Mini-Fallstudie: Cheese Rolling – Ein Brauch der anderen Art…

Wer das Wort „Brauch“ benutzt, meint damit meist den Besuch des Nikolaus im Dezember, die Faschingsumzüge im Februar, den Osterhasen, Sonnwendfeiern … – alles streng gesittet, mit viel Tradition und Andacht.

Aber es geht auch verrückter. Nicht jeder Brauch muss andächtig und gesittet ablaufen. Das beweist das in der Grafschaft Gloucestershire, also in England, veranstaltete Cheese Rolling.

Beim Cheese Rolling wird ein Käse einen Abhang – bekannt als Cooper’s Hill – hinuntergerollt. Wer den Käse einholt, gewinnt und darf ihn behalten. Klingt verrückt? Ist es wohl auch – aber Bilder sagen mehr als tausend Worte:

Weshalb das ganze, fragt man sich. Vermutlich, weil es Spaß macht? ;-)

Tatsächlich gibt es aber wirklich ernsthafte Hintergründe für das Käserennen.

Eine Theorie besagt, dass es aus dem Bedarf veranstaltet wurde, die Weiderechte für den Hügel nicht zu verlieren.
Eine andere Theorie wiederum sieht einen heidnischen Brauch als Vorbild – so wird vermutet, dass brennende Holzbündel den Hang hinabgestoßen wurden, um die Geburt des neuen Jahres nach einem langen Winter zu symboliseren. Damit verbunden ist auch der Brauch, dass der Zeremonienmeister Brötchen und Kekse verstreut. Der Hintergrund ist ein Fruchtbarkeitsritus, um für eine bessere Ernte zu sorgen.

Wenn das mal kein Fruchtbarkeitsritus der anderen Art ist – wo man doch sonst nur die öden Weihen und Feldmessen mit ein bisschen Weihwasser kennt. Mit einem rollenden Käse können die wohl nicht konkurrieren, oder?

Gibt es in euren Welten auch so abgedrehte Bräuche wie das Cheese Rolling? Wenn ja, lasst uns doch teilhaben!

Und wo wir grad beim Fragenstellen sind: Könnte sich wer von euch eine Teilnahme am Käserennen vorstellen? Für wen wär das was? ;)

Advertisements

Über fruehstuecksflocke

Tätig als Studiosus, Autor, Blogger, Leser; außerdem Zusatzqualifikationen: Zitatesammler, Schwammaufsauger von jeglicher Nichtigkeit und leidenschaftlicher Verlierer beim Schachspiel.
Dieser Beitrag wurde unter Fallstudie abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Mini-Fallstudie: Cheese Rolling – Ein Brauch der anderen Art…

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Ich muss ehrlich zugeben, noch ist meine Welt in der Hinsicht etwas mager – ich bräuchte allgemein ein paar Bräuche mehr. Aber dieser Fruchtbarkeitsbrauch ist auf jeden Fall eine lustige Inspiration!

  2. Anna schreibt:

    Witzige Tradition. Ich finde sowas gut und würde auch gerne mal an so etwas teilnehmen. In dem Dorf, in dem mein Freund aufgewachsen ist wird jedes Jahr im Sommer ein Badewannenrennen veranstaltet. Dabei sitzen ein bis zwei Leute in einer alten Badewanne und schippern den kleinen Fluss runter. Da werd ich bestimmt auch irgendwann mal mitmachen :)

  3. Mary schreibt:

    Habe mir das Video angeschut. Schrecklich. Also so was ist garantier nix für mich!

  4. Julia schreibt:

    Wie lustig ist denn das :D Oooh da würde ich auf alle Fälle mitmachen! Ich fand das „Bierfassrollen“ bei uns im Dorf als Kind auch ziemlich witzig, aber das durften nur die „Papas“ machen – Kinder könnten ja nachher doch eher unterm Bierfass landen.

Hat dieser Artikel dir geholfen? Hast du eine Anregung oder eine weiterführende Frage?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s