett zu verschleiern.
  • Kaum Kleidung tragen hingegen Ureinwohner mitten im Regenwald. Ein luftiges Baströckchen um die Lenden und sonst nichts tragend, gehen sie ihrem Tagwerk nach wie Gott sie schuf.
  • Strenge, konservative Kleidung ist beispielsweise auch in Klöstern ein Thema. Schon einmal eine Nonne im Bikini gesehen? Oder einen Mönch in der Badehose?

Arbeitskleidung

Nicht jede Art von Gewand eignet sich für jede Art von Beruf. So wird beispielsweise ein Schmied an der Esse keinen teuren Pelzmantel tragen.

  • Es grünt so grün: Grün ist die Farbe der Natur. Bäume, Gräser, Büsche, Sträucher – alles grün. Eine Folge davon ist, dass sich Menschen, die mit und in der freien Natur arbeiten, meist auch grün kleiden. Ein Jäger wird so kein rotes Wams tragen, dass seiner Beute sofort auffällt, sondern es bei schlichter grüner Tarnkleidung belassen. Ebenso natürlich auch Förster, die die Tiere nicht verschrecken wollen. Zudem tragen auch in den Wäldern lebende Banditen grün, weil sie so auf der Lauer nicht auffallen. Man vergleiche hierzu auch die Tarnkleidung der heimischen Heere.
  • Uniformen: Seien sie uninformiert oder nicht – noch jeder Soldat im Heer seines Königs trug eine Uniform in den Farben des Herscherhauses, das Wappen auf dem Schild und vielleicht sogar auf der Rüstung aufgemalt. Böse Zungen behaupten, dass je besser die Armee, desto schlichter die Uniform. Man kann davon halten, was man will, bisher hat noch jeder König bei einem Staatsbesuch mit reichgeschmücktem Gefolge angegeben.
  • Teuer, teuer, teuer – besonders Adelige und reiche Kaufleute tragen gern die bunteste und teuerste Kleidung, stets nach dem letzten Schrei der Mode ausgesucht.
  • Darum ist es nicht schade – je schweißtreibender und schmutziger die Arbeit, desto minderwertiger wird wohl die dazu getragene Kleidung sein. Aus dem einfachen Grund, dass ein eh schon zerfetzter Lumpen bei vollkommener Ruinierung nicht sehr zu beklagen ist.
  • Fischer und Perlentaucher werden natürlich naturgemäß wenig anhaben, da es sich voll eingekleidet schlecht schwimmt.
  • Schutzkleidung: Ein Schmied wird eine Schürze tragen, die ihn vor Funken aus der Esse schützt, ein Minenarbeiter hat womöglich einen Helm auf dem Kopf.

Das sind nur einige Beispiele und Anregungen. Am End sollte jeder selbst entscheiden, was er seinen Figuren anzieht. Es soll auch schon Leute gegeben haben, die die teuersten gefärbten Klamotten trugen, aber eigentlich bettelarm waren. Der Grund: Ein Päckchen Farbstoff ist auf dem Schwarzmarkt aufgetaucht…

Es gibt folglich immer Mittel und Wege für ausgefallene Garderobe – Kleidervorschriften sind eh meist nur „Richtlinien“.

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Über fruehstuecksflocke

Tätig als Studiosus, Autor, Blogger, Leser; außerdem Zusatzqualifikationen: Zitatesammler, Schwammaufsauger von jeglicher Nichtigkeit und leidenschaftlicher Verlierer beim Schachspiel.
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3 Antworten zu Weltenbau-Artikel: Kleider machen Leute

  1. Janine schreibt:

    Ich find Arbeitskleidung nicht so schlecht – ist mal was anderes (vielleicht aber auch nur weil ich selber in keinem Umfeld arbeite, wo Arbeitskleidung Vorschrift ist :) )

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Die Arbeitskleidung muss dann ja zum Beruf passen. Gerade wenn ich Kleidung für die Leute in meinen Welten entwerfe, sitze ich schon mal ewig. Weniger an den Schnittmustern und am Optischen als an den technischen Details.

  2. Pingback: Weltenbauartikel: Mittelalterliche Städte und Dörfer | Weltenschmiede

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