Kreativitätstechnik: Sheldon Coopers „Kontrafaktuale“

Die Meisten von euch kennen „The Big Bang Theorie“ und den heimlichen Helden der Serie, Dr. Sheldon Cooper – in den neueren Staffeln mit Amy Farah Fowler liiert, spielen die zwei gerne mal kuriose Spiele oder drehen „Spaß mit Flaggen“. Doch was hat das schrägste Pärchen im Serienuniversum mit dem Weltenbau zu tun?

Das Weltenbauspiel – Kontrafaktuale

In der Folge „Und jetzt mit Zunge“ spielen Amy und Sheldon ein Spiel, bei dem ein Detail der realen Welt geändert wird und die Beiden Fragen dazu beantworten. Als Leonard mitspielen will, bekommt er die Frage „In einer Welt, in der die Menschheit regiert wird von einem riesigen und intelligenten Biber: Welche Speise wird da nicht mehr konsumiert?“
Die Antwort auf diese Frage gestaltet sich nicht gerade einfach, denn im Grunde genommen muss der Spieler sämtliche Folgen einer solchen Änderung an der realen Welt durchdenken. Welche Auswirkungen auf die Kultur, Kunst und Lebensweise könnte es haben, wenn ein Biber die Welt regiert? Was würde nie geschehen? Welche anderen Szenarien sind möglich?
Entsprechend lautet die Antwort auch, dass es eine dänische Süßspeise sein muss, da die dämmebauenden Menschen den Meeresspiegel so stark ansteigen ließen, dass Dänemark überflutet werden würde. Diese Antwort ist allerdings insofern unvollständig, als dass auch zahlreiche andere Länder betroffen wären, die unter oder nur wenig über dem Meeresspiegel liegen – die Niederlande, zahlreiche Inselstaaten… Ihr seht, es hätte mehrere richtige Antworten gegeben.

Und was hat das seltsame Spiel mit dem Weltenbau zu tun?

Es ist im Grunde genommen auf jeden Fall eine nette Warm-Up-Übung, um die Kreativität anzukurbeln und macht Lust darauf, an eigenen Welten zu bauen. „In einer Welt, in der X anders ist als in unserer Welt – welche Auswirkungen hat das auf Y?“ kann man mit beliebigen Konzepten und Begriffen füttern und so kreativ die Grenzen einer Welt ausloten. Je mehr man aber über die Welt, in der man lebt, herausfindet oder mit ihr spielt, desto kreativer und unkonventioneller geht man auch an den Weltenbau heran.
Allerdings funktioniert das umgekehrt natürlich auch prima für eure eigenen Welten. „In meiner Welt existiert kein X – wie wirkt sich das auf Y aus?“ ist eine Frage, die schon mal mehrere Druckseiten für die Beantwortung in Beschlag nehmen kann und gut dabei hilft, die eigene Welt zu erkunden.

Habt ihr schon eine Runde „Kontrafaktuale“ gespielt? Hat es euch geholfen? Habt ihr vielleicht ein paar Rätsel für uns?

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Über Evanesca Feuerblut

Lektorin, Alphaleserin, Forumsadministratorin, Entdeckerin, Trilogie-in-X-Bänden-Autorin, Chara-Dichterin, Neologistin, Polyglotin... und ein Fan kurioser Worte.
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5 Antworten zu Kreativitätstechnik: Sheldon Coopers „Kontrafaktuale“

  1. Grit Stange schreibt:

    Ohne den tollen Namen für diese Kreativitätstechnik zu kennen, habe ich sie bei der Erschaffung meiner Welt auch verwendet. Es gibt dort sehr findige Ingenieure und entwickelte Technik, aber man ist dort nie auf die Idee gekommen, individuelle Fortbewegungsmittel mit fossilien Brennstoffen anzutreiben. Die sind viel zu wertvoll, um sie zu verbrennen. Das hat natürlich weitreichende Folgen und ich musste eine Menge „erfinden“. Diese Methode funktioniert nicht nur bei den großen Fragen des Weltenbaus, sondern auch im Kleinen, z.B. bei der Erschaffung bestimmter Figuren.

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Stimmt, das tut sie wirklich. Ich fahre damit auch recht gut, aber seit TBBT hat das Kind auch noch einen recht griffigen Namen :)

  2. Christopher schreibt:

    Ich habe mir schon öfter vorgestellt, wie unsere Welt anders aussehen würde. Allerdings weniger in abstrakter Weise. Beispielsweise wenn es nur einen Staat weltweit gäbe. Wie würde sich das auf die Vielfalt auswirken? Wäre sie trotzdem gegeben? Oder wäre etwas wie Europa nur für die ganze Welt besser, bei dem es immer noch Länder gibt, aber „internationale Grundregeln“? Die Konzeption einer Gesellschaft finde ich sehr spannend.

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Nachdem ich die Ein-Staat-Hypothese zu Ende gedacht und einen entsprechenden Roman geschrieben habe, stellte ich fest, dass sie vermutlich in einer Diktatur münden würde (oder zumindest ist das in meinem Buch der Fall), Vielfalt gäbe es aber vermutlich schon…
      Mit internationalen Grundregeln habe ich auch schon gearbeitet (bei der Welt aber ein bisschen mehr geändert), bei beiden Konzepten kommen tolle Romane raus, denke ich.
      Und gesellschaftskritisch betrachtet bestimmt auch tolle allgemeine Überlegungen :)

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