[Gastartikel] Ein Mythos, der lebt

Heute haben wir bei uns auf dem Blog einen Gastartikel von Scrag Whitnex – einem engagierten Blogger, Kolumnist, Schriftsteller und Songwriter. Mehr von ihm gibt es auf seiner Homepage http://www.scragwhitnex.de/. Viel Spaß beim Lesen!

Es gibt viele Mythen in unserer Zeit, doch kein Mythos fasziniert mich mehr als der der Drachen. Mein Thema heute im Gastbeitrag soll sich genau um diese „schlangenartigen Mischwesen (Fabelwesen)“, wie Drachen definiert werden, drehen und vor allem auch deren Rolle in fiktiven Romanwelten beleuchten.

Drachen setzen sich aus mehreren Wesen zusammen. Die Körpergrundform erinnert an eine Schlange. Der zumeist geschuppte Körper an den der Krokodile. Der Kopf entspricht ein wenig dem eines Löwen oder auch ebenso einem Krokodils bzw. eines Wolfes. Kommt immer darauf an, wie der Drache dargestellt wird. Manche Drachen besitzen auch drei oder sogar sieben Köpfe. Die Füße sind wie die Tatzen einer Raubkatze, manchmal auch wie die Klauen eines Adlers und auch ihre Flügel sehen ein wenig aus wie eine Mischung aus Adler und Fledermaus. Außerdem haben Drachen gespaltete Zungen und können zumeist Feuer spucken.
Es gibt aber auch noch andere Drachenformen, wie Seeungeheuer, die weniger Merkmale aufweisen, meist keine Füße und auch meist keine Flügel besitzen. Stattdessen manchmal Flossen. Meines Erachtens dürfte eines der bekanntesten Seeungeheuer „Nessie“ aus dem See „Loch Ness“ in Schottland sein, an deren Existenz bis heute noch einige Menschen glauben.
Aber auch der chinesische Drache dürfte eine weitere Drachenform sein, da dieser aus noch mehr Tieren besteht, als ich es vorhin beschrieben habe. Wie der Drache heute noch in China verehrt wird, ist unübersehbar.

Bei uns kommt der Drache hauptsächlich in Sagen und in der Fantasy-Literatur vor. Sie werden vor allem in der Fantasy-Literatur als schreckliche, einen Schatz hortende Monster beschrieben. Ihre Behausung wird Drachenhort genannt. Ein klassisches Beispiel hierfür findet man im Roman „Der kleine Hobbit“, in dem der Drache Smaug nach seiner Eroberung der Zwergenstadt unter dem Einsamen Berg den an sich gerissenen Zwergenschatz bewacht. Das Schuppenkleid dieses Drachens ist die beinahe perfekte Rüstung durch das lange liegen auf dem Goldschatz. Nur eine kleine Schwachstelle bringt ihn schließlich zu Fall.

Ganz anders wird der Drache Fuchur in „Die unendliche Geschichte“ dargestellt, als gutmütiger „Glücksdrache“. Fuchurs Schuppen sind perlmuttfarben, schimmern rosig und glitzern weiß. Er hat eine üppige Mähne sowie Fransen am Schweif und an den anderen Gliedmaßen. Da er ein Glücksdrache ist, hat er so gut wie keine Ähnlichkeit mit gewöhnlichen Drachen, wie in meinem vorhergehenden Beispiel. Er lebt weder in einer dunklen Höhle, noch hortet er einen Schatz oder  richtet aus Spaß Verwüstungen an. Er besitzt keine ledernen Flügel und ist keinesfalls plump, sondern hat einen langen geschmeidigen Leib.

In Harry Potter nehmen Drachen gleich verschiedene Rollen rein: als widerspenstiges Haustier, gefährlicher Turniergegner oder unfreiwilliger Fluchthelfer. Sie sind den klassischen Drachen der europäischen Mythologie nachempfunden.

Aber es gibt auch Drachen, die ganz aus der Genrereihe tanzen. Wer kennt nicht den kuscheligen Drachen Tabaluga, Held einiger Musicals und Beschützer Grünlands? Er ist der erste Drache, der in mein Leben trat und mit dem ich aufgewachsen bin.

Fazit: Der Mythos der Drachen lebt bei uns Menschen mittlerweile eher in der Literatur, als im realen Leben, obwohl noch einige Menschen unter uns an ihre Existenz glauben. Auch Wissenschaftler.

Übrigens, in Drachenblut baden kann vor Angriffen enorm schützen. Siegfried der Drachentöter hat es vorgemacht, dennoch wurde ihm schließlich ein Eichenblatt auf seiner Schulter zum Verhängnis, da dieser Bereich nicht mit Blut benetzt wurde. Also immer schön darauf achten, dass man sich vor einem Drachenkampf gründlich entlaubt!

Von Scrag Whitnex, © 2013

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Über Evanesca Feuerblut

Lektorin, Alphaleserin, Forumsadministratorin, Entdeckerin, Trilogie-in-X-Bänden-Autorin, Chara-Dichterin, Neologistin, Polyglotin... und ein Fan kurioser Worte.
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5 Antworten zu [Gastartikel] Ein Mythos, der lebt

  1. Pingback: Weltengeflüster November 2013 | Weltenschmiede

  2. theben1986 schreibt:

    Ich persönlich bin ja der festen Überzeugung das die Mythologie der Drachen in allen Kulturschichten auf die Dinosaurier zurück zu führen ist. Ich meine nicht, das die Menschen in Urzeiten mal nen Dino getroffen haben und gedacht haben „Hej… geil… davon erzähle ich noch meinen Enkeln“. Nein, das nun wahrlich nicht. Aber stellt euch mal vor ihr seid ein Bauer oder Gutsherr des Mittelalters oder der Antike und ihr findet Dinosaurierknochen auf eurem Land. Da sind Drachen doch schon recht naheliegen als Erklärung und gar nicht mal so weit von der Realität entfernt. Insoweit kann man den Menschen, welche an die Existenz der Drachen glauben nur beipflichten: Ja… Drachen haben einmal über unsere Erde geherrscht.

    • Evanesca Feuerblut schreibt:

      Das ist gar nicht so unplausibel – das und die Möglichkeit, dass es in der Frühzeit auch in Europa beispielsweise Krokodile oder sehr große Warane gegeben haben dürfte.
      Auch heute noch kann so manches Krokodil und so manche Echse oder Schlange gigantische Ausmaße erreichen, man denke nur an die riesigen Würgeschlangen im Dschungel. Wenn man nun bedenkt, dass viele Regionen vor dem Beginn der Eiszeit regelrechte Dschungelgebiete waren, ist auch nicht auszuschließen, dass es noch Erinnerungen an diese Zeiten gibt, tief verborgen im Sagenschatz, als man mitten in Europa noch von einem gigantischen „Wurm“ zerquetscht werden konnte.

      • theben1986 schreibt:

        Ja ich denke die meisten unserer Mythen sind so oder so ähnlich entstanden. So unglaublich die Geschichten auch oft klingen mögen, irgendwo liegt immer ein Körnchen Wahrheit begraben. Ein Ursprung.

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Genau – und manchmal findet man durch Zufall die interessantesten Belege, die so manche Episode in der Vergangenheit erhellen.

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