Fallstudie: Zeitreisen I – Prince of Persia: Der Sand der Zeit

Es gibt wohl kaum etwas, was die Autoren vergangener, aktueller und noch kommender Zeiten mehr fasziniert als das Spiel mit der Zeit. In J.K. Rowlings „Der Gefangene von Askaban“ besitzt Hermine einen Zeitumkehrer, und unvergesslich ist wohl die große Zeitreisentrilogie rund um Doc Brown und Marty McFly. Grund genug, diese immer wieder kehrende Thematik in einer Fallstudienserie zu behandeln.

Den ersten Teil der Serie eröffnet der Videospielklassiker schlecht hin: Der Prinz von Persien, der es unlängst sogar zu einer Verfilmung mit Jake Gyllenhaal gebracht hat. In dieser Verfilmung mit dem Namen „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ spielt der Prinz mit – wie sollte es anders sein – der Zeit.

Die „Zeitmaschine“ und ihre Funktionsweise

Als „Zeitmaschine“ dient dem Prinzen ein auf den ersten Blick unscheinbarer Dolch. Natürlich ist er, wie es sich für die Waffe eines wahren Helden von edlem Geblüt gebührt, reich mit Ornamenten und blinkenden Edelsteinen verziert. Doch dem Dolch wohnt eine besondere Kraft inne: Sein Heft ist mit dem Sand der Zeit gefüllt, und ein Druck auf den Dolchknauf ermöglicht es dem Träger des Dolches, die Zeit bis zu einer Minute zurückzuspulen.

Der Mechanismus klingt simpel, hat jedoch einen Haken: Der Einsatz des Dolches verbraucht – je nach Zeitspanne, die zurückgespult wird – den Sand als Antriebsquelle. Dieser ist aber ziemlich kostbar, der Dolch funktioniert nicht mit einfachem Wüstensand. Nur der Sand der Zeit funktioniert, und dieser entstammt einer großen Sanduhr, die tief unterhalb der heiligen Stadt Alamut verborgen ist.

Diese Sanduhr ist ein Geschenk der Götter, in ihr versiegelten sie den Sand, der zuvor in Stürmen die ganze Welt zu zerstören drohte. Nur an dieser Sanduhr lässt sich der Dolch der Zeit wieder auffüllen.

Wie es bei heiligen Dingen üblich ist, wird das ganze natürlich bewacht. Die Hüterinnen des Dolches sind seit jeher die Prinzessinnen von Alamut, die gleichzeitig den Oberbefehl über die Streitkräfte der Stadt haben und einem geheimen Orden angehören.

Auswirkungen der Zeitreise

Die Auswirkungen der Zeitreise sind nicht gravierend. Es kommt zu keinen verschiedenen Zeitstreifen, die sich aufspalten, und die Funktionsweise bringt auch nicht das Raum-Zeit-Kontinuum in Gefahr.

Mit dem Dolch lässt sich lediglich die Zeit zurückspulen, ähnlich wie bei einem Film. Man spult zurück zum Ausgangsort und weiß aber bereits, was danach passieren wird. So ist es auch mit dem Dolch: Wenn der Träger die Zeit zurückdreht, sind alle Geschehnisse um ihn herum wieder auf Anfang gesetzt, und nur der Träger selbst weiß, was sich ereignen wird. Dies ist besonders in brenzligen Situationen hilfreich, wenn man ein Missgeschick ausmärzen will oder man gerne anders auf etwas reagieren möchte.

Für größere Zeitsprünge ist der Dolch der Zeit jedoch nicht geeignet. Mit ihm kann maximal eine Minute zurückgespult werden.

Wer mehr will, muss sich da schon an die Sanduhr halten. Diese ermöglicht mit ihrer schier unendlichen Menge an Sand ein endloses Zurückspulen der Zeit. Dies ist allerdings nicht ganz ungefährlich: Das Zurückdrehen der Zeit verursacht einen enormen Materialverschleiß: Das Glas der Sanduhr wird brüchig, sie könnte irgendwann bersten. Der Sand käme frei, die Sandstürme wären zurück und der Weltuntergang besiegelt.

Fazit

So simpel es auf den ersten Blick wirkt, so genial ist das Zeitreisen in Prince of Persia: Der Sand der Zeit. Eine Zeitmaschine zum Mitnehmen, die jederzeit einsatzbereit ist, aber deren Reichweite nur sehr begrenzt ist. Sie eignet sich ideal für kleine Spielereien mit der Zeit, ist aber für wirklich globale Auswirkungen auf die Zeitachse gänzlich ungeeignet – es sei denn, man will die Welt zerstören.

Was haltet ihr von dieser Art Zeitmaschine? Wäre das etwas für die Helden eurer Welt? Oder bevorzugt ihr lieber die guten alten standfesten Maschinen, die unverrückbar sind?

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Über fruehstuecksflocke

Tätig als Studiosus, Autor, Blogger, Leser; außerdem Zusatzqualifikationen: Zitatesammler, Schwammaufsauger von jeglicher Nichtigkeit und leidenschaftlicher Verlierer beim Schachspiel.
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6 Antworten zu Fallstudie: Zeitreisen I – Prince of Persia: Der Sand der Zeit

  1. evannavaleskasgedankenwelt schreibt:

    Hi
    Mit diesem Blog überraschst du mich. Nun denn deine Rezession beim Film hat mich insperiert als ich mal drübergeflogen bin. Zwar habe ich weder das Buch gehört noch den Film gesehen aber es wird schon was an sich haben. Liebe Grüße

    • fruehstuecksflocke schreibt:

      Hallo!

      Vielen Dank für die Rückmeldung – Wenn der Artikel gefallen hat, freut mich das sehr :-). Ich werde in nächster Zeit noch mehr Artikel übers Zeitreisenschreiben, ist ja ein schier unerschöpfliches Thema in Film & Literatur :)

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Hi, Evanna-Valeska!
      Es gibt leider kein Buch zu dieser Geschichte, der Film basiert sehr lose auf dem gleichnamigen Videospiel. fruehstuecksflocke hat seine Rezension auf den Film basiert, da es zahlreiche Abweichungen zum Spiel gibt.
      Vielleicht hilft dir das bei der Suche!
      LG,
      Evanesca

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