Tool-Tip: Der yWriter

Eigentlich nutze ich seit drei Jahren zum Schreiben nur OpenOffice und jedes Mal, wenn auf Schreibforen für diverse Software geworben wird, die das Schreiberlebnis angeblich revolutionieren soll – natürlich gegen mehr Bares als mein Rechner wert ist – winke ich müde ab. Unnötig, teure Spielerei, neunzig Prozent der Funktionen kann man sich sparen – so meine Gedanken. Bis ich über eine Vorstellung des yWriters stolperte. Der ist nicht nur kostenlose Freeware, sondern genau die kostenlose Freeware, die ich dringend brauchte, um Ordnung in ein etwas chaotisches Projekt zu bringen.

Funktionsumfang und Bedienbarkeit

Mit dem yWriter kann man nicht einfach nur seine Geschichte schreiben – das Erste, was ich getan habe, war, erstmal die Steckbriefe meiner Charaktere anzulegen. Dabei kann man anklicken, ob es sich beim angelegten Charakter um einen Haupt- oder einen Nebencharakter handelt.
Das läuft so ab, wie auf den Bildern dargestellt:

yWriter Bild 1

Sobald man das getan hat, kann man die verschiedenen Reiter auswählen, um dort weitere Informationen einzutragen – die Biografie, die Ziele… und sogar ein Bild des Charakters hochladen, sofern eins vorhanden ist.

Nach dem gleichen Prinzip kann man auch besondere Gegenstände anlegen, die für die Geschichte von Bedeutung sein können oder den Handlungsorten ein Gesicht geben, ohne einen lästigen Infodump in der Geschichte selbst platzieren zu müssen, der eigentlich nur einem selbst als Orientierung dient. (Wer erkennt sich da wieder?)

Etwas anders läuft es ab, wenn man Kapitel und Szenen anlegen will. Bevor man Szenen anlegen kann, müssen auf jeden Fall Kapitel erstellt werden.

Anschließend die Szenen selbst:

Erst danach kann ich umfangreiche Szenenbeschreibungen erstellen, in denen ich minutiös sämtliche wichtigen Informationen über die jeweilige Szene notieren kann: Vom Datum und der Uhrzeit, an denen die Szene stattgefunden hat, bis hin zum Ort, Gegenständen und sämtlichen beteiligten Personen kann ich alles mehr oder weniger automatisch eintragen. Außerdem kann ich notieren, ob es sich dabei um eine Aktion – also eine Handlung, die etwas bewirkt – oder um die Reaktion auf eine Handlung handelt.

Wenn man etwas noch nicht in die automatischen Masken eintragen konnte, gibt es immer noch das Notizfeld für alle möglichen Einträge!

Innerhalb eines Kapitels können die Szenen beliebig verschoben werden – das ist praktisch, wenn man sich noch nicht völlig über bestimmte Zeitabläufe im Klaren ist oder nicht weiß, was man als Autor zuerst erzählen will.

Was man außerdem mit dem yWriter tun kann

Gerade für die, die beim NaNoWriMo mitmachen, ist die Option sehr reizvoll, sich ein Tagesziel zu setzen und dieses dann vom Programm überprüfen zu lassen. So sieht man auf einen Blick, ob man die Mindestanzahl an 1667 Wörtern pro Tag geschafft hat oder sich besser sputen sollte.

Diejenigen, die wie ich gerne fünfhundert Entwürfe und überarbeitete Fassungen erstellen, ehe sie ein Kapitel als endgültig fertig markieren, können auch im yWriter einstellen, ob es sich bei ihrem Projekt um einen Erstentwurf oder um eine bereits überarbeitete Fassung handelt. Allerdings habe ich noch keine Möglichkeit entdeckt, dies nur für einzelne Kapitel oder Szenen zu tun.

Man kann festlegen, welche Kapitel zum Anfang, welche zum Mittelteil und welche zum Schluss gehören.

Es ist möglich, sich Statistiken anzeigen zu lassen und diese auszuwerten: In wie vielen Szenen spielt Charakter X mit? Wie oft kommt das Feuerzeug von Protagonist Y vor? Gibt es eine Person, die wichtig wäre, aber zu selten auftaucht? Das alles kann man aus den Statistiken erfahren.

Der yWriter loggt außerdem die Fortschritte und zeigt in einer kleinen, etwas versteckten Anzeige immer an, wie viele Wörter hineingetippt wurden. Auch ohne Tagesziel immer nett anzusehen.
Außerdem speichert der yWriter über längere Zeiträume, wie viel man für das Projekt getan hat, sodass man immer seine Leistungskurve im Blick hat.

Wer kein Englisch mag, kann die Sprache umstellen – ich habe mich, bis ich das bemerkt habe, jedoch so ans Englische gewöhnt, dass ich dabei bleibe.

Zum Schluss noch mal die Vorzüge:

Man hat alles in einem Programm – Szenen, Figuren, Datum, Notizen, sonstigen Kram, und muss nicht zwischen x verschiedenen Dokumenten suchen oder sich durch eine riesige Zettelwirtschaft wühlen, bis man endlich eine ganz bestimmte Information über sein Projekt gefunden hat. Alles, was man an Hintergründen erarbeitet hat, ist nur einen Klick entfernt. Damit es nicht auf einmal weg ist, macht der yWriter außerdem immer Backups des ganzen Projekts im WordPad-Format, sodass nichts verloren geht.
Er zählt, wie viele Worte man heute geschrieben hat und was der Rekord an geschrieben Worten ist – perfekt für den NaNo und Ähnliches.
Er lässt sich recht intuitiv bedienen – und das sage ich, obwohl ich mich sonst schwer in Menüs zurechtinde.
Im Gegensatz zu Papyrus und Co. ist der yWriter OpenSource und somit kostenlos. Somit können es sich auch Schüler, Studenten und andere Schreibwütige mit wenig Geld leisten, in die Vorzüge dieses kleinen Programms zu kommen.

Und nun ihr:

Welches Schreibprogramm nutzt ihr? Habt ihr selbst Erfahrung mit dem yWriter gemacht?

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Über Evanesca Feuerblut

Lektorin, Alphaleserin, Forumsadministratorin, Entdeckerin, Trilogie-in-X-Bänden-Autorin, Chara-Dichterin, Neologistin, Polyglotin... und ein Fan kurioser Worte.
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49 Antworten zu Tool-Tip: Der yWriter

  1. Tim schreibt:

    Hallo Evanesca,
    schöne Vorstellung deiner Vorgehensweise, wie du mit dem yWriter arbeitest.
    Ich habe auch das Programm auch, nutze es allerdings bis jetzt noch relativ selten.
    Danke und Grüße :-)
    Tim
    http://www.schreibfreunde-forum.de

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Danke schön! Ich nutze es hauptsächlich für einen extrem experementiellen Text, bei dem ich die Texte auch nicht in der chronologischen Reihenfolge schreibe.
      Ohne den yWriter wäre ich bei sowas verloren, der bringt einfach Ordnung in ein riesiges Chaos.

      Vielleicht motiviert dich meine Anleitung ja, selbst mal wieder damit zu arbeiten :)

  2. Amixor33 schreibt:

    Ich hatte bislang nur einmal Celtx (kostenloses Programm) verwendet um im Rahmen des Script Frenzy 2010 ein Theaterstück zu schreiben. Dafür war es, u.a. was die optische Differenzierung anbelangt (Person, Dialog, Handlung etc. pp. in jeweils unterschiedlicher Schrift) recht nützlich, sodass es auch wie ein Theaterskript aussah, allerdings fürchte ich bei solchen Programmen immer ein zu steriles Umfeld. Lange Texte schreib ich natürlich am PC, kurze und abgeschlossene Sachen bevorzuge ich aber handschriftlich an zufertigen.

    Kann man sich die „Notizen“ über bestimmte Personen auch manuell ausdrucken? Ich überleg mir nämlich durchaus, uralte und nie fertiggestellte Geschichten komplett neu zu schreiben und von vorne an neu zu gestalten, in dem ich ausführliche Vorgeschichten anfertige um authentisch und glaubwürdig darauf aufbauen zu können. Wenn ich diese Informationen aber dann „nur“ am PC verwalten könnte, fürchte ich allerdings schnell die Lust an dem Programm zu verlieren. :o

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Celtx kenne ich noch gar nicht – aber wenn ich mal wieder ein Theaterstück (oder ein Drehbuch) schreiben möchte, schaue ich mir das auf jeden Fall an…
      Muss zugeben, dass bei mir 90 % aller Texte roh erstmal handschriftlich geschrieben werden, aber beim Abtippen mache ich bereits ganz viele Korrekturen und füge Hintergrundinfos ein. Da ist so ein sachliches, „steriles“ Programm genau richtig.

      Alles wird in einer RTF-Datei noch mal zwischengespeichert, die sich in der Regel im Dokumente-Ordner findet. Damit kannst du manuell dann genau das ausdrucken, was du brauchst.
      In der Hinsicht ist das Programm sehr praktisch :).

  3. Isabell schreibt:

    hi Evenesca, richtig toller und informativer Testbericht. Dankeschoen! Ich bin gerade am Ueberlegen, ob ich mir den yWriter runterladen soll
    liebe Gruesse
    Isabell (Snoopy)

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Vielen Dank! Habe ich auch sehr gerne geschrieben!
      Wenn du dir das Programm runterlädst, kannst du ja schreiben, wie du damit zurechtkommst :).

      LG,
      Evanesca

  4. Tintenelfe schreibt:

    Danke für den tollen Tipp. Ich werde mir das gleich einmal genauer anschauen. Um ein Schreibprogramm zu kaufen, bin ich zu geizig. Lieber stolpere ich mich Notizbüchern und Office herum. Vielleicht ändert sich das ja jetzt bald.

    LG,
    Die Tintenelfe

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Gern getestet und geschrieben. Der yWriter ist ja kostenlos, aber meiner Meinung nach keinesfalls umsonst :). Ein teures Programm würde ich mir auch nie zulegen, bin nur eine Studentin *G*.

      LG.
      Evanesca

  5. waldmonster schreibt:

    Ey!!! Das ist ja geil!!! Nun muss ich mir nur noch in den Po treten und endlich eine meiner Geschichten durchziehen! Danke dafür! :D

  6. Kleckerlabor Blog schreibt:

    Toller Blog, der kommt in meine Blogosphäre mit rein :)

  7. Tanja schreibt:

    Hallo,
    ich nutze seit kurzem auch den yWriter und bin begeistert. Interessanter Blog!
    Liebe Grüße ;)

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Hallo!

      Dann bin ich ja nicht die einzige zufriedene Nutzerin!
      Und danke :).

      LG,
      Evanesca

  8. natalie schreibt:

    Ich benutze auch immer open office und bin sehr zufrieden damit. Deine Vorstellung finde ich aber extrem spannend. Gerade wenn man ein „BUCH“ schreiben möchte oder sowas in der Art, ist man hiermit bestimmt richtig bedient…..

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Jep, der yWriter ist ja eher als Schreibprogramm für Autoren gedacht und da eine wunderbare, kostenlose Alternative zu Papyrus und was es alles für vieeel Geld auf dem Markt gibt… Denn der Hobbyautor wird heutzutage auch gern über den Tisch gezogen.
      Für ganz normale Dinge wie „einen Geschäftsbrief verfassen“ o.ä. ist natürlich OpenOffice besser geeignet :), das nutze ich auch seit Jahren.

  9. jack schreibt:

    Hi,
    kann man beim ywriter auch die sogenannte Normseite einrichten, wenn man dann mal was fertig geschrieben hat? Viele Verlage verlangen ja den Text in dieser Formatierung.

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Hallo!
      Soweit ich weiß, leider nicht. Der yWriter ist ja eher als Schreib- und Planprogramm gedacht, die Normseiten kannst du dann in Word/OpenOffice einrichten und deinen Text so ausdrucken.

      • jack schreibt:

        Danke für diei Antwort und dann hake ich noch mal nach. Wenn ich in Word meine vorformatierte Normseite habe und den Text aus ywriter da reinkopiere, behält Word dann die Normseitenformatierung oder wird die Formatierung aus dem ywriter übernommen? Wäre interessant, da ich sonst in Word schreiben müsste und den Text dann nur zur Strukturierung in den ywriter kopiere oder ich schreibe nur im ywriter und kopiere zwecks Formatierung nach Word.
        Ich hoffe, du verstehst, was ich meine ;).

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Ich arbeite mit OpenOffice, aber mit Word wird es ähnlich sein: Du kannst einstellen, ob das, was du einfügst, sich dem Format im Dokument anpassen soll oder nicht. Wenn du das so eingestellt hast, dann wird deine Formatierung (Zeilenabstand, Absatz, Schriftgröße/Schriftart) auf jeden Fall übernommen.
        Die Seitenformatierung wird in JEDEM Fall nicht davon beeinflusst, was du in ein Worddokument reinkopierst, weil das zwei völlig unabhängige Einstellungen sind :).
        Ich hoffe, das hilft dir weiter!

  10. Pingback: Tool-Tip: Knovelty | Weltenschmiede

  11. Pingback: 200 Posts – ein kleiner Rückblick | Weltenschmiede

  12. TiniWayne schreibt:

    Hallo :)
    Ich habe grade erst angefanfen yWriter zu nutzen. Mir gefällt die Oberfläche sehr gut, dennnoch habe ich ein Problem. Die schönen Screenshots hier zeigen mir, dass ich etwas falsch mache. Gehe ich auf “Charaktere” oder “Schauplätze” oder was auch immer, kann ich leider nichts neues anlegen. Lediglich Notizen, Kapitel und Szenen lassen sich neu anlegen.
    Ist das Problem bekannt und gibt es eine Lösung?
    Liebe Grüße

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Hallo!

      Ich hatte um ehrlich zu sein nie Probleme damit – wie bist du denn vorgegangen?
      Mit Hilfe der Reiter kann ich immer zwischen dem Kapitel und den Szenen und den anderen Sachen navigieren und ein Rechtsklick genügt, um etwas dort anzulegen.
      Man muss aber ein wenig üben, um alles zu finden. Manche Funktionen sind mir erst beim Verfassen des Testberichts aufgefallen, dabei nutze ich das Programm damals bereits eine Weile.

      Lg,
      Evanesca

      • TiniWayne schreibt:

        Ich habe ein Kapitel angelegt und in diesem Kapitel die erste Szene geschrieben. Dann wollte ich den ersten Charakter erstellen um ihn der Szene zuzuordnen. Ich habe erst versucht, die Szene zu öffnen und dann einen Charakter zu erstellen. Dann bin ich genau nach den hier gezeigten Screenshots vorgegangen. Aber wenn ich Rechtsklick auf “Neue hinzufügen” klicke, passiert gar nichts :(

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Okay, ich schau mir das morgen bei meinen Projekten an und melde mich :)

      • TiniWayne schreibt:

        Achso und danke für die schnelle Reaktion, damit hab ich gar nicht gerechnet :)

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Gern geschehen :)

      • Benjamin Auer schreibt:

        Hallo!

        Ich habe dasselbe Problem – ich kann nur Kapitel und Szenen anlegen, hingegen sich Charaktere, Schauplätze, etc. nicht anlegen lassen.

        Falls du damals eine Lösung gefunden hast würde ich mcih sehr um eine Antwort freuen (:

        LG
        Benjamin

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Hallo, Benjamin,

        Ich fürchte, TiniWayne wird deinen Beitrag nicht lesen.
        Wie gesagt, funktioniert das Programm bei mir tadellos.
        Da ich selbst aber auch nur Anwenderin/Testerin bin, kann ich hier leider nur an den Support des Programms verweisen. Tut mir leid!

        LG,
        Evanesca

      • Benjamin Auer schreibt:

        Kein Problem!
        Ich habe einfach das Programm geschlossen und noch einmal gestartet, mein Projekt geöffnet, erneut versucht einen Charakter zu erstellen und siehe da: es hat funktioniert!

        Also für den Fall, dass nochmal jemand mit diesem Problem hier vorbeischaut, so ging es bei mir. Einfach ausprobieren!

        LG

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        :D
        Das ist peinlich, zumindest ein „haben Sie es schon aus- und wieder angeschaltet?“ probieren können, in der Tat!
        Aber falls ich mal das Problem habe, bin ich jetzt auch schlauer.
        Vielen Dank für das Teilen der Lösung!

        LG,
        Evanesca

  13. Merano schreibt:

    Lese im Moment überall die vielen positiven Kommentare zum Arbeiten mit ywriter und bin ganz fasziniert. Auch ich möchte im Prinzip ein Buch schreiben, aber es soll eine ganz reale Familiengeschichte bzw. -chronik werden.
    Meine Frage ist daher, gibt es Erfahrungen mit einem Zeitraum von 100 Jahren im Storyboard und lässt sich wirklich nur reiner Text aus ywriter exportieren, oder nicht auch das Storyboard/die Zeitleiste? Ist sie irgendwie exportierbar oder wenigstens druckbar?
    Gibt es Höchstgrenzen in der Textmenge?
    Danke für alle Hinweise und Klarstellungen!

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Ich habe das eben getestet.
      Also: Es ist völlig unproblematisch, z.B. auch das Datum 05.April 2145 anzulegen. Das wäre also auf jeden Fall möglich.
      Wenn du das Storyboard aufrufst, kannst du es mit einen Klick auf „File“ und dann auf „Print“ ausdrucken.
      Vorher kannst du mit „Page Setup“ die Seite einrichten, z.B. Querformat einstellen.
      Ich habe aber noch nicht gesehen, ob man sie auch anders exportieren könnte – die Einstellung scheint es nicht zu geben.
      Höchstgrenzen habe ich bei meinen Projekten mit dem yWriter bisher nicht erlebt, da dürfte Einiges reinpassen :).
      Viel Erfolg!

      • Merano schreibt:

        Danke für die schnelle Antwort! Das Jahr 1890 dürfte dann ja auch wohl kein Problem sein ;-)
        Lese gerade im schreibfreunde-Forum, dass dort ywriter als eher out behandelt wird. Texte würden plötzlich zu auf dem Kopf stehenden yyy’s, die nicht wiederherstellbar waren und außerdem müsse man bei ywriter immer alle Kästchen ankreuzen bzgl. Humorfaktor oder anderen Kategorisierungen. Solche features interessieren mich bei der Familienchronik auch gar nicht…
        Aber so ist das immer, wenn man nach dem optimalen Arbeitswerkzeug sucht: Der eine sagt so, der andere so. Man muss wohl selbst sein Lehrgeld bezahlen…

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Das denke ich auch :).
        Naja, alle hypen Papyrus. Aber…
        1. sollte man nie sein Heil in ein Programm setzen und behaupten, nur mit irgendeiner Art Programm könne man gut schreiben (jetzt mal ehrlich, Duden Korrektor und Stilanalyse können keinen Betaleser ersetzen und übersehen Fehler, die menschliche Leser sofort finden würden oder müssen mühevoll konfiguriert werden, wenn man z.B. viel mit selbsterfundenen Begriffen, altertümlichen Wörtern etc. arbeitet…)
        2. ist es eine etwas fragwürdige Investition, viel Geld für eine Software auszugeben, die einen auch nicht automatisch zu Bestsellerautoren macht, solange man erst auf eine Veröffentlichung hinarbeitet.
        Gerade wenn man wie ich erst Studentin ist und kein Geld hat, um mal schnell den vollen Kostenumfang eines Programms zu testen, schaut man sich die kostenlosen Varianten an.
        Im SFF wird der yWriter im Moment vor allem bekrittelt, weil alle so auf Papyrus schwören.
        Die Probleme mit den yyyy hatte ich bei meinen Projekten bisher nicht, ich benutze das Programm seit Jahren und kann auch nicht immer mit Humorfaktor etc. was anfangen.
        Aber es eignet sich, um Ordnung in mein Chaos von einem Projekt zu bringen :).
        Irgendwann teste ich vielleicht auch andere kostenlose Tools zum Schreiben, aber im Moment bin ich zufrieden mit dem yWriter.

  14. Merano schreibt:

    Durch die posts weiter oben angeregt, möchte ich vier Monate nach dem Start mit ywriter hier mal die Rückmeldung geben, dass ich mit dem Programm bisher gut zurechtkomme und es bisher keine Abstürze oder sonstige Überraschungen gegeben hat.
    Die Möglichkeit, an vielen Stellen des Projektes parallel weiterzumachen, wenn einem gerade etwas einfällt, finde ich total super! So kann man seine guten ideen sofort festhalten und findet sie nachher auch wieder.
    Die Mühe, zu Beginn eine grobe Struktur der Abschnitte und Kapitel anzulegen, ist auch nicht groß und stellt nicht mehr die große Hürde dar, die einen sonst am Anfagen hindert. Denn bei ywriter weiß man, dass es erstmal ein Einwurf ist, den man später so oft umstellen kann, wie man will, ohne dass Text oder Formatierung wieder verschwinden, denn der rtf-Text ist erstmal nicht endformatiert, sondern Rohtext, den man gefahrlos verschieben bzw. zur Endbearbeitung exportieren kann.
    In diesen vier Monaten bin ich schon auf für meine Verhältnisse sagenhafte 30000 Zeichen gekommen.

    Und noch eine Anregung für schreibfaule Menschen oder solche, die wie ich feststellen, dass sie – bei mir altersbedingt – immer mehr Tippfehler z.B. Buchstabendreher produzieren:
    Man kann seine Texte auch diktieren, das funktioniert auch in ywriter. Dazu braucht man allerdings eine Software, die das gesprochene Wort in Text umwandelt und auf dem Bildschirm als geschriebenen Text darstellt.
    Ich habe lange damit gezögert, aber dann habe ich mir doch Dragon Natural Speaking angeschafft, auf dem Laptop installiert, das halbe Headset aufgesetzt und es ging sofort ab!
    Ich finde es als total angenehm, die Sätze mündlich genau in der Geschwindigkeit zu formulieren, wie sich die Gedanken im Kopf zusammengefügt haben und dann über die Lippen kommen. Vor allen muss ich noch nicht einmal wissen, wie der Satz am Ende aussehen soll, wenn ich den Anfang formuliere. Immer, wenn ein Komma kommt, kann ich erst mal wieder über die richtige Formulierung nachdenken… Und alles, was da auf dem Bildschirm erscheint, kann ich dann dort auch noch verbessern.
    Natürlich macht das Programm auch Fehler und versteht nicht jedes Wort, aber das macht im Verhältnis zur Zeitersparnis gegenüber dem mühsamen Eintippen wirklich nicht viel aus.
    Okay, es ist ein Kaufprogramm, und nicht jeder kann oder will sich das leisten. Zumindest die preiswertere Schul- und Bildungsversion finde ich aber wegen den genannten Vorteilen wirklich eine Überlegung wert. (Diesen Text habe ich übrigens nicht diktiert, und ich habe mich schon wieder reichlich über meine zu korrigierenden Tippfehler geärgert!).
    So habe ich für mich die zurzeit ideale Kombination zum angenehmen Schreiben gefunden. Vielen Dank für die Anregungen, die ich dazu hier in der weltenschmiede gefunden habe.
    Nachfragen beantworte ich gerne!

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Danke für den interessanten Bericht!
      Was das Tippen und Sprechen angeht – bei mir wäre es vermutlich genau umgekehrt, wenn ich meine Geschichten tatsächlich diktieren müsste, wäre ich wesentlich langsamer als beim Tippen. (Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich in der Tat absurd schnell tippe und gar nicht so schnell reden könnte, ohne mich zu verhaspeln – aber durchaus stundenlang tippen kann, ohne mehr als ein-zwei Tippfehler zu machen).
      Aber ich finde es toll, dass es überhaupt diese Art der Software gibt und man damit arbeiten kann. Ich kenne Menschen mit sehr viel Fantasie, die aber schlicht zu faul sind, um ihre Geschichten aufzuschreiben (sie reden darüber, zeichnen stundenlang ihre Protas, aber neeeein, schreiben ist ihnen zu langsam und zu sperrig und mühsam und überhaupt und sowieso…), für die wäre das auch was.

      • Merano schreibt:

        Wollte nur noch einmal bestätigen, dass ich mit yriter und meiner Methode des Diktierens weiter gute Erfahrungen gemacht habe und genau das, was Du zuletzt beschrieben hast, nämlich nur immer darüber zu reden, dass man das mal aufschreiben sollte, was man so an Ideen oder auch einfach Erinnerungen im Kof hat, mal endlich aufzuschreiben, ohne gleich daran zu denken, dass man dafür einen großen Plan braucht.
        Ich habe jetzt ganz viele Szenen und Kapitel angefangen und auch ne ganze Reihe fertig. Aberes ist einfach toll, die dann wieder verschieben zu können und den Aufbau seines Projektes wieder neu zu sortieren ohne das der Überblick verloren geht.
        Einfach Spitze!
        Allerdings hätte ich auch nichts gegen sinnvolle updates und Erweiterungen, aber da tut sich ja wohl kaum was. Jendefalls ist mir nichts untergekommen…

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Sinnvoll diktieren können stelle ich mir toll vor. Immer dann, wenn man gerade nicht schreiben kann, sich einfach selbst die Geschichte erzählen und gleichzeitig fixieren, das ist scho etwas Feines.
        Glückwunsch zur Fertigstellung der Reihe!
        Nein, sehr viel passiert von offizieller Seite wohl nicht mit dem yWriter, das ist dann der Nachteil kostenloser Software. Das Programm wird scheinbar in der Freizeit weiterentwickelt und User können mit entsprechenden Programmierkenntnissen das Ganze selbst anpassen (ähnlich wie bei OpenOffice, Linux-Distributionen etc.), aber natürlich sind dann Updates eine langsame Sache.
        Dafür kann es Dinge, für die man bei anderen Programmen ordentlich draufzahlen müsste :)

    • Janacasch schreibt:

      Hallo Merano,
      gerade lese ich deinen „Dragon Natural“ Tipp und habe gleich mal die Suche bei Google eingegeben. Da gibt es ja eine Menge unterschiedlicher Versionen (& Preise :)). Welche würdest du denn empfehlen? Danke!

      • oriolinum schreibt:

        Hallo Weltenschmiede, zu der Frage kann ich streng genommen wenig sagen, denn ich habe vor 2 Jahren eine 13er Schulversion für 100 € erworben und die update-Funktion gekillt, indem ich den Laptop völlig ohne Internetanbindung benutze. Ich nutze also eine eingefrorene Version und kann nicht mit anderen Versionen vergleichen. Trotzdem braucht das Programm erhebliche Anpassungszeiten für die Wörterbuchpflege und akustische Optimierungen. Man muss z.B. jeweils mindestens eine halbe Stunde mit dem Runterfahren des Rechners warten nach einer Arbeitssitzung, wenn das neue Vokubular im Programm integriert werden soll. Auch gibt es immer wieder unangekündigte Pausen, wo das Diktat minutenlang nicht mehr angenommen wird. Das Arbeiten ist nichts für Ungeduldige… Keine Ahnung ob neuere Versionen da flotter arbeiten. Was empfindliche Menschen auch stören kann, ist der Schreibzwang des Programms. Alles, was man sagt, wird in Worte umgesetzt, ohne Rücksicht auf Zusammenhänge. Es wird immer Text produziert, der Worte des Wörterbuchs verwendet, egal wie deutlich man ein neues Wort auch ausspricht. Phonetisches Missinterpretieren passiert trotz Lernprogramm auch später immer wieder. Sprich, man muss das auf dem Bildschirm Erscheinende am besten sofort kontrollieren, sonst hat man hinterher zu viel Nacharbeit und weiß vielleicht selbst nicht mehr, welche Formulierung man gewählt hat. Ich will damit nicht abraten, sondern nur deutlich machen, welche Arbeitsumgebung ich für mich akzeptiere. Mit freundlichem Gruß Helmut aus Charlottenburg

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  16. Merano schreibt:

    Oha, was ist denn da für ein Name fürmich entstanden? Das habe ich nicht so eingestellt. Wahrscheinlich mangelnde Kenntnis der WordPress-Regeln meineseits… Es sollte „Merano“ heißen, das ist mein Account.

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