Eilmeldung: Poster mit Motiven aus Mittelerde für den guten Zweck!

Soeben haben wir auf Facebook eine Aktion der „deutschen Tolkiengesellschaft e.V.“ gefunden, die nicht bis zum Weltengeflüster am Monatsende warten kann und die wir daher sofort verbloggen wollten.

Der Verein lässt jeweils 1.000 Exemplare von zwei Postern drucken und verkauft sie, um den Erlös an eine in der Flüchtlingshilfe tätige Organisation zu spenden:

Flucht und Vertreibung sind in J.R.R. Tolkiens Universum zentrale Themen. Auch im Hier und Jetzt kommen wir durch die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland mit Flucht und Vertreibung in Berührung.

Die Deutsche Tolkien Gesellschaft e.V. möchte die Flüchtlingshilfe in Deutschland aktiv unterstützen und hat zu diesem Zweck zwei Poster entworfen, durch deren Kauf Ihr den Kriegsflüchtlingen helft. Den kompletten Erlös aus dem Verkauf (nach Abzug der Produktionskosten) spendet die DTG an die Flüchtlingshilfe des Arbeiter-Samariter-Bundes.

Ein Exemplar kostet 4 € plus Porto, verschickt wird derzeit nur innerhalb Deutschlands, bezahlt per PayPal. Wenn ihr selbst keinen PayPal-Account habt oder im Ausland lebt, könnt ihr natürlich einen Freund mit der Sammelbestellung beauftragen. Bestellt wird per E-Mail.

Alle weiteren Infos rund um die Aktion, die zwei Bildmotive und weitere wichtige Eckdaten findet ihr hier.

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„(Meine)Gaming-(geschichte)“ – Wenn Weltenbau und Gameplay kollidieren

Guddy – den geneigten Weltengeflüster-Lesern auch als Zeitzeugin bekannt – hatte eine Idee: Wie wäre es, wenn man völlig unterschiedliche Leute fragt, was eigentlich für sie weitergebenswerte Erfahrungen beim Spielen sind? Und so machte sie eine kleine, aber feine Sammlung an Essays mit allerlei Bloggern aus der Welt des World Wide Web. Und wir dürfen dabei sein.
Klar, dass sich unser Beitrag natürlich in Richtung Weltenbau orientieren muss.
Wenn man Weltenbauer ist und sich semiprofessionell auf dem Blog damit beschäftigt, andere Welten zu analysieren, kann man irgendwann das analysierende Auge nicht mehr abschalten. Und dann fallen einem beim Spielen geliebter Klassiker all jene Stellen auf, bei denen man das Gefühl nicht loswird, dass hier weltenbauerisch durchaus was anderes getan werden sollte – es sich aber programmiertechnisch nicht ausgegangen ist. Denkt man diese Ersatzlösungen zu Ende, gibt das die kuriosesten Ergebnisse.

Pokémon – Generation 1 bis 3

Man könnte Einiges über das Konzept von „Pokémon“ an sich schreiben – dass man im Prinzip Tiere fängt, die aufeinander loslässt und wenn man mal darüber nachdenkt, das alles reichlich merkwürdig ist. Was genau essen die beispielsweise, wenn Fleisch auf dem Tisch steht? Kann man Pokémon melken? Was halten Chaneiras davon, dass Menschen deren Eier einfach essen?
Aber das sind Weltenbauaspekte, die nichts mit dem Gameplay an sich zu tun haben – da gibt es andere Merkwürdigkeiten.
So ist die Spielfigur (ab Pokémon Kristall männlich oder weiblich, davor rein männlich) ein kleines Kind, das auf Abenteuer geschickt wird und den Pokédex vervollständigen soll. So weit, so gut.
Aber es gibt in diesem Spiel eine etwas seltsame Art, mit anderen Figuren zu interagieren und an Items zu gelangen. So geht das zehnjährige Kind auf Verdacht einfach in sämtliche Häuser hinein, die in den Städten aufgestellt sind. Dort spricht das Kind anschließend sämtliche wildfremden Menschen an, die dort wohnen und auch sämtliche Pokémon. Von manchen Menschen bekommt es Geschenke oder wird aufgefordert, doch mal das Pokémon zu zeigen oder zu tauschen. Manchmal aber… sind Vasen oder Mülltonnen vorhanden.
Und was tut das itemwütige Kind?
Es schaut in sämtliche Vasen und durchsucht sämtliche Mülltonnen.
Das Prinzip ist natürlich von ähnlich gearteten Spielen bekannt – man zerbricht Kisten oder plündert Kästen, um die Items abzugreifen. Aber in der Regel durchsucht dabei kein zehnjähriger Bengel und keine zehnjährige Göre die Mülltonnen oder stülpt Blumenvasen um. Man stelle sich diesen Aspekt des Gameplay im Real Life vor! Wenn sich dann in der Mülltonne zufällig Tonscherben oder ein Beleber findet, wird das gute Stück dann angepustet und in die Tasche gesteckt.
Übrigens fragt sich auch niemand, wieso eigentlich dieses Kind einfach ins Haus reingekommen ist und mit allen sprechen möchte. Niemand fragt sich, was der Naseweis dort zu suchen hat. Alle gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass ein Pokémontrainer das Recht hat, alle Leute anzuquatschen.
Außerdem ist es völlig normal, dass der Pokémontrainer einfach das Radio oder den Fernseher anmacht, wenn er in fremde Häuser geht und sich das Programm anhört oder anschaut. Ab der dritten Generation (Rubin, Saphir, Smaragd) geht es im Fernsehen auch noch auffällig oft um genau den Trainer, der gerade vor dem Fernseher steht. Ein nettes Gimmick, aber kurios ist es schon…

Assassin’s Creed Liberation

Auch hier gilt – an diesem Spiel wäre einiges seltsam. Sei es, dass die Steuerung geändert wurde, seien es die Sachen, die weltenbautechnisch schon bei den Vorgängern recht… ulkig waren. Wie beispielsweise das altbekannte Szenario „Du wirst verfolgt, es sind 20 Verfolger dir dicht auf den Fersen. Du springst in enen Heuhaufen. Niemand weiß, wo du hin bist und die Gegner zerstreuen sich.“
Dieses „Assassin’s Creed“ wartet mit einer weiblichen Assassinin und einigen Besonderheiten im Gameplay auf. So ist es für das Spiel oft von Bedeutung, ob die Protagonistin gerade wie eine feine Dame durch die Welt geht (in dem voluminösen Kleid mit Hut kann sie nicht klettern und nur eine kleine Auswahl an Waffen benutzen), sich im Dienstbotenkostüm unter die Sklaven mischt (dafür aber aufgrund mangelnder Rüstung keine sehr hohe Lebensanzeige hat) oder offen als Assassinin auftritt (was zwar die stärkste Version ist, aber dafür am Schnellsten an Bekanntheit zunimmt und somit eher verfolgt wird). Einige Storyelemente hängen direkt davon ab, dass die richtige Kleidung getragen wird.
Und natürlich ist es von Vorteil, die Kleidung schnell wechseln zu können. Dazu braucht man eine Umkleidekabine.
Umkleidekabinen erhält man in diesem Spiel, indem man die Geschäfte von vorher gemeuchelten Konkurrenten aufkauft (oder einfach leerstehende, schäbige Gebäude kauft). Durch Mausklick. Egal, ob man gerade eine feine Dame ist (der man zutraut, 500 Ecu bei sich zu tragen), eine Sklavin (die eigentlich gar kein Geld bei sich tragen dürfte) oder eine Assassinin (die immer ein wenig bekannt ist und mit einem Fuß im Grabe steht!). Wenn man sie kauft, stellt man automatisch ehemalige Sklaven ein und hat automatisch eine Umkleidekabine mit den selbstgekauften Klamotten. Die liegen einfach überall bereit.
Klar, kann man nicht anders lösen spieltechnisch. Aber kurios ist es dennoch!

Fazit

Spielen macht Spaß – und gerade die Pokémonreihe gehört beispielsweise zu meinen liebsten Spielereihen. Diese Erfahrungen sind also keineswegs negativ gemeint. Aber ich glaube, man kann viel Lustiges, Kurioses und weltenbautechnisch Schräges entdecken, wenn man mit offenen Augen und einer Prise Weltenbauwissen durch die Spielwelt geht und dabei auf Dinge achtet, die normalerweise einfach beim Spielen hingenommen werden.
Was sind eure liebsten Plotlücken um der Spielemechanik willen?

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Weltengeflüster Juli & August 2015

Wir sind zurück aus der Sommerpause – und haben Einiges nachzuholen. Das Weltengeflüster Juli darf zusammen mit dem Weltengeflüster August heute online gehen. Dabei fällt auf – längst nicht alle Weltengeflüsterbeiträge erreichen uns per Feedreader, wie es zu Beginn der Kategorie noch der Fall war. Vieles taucht in Social Networks auf oder landet als „Schau mal, das könnte dich interessieren“ im privaten Mailpostfach. Je mehr Quellen – desto besser und desto vielfältigere News können wir euch anbieten.

Einer der Höhepunkte einer Woche ist für mich der ReadWatch von Mari Ness auf tor.com – wir hatten schon einige ihrer Beiträge im Weltengeflüster, aber allgemein erklärt: Mari sucht sich die Disneyfilme heraus, die auf literarischen Quellen beruhen und liest diese Quellen. Anschließend bespricht sie den dazugehörigen Disneyfilm. Für alle Märcheninteressierte ist ihre Analyse der Originalgeschichte hinter Dörnröschen auf alle Fälle lesenswert. Märchen waren eben alles andere als harmlos!
Jeff LaSala schrieb einen langen, aber dennoch sehr lesenswerten Essay über Saruman – zumindest mir war sehr Vieles neu und andere Zusammenhänge wären mir in dieser Form niemals aufgefallen. Nicht nur ein wundervoller Text, sondern auch ein besonderer Nachruf auf Sir Christopher Lee.
Passend zu Hiltibolds Artikel zur Todesstrafe im Mittelalter – siehe unten – fragt sich Michael Livingston, wie mittelalterlich eigentlich die von George R. R. Martin geschaffene Welt von „The Song of Ice and Fire“ wirklich ist. Die Schlussfolgerung überrascht Weltenbaukenner nicht unbedingt, ist aber auf alle Fälle lesenswert.
Eine andere Analyse behandelt die unsichtbare Entwicklung von James Potter im Laufe der Zeit – und begründet, warum er sich nicht für Lily verändert hat. Ein Essay von der wunderbaren Emily Asher-Perrin, die auch den Harry-Potter-Reread auf Tor.com verbloggt.
Wie weit schauen Science-Fiction-Romane eigentlich in die Zukunft? Das verrät eine spannende Infografik.

Hiltibold räumt mit dem Klischee auf, im Mittelalter hätte man mehr oder weniger andauernd und für jedes Vergehen Menschen hingerichtet. Zumindest bei den Angelsachsen war die Todesstrafe keineswegs das Allheilmittel. Gerade für Autoren, die ihre Geschichten im realen oder fitiven Mittelalter ansiedeln wollen, ist jede Zusatzinformation zum echten Mittelalter abseits gängiger Klischees Gold wert.

Han Solo bekommt einen Solo-Film ;-). Scherz beiseite – starwars.com bestätigte auf dem homepageeigenen Blog, dass ein weiterer Film abseits der Trilogiestruktur der StarWars-Episoden geplant ist – in diesem Falle ein Prequel zur klassischen Trilogie, das sich konkret mit den Jugendjahren von Han Solo befassen soll.

Auf Fantasy Faction erschien ein sehr lesenswerter Artikel über „alte Magie“ – welche sowohl göttliche Magie umfasst als auch z.B. verlorengegangene und wiedergefundene Magie aus einer Zeit vor der Epoche des Protagonisten.
Ein weiterer Artikel behandelt das leidige Thema Kampfszenen – gerade wer in seinem Fantasyroman mit Schlachten arbeitet oder aus anderen Gründen viele Kämpfe in der Gescichte hat (zum Beispiel wenn eure Fantasywelt am alten China angelehnt ist und euer Protagonist eine Art Shaolin-Mönch ist), muss sich damit herumschlagen. Hier gibt es praxisnahe Tipps.
Die griechische Mythologie hat größere Einflüsse auf die moderne Fantasy, als man meint. Das fängt bereits damit an, dass die großen griechischen Epen meist dem Verlauf der Heldenreise folgen – aber damit hören die Gemeinsamkeiten nicht auf.
Außerdem erschien ein weiterer Artikel zum wichtigen Thema „Gender“ – dieses Mal konkret zum Thema Rollentausch.

Gefunden im „Reading Room“ – es soll ein Remake des Disneytrickfilms „Sword in the Stone“ geben. Wem der Titel des Trickfilms erst einmal nichts sagt: Es handelt sich um den Trickfilm, in dem der Magierwettkampf zwischen Merlin und Mim stattfindet – und ist eine weitere Variante der Arthussage. Das Remake setzt die Tradition fort, ältere Disneytrickfilme als Realverfilmungen neu aufzusetzen (wie bereits z.B. mit „101 Dalmatiner“ und „Cinderella“ geschehen).

Wenn man anfängt, darüber nachzudenken, fällt auf – entweder vor oder während der meisten Kinderfilme springt früher oder später eine Mutter über die Klinge. Nataly Bleuel schreibt für die Süddeutsche Zeitung, was sie darüber denkt. Man muss nicht allem zustimmen, was sie hineininterpretiert. Bei Weitem nicht. Aber es ist ein Punkt, der mir ohne Weiteres gar nicht aufgefallen wäre und darum zum Nachdenken anregen kann.

Nach einem eher traurigen Thema haben wir unter den Highlights auch etwas Lustiges – jeder kennt die Probleme mit Autokorrektur und deren seltsamen Stilblüten. Was aber passiert, wenn man Namen aus „Game of Thrones“ /  „Song of Ice and Fire“ eintippt und sie verschlimmbessert werden? James Chapman hat es gezeichnet.

Utopie zum Anfassen – für Science-Fiction-Autoren nicht uninteressant könnten die Pläne eines niederländischen Architekts sein, eine bewohnbare Riesenwindmühle zu bauen. Gefunden auf IFLScience.

Noch etwas fürs Auge – der Künstler Lokiable kreiert minimalistische Hausbanner im „Game of Thrones“-Stil querbeet für alle möglichen Fandoms. Das Eine oder andere ist umwerfend komisch.

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster September verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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Sommerpause und Bloggeburtstag

Wenn es nicht zufällig im Online-Kalender gestanden hätte, hätten wir es genauso vergessen, wie bisher fast jedes Jahr. Die Weltenschmiede wird heute vier Jahre alt und wir zwei sind gerade selbst erstaunt, dass es uns schon so lange gibt und dass wir für einen Nischenblog innerhalb dieser Zeit gar nicht mal so unerfolgreich sind, wie wir sein könnten.

Wir gehen also am Tag unseres vierten Bloggeburtstags für zwei Wochen in die internetlose Sommerpause. In dieser Zeit können Kommentare weder freigeschaltet – falls ihr zum ersten Mal hier schreibt – noch beantwortet werden. Auch Mailanfragen können wir erst wieder beantworten, nachdem die Sommerpause vorbei ist.

Das sollte euch nicht davon abhalten, uns zu schreiben!

Weltenschmiede Sommerpause 2015

Das soll ein Sonnenuntergang am Strand sein. Created with GIMP 2.8 by Evanesca Feuerblut

Wir wünschen euch eine wunderbare Restsommerzeit und sind in zwei Wochen wieder in alter Frische für euch da!

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Weltenbau-Artikel: Sterne und Geschichten

Ein Punkt, auf den bei High-Fantasy-Welten oft vergessen wird, sind Sternbilder. Zwar hört man immer wieder in den klassischen Prophezeiungssituationen, dass die Sterne dem Helden sein Schicksal vorausgesagt hätten oder dass der zukünftige Bösewicht unter einem schlechten Stern geboren sei, aber man kann sich oft des Eindrucks nicht erwehren, dass viele Weltenbastler nicht so wirklich wissen, was sich da am Nachthimmel eigentlich abspielt.

Das ist schade. Denn um genau zu sein ist unser Sternenhimmel nicht nur etwas Einmaliges (kein anderer Planet hat ihn), sondern auch das Einzige, was ein Mensch aus dem alten Babylon, wenn er zufällig in eine Zeitmaschine stolpern würde, heutzutage noch wiedererkennen würde.

Und nicht nur das, auch vieles, was alte Kulturen mit den Sternen verbunden haben, ist auch heute noch tief in unserer Kultur verankert.

Zeit, sich Sternbilder anzusehen.

Wie kommen Sternbilder zustande?

Sternbilder entstehen allein durch die Willkür des Beobachters. Es gibt am Nachthimmel unzählige Sterne, die in keinerlei Bezug zueinander stehen. Nehmen wir etwa die Sterne Antares und Dschubba, beide aus dem Sternbild Skorpion. Antares ist von uns 553,75 Lichtjahre entfernt, Dschubba hingegen „nur“ 401,67 Lichtjahre. Diese beiden Sterne haben nichts miteinander zu tun – außer, dass sie an unserem Nachthimmel in einer Linie zu liegen scheinen.

Der Skorpion am Nachthimmel

Der Skorpion am Nachthimmel

Es gibt helle, dunkle, große, kleine, weiße, rote Sterne. Sterne, die vermeintlich allein und isoliert sind. Sterne, die sich mit anderen fast auf die Füße treten. Sterne, die in Linien angeordnet sind, Sterne, die nirgends dazugehören. Sterne, die ins Auge stechen und solche, die es nicht tun.

Aus diesem riesigen „Chaos“ am Nachthimmel schafft das Auge des Beobachters Strukturen. Sterne werden zu Linien zusammengefasst, Linien zu Körpern. Welche Sterne dabei von den alten Kulturen gruppiert wurden, könnte man höchstens mit Willkür erklären.
Mit diesen so entstandenen Sternbildern verknüpften die alten Kulturen ihre Mythen.
Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Die Geschichte einzelner Sterne vs. die Geschichte eines ganzen Sternbildes.

Geschichte einzelner Sterne

Bei Geschichten einzelner Sterne spielen – wer hätt’s gedacht – einzelne Sterne eine tragende Rolle. Es wird also keine Figur am Himmel konstruiert, die eine mythische Figur repräsentiert, sondern die Sterne selbst repräsentieren die Figur.

Die Sterne Altair, Deneb und Wega bilden zusammen das Sommerdreieck.

Die Sterne Altair, Deneb und Wega bilden zusammen das Sommerdreieck.

Ein Beispiel hierfür wären etwa die Sterne Altair und Wega. In der chinesischen und japanischen Mythologie ist Altair ein Kuhhirte, in den sich die Fee Wega verliebt. Wega kommt zur Erde und bleibt dort, sie und Altair heiraten, haben Kinder. Er hütet die Kühe, sie sitzt am Webstuhl. Der Himmelskaiser ist über das Fernbleiben von Wega aber erzürnt, er trennt die beiden und Wega wird zurück an den Himmel beordert. Altair folgt ihr und als er Wega einholt, werden sie von einem Fluss getrennt. Diesen Fluss wiederum repräsentiert die Milchstraße am Himmel.

 

Geschichte eines ganzen Sternbildes

Bei der Geschichte eines ganzen Sternbildes werden mehrere Sterne zu einem Bild zusammengefasst. Ein Beispiel hierfür wäre etwa das Sternbild Orion.

Der mythologische Hintergrund des Orion ist kompliziert, da es um den griechischen Jäger Orion mehrere Sagen gibt. In einer dieser Sagen trifft Orion auf einen Skorpion, der ihn sticht. Orion stirbt daraufhin, doch da er den Göttern wichtig war, wurde er zur Rettung an den Himmel versetzt.

Das Sternbild Orion.

Das Sternbild Orion.

Auch der Skorpion wurde an den Himmel versetzt, damit ein solches Unglück nie wieder geschehen kann – und um zu verhindern, dass der Skorpion Orion am Himmel nicht erneut verletzen kann, haben die Götter es so eingerichtet, dass sie nie zur selben Zeit am Himmel stehen. So ist Orion ein Wintersternbild, während der Skorpion ein Sommersternbild ist.

Man könnte es auch so sehen, dass die beiden sich immer noch gegenseitig jagen.

Gerade am Beispiel von Orion und dem Skorpion zeigt sich, dass auch die Geschichten mehrerer Sternbilder, die sich auch am Nachthimmel gar nicht nahe sind, trotzdem miteinander verwoben sein können.

Fazit

Der Nachthimmel steckt voller Geschichten und Inspiration. Schaut ihn euch an, seine Schönheit ist unglaublich.

Für Weltenbastler kann es sich lohnen, ihn genauer anzuschauen. Der Sternenhimmel ist für jeden Planeten einzigartig und verändert sich während des Jahres, da die Planeten selbst um ihre Sterne kreisen und so ihren Blickpunkt auf das Universum täglich ändern.

Man kann am Nachthimmel die Jahreszeiten ablesen, das Schicksal von Neugeborenen vorherbestimmen (man denke nur an die Tierkreiszeichen!), ihn als Hintergrund für eine romantische Szene verwenden, die Kultur der fiktiven Welt verdeutlichen und vieles mehr.

(bei allen Sternbildern in diesem Posting handelt es sich um Screenshots aus der kostenlosen und quelloffenen Software Stellarium)

 

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Weltengeflüster Juni 2015

Die tropische Hitze kann echte Weltenbauer nicht aufhalten – unglaublich, auf wie vielen Kanälen und Plattformen im Juni über weltenbauerische und fandomrelevante Dinge gepostet wurde. Neben tollen Neuigkeiten für alle Fans des Potter-Franchises scheint es aber auch einige gegeben zu haben, denen die Hitze zu Kopf gestiegen ist und die meinten, sexistische und diskriminierende Äußerungen in die Welt werfen zu müssen. Die Weltenschmiede ist auf alle Fälle für Diversität in der Literatur & Fantastik – medienübergreifend.
Viel Spaß beim Stöbern, so vielfältige und verschiedene Quellen hatten wir lange nicht auf dem Blog.

Hiltibold beehrt uns mit einem sehr spannenden Beitrag samt verlinkten Videos und selbstgemachter Infografik zum Thema mittelalterliche Mörtelmischer. Egal ob ihr einen historischen (Fantasy/Zeitreise-)Roman schreiben oder eure selbsterdachte Welt näher an der mittelalterlichen Wirklichkeit ansiedeln wollt – hier sind nützliche Infos.

Viele fiebern schon lange auf die Newt-Scamander-Filmtrilogie hin – Fantasy Faction zeigt, dass es auch andere Fantasy-Biologen gibt und inspiriert dazu, eigene Forscher dieser Art zu erstellen. Newt selbst kommt in diesem Artikel übrigens nicht vor.
Außerdem erschien auf diesem Blog ein interessanter Essay zum Thema „starke Frauen“ – der unter anderem mit dem Stereotyp aufräumt, eine Frau müsse um stark zu sein sich unbedingt wie ein Mann verhalten. Interessant und regt stark zum Nachdenken an.

Übrigens berichtete unter anderem Businessware darüber, dass der Schauspieler für die Hauptrolle der Newt-Scamander-Filmreihe gefunden wurde. Es handelt sich um Eddie Redmayne. Was haltet ihr von dieser Besetzung?
Auf Time.com gibt es News über die weibliche Hauptrolle – Porpentina, eine amerikanische Hexe.
Auf Entertainment Weekly gibt es einen Bericht über eine weitere Twitter-Aktivität von Rowling – sie bestätigt unter anderem, dass es auch in den USA mindestens eine Zauberschule gibt. Und die liegt nicht in New York. Ob das die Zauberschule ist, die auch Porpentina besucht hat?

Anlässlich dessen, dass in Irland nun auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen, hat Rowling einmal ein wenig herumgesponnen, wie es wäre, wenn Dumbledore und Gandalf heiraten würden. Es folgte eine hitzige Twitterauseinandersetzung zwischen einer evangelikalen Gruppierung und Rowling… bis dann am Ende tatsächlich aus Protest eine solche Hochzeit initiiert wurde. Bericht auf The Daily Beast.

Auf Buzzfeed fand sich die interessante Bilderserie zum Thema „Was, wenn Arielle die Meerjungfrau in einem anderen Teil des Meeres gelebt hätte?“ Hier wird zu Grunde genommen, dass es irgendwie möglich ist, dass sich Meermenschen im Sinne von Disney entwickeln und dann mit der Variation gespielt. Faszinierend.

Auf YouTube gibt es den ersten Trailer zu Mockingjay 2 zu bestaunen. Wie gefällt er euch? Werdet ihr euch den Film ansehen?

Zumindest in den USA kehren laut Mashable die Powerpuff Girls zurück. An der Optik der Serie wird sich nichts ändern, die neuen Folgen werden also visuell den alten Staffeln treu bleiben. Für amerikanische Fans gibt es allerdings den Wermutstropfen, dass die Mädchen neue Synchronsprecher erhalten.

Besonders für High-Fantasy-Autoren interesant: Wonach schaut eine Verlegerin, wenn sie ein solches Manuskript in der Hand hält? Melanie Waldhardt plaudert aus ihrem Verlagsleben und gibt interessante Einblicke.

Christopher Lee – der unter anderem Dracula, Saruman und Count Dooku verkörperte – starb im Alter von 93 Jahren.

KiwiKaiser berichtet auf seinem Blog kaiserkiwi über die Entwürfe für einen weiblichen Link – und über das seltsame Echo einiger Zelda-Fans. Die Weltenschmiede-Redaktion befindet Linkle für durchaus gelungen.

Passend zu den Linkle-Diskussionen bekam die liebe Zeitzeugin eine ziemlich aggressive Hatemail, weil sie in ihren Videos unter anderem über Diversität in Videospielen spielt. Sie hat sehr souverän reagiert. Man beachte auch die Kommentare und die darin enthaltenen Links zu verwandten Themen.
Außerdem stellt sie auf ihrem Blog die Arbeiten eines Künstlers vor, der Superheldinnen redesignt und dabei das Augenmerk weniger auf „sie sollen heiß aussehen“ als auf praktische Fragen lenkt. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, aber es ist auf alle Fälle interessant.

Auf Tor.com gibt es einen interessanten Essay zur Frage, ob Super Mario eigentlich zu Fantasy oder zu Science Fiction gehört. Wo hättet ihr es eingeordnet?
Außerdem erschien dort eine sehr lesenswerte Analyse zum Original-Theaterstück und Originalroman zu Peter Pan. Die Analyse und die Kommentare sind jeweils sehr faszinierend.
Des weitern gibt es schon wieder einen neuen Spiderman. Der vergleichsweise unbekannte Jungschauspieler Tom Holland gilt als vielversprechendes Talent.

Der Deutsche Phantastik Preis wird alljährlich auf dem Buchmesse-Convent in Dreieich verliehen. Die Finalisten für dieses Jahr stehen fest – heute könnt ihr sogar noch abstimmen. Erst am 17. Oktober werden wir jedoch erfahren, wer die begehrten Preise nach Hause holen kann. Wer sind eure Favoriten?

Moviepilot bestätigt eine Theorie, die viele Fans von „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ unter anderem auf Tumblr fleißig diskutieren – Elsa und Anna sind tatsächlich die Schwestern von Tarzan.

Sollten die Weltenbauer und Rollenspieler unter euch zu irgendwelchen Zwecken detaillierte, mit Klimaanalysen und anderen Features versehene zufallsgenerierte Karten benötigen, findet ihr hier ein tolles Online-Tool.

Shaoshi schrieb auf ihrem Blog über das Problem, das China mit Science-Fiction hat. Ein faszinierender Einblick in eine andere Kultur!

Potterfans aufgepasst – neben der Newt-Scamander-Verfilmung wird Harry auch die Londoner Bühnen aufmischen. Bei der Produktion „Harry Potter and the Cursed Child“ handelt es sich – wie Rowling immer wieder betont – nicht um ein Prequel. Rowling selbst ist an der Produktion beteiligt. Hier findet ihr die Homepage des Projekts.

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster Juli verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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Fallstudie: Geister II – Geister bei Anne Rice

Wer die Vampirchroniken von Anne Rice kennt, weiß, dass dort nicht nur die namensgebenden Vampire eine große Rolle spielen – schließlich leitet sich deren Entstehungsgeschichte von einem Geist namens Amel ab. In späteren Bänden wird das ganze Konzept von Geistern, Seelen aber auch Geschöpfen wie Engeln weiter ausgebaut und in das allgemeine Vampirkonzept integriert.
Doch je mehr Wesenheiten und Konzepte ein Roman enthält – und je mehr davon gerade bei einer Serie im Laufe der Folgebände hinzugefügt wird – desto mehr Probleme gibt es, das Ganze sinnvoll zu erweitern. Diese Problematik sieht man auch in den „Vampirchroniken“.

Sind alle Seelen Geister und alle Geister Seelen?

Es gibt durchaus einen Unterschied zwischen Geist und Seele. So besteht eine Seele bei Anne Rice im Prinzip aus zwei Teilen – dem physischen Teil, der im Körper verankert ist und mit diesem stirbt und einem unsterblichen Teil, der sich vom physischen Teil lösen kann.
Auf diese Weise sind auch Astralreisen möglich – der unsterliche Teil der Seele reißt sich los, denn theoretisch kann er immer wieder am physischen Seelenteil andocken.
Nach dem Tod löst sich der unsterbliche Teil der Seele von der physischen Seele und wandert umher.
Dieser Dualismus der Seele macht die Ereignisse in „Nachtmahr“ möglich – der Körperdieb ist in der Lage, den unsterblichen Teil der Seele vom Körper dessen zu lösen, dem der Körper gehört und seinerseits den Körper in Besitz zu nehmen. Außerdem kann man die Fähigkeiten zur Astralreise trainieren und bewusst ausüben, auch wenn man nicht mit dem natürlichen Talent von Raglan James gesegnet sein sollte.Bei Anne Rice haben übrigens nur Menschen eine solche dualistische Seele – Tiere haben nur den „Lebensfunken“, also jenen Seelenteil, der physisch ist. Gott und die Engel haben gar keine menschliche Seele, sondern etwas, das im Roman nicht näher definiert wird.

Werden alle Seelen zu Geistern?

Ganz so einfach ist es nicht.
Einige Seelen verlöschen und sind fort, niemand weiß, was genau mit ihnen passiert. Andere Seelen widerum bleiben schwach und verwirrt – sie nehmen sich nicht als geistig, sondern als körperlich wahr und können nicht verstehen, dass sie gestorben sind. Bei ihren Versuchen, sich bemerkbar zu machen, besetzen sie Menschen und Dinge oder richten auf andere Weisen Schaden an. Sie verhalten sich sozusagen wie „Poltergeister“.
Mächtige Seelen können zu gut- oder bösartigen Dämonen werden. Amel ist ein Beispiel für einen solchen Dämon, der Macht erlangen konnte und im Bewusstsein seiner/ihrer Eigenschaften als Geist bewusst nach Einfluss strebt.
Mächtige Candomblé-Priester sind in der Lage, Poltergeister und andere niedere Dämonen ihrem Willen zu unterwerfen. In der Romanreihe gehören dazu David Talbot, der sich in Brasilien entsprechend ausbilden lässt. Auch Merrick Mayfair besitzt entsprechende Macht.

Scheol

Ursprünglich gab es keinen Ort, an den die Seelen oder Geister gehen konnten. Diejenigen, die sich nicht auf der Erde herumgetrieben haben, sammelten sich also in einer Schicht zwischen dem (metaphorischen) Himmel und der Erde.
Innerhalb dieser Geister bildeten sich bald Gruppen und Hierarchien heraus.
Erst später schafft Memnoch an dieser Stelle das Scheol – umgangssprachlich die Hölle – wo die Seelen genug lernen sollen, um in den Himmel aufsteigen zu können. Eine Voraussetzung, um in den Himmel zu gelangen, besteht darin, Gott zustimmen beziehungsweise vergeben zu können. Das ist eine interessante Sichtweise – nicht die Gottheit soll dem Toten vergeben, nein, der Tote soll in der Lage sein, der Gottheit zu vergeben, um am Himmel teilhaben zu können. Auch an dieser Version der Geschichte ist Einiges problematisch, da es nach wie vor das Primat des Christentums voraussetzt.Einige Geister gelangen sofort ins Scheol – andere dagegen können vorher noch Kontakt mit Lebenden aufnehmen. So ist Roger in der Lage, in letzter Sekunde mit Lestat zu kommunizieren und ihm seine Tochter Dora anzuvertrauen.

Widersprüche

Memnoch unterrichtet die Seelen im Scheol, indem er ihnen immer wieder aufzeigt, welche Fehler sie gemacht haben, damit sie einsichtig werden. Dabei muss er selbst nicht anwesend sein – überall gibt es Räume und Illusionen. Wofür also braucht Memnoch Lestat, wenn er genauso gut automatisch unterrichtet?
Wenn alle Seelen ins Scheol eingehen, wieso laufen dann immer noch so viele Geister frei herum? Fühlen sie keinen Bedarf, ins Scheol zu gehen? Müsste Memnoch sie händisch „holen“ und hat sie einfach übersehen?
Einige Geister im Scheol unterstützen Memnoch beim Unterrichten – wenn diese Geister aber selbst unterrichten können, wieso gehen sie nicht in den Himmel? Verzichten sie bewusst darauf? Können sie das also steuern? Oder sind sie selbst noch nicht so weit? Aber wieso können sie dann helfen?
Und vor allem – wie soll Scheol/die Hölle größer sein als der Himmel, wenn beide Orte unendlich groß sind? Kann etwas ein größeres Unendlich sein als etwas anderes?
Ein weiterer Widerspruch findet sich schon im Artikel zur Natur der Vampire. In Band drei heißt es, wie bereits erwähnt, dass Schamanen ihre Fähigkeiten im Umgang mit Geistern verlieren, sobald sie zu Vampiren werden. Sie können keine Geister sehen, keine Geister rufen, nicht mit Geistern sprechen. Dennoch kann Roger vor dem Gang ins Scheol mit Lestat kommunizieren. Mehr noch – als im Band „Merrick“ besagte Merrick für Louis den Geist von Claudia beschwört, kann er sie sehen und hören.
Weder Merrick noch David Talbot verlieren jedoch ihre parapsychologischen Fähigkeiten, nachdem sie verwandelt werden.

Weltenbauerisches Fazit

Ich werde das Gefühl nicht los, dass ein Großteil des Seelen- und Geisterkonzepts in den Vampirchroniken nachträglich auf die Geschichte aufgepropft wurde. Nur so kann der teilweise sehr starke Bruch zwischen den weltenbauerischen Konzepten erklärt werden. Auch wenn in „Nachtmahr“ teilweise bereits der Dualismus der menschlichen Seele und das Konzept der Astralreisen angedeutet wurde, wirkt das Konzept wie es besonders in „Memnoch der Teufel“ dargestellt wird, lückenhaft und widersprüchlich. Die gebaute Welt wirkt nicht mehr rund.
Allerdings wird in den Folgebänden alles, was in „Memnoch“ geschah, grundsätzlich neutralisiert, indem behauptet wird, dass ein Teil der „historischen“ Ereignisse, an denen Memnoch Lestat teilhaben ließ, nie stattgefunden haben sondern auf späterer christlicher Legendenbildung basierten. Aber auch dieser Ansatz widerspricht sich selbst – wenn die Geschichte von Veronika und ihrem Schleier fiktiv war und so nicht stattgefunden hat, was bitte hat Lestat dann eigentlich aus der (fiktiven?) Vergangenheit mitgebracht und wieso hat es so große Macht?
Der Leser bleibt ratlos zurück – und es ist nicht verwunderlich, dass die christlichen Motive in dieser Stärke nur noch in „Vittorio“ aufgegriffen werden.

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Blogparade: Unsere besten und erfolgreichsten Blogartikel

Nachdem wir die Parade bei der wunderbaren Tintenelfe gesehen haben, wollten wir auch unbedingt an der von Cloudworkers gestarteten Blogparade teilnehmen und kramten in den Tiefen unserer Artikel (wobei ich feststellte, dass ich vergessen habe, wie ich die Aufrufe pro Artikel für „immer“ nachschauen kann und es durch Trial and Error wieder herausfinden musste – und dann noch rauskriegen musste, wie ich mir die Artikel mit den meisten Kommentaren anzeigen lassen kann. Verwende ich sonst nie, dabei bin ich die, die immer auf unsere Statistiken schaut!) – um Überraschendes herauszufinden.

1. Welcher eurer Blogartikel ist der beliebteste?

Unser beliebtester Blogartikel ist überraschenderweise gar nicht von uns – es handelt sich dabei um den tollen Gastartikel von Carmilla de Winter über genderneutrale Pronomen. Eigentlich vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht mehrmals aufgerufen wird und täglich entdecken wir, dass noch eine andere Webseite oder ein anderer Blog auf ihn verlinkt haben. Das Thema ist nun einmal nicht nur für Autoren brandaktuell, sondern auch für viele Menschen im Alltag relevant.
Der erfolgreichste Artikel aus unserer eigenen Feder ist der zu Sheldon Coopers Kontrafaktuale-Spiel. Hierbei handelt es sich um eine clevere Fingerübung für Weltenbastler, die sich vor allem mit der Frage beschäftigt „Wenn man nur ein winziges Detail an unserer Welt ändert – was kommt dabei für eine Welt heraus?“
Der am häufigsten kommentierte Artikel ist unser Tutorial zum yWriter, mit bisher insgesamt 40 Kommentaren.

2. Was denkt ihr ist aus eurer Sicht der Grund weshalb diese Artikel so erfolgreich wurden?

Bei Carmillas Gastpost verwundert es wenig – nicht nur, weil in der fantastischen Literatur zunehmend vom Konzept des binären Geschlechterdenkens Abstand genommen wird. Schon Marion Zimmer-Bradleys „Darkover“-Zyklus präsentiert hier mit den emasca-Geborenen und den Chieri, die in ihrer Geschlechteridentität frei wählen können, einen Ansatz, das „Mann-Frau“-Schema aufzubrechen. Immer mehr Autoren sehen, dass es sehr reizvoll wäre, gerade bei außerirdischen Lebensformen von den „terrestrischen“ Konzepten wegzugehen. Natürlich stellt sich hier automatisch die Frage nach dem richtigen Pronomen, um die Geschichte literarisch auch aufschreiben zu können.
Aber auch im Alltag werden genderfluide Konzepte zunehmend anerkannt und Menschen sind logischerweise auf der Suche nach dem richtigen Wort.
So finden sowohl Weltenbastler als auch andere Interessierte den Artikel informativ.
Carmilla, vielen Dank fürs Schreiben und dafür, ihn uns zur Verfügung zu stellen!

Mit den Kontrafaktualen hätten wir dagegen spontan gar nicht gerechnet – aber scheinbar suchen sehr viele Menschen im Internet danach, wie das Spiel geht. Ob aus Neugier, oder weil sie es selbst z.B. auf einer Party mal spielen wollen? Wer weiß.

Der yWriter-Artikel wird so oft kommentiert, weil unsere Leser wissen wollen, ob sich ein Download des Programms für sie lohnt oder weil sie von erfahrenen yWriter-Usern wissen wollen, ob ein Bug auch bei uns auftritt (oder ob wir wissen, wo sich ein Feature versteckt hat). Das ist normal – wenn wir etwas auf Herz und Nieren testen, dann wissen wir auch, wo was zu finden ist. Hoffentlich jedenfalls ;-). Bei manchen Fragen können wir allerdings nicht weiterhelfen. Hier müsste der Support ran.

3. Was habt ihr dadurch gelernt bzw. für die Zukunft an Erfahrung mitgenommen?

Man kann noch so viel versuchen, einen Blog für Suchmaschinen zu optimieren und mit Keywords zu füllen – am Ende kann man nie und nimmer voraussehen, welche Artikel beim Suchmaschinenbenutzer ganz vorne sind und welche Themen auf einmal brandaktuell werden können. Genauso wie man sich mit scheinbar brandaktuellen Themen völlig verrechnen kann, weil sie nicht annähernd so viele Aufrufe kriegen, wie erwartet.
Außerdem bedeuten viele Kommentare nicht unbedingt viele Klicks. Auch wenn der Artikel zum yWriter sowohl zu den meistgelesenen als auch zu den meistkommentierten Artikeln bei uns gehört, haben wir ganz viele Blogposts entdeckt, die zwar vergleichsweise oft kommentiert, aber dafür vergleichsweise selten gelesen wurden. Wie kommt das zu Stande?
Das Internet ist nun mal doch ein Mysterium, was das angeht.
Außerdem habe vor allem ich gelernt, dass ein von mir heißgeliebter Artikel nicht immer auch ein erfolgreicher Artikel ist. Aber wenn ich meine Herzartikel gegen 1.000.000 Klicks eintauschen müsste, blieben meine Lieblingsartikel drin :P.

4. Was würdet ihr auf eurem Blog / in euren Blogartikeln definitiv nicht mehr machen?

Eine sehr gute Frage :D. Ich finde die ganz alten Artikel von uns eigentlich nicht schlecht. Klar, heute würde sowohl fruehstuecksflocke als auch ich jeden davon anders schreiben, vermute ich. Man entwickelt sich weiter, lernt dazu, findet Neues heraus.
Bei meinen eigenen Artikeln fällt mir auf, dass ich inzwischen nicht mehr ganz so ernst schreibe und auch mal etwas lockerer geworden bin. Vermutlich der Einfluss des sarkastischen Blogstils des Bloggründers? Also wenn überhaupt, würde ich nicht mehr so steif und bierernst bloggen, wie bei den allerersten Artikeln, die von mir hier erschienen, als ich hinzugekommen bin.
Aber ansonsten wüsste ich jetzt nichts, was wir zwei online angestellt hätten und auf dem Blog nie mehr machen dürften.

5. Welche drei Tipps würdet ihr, jungen Bloggern mit auf den Weg geben, die ihr euch damals gewünscht hättet?

1. Ihr könnt gar nichts falsch machen, wenn ihr guten Content liefert.
2. Der Blog wächst mit seinen Aufgaben. Nicht gleich am ersten Tag alles bombastisch zu haben, ist normal!
3. Vernetzung ist das A und O. Eigenbrötlerisch vor sich hinbloggen macht auf Dauer nicht erfolgreich.

Danke für diesen tollen Anlass, ein paar Stunden durch die Archive und Statistiken zu stöbern  und dort Überraschendes zu entdecken!

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Fallstudie: Werwölfe III – Der Werfisch in „Arielle, die kleine Meerjungfrau“ Folge 29

Trickfilme sind eine faszinierende Sache – irgendwann stellt man fest, dass die meisten Trickfilmreihen früher oder später eine Liste an „Must-Have“-Folgen abhaken, die sich in so gut wie jeder Trickfilmserie findet. Ein Abhaken der gängigsten TV-Tropen, müsste man sagen. Eine dieser beliebten Fernsehserientropen scheint es zu sein, dass irgendeine Figur sich in einen Werwolf verwandelt.
Vor dieser Entwicklung ist auch die Disney-Animationsserie „Arielle, die kleine Meerjungfrau“ aus den Neunzigern nicht sicher. Doch wie passt man die gängigen Werwolfgeschichtenklischees an eine – bis auf Meerjungfrauen und einige andere fantastische Elemente – relativ realistisch konzipierte Unterwasserwelt an?
In der Folge „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ (im Original „The Beast Within“) verwandelt sich Fabius in … einen Werfisch.

Aussehen und Veränderungen

Der Werfisch ist weitaus größer, als der normale Fisch, ungefähr so groß wie ein größerer Hai oder größer und ungefähr dreimal so stämmig. Seine Farbe geht ins rötlich Violette und er hat gruselige Hauer, die ihm aus dem Mund ragen. Außerdem erinnert die „Schnauze“ des Fischs eher an eine Hundeschnauze als an einen Fisch und der Fisch wirkt, als hätte er „Haare“.

Fabius hat auch als Werfisch die charakteristischen Streifen und eine viel tiefere Stimme. Außerdem heult er wie ein Wolf.

Entstehungsgeschichte

Eine Seehexe sprach einst den Werfischfluch über einen Fisch, der ihr blödkam und daran beteiligt war, sie und ihre Freunde aus dem Dorf zu werfen.
Seitdem schwimmt der wilde Werfisch durch die Weltmeere.

Verwandlung und Verhalten

Wer von einem wilden Werfisch gebissen wird, verwandelt sich selbst in einen Werfisch.
Die Verwandlung kündet sich mit einem leichten Schmerzen an der gebissenen Stelle an, während ansonsten keine Beeinträchtigungen eintreten – zwar schmerzt Fabius‘ gebissene Flosse beim Schwimmen, aber das Schwimmen selbst macht ihm nichts aus.
Bei der Verwandlung selbst wird Fabius allerdings völlig hysterisch. Er fühlt sich am ganzen Körper komisch, krümmt sich, bekommt eine tiefere Stimme. In seinen Augen drehen sich grellorange Spiralen. Er verwandelt sich in einen viel größeren, leicht „haarigen“ rostroten Werfisch, heult auf und schwimmt davon.

Neben einigen Vorteilen – der Werfisch ist größer und schneller als der gebissene Fisch – wird der Werfisch auch wilder und hat das eigene Verhalten nicht unter Kontrolle – oder verhält sich instinktiv zerstörerisch und aggressiv.

In der konkreten Arielle-Folge bedeutet das, dass Fabius aka wilder Werfisch in ein Dorf schwimmt und den Bewohnern Angst und Schrecken einjagt, während er willkürlich Blumentöpfe und andere zufällige Gegenstände zerbeißt, mit Unterwassermelonenkernen schießt und den Meermenschen nachschwimmt, um sie zu beißen.
Dies wirkt dank der Comedy-Elemente wie „Unterwassermelonenkernmaschinengewehr trifft den fetten Hintern von Meermenschen“ oft eher lustig als bedrohlich. Dies dient nicht nur dem komischen Effekt, sondern soll auch gerade für jüngere Zuschauer den Schrecken aus einer eher düsteren Folge mildern.

Die Verwandlung hängt übrigens nicht in irgendeiner Weise vom Mond ab – vermutlich wäre dieser Aspekt nicht in einer Unterwasserwelt umsetzbar gewesen – sondern kann zufällig auftreten. Auch die Rückverwandlung scheint nicht steuerbar zu sein.

Gegenmittel oder Vernichtung?

Als Arielle im Dorf eintrifft, steht der Lynchmob bereit – und zwar mit sowas Ähnlichem wie Mistgabeln – und schwingt Reden á la „Wir holen uns den Werfisch! Wir machen ihn fertig!“
Hier ist es im Grunde genommen eigentlich nicht uninteressant, wie genau die Interaktion abläuft, die Ariel beobachtet.
Ein Aufrührer stachelt die Dorfbewohner mit völlig absurden Losungen gegen den Werfisch an, der angeblich ihre Brunnen vergiftet und ihre Kinder rauben möchte. Hier erkennen sich durchaus überspitzte Parallelen zur allgemeinen Hetze gegen Minderheiten – auch wenn Fabius als Werfisch tatsächlich Schaden angerichtet hat und anrichten könnte, werden hier die kleinen und großen Zuschauer gegen den Aufrührer vereinnahmt und nehmen seine überspitzten Hetzparolen als falsch wahr. Hier steckt eindeutig ein pädagogischer Kern in der Art, wie die Dynamik zwischen den Dorfbewohnern dargestellt wird.
Ein einziger Dorfbewohner stellt hier die Stimme der Vernunft dar und schlägt vor, die Wahrsagerin zu konsultieren und den Werfisch nicht blind zu jagen – der Lynchmob lässt sich darauf aber nicht mehr ein.
Nachdem der Mob Fabius fangen kann, ketten sie ihn in einem Käfig in einem Schiffswrack an und wollen dieses in die Tiefe stürzen – den Werfisch also töten. Sie sehen keine andere Aussicht.

Arrielles Ansatz ist hier anders. Sie verfolgt den vernünftigen Dorfbewohner bis zur Wahrsagerin – im Gegensatz zu ihm spricht sie mit Arielle und ihren Freunden.
Bemerkenswert ist hier, wie eine weitere Trope auf die Schippe genommen wird – die Fischgestalt erinnert in gewissem Sinne an eine Klischee-Wahrsagerin vom Jahrmarkt und natürlich spricht sie (zumindest in der deutschen Synchronisation) mit Akzent.
Die Wahrsagerin gibt nur widerwillig die Information weiter, da sie aus persönlichen Rachegelüsten heraus den Dorfbewohnern nicht helfen will – nur Arielles gutes Herz kann sie überzeugen, eine Lösung zu verraten: Der Werfisch muss baden in Silbernebel-Schwaden.

Arielle kann das Rätsel bald durch Zufall lösen – es handelt sich um einen silbrig glänzenden Fischschwarm, den Arielle irgendwie dazu bringen kann, ihr zu folgen.
Sie kommen in letzter Minute, um Fabius zu umschwimmen, ehe das Schiffswrack in die Tiefe stürzt.

Die Psychologie einer Trickfilmfolge

Die Folge ist in vielerlei Hinsicht interessant – nicht nur wegen der zwei ineinandergewobenen Handlungsstränge (zum Einen der Werfisch, zum Anderen vergisst Triton Sebastians Jubiläum, schenkt ihm einen unfassbar hässlichen Pokal – den er anders nicht loswerden konnte – und Sebastian bewertet das Ding völlig über und zerstreitet sich mit Frechdachs), auch wegen der vielen pädagogischen Botschaften für die jungen Zuschauer.
Neben der bereits erwähnten Kritik an pauschaler Hetze gegen Andersartige und der Kritik am Lynchmobverhalten der Dorfbewohner wird hier auch beigebracht, dass man alte Freunde nicht vergessen sollte – denn für Triton ist es genauso unangenehm, kein Geschenk für Sebastian zu haben, wie es für Sebastian wäre, keins zu seinem Dienstjubiläum zu erhalten. Gleichzeitig soll hier jedoch gezeigt werden, dass man sich nicht zu sehr an den materiellen Zeichen einer Freundschaft aufhängen soll. Last but not least zeigt Arielle am Anfang der Folge ein verantwortungsloses „Man lebt nur einmal“-Verhalten, durch das sie die Werfischkatastrophe überhaupt erst auslöst. Am Ende der Folge begreift sie, dass sie falsch gehandelt hat und entschuldigt sich.

Kindgerechte Werfische?

Interessanter für den Weltenbauer ist hier allerdings ein anderer Aspekt der Geschichte, nämlich die Umsetzung des Werwolfmythos in einer Unterwasserwelt – und kindgerecht. Im Grunde genommen ist das nämlich eigentlich eine gruselige Erfahrung. Erst wird das Opfer von einem gruseligen Wesen angefallen, dann verwandelt es sich selbst in ein wildes Tier und verliert die Kontrolle über die eigene Identität. Das kann auch erwachsene Zuschauer durchaus verstören – wie also verwandelt man den Mythos in etwas, das von Kindern verdaut werden kann?

Die Autoren der Folge lösen hier das Problem mit dem Mythentransfer, indem sie den Einfluss des Mondes eliminieren und aus „Silber ist für Werwölfe tödlich“ ein unterwassertaugliches und gleichzeitig kindgerechteres „ein Schwarm aus silbernen Fischen bringt Heilung“ machen. An dieser Stelle spielt es keine Rolle, dass dieser Transfer eigentlich überhaupt nicht logisch ist – und man keinem anderen Medium verzeihen würde, dass der silberne Fischschwarm wie gerufen kommt, kaum dass Arielle und ihre Freunde den Wagen der Wahrsagerin verlassen haben. Eine Folge ist nur 20 Minuten lang – inklusive Titelsong und Abspann – da muss gestaucht werden.
Das Kindgerechte wiederum wird teilweise dadurch erreicht, dass komische Elemente eingebaut werden und im Grunde genommen kein bleibender Schaden entsteht. Fabius wird im Laufe der Folge schließlich geheilt und wird das Abenteuer bald vergessen haben. Auch hat er keinen einzigen Dorfbewohner verletzt. Er hat also auch als Monster nichts angerichtet, was ein Kind verstören könnte.
Weitere komische und kindgerechte Elemente kommen durch den zweiten Handlungsstrang – Sebastians Besessenheit mit seinem Pokal und der dadurch entstehende kindische Streit mit Frechdachs – ins Spiel.

Weltenbauerisches Fazit

Auf jeden Fall sollten angehende Autoren öfter mal in eine Trickfilmserie reinschauen – ich staune immer wieder, wie viel man dort eigentlich lernen kann, wenn man die Folge mit den Augen eines Schriftstellers sieht!

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Weltengeflüster Mai 2015

Der Mai war wieder ein sehr weltenbaureicher Monat – es gibt viel Neues zu entdecken und dieses Neue stammt aus allen möglichen Ecken und Enden des Internets. Ob News rund um Harry Potter, eine Einführung in Weltenbauhintergründe bei Jonathan Stroud und Ursula Le Guin oder eine gute Portion Linguistik – diesen Monat ist alles dabei, was dabei sein kann.

Viel Spaß beim Lesen!

Leider scheint ein WordPress-Update dafür zu sorgen, dass ich als Mouse-Over-Text keine tollen, sarkastischen Anmerkungen oder Zusatzinformationen, Meinungen etc. mehr einfügen kann. Schade. Das hat mir beim Zusammenstellen des Weltengeflüsters immer am Meisten Spaß gemacht.
(Ihr wisst nicht, wovon ich spreche? Dann klickt euch doch durch ein paar alte Weltengeflüster-Ausgaben. Auch wenn die Neuigkeiten dann nicht mehr neu sind, gibt es immer wieder Artikel, die nie veralten ;-) )

Unter der Rubrik „Schöpfungsgeschichten“ stellte Weltenbau Wissen im Mai den Weltenbau hinter den „Chroniken von Erdsee“ vor. Nicht zuletzt reizvoll für Autoren, weil hier Ursula Le Guins Taktikten thematisiert werden, eine komplexe Welt zu erzeugen, ohne sofort automatisch noch vor dem Schreiben die ganze Welt in ihren ganzen, komplexen Details erstellen zu müssen.

Auf Books for Keeps, einem Onlinemagazin für britische Kinderliteratur, erschien ein Interview mit Jonathan Stroud, in dem er über die Hintergründe und Entstehungsgeschichten hinter „Lockwood und Co“ plaudert – aber auch andere Themen kommen zur Sprache.

Auf Risky Regencies schreibt Sandra Schwab darüber, dass gerade bei historischen Romanzen – gilt aber vermutlich auch für andere Genres – es ungeschriebene Regeln gibt, wie man eine durchaus reale Epoche fiktionalisiert. Welche Aspekte der Geschichtsschreibung werden verstärkt oder weggelassen, um einen Liebesroman, eine Detektivgeschichte oder einen Thriller in einer bestimmten Epoche spielen zu lassen? Was gilt bei Freunden des Genres als Tabu? Kann man damit spielen?

Die Nase voll von immer demselben Standard-Bestiarium, das auch noch meist von Tolkien abgekupfert wurde? Es gibt Geschöpfe, die nur darauf warten, in eure Fantasywelten eingebaut zu werden. Tor.com stellt 10 mythologische Figuren vor, die noch nicht in gefühlt jedem Fantasyroman auftauchen.
Eine beliebte Fantheorie besagt, dass die Dursleys gemein zu Harry waren, weil er sie als Horcrux negativ beeinflusst hat. Dieser Essay belegt am Text, wieso das nicht der Fall sein kann.
Für alle, die Fantasy gerne mit Märchenhaftem verbinden oder sich generell ihre Inspiration gerne bei alten Märchenvorlagen holen, gibt es hier spannende und informative Einblicke in die Hintergründe von Cinderella.

Spaß muss sein – die auf dem tumblr von triceracroptops gefundene Auflistung „Woran merkt man, dass man in einem Fantasy-Roman gelandet ist?“ könnte man nämlich sehr gut zu einem Bullshit-Bingo umfunktionieren. Erfüllt ein Roman (oder gar der eigene Roman) zu viele dieser Punkte? Dann hat man zu viele Klischees drin und sollte als Autor dringend überarbeiten…

Gefunden auf hypable: Es sind oft die kleinen Details, die eine Welt so richtig rund erscheinen lassen. Gerade bei „Harry Potter“ trifft das ziemlich oft zu. Auf eine getwitterte Fanfrage nach dem Namen der Maulenden Myrthe gab Rowling nämlich ebenfalls dort eine Antwort.

CBS hat einen Supergirl-Trailer veröffentlicht. Was haltet ihr persönlich von einer Supergirl-Verfilmung?

Nicht alle Blogposts aus der Muggelnet-Artikelserie über die Gemeinsamkeiten zwischen Disney-Charakteren und Figuren aus der Potterwelt sind treffend – dieser hier schon. Was hat Belle mit Hermine gemeinsam?

Die Webseite ist schon älter – um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung, wie alt genau. Es handelt sich um eine linguistische Analyse der im Darkover-Zyklus von Marion Zimmer-Bradley gesprochenen Sprachen. Thorsten Renk ist ein deutscher Linguist für tolkien’sche Sprachen, unter anderem bietet er auf seinen Webseiten Sindarin-Sprachkurse an (und hat über Create Space das dazugehörige eBook veröffentlicht). Die Analysen gehen eher in die wissenschaftliche Richtung, sind also nicht nur für Darkover-Fans und begeisterte Leser, sondern auch für interessierte Conlanger spannend.

Hiltibold stellt den Lesern auf seinem Blog hochauflösende, nach antikem Vorbild erstellte Weltkarten zur Verfügung. Falls ihr also bei euren Romanen, Videospielen etc. in irgendeiner Weise das antike Weltbild mit einfließen lassen wollt, könnt ihr euch die Karten herunterladen und damit arbeiten.

Sarah Superwoman stellt sich die Frage, was aus dem Fantasygenre heute geworden ist. Dazu hat sie unter anderem mich interviewed, sodass einige meiner Antworten in ihrem Blogpost erscheinen. Aber auch abgesehen davon ist der Artikel auf alle Fälle lesenswert!

Last but not least: Eigentlich im Juni erschienen, muss dieser Link noch ins Weltengeflüster für den Mai – Guddy hat ihren Bloggerkarneval ausgewertet. Neben einem Link zu unserem Beitrag findet ihr dort sehr viele weitere inspirierende Blogposts, die zum Stöbern einladen. Viel Spaß!

Habt ihr einen Artikel gelesen oder gar selbst geschrieben, der im Weltengeflüster Juni verlinkt werden sollte? Dann schreibt es als Kommentar unter diesen Artikel oder über das Kontaktformular. Außerdem suchen wir weiterhin Gastartikel!

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