Weltenbau-Artikel: Hungersnöte und ihre Auslöser

Es passiert leider viel zu oft – der Proviant ist alle und der Gürtel muss enger geschnallt werden. Was für den einzelnen Helden auf Wanderschaft eine schmerzhafte Erfahrung ist, trifft Millionen von Menschen tagtäglich: Hungersnöte sind in vielen Ländern immer noch präsent.

Auch selbstgestrickte Welten können von Nahrungsmittelknappheit und Hunger betroffen sein. Was aber löst eine solche Hungersnot aus?

Mutter Natur

Seit Urzeiten befindet sich der Mensch im Kampf mit der Natur. Er ebnet Landschaften, um Platz für seine Gebäude zu haben, begradigt Flüsse, rodet Wälder, jagt die darin enthaltenen Tiere und ringt dem neuen Ackerland in (nicht immer ganz so mühevoller) Arbeit seine Früchte ab.

Aber Mutter Natur verhält sich nicht immer friedlich. Sie schlägt zurück und vernichtet die Ernten durch:

  • Dürre: Der Regen bleibt aus, der Boden vertrocknet und der Weizen geht zugrunde.
  • Überschwemmungen: Natürlich braucht ein Getreidefeld von Zeit zu Zeit Regen, um zu gedeihen, aber wenn die Ernte fortgeschwemmt wird, was dann?
  • Waldbrand: Meist mit einer Dürre verbunden, welche die Voraussetzungen schafft. Die Bäume sind vertrocknet, das Gras ist ausgedorrt und ein kleiner Funken reicht, um alles in eine brennende Hölle zu verwandeln.
  • Sturm: Tornados, Hurrikans und Konsorten
  • Ungleichgewicht im Tierreich: Ein schönes Beispiel hierfür sind die Hasenplagen in Australien. Siedler schleppten die Schlappohren vor langer Zeit ein, doch mangelt es Meister Lampe an einem natürlichen Feind. Die Folge: Eine Überpopulation an Hasen, diese brauchen etwas zu essen und vergreifen sich am Salatfeld. Ein anderes Beispiel ist auch im heutigen Europa zu finden: Dank der Ausrottung der Wölfe fehlt es dem Rotwild an Feinden und es muss staatlich bejagt werden, um eine Überpopulation zu vermeiden.
  • Schädlingsbefall: Kartoffelkäfer sind natürlich schlecht für die Kartoffelernte. Es soll auch schon ganze Getreidefelder gegeben haben, die durch einen Heuschreckenschwarm vertilgt wurden.
  • Erkrankte Pflanzen: Auch Pflanzen können krank werden, was u.a. zwei Folgen haben kann: Die Pflanze geht ein oder ihr Esser geht ein. Als Beispiel für letzteres wäre der Mutterkornpilz zu nennen, der Getreide befällt, ihm aber nicht schadet und erst bei Verzehr seine tödliche Wirkung entfaltet.

Wirtschaftliche Gründe

Die Wirtschaft bringt nicht nur Aktiencrashs und schwarze Freitage hervor. Sie kann auch mal Schuld an einer Hungersnot sein.

  • Spekulanten vergreifen sich am Getreidemarkt – der Preis steigt und Getreide wird plötzlich zu einem „Luxus“-Gut, den sich Otto Normalverbraucher nicht mehr Leisten kann.
  • Unterproduktion: Ist die Bevölkerung und der Bedarf größer als das, was die Wirtschaft an Nahrungsmitteln erzeugt, ist eine Nahrungsknappheit vorprogrammiert.
  • Übernutzung – ein schleichendes Problem: Kein Boden hält eine exzessive Nutzung ewig aus. Erhöhte Düngung und der Einsatz von Wachstumsbeschleunigern mögen den Ertrag steigern, machen aber gleichzeitig den Boden kaputt, der sich nie richtig davon erholt. Ist der Boden hinüber, kann nichts mehr angebaut werden. Und ist einmal der Boden alle… Selbiges Problem betrifft übrigens den heutigen Fischfang: Die Meere sind leer, man fischt immer noch weiter draußen und bringt trotzdem weniger heim. Wie lange das noch gut geht?

Krieg

Krieg, die Geißel der Menschheit und eines der sinnlosesten Dinge der Welt, bringt viel Leid mit sich. Tote, Verletzte, Waisen, Seuchen und Hunger. Letzterer wird unter anderem ausgelöst durch:

  • Belagerung: Keine Burg hat unendliche Essensvorräte. Zieht sich der Feind nicht zurück, werden die Nahrungsmittel knapp, bis die Verteidiger schließlich verhungern müssen. Selbiges Problem haben bei schlechter Truppenversorgung zudem auch die Belagerer.
  • Das Heer: Ein Heer kostet nicht nur Geld, es braucht auch was zwischen die Zähne. Die mitgeführten Vorräte sind bald aufgebraucht und werden in jedem Dorf und jeder Stadt, in der man halt macht, wieder aufgefrischt. Dies führt leider oft dazu, dass die zurückbleibenden Dörfler und Städter dann selbst nichts mehr zu essen haben.
  • Erhöhter Rohstoffverbrauch: In einem Krieg braucht man Waffen und Rüstungen. Da kann es schon mal vorkommen, dass die Arbeiter hier und dort abgezogen und für andere Dinge eingespannt werden. Manchmal trifft das auch die Nahrungswirtschaft, was am Ende dann in einem Essensengpass endet.
  • Zerstörtes Land: Vom Heer niedergetrampelte Felder, abgebrannte Kornspeicher, von Schützengräben durchzogene Äcker …. ob da noch was wächst?

Wie ist es in euren Welten? Gibt es Hungersnöte als einschneidende Ereignisse in der Geschichtsschreibung? Oder mangelt es euren Untertanten nie an Speis und Trank?

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Über fruehstuecksflocke

Tätig als Studiosus, Autor, Blogger, Leser; außerdem Zusatzqualifikationen: Zitatesammler, Schwammaufsauger von jeglicher Nichtigkeit und leidenschaftlicher Verlierer beim Schachspiel.
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7 Antworten zu Weltenbau-Artikel: Hungersnöte und ihre Auslöser

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Hungersnöte habe ich bis jetzt nur einmal in meiner Geschichtsschreibung, Nahrungsembargos sind Grund für einen Krieg, bei dem ein Königreich entsteht. Ansonsten habe ich so noch etwas spärlich eingebaut, aber das werde ich noch ändern.

    • fruehstuecksflocke schreibt:

      Tu das – es gibt ja mehr als genug Gründe für Hungersnöte, zudem sind sie oft eine Folge anderer Ereignisse (wie Kriege oder Naturkatastrophen).

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Eben. Sie können sowohl Ursachen als auch Folgen von Kriegen sein und es wäre spannend mal zu überlegen, ob man sie auf magische Weise verhindern kann.

      • fruehstuecksflocke schreibt:

        Hungersnöte per Magie verhindern? Wie stellst du dir das vor? Magie als Wachstumsbeschleuniger in der Landwirtschaft? Oder der einfache Weg: Nahrung kann man herbeizaubern? ;-)

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Ne, Nahrung herbeizaubern geht auch bei mir nicht. Aber lass dich überraschen, ich hab meiner Meinung nach echt tolle Ideen :D

  2. Carlin schreibt:

    Wow, wieviele verschiedene Gründe es gibt… Du inspirierst mich echt, dabei bin ich noch beim Grundgerüst… Kann ja nicht schon wieder alles Essen vernichten, kaum dass ich es erfunden habe…

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