Weltenbauartikel: Umweltschutz

„Gott setzte den Menschen in den Garten von Eden damit er ihn bebaue und hüte“ heißt es schon in der Bibel – doch ob der Gärtnerauftrag wirklich so gemeint war, dass der Mensch die Ressourcen der Erde schonungslos ausbeuten darf?
Immer wieder kamen Zweifel daran auf – je nach Epoche mal mehr und mal weniger: In biblischen Zeiten war der Mensch nur Verwalter der Erde, im Mittelalter wurde der Gärtnerauftrag als Anweisung ausgelegt, jegliches Leben dem Menschen zu unterwerfen, da die Natur und alles Wilde als Bedrohung wahrgenommen wurde.
Warum sollte das in euren eigenen Welten anders sein?

Umweltschutz in Altertum und Mittelalter

Schon in der Gegend um Euphrat und Tigris lassen sich Abwasserkanäle bis ins dritte Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung rückverfolgen und auch die Römer hatten ihre Cloaca Maxima.
Allerdings ging es damals noch nicht um Umweltschutz, sondern schlicht und ergreifend darum, den Abfall der Städte irgendwohin abzutransportieren – am Besten in den nächsten Fluss oder ins Meer. Schließlich galt das Bezwingen der Natur besonders für einen Römer als erstrebendswert – Ordnung und Geometrie sollten über das natürliche Chaos herrschen.
Was übersehen wurde, ist jedoch, dass es der natürliche Reichtum des antiken Italiens ist, der unter anderem zur blühenden Hochkultur der Römer beitrug. Hätten sie damals schon die Möglichkeit gehabt, ihre Umwelt in großem Maßstab auszubeuten, wer weiß, was die Folgen gewesen wären.
Umweltschutz war nicht vorhanden – wenn antike Autoren über die Folgen der Rodungen schrieben, dann betrachteten sie die Lawinen und ähnliche Katastrophen als göttliche Schicksalsschläge.
Nur Einzelne – wie Plinius der Ältere – mutmaßten, welche Folgen beispielsweise der Bergbau haben konnten. Allerdings blieb die spärliche Kritik ohne Konsequenzen.

Im Mittelalter fühlten sich die Menschen einer bedrohlichen Natur unterlegen, denn viel Wissen aus der Antike war verlorengegangen.
Vereinzelt gab es Aufforstungsmaßnahmen und das Weiden im Walde wurde verboten, da Holz die wichtigste Ressource der Zeit war und zusehends knapp wurde. Auch sonst gab es einige Verordnungen, die das Jagen bestimmter Tiere einschränken sollten. Allerdings dienten diese Maßnahmen weniger dem Schutz der Umwelt als zum Selbstzweck: Es ging darum, den Menschen ihre Nahrungs- und Lebensgrundlagen zu erhalten.

Umweltschutz im 20. Jahrhundert

Erst mit den Romantikern erfolgte ein Umschwung – diese verklärten die Natur und schätzten abgelegene, unbebaute Plätze als Rückzugspunkte aus der Zivilisation.
Dennoch wurde anfangs nur wenig für die Umwelt getan: Zwar gab es von 1933 bis 1945 faschistisch vereinnahmten Naturschutz in Deutschland, dieser diente jedoch nur Propagandazwecken – schließlich pafften dennoch Waffenfabriken ihre Dämpfe in die Luft!

Das moderne Verständnis für Umweltschutz stammt aus den sechziger Jahren: Die Versauerung der Meere, das Waldsterben und verschiedene Chemiekatastrophen riefen den Menschen ins Bewusstsein, dass die Umwelt vor dem Menschen beschützt werden musste.
So kam in den 70ern Greenpeace auf – anfangs eine Organisation, die sich der Verhinderung von Atomtests verschrieben hatte und im Laufe der Jahre zu ihren heutigen Ausmaßen anwuchs.
Auch die ökologische Landwirtschaft kam in dieser Zeit langsam auf und führte zu einem Umdenken der Menschen zu einem bewussteren Konsum.

Heute

Die Menschen beschäftigen sich eingehender mit Umweltproblemen denn je – schließlich werden nicht nur Pflanzen und Tiere von deren Folgen bedroht, sondern auch die Menschen: Der CO2-Ausstoß könnte schließlich auch uns irgendwann die Luft zum Atmen nehmen und wer weiß, welche Schäden der Atommüll trotz aller Vorsichtsmaßnahmen verursachen wird?
Nicht zuletzt fachen industriell verursachte Katastrophen wie Fukushima oder die Ölpest im Golf von Mexiko das Interesse an Umwelt und Umweltschutz immer wieder an und führen zu langfristigen Debatten, die in der Lage sind, tatsächlich etwas zu bewegen.
Es sind Dinge, über die man auch „morgen“ noch sprechen wird.

Fazit

Während die mittelalterliche Fantasywelt realistischerweise wohl mit zu wenigen Abflüssen und Rodungsschäden zu kämpfen hätte, öffnet der Gedanke an ein Leben nach dem Super-GAU Tür und Tor für den angehenden Science-Fiction-Autor.
Außerdem bieten Umweltprobleme und deren Lösungen Meilensteine für die Geschichtschreibung und machen eine Welt facettenreicher.
Oder wie seht ihr das?

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Über Evanesca Feuerblut

Lektorin, Alphaleserin, Forumsadministratorin, Entdeckerin, Trilogie-in-X-Bänden-Autorin, Chara-Dichterin, Neologistin, Polyglotin... und ein Fan kurioser Worte.
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